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Aktuelle Print-Ausgabe:
CARGO Film/Medien/Kultur 12
vom 15. Dezember 2011

CARGO 12 Cover, CARGO 11 Cover,

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Audiointerviews
Im Webmagazin:
Im Heft
  • Edgardo Cozarinsky   Die Nacht sing ihre Lieder   Nur in Heft 12  

    Edgardo Cozarinsky, geboren 1939 in Buenos Aires, wurde vor allem durch den Film Le guerre d’un seul homme bekannt, in dem er 1982 Wochenschau­material aus den Jahren 1941 bis 1943 mit den Pariser Tage­büchern von Ernst Jünger aus dieser Zeit zu einer komplexen Montage über die faschistische Peripetie verband. Sein Werk changiert zwischen Kino und Literatur, in den letzten Jahren sind eine Reihe sehr interessanter Bücher erschienen (Die Braut aus Odessa). Sein Film Skizzen zu einer imaginären Biographie (Apuntes para uma biografía imaginaria) weckte 2010 meine Neugierde, und so nahm ich bei der Viennale 2011, wo Cozarinsky seinen neuesten Film Nocturnos präsentierte, die Gelegenheit wahr, ausführlich über seine frühen Jahre in Argentinien und seine Zeit in Paris zu sprechen, über Begegnungen mit Jorge Luis Borges und Raúl Ruiz, über die Medien der Erinnerung und das zwiespältige Glück, einen unanfechtbaren europäischen Reisepass zu haben.

    Von Bert Rebhandl   14. Dezember 2011
  • Haile Gerima   «Mir geht es nicht um Mittelklasse und schon gar nicht um die Koexistenz mit dem Imperium»   Nur in Heft 11  

    Haile Gerima, geboren am 4. März 1946 in Gonder in Äthiopien, zählt zu den wichtigsten Figuren des postkolonialen Kinos. Er studierte Theater zuerst in Addis Abeba, dann in Chicago, bevor er Ende der 60er Jahre in Los Angeles zum Film kam. Zusammen mit Charles Burnett (Killer of Sheep), Julie Dash (Illusions), Larry Clark (Passing Through), Billy Woodberry (Bless their Little Hearts) Ben Caldwell (I and I) oder Jamaa Fanaka (Welcome Home, Brother Charles) war er Teil einer losen Gruppe an der UCLA, die später mit dem Label «LA Rebellion» versehen wurde. Derzeit wird diese Bewegung in den USA mit Ausstellungen und Filmschauen wiederentdeckt. Haile Gerima, der inzwischen in Washington lebt, findet für seine Filme das Geld eher in Deutschland, wie zuletzt für Teza (Morgentau), in dem er eine neuere Nationalgeschichte Äthiopiens entwirft. Im Kino gab es für Teza nur eine kurze und wenig erfolgreiche Auswertung, nun gibt es aber auch eine DVD-Ausgabe, die hoffentlich ein größeres Publikum findet. Im CARGO-Gespräch geht Haile Gerima ausführlich auf sein filmisches Werk ein, äußert sich aber auch grundsätzlicher zu einem «cinema of struggle» aus afrikanischer Perspektive.

    Von Bert Rebhandl   7. September 2011
  • Peter Kubelka   «Der Zeigefinger ist eines der ersten Kunstmedien»   Nur in Heft 10  

    Peter Kubelka, geboren 1934 in Oberösterreich, hat in der Geschichte des Avantgardefilms beinahe ­legendären Status. Seinem Arnulf Rainer (1960), in dem er auf die grundlegenden Elemente des Films zurückging (Licht, Schwarzfilm, Ton, Stille), wurde verschiedentlich ein vergleichbarer Status zugeschrieben, wie ihn Malewitschs Schwarzes Quadrat in der Malerei einnimmt. Danach hat Kubelka nur noch sehr sporadisch Filme gemacht, sich vielmehr konsequent «entspezialisiert» und in zahlreichen Vorträgen in aller Welt seine grundlegende Theorie der Metapher entwickelt, die er bevorzugt auch an Beispielen aus der Küche veranschaulicht. Kürzlich ist in Wien eine Publikation zu dem von ihm kuratierten Zyklischen Programm Was ist Film? erschienen, in dem die Filme vorgestellt werden, die im Österreichischen Filmmuseum immer dienstags laufen und dort als «Beispiele» das Medium Film erschließen. Und noch in diesem Jahr will Kubelka einen neuen Film präsentieren, mit dem er noch einmal an Arnulf Rainer anzuschließen versucht. Im Gespräch erwies er sich als konsequenter Verfechter eines sehr eigenwilligen Naturalismus.

