In alle Richtungen ausbreiten Antithese zum dialektischen Kino: Über Olivier Assayas’ Le Mage du Kremlin
Als Polit-Thriller in enger Verbindung zu tatsächlichen Personen und Ereignissen steht Le Mage du Kremlin (Der Magier im Kreml) im Bann des Mythos. Es treten auf: ein Zauberer und ein Erzengel des Todes. Die Rede ist außerdem von Orakeln, schwarzer Elektrizität und einem mystischen Wirbel. Schon die Rahmenhandlung ist von der Atmosphäre des Märchens durchweht. Ein amerikanischer Journalist reist ins winterliche Moskau, um zu Jewgeni Samjatin zu forschen, dem Autor der 1920 verfassten Dystopie Wir (ein Schlüssel zu den meisten Rätseln der russischen Geschichte, erklärt er im gravitätischen Tonfall aus dem Off). Über einen Tweet kommt er in Kontakt mit einem Samjatin-Fan, hinter dem sich Vadim Baranow verbirgt, der ehemalige politische Berater des «Zaren».
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