notizen 2026

1. Juli 2026

Notizen Juli 2026

Von Ekkehard Knörer

JULI

1.7. Frau Venus und ihr Teufel (Ralf Kirsten, DDR 1967)

Ein Mann namens Hans liebt verkehrt, oder liebt nicht so richtig. So muss er nun ausziehen, das richtige Lieben zu lernen. Mit seiner Freundin Maria ist er im Cabrio unterwegs, mag sie, ohne sich zu ihr zu bekennen, der Ausflug führt auf die Wartburg. Wer auf der Burg wartet, ist Frau Venus (Inge Keller), die den Hans in ein tiefes Loch fallen lässt: Er landet im 12. Jahrhundert am thüringischen Hof, wo man ihn für Tannhäuser hält. Maria, die Gute, springt gleich hinterher und wird, knabenhaft, wie sie ist, als Moritz zum Knappen des Hans. Viel Gelegenheit für Allotria, Singen und Stunts. Stürzende Pferde, trinkende Ritter, wimmernde Minne, und immer dazwischen: Manfred Krug, der auch am Drehbuch mitgetan hat. Er spielt mit fülligem Haupthaar den Tannhäuser-Hans, der mit dem Minne-Quatsch nichts anfangen kann, weil nämlich: Mann und Frau gehören, und zwar ohne umständliches Schmachten und natürlich gemeinsam, ins Bett. Da ist eine schöne Josephine, der er nachstellen muss, es kommt zu Verfolgungsjagd, Bärenhatz und Lanzenduell, sieht alles ganz schön aufwändig aus. Und will doch nichts sein als reizender Quatsch, mit einer spitzbübischen, im straighten wie im crossen Dress umwerfend charmanten Ursula Werner, die den Tannhäuser-Hans weniger Mores lehrt als eben die richtige Liebe, mit Treue und so. So geht es zurück: Wartburg, Wiese, DDR, Prenzlauer Chaussee 13a, Hinterhof. Der Spuk ist vorbei. Die zeitgenössische Kritik fand den Film eher lahm, ich würde eher sagen: Das Teil ist auf die angenehmste Weise entspannt, alle haben sichtlich Spaß, auf Pferden zu reiten, Kostüme zu tragen, Lieder zu singen, in die und aus der Kiste zu springen und einander schöne Augen zu machen. (70cp)