    Von Bert Rebhandl   15. Juni 2011
  • Paul Schrader     Nur in Heft 09  

    Auf Paul Schrader hatten wir in den letzten Jahren eher sporadisch geachtet, zum Beispiel anlässlich seiner Verfilmung des sehr guten Romans Affliction von Russell Banks. Arbeiten der Nullerjahre wie Auto Focus und The Walker erinnerten als Um- und Weiterschreibungen an eine Filmografie, die weit in die 70er Jahre zurückreicht. Als sich zu Jahresbeginn die Gelegenheit zu einem Gespräch in Wien ergab, nahmen wir uns sein wechselvolles Werk der letzten Dekade noch einmal vor. Zu entdecken war (und ist) hier Schraders Versuch, die Themen und Motive seiner großen Filme (von American Gigolo bis Patty Hearst) unter schwierigen ökonomischen Umständen noch einmal aufzunehmen und zu aktualisieren. Wir begegneten schließlich einem bemerkenswert desillusionierten Intellektuellen, der sein eigenes Spätwerk in weiten Teilen als gescheitert und nicht der Rede wert zu betrachten scheint. An Schrader, über Jahrzehnte ein Insider der amerikanischen Filmindustrie, lässt sich in jedem Fall ablesen, wie sich das, was einmal New Hollywood war, zunehmend in der unübersichtlichen Produktionsmittelwelt der globalisierten Finanz- und Subventions­ströme verliert.

    Von Bert Rebhandl , Simon Rothöhler   23. März 2011
  • Jacques Doillon     Nur in Heft 08  

    Jacques Doillon ist einer der unterschätzten Regisseure des französischen Kinos. Sein Werk changiert zwischen sensiblen Figuren­portraits, die er häufig mit jugendlichen Schauspieldebütanten erarbeitet, und offenen Abenteuern, deren politische Sprengkraft sich manchmal erst auf den zweiten Blick erschließt. Bei der «Viennale» ergab sich im Oktober die Gelegenheit zu einem ausführlichen, mäandernden Gespräch.

    15. Dezember 2010
  • Eyal Sivan     Nur in Heft 07  

    Die Orange ist eine runde Frucht, sie hat keine zwei Seiten wie der Konflikt zwischen Israel und Palästinensern, Juden und Arabern, «Westen» und «Orient». In seinem Dokumentarfilm «Jaffa – An Orange’s Clockwork» erzählt Eyal Sivan anhand der bekannten Orangen aus Jaffa eine kritische Geschichte des Zionismus. Wir sprachen mit ihm im Juni in Berlin — wenige Tage, nachdem Israel einen Konvoi von Hilfsschiffen nach Gaza im Mittelmeer gewaltsam gestoppt hatte — über die Ikonökonomie der Orange, über Bilderpolitik und Historikerstreit, und über seine jüdische Identität.

    Von Bert Rebhandl , Simon Rothöhler   15. September 2010
  • Marco Bellocchio     Nur in Heft 06  

    Im deutschsprachigen Raum ist Marco Bellocchio der große Unbekannte des italienischen Kinos. Seine intellektuell wie ästhetisch kühne Auseinandersetzung mit dem linken Terrorismus «Buongiorno, notte» (2003) kam mit vier Jahren Verspätung in wenige deutsche Kinos. Für uns war der Film nicht nur ein Ereignis, sondern auch das Startsignal, sich eingehender mit Bellocchios Werk zu beschäftigen, an dessen Beginn ein Klassiker der europäischen Kinomoderne steht: «I pugni in tasca» (1965). Unser Interesse an Bellocchio ist durch das Fachismus-Melodram «Vincere» (2009) noch einmal erneuert worden und hat schließlich dazu geführt, dass wir Anfang Mai in der Via Nomentana in Rom ein langes Gespräch mit dem bald 71-jährigen Regisseur führen konnten.

