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«Ein noch ganz unsortierter Anfang» Thomas Heise schreibt an Gerhard Scheumann

Deutschland 1990. Die Mauer ist gefallen, die DDR gibt es nicht mehr, außer im Leben der Menschen, die ihren Staat nicht von heute auf morgen vergessen können. Thomas Heise schreibt in dieser Zeit einen Brief an Gerhard Scheumann, den berühmten Dokumentarfilmer der DDR, unter dessen Schirmherrschaft er in der Akademie der Künste in Berlin ein Videostudio einrichten wollte. Es hätte ein Ort für einen anderen Dokumentarfilm werden können, doch dazu kam es nicht mehr. Stattdessen findet Thomas Heise sich auf einem freien Markt wieder und dreht einen Film, den er in der DDR nicht hatte drehen dürfen: Eisenzeit, über die Kinder des Sozialismus aus der Stadt Eisenhüttenstadt. In dem Brief an Gerhard Scheumann taucht alles noch einmal auf, was künstlerische und persönliche Identität in der DDR bestimmt hat: die Allgegenwart der Staatssicherheit, die langwierigen Verhandlungen um jedes Projekt, die codierte Kommunikation je nachdem, wenman für den eigentlichen Adressaten halten musste.

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