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Neue Print-Ausgabe:
CARGO Film/Medien/Kultur 40
vom 14. Dezember 2018

CARGO 40 Cover, CARGO 39 Cover,

Olivier Assayas

Olivier Assayas, geboren 1955 in Paris, ist der zentrale Regisseur einer Generation französischer Filmemacher, die vor der Aufgabe standen, das Erbe der Nouvelle Vague antreten zu müssen. Nach einem abgebrochenen Studium an der Ecole des Beaux Arts und einigen Kurzfilmen holte ihn Serge Daney zu den Cahiers du ­Cinéma, für die er von 1979 bis 1985 als Redakteur arbeitete. 1986 debütiert er mit dem Jugenddrama Desordre, einer «überzeugenden Mischung aus Pop und gelebtem Poststrukturalismus» (Alexander Horwath). 1996 machte ihn Irma Vep, ein Film, in dem Maggie Cheung und Jean-Pierre Léaud filmkulturelle und -geschichtliche Kontinente aufeinander zu bewegen, zu einem Star des europäischen Autorenkinos.
In den letzten Jahren entstanden zwei elegante Verschwörungsthriller – Demonlover (2004) und Boarding Gate (2007) – die der globalen Zirkulation von Finanzströmen und Bildern nachspüren. Dazwischen drehte Assayas Clean (2004), wieder mit Maggie Cheung, mit der er auch einige Jahre verheiratet war, und Nick Nolte. Ein sehr schöner Film über Drogenentzug und das gelassene Mutterwerden einer Avantgarde-Rock-Heroine. Die Bedeutung, die Musik, Post-Punk-Rock vor allem, für ihn hat, ist nicht zuletzt seinem Konzertfilm Noise – mit Auftritten von Metric, Kim Gordon und Thurston Moore von Sonic Youth u. a. – abzulesen, für den ihm das Festival Art Rock de Saint-Brieuc im Jahr 2005 Carte Blanche bei der Künsterauswahl gab . L’heure d’été (2008), ­Assayas’ aktuelle Arbeit schließt wiederum an die Globalfilme an – es geht um eine großbürgerliche Familie, die mit sich auszuhandeln hat, wie man in Zeiten post-nationaler Lebensstile Kultur und Besitz tradiert.
Derzeit dreht Olivier Assayas u. a. in Paris, Berlin, Budapest und Beirut eine weit ausholende Trilogie über Carlos – der internationale Terrorismus der 70er und 80er Jahre als Epos in Cinemascope. Wir trafen ihn in Halle zu einem ausführlichen Gespräch über dieses Projekt und seine politische Biografie, darüber, wie er arbeitet und was es heißt, in einer Tradition zu stehen.

Von Ekkehard Knörer , Simon Rothöhler  

CARGO 02 Cover, Hollywood 2009, Olivier Assayas Diesen Artikel finden Sie auf Seite 26 in Ausgabe 02 von CARGO.

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