    Von Bert Rebhandl , Simon Rothöhler   10. Juni 2010
  • Brillante Mendoza     Nur in Heft 05  

    In nur fünf Jahren ist Brillante Mendoza, der 2005 im Alter von 45 Jahren seinen ersten Film machte, zu einem der wichtigsten Regisseure des Weltkinos geworden. Er nimmt für sich in Anspruch, die sozialen Realitäten der Philippinen in Geschichten zu verwandeln und bedient sich dabei einer involvierenden Dramaturgie und einer Ästhetik der Unmittelbarkeit. Bert Rebhandl und Lukas Foerster haben sich mit Mendoza im Februar 2010 unterhalten.

    Von Lukas Foerster , Bert Rebhandl   25. März 2010
  • Mircea Cartarescu     Nur in Heft 04  

    Nicht nur der Fall der Berliner Mauer jährt sich heuer zum zwanzigsten Mal, auch die Revolution in Rumänien rückt zum Jubiläum wieder ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Der Schriftsteller Mircea Cartarescu (53) war Zeit- und Augenzeuge der dramatischen Ereignisse, die mit Flucht und Hinrichtung des Ehepaars Ceausescu am 22. Dezember 1989 einen Höhepunkt erreichte. Mit seiner Romantrilogie «Orbitor» (deutscher Titel: «Die Wissenden») strebt er nicht weniger als eine Totalgeschichte dieser Epoche an. Im Gespräch mit Bert Rebhandl gibt er Auskunft über seine Poetik, seine Erfahrungen mit der Diktatur und der Freiheit, und das Nachleben des Geheimdienstes Securitate.

    Von Bert Rebhandl   10. Dezember 2009
  • David Gordon Green     Nur in Heft 03  

    «Ich möchte, dass ein Indie-Regisseur, der auf Dramen spezialisiert war, eine verrückte Komödie mit starkem Marihuana-Einfluß dreht.» Dieser Satz des einflussreichenreichen Regisseurs und Produzenten Judd Apatow bedeutete eine Wende in der Karriere von David Gordon Green («George Washington», «All the Real Girls», «Undertow», «Snow Angels» und eben: «Pineapple Express»). Wir unterhielten uns mit dem Regisseur über seine originäre Bewegung durch das amerikanische Kino, über die HBO-Serie «Eastbound & Down» und Freunde wie Danny McBride, Jody Hill und Wayne Kramer.

    Von Bert Rebhandl , Simon Rothöhler   3. September 2009
  • «Wie kann man das Individuum schützen?»     Nur in Heft 03  

    Jia Zhang-ke im Gespräch über seine Erfahrungen mit der chinesischen Zensur, über die zentralistische Modernisierung und seine Einschätzung der Demokratiebewegung

    Von Bert Rebhandl , Simon Rothöhler   3. September 2009
  • Olivier Assayas     Nur in Heft 02  

    Olivier Assayas, geboren 1955 in Paris, ist der zentrale Regisseur einer Generation französischer Filmemacher, die vor der Aufgabe standen, das Erbe der Nouvelle Vague antreten zu müssen. Derzeit dreht er u.a. in Paris, Berlin, Budapest und Beirut eine weit ausholende Trilogie über den Terroristen Carlos. Wir trafen Assayas zu einem ausführlichen Gespräch über dieses Projekt und seine politische Biographie, darüber, wie er arbeitet und was es heißt, in einer Tradition zu stehen.

    Von Ekkehard Knörer , Simon Rothöhler   4. Juni 2009
  • Thomas Harlan     Nur in Heft 01  

    Thomas Harlan, geboren 1929 in Berlin, ist einer der großen Außenseiter der deutschen Nachkriegsgeschichte: Der Sohn des Filmemachers Veit Harlan («Jud Süss», «Immensee») wuchs in einem Haushalt auf, in dem Goebbels verkehrte. In den frühen 60er-Jahren ging er nach Polen, um persönlich aus den Akten die ungesühnt gebliebenen Verbrechen zahlreicher deutscher Täter nachzuweisen. In den 70er-Jahren war er Zeuge der portugiesischen Nelkenrevolution, das Umbruchjahr 1989 erlebte er auf Haiti. Aus seinem Engagement, seinen Reisen, seinen Leidenschaften erwuchs ein komplexes filmisches («Torre Bella», «Wundkanal» und «Souvenance») und literarisches («Rosa», «Heldenfriedhof») Werk. Wir besuchten Thomas Harlan vergangenen November in der Nähe von Berchtesgaden.

    Von Bert Rebhandl , Simon Rothöhler   5. Februar 2009