theorie

Einleitung

Systemfragen zwingen häufig zu begrifflichen Ungetümen: Leben wir in den west-europäischen Ländern derzeit tatsächlich in demokratischen Staatsformen mit freier Marktwirtschaft? Oder nicht doch eher in Scheindemokratien mit einer neoliberal auf Kapitalinteressen konditionierten Ökonomie? Die Alternativen zu diesem krisenanfälligen System sind nicht weniger schwierig zu fassen: ­Kommunismus? Sozialismus? Marxismus? Wir untersuchen am Beispiel dreier aktueller Filme und neuerer theoretischer Bücher, welche Optionen 1989 zu Recht untergingen (der poststalinistische Personenkult in Rumänien, die verknöcherte Marxismus-Leninismus-Pädagogik der DDR), während das reflexive Potential der marxistischen Theorie in ihrem Verhältnis zur demokratischen Praxis vielleicht erst jetzt so richtig erkannt wird (wie sich bei der Lektüre einiger vor allem französischer Bücher erweist). Jean-Luc Godard bestimmt den Sozialismus wie gewohnt sehr eigenwillig: als intellektuelle Odyssee im Zeichen der Melancholie.

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