non-fiction

Die literarische Nacht der Proletarier Und das Diktiergerät: Über Dialoge mit Pasolini, herausgegeben von Cornelia Wild

Von Friedrich Balke

Auf dem Cover der Dialoge mit Pasolini findet sich eine Abbildung aus den Comizi d’amore von 1965, die Michel Foucault «Straßengespräche der Liebe» genannt hat: Kindern, Arbeitern, Jungen und Mädchen, Bauern, Städtern, Reichen und Armen hält Pasolini wie im Vorbeigehen das Mikro hin, um sie nach ‹der Liebe› zu fragen, «nach diesem schwankenden Bereich, in dem der Sex, das Paar, die Lust, die Familie, die Verlobung und ihre Gebräuche, die Prostitution und ihre Tarife sich überkreuzen». Die Abbildung zeigt Pasolini im weißen Hemd, mit ausgestrecktem Arm, das Mikrofon in der Hand, das er Jugendlichen am Strand hinhält, die ihm bereitwillig Rede und Antwort stehen. Die Dialoge kehren diese Diskursanordnung um, denn hier ist es Pasolini, der von 1960 bis 1965 in einer Kolumne der von der kommunistischen Partei Italiens herausgegebenen Wochenzeitschrift Vie Nuove auf die unterschiedlichsten Fragen seiner Leserschaft antwortet.

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