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  •   18. Dezember 2018  





Neue Print-Ausgabe:
CARGO Film/Medien/Kultur 40
vom 14. Dezember 2018

CARGO 40 Cover, CARGO 39 Cover,

Ritual Singing - Miguel Gomes im Gespräch

Miguel Gomes, 1972 in Lissabon geboren, hat erst zwei Langfilme gedreht und bekommt trotzdem schon Gesamtwerk-Retrospektiven: in Wien, in Buenos Aires, jetzt in Berlin. CARGO sprach mit ihm über seinen Werdegang, «corny songs», Rossellini und sein neues Projekt «Tabu».


Miguel Gomes on

Being a Filmcritic and Attending Film School


Miguel Gomes on: His Short Films and Roberto Rossellini

Miguel Gomes on

His Short Films and Roberto Rossellini
Miguel Gomes on: Childhood, Musical Comedies and «Rio Bravo» («The Face You Deserve», 2004)

Miguel Gomes on

Childhood, Musical Comedies and «Rio Bravo» («The Face You Deserve», 2004)
Miguel Gomes on: Corny Songs, Melodrama and Money («Our Beloved Month of August», 2008)

Miguel Gomes on

Corny Songs, Melodrama and Money («Our Beloved Month of August», 2008)
Miguel Gomes on: His Next Project «Tabu»

Miguel Gomes on

His Next Project «Tabu»

Wie uns Miguel Gomes erzählt, fand sein Erstling, The Face You Deserve, als er 2004 herauskam, nirgends Beachtung. Weder daheim in Portugal noch bei den obligatorischen Passagepunkten der Weltkino-Aufmerksamkeit, zu denen sich die internationalen Festivals längst entwickelt haben. Allzu abrupt vielleicht der Wechsel zwischen dem Vincente-Minelli-Musical-haften ersten und dem bizarr-regressiven zweiten Teil, in dem nicht nur der Protagonist von Teil eins nicht mehr auftaucht, sondern überdies eine Horde wenig sympathischer Zwerge in seltsamen Ritualspielen ein Haus und den Wald drum herum unsicher machen. Strukturell ist das schon hoch spannend - wo aber der Spielfilm-Erstling (und es gibt eine Reihe teils hinreißender Kurzfilme davor und danach) im Verlauf sich ganz in sich zu kehren schien, da bleibt in Our Beloved Month of August vieles auf faszinierende Weise offen. Die Frage etwa, wo genau die Grenze zwischen Dokumentation und Spielfilm eigentlich verläuft. Nicht nur sieht man hier dokumentarisch eingefangene Szenen aus der portugiesischen Provinz; nicht nur erlebt man Konzerte mit Schlagermusik. Das ganze verwandelt sich nach und nach in eine sichtlich fiktive Geschichte, in der die eben zuvor dokumentarisch gezeigten Personen nun Rollen übernehmen. Der Regisseur (Miguel Gomes selbst) und sein Produzent (gespielt allerdings vom Produzenten von Pedro Costa) treten, um das Maß der Selbstreflexion voll zu machen, zwischendurch auch immer mal wieder auf und diskutieren über die Produktionsprobleme des Films. Das eigentliche Wunder ist, wie unangestrengt und spielerisch Gomes dieses Shapeshifting hinbekommt und der Film von Anfang bis Ende bei allen Verschiebungen in der Balance bleibt. Fast alle Filme von Miguel Gomes kann man in der Online-Videothek Mubi (ehemals: The Auteurs) für wirklich sehr wenig Geld im Stream sehen. Tip zum Einstieg vielleicht: der 23minütige Kurzfilm Christmas Inventory von 2000 (Mubi). ek