essay

Imperativ der Produktion Über ungemachte Bilder, latente Filme und blinde Liebe mit KI

Von Florian Krautkrämer

In seinem letzten Film Primitive Diversity (2025) sowie der dazugehörigen Publikation Der Konjunktiv der Bilder hat sich Alexander Kluge mit künstlich generierten Bildern auseinandergesetzt. Mit Stable Diffusion hat er Variationen und Ableitungen von Bildern geschaffen, die sich immer weiter verändern, ohne ihren Ursprung dabei völlig aufzugeben, um «gegenüber dem fixierten Gegenwartsbild einen weiten Freiheitsraum» zu öffnen. Die Konnotationen, die dabei zwischen den Bildern entstehen, sind für ihn vergleichbar mit Assoziationen, die Menschen bei ihren Sinneserfahrungen begleiten. Das Verfahren ist für Kluge eines der Montage und der Archäologie, da mit wenigen «ausgewählten Bildern Variationen, Mutationen und Verbindungen zu deren Wurzeln in anderen Zeiten und zu anderen Bildern [hergestellt werden]. Man macht also nicht Plakate aus ihnen, sondern Katakomben, archäologische Schichtungen: Man gibt ihnen Konstellation, Substanz und Tiefe.» Konstellation, also die Zusammenstellung der Bilder, ihre Montage, bezeichnet Kluge als den Konjunktiv der Bilder, in dem Strukturen und Ähnlichkeiten miteinander zu sprechen beginnen.

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