Gespräch

19. März 2009

The Sonic Outlaw – Craig Baldwin im Gespräch

Von Bert Rebhandl

Craig Baldwin ist einer der wichtigsten Found Footage-Filmemacher der Gegenwart. Politische Geschichte erzählt er als «weird history», zusammengesetzt aus B-Film-Fragmenten und Archivfunden. Baldwins Methode ist tief in den Avantgarden des 20. Jahrhunderts und in der subversiven Kultur der «bay area» an der amerikanischen Westküste verankert. In seinem bekanntesten Film Tribulation 99 erzählte er von der US-Hegemonialpolitik nach dem Zweiten Weltkrieg, indem er den Begriff der «alien invasion» wörtlich nahm. In seinem neuen Film Mock Up on Mu geht es um die Kolonisierung des Weltraums, wobei sinistre Figuren wie L. Ron Hubbard eine wichtige Rolle spielen. Wer wissen will, was Scientology mit dem militärisch-industriellen Komplex zu tun hat, ist bei Craig Baldwin richtig. Wir trafen ihn im Februar 2009 in Berlin unter außergewöhnlichen Umständen: In das Loophole, einen Kunstraum in Neukölln in den Räumlichkeiten eines ehemaligen Bordells, war in der Nacht eingebrochen worden. Die Stahltür hatte gehalten, war nun aber nicht mehr zu öffnen. Wir mussten also durch den Keller einsteigen, um das folgende CARGO-Gespräch mit Craig Baldwin führen zu können.

Craig Baldwin on his anarchistic approach
Craig Baldwin on Mockumentaries and Found Footage
Craig Baldwin on his most recent film «Mock up on Mu» (2008)
Craig Baldwin on the Situationist International
Craig Baldwin on Bruce Conner