Firma Riefenstahl Eine Recherche zu Leni Riefenstahls Nachkriegseinkünften aus ihren NS-Filmen
«Habe ich nicht jahrzehntelang furchtbar darunter leiden müssen, dass ich diesen Dokumentarfilm gestaltet habe?» So protestierte Leni Riefenstahl 1973 gegen die Absicht des NDR, ihre berüchtigte Nazi-Dokumentation Triumph des Willens auszustrahlen. Versteht denn niemand, dass ihr die Ausstrahlung ernsthaft schaden würde? Und dann erklärt Riefenstahl, sehr gerne Beweise vorlegen zu wollen, dass sie nicht die Produzentin dieses Films war. Die Wahrheit sei ihr wichtiger als Geld.Nichts davon ist wahr. Riefenstahl war zwar tatsächlich nicht die Filmproduzentin, sie gab sich aber als solche aus und verdiente noch lange nach dem Krieg gut an ihren vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs entstandenen Arbeiten Triumph des Willens (1935) und Olympia (1938), auf die sie auch immer stolz blieb. Die Verzerrungen und Ungeheuerlichkeiten sind charakteristisch für das Auftreten der deutschen Filmemacherin in ihrer Nachkriegskarriere. Es brachte ihr, wie im Folgenden rekonstruiert wird, Einnahmen von umgerechnet ungefähr zwei Millionen Euro ein, Geld, das ihr eigentlich nicht zustand.
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