cinema ritrovato 2026

Was übriggeblieben ist Teile und Ganzes aus dem Werk des Regisseurs Daisuke Ito beim Festival Cinema Ritrovato

Von Lukas Foerster

Mit welchem Film beginnt die japanische Kinomoderne? Da nur ein verschwindend kleiner Teil der japanischen Stummfilmproduktion – ein sehr viel kleinerer als in europäischen oder nordamerikanischen Kinematografien – überliefert ist, lässt sich die Frage nur spekulativ beantworten. Ein guter Kandidat könnte schon des Titels wegen Shinsei («Neues Leben») aus dem Jahr 1920 sein, inszeniert von Edward Kinshi Tanaka und fotografiert von Henry Kotani. Tanaka und Kotani hatten in den 1910er Jahren in Hollywood gearbeitet, ersterer unter anderem als Douglas Fairbanks’ Chauffeur, letzterer als Schauspieler und Kameramann. Gemeinsam mit anderen japanisch-amerikanischen Kollegen wurden die beiden 1920 von Shochiku angeworben, einem Unternehmen, das eine Kette von Kabuki-Theatern betrieb und nun in die Filmbranche einsteigen wollte. Um sich von der Konkurrenz abzuheben, setzte man auf Hollywood-Importe und amerikanische Produktionsmethoden. Das Drehbuch zu Shinsei schrieb jedoch ein junger Japaner, der gerade seine ersten Schritte in der heimischen Filmindustrie unternahm: Daisuke Ito.

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