CARGO Container Werbung
-
Die Kritiker der Elche
FAZ im Spiegel.

Das mit dem besten fremdsprachigen Film hat sich die FAZ sicher auch anders vorgestellt, als sie eine Doppelseite im aktuellen SPIEGEL gekauft hat, auf der Haneke nicht nur seinen klugen Kopf für eine nun peinlich ins Leere laufende Event-Anzeige hergibt, sondern, paratextuell gedacht, auch den Burkhard Klaußner mimt. Wie sollen wir das eigentlich deuten? Abgesehen davon, dass die selbstgratulatorische Kampagne auch nicht mehr ganz taufrisch ist, hat sie doch den Vorteil, dass nun immerhin dokumentiert ist, wie ernst Haneke die «historische These» von Das weisse Band selbst nimmt.
-
Absolut Jonze
Schnapsidee
Spike Jonze hat einen Film gedreht. Er ist dreißig Minuten lang. Bezahlt hat ihn Absolut Vodka - es ist ein Werbefilm. Dieser Artikel sagt, der Film laufe nicht nur beim Sundance Festival, sondern auch bei der Berlinale. Die Vorgabe - "In making the film, Figliulio and Bijarchi gave Jonze a brief to write and direct a film depicting creativity conquering conformity" - klingt doch eher paradox: Sei konform (weil Werbung nun einmal der Inbegriff von Konformität ist), aber kreativ dabei! Wie und wo das Werbe-Werklein bei der Berlinale läuft, weiß ich noch nicht. Vielleicht in Dieter Kosslicks Kulinarisches-Kino-Reihe, die in diesem Jahr den unfreiwillig komischen Titel "In the Food For Love" trägt. Hier nun - einem Hinweis von Sebastian Selig verdankt - der Trailer zum Film und der sieht ... naja, urteilen Sie selbst. (Vielleicht droht ja doch die Gondryfizierung nun auch von Jonze.)
Update: Der Film läuft im Generation-14plus-Kurzfilm-Programm. (Dank an Lukas Foerster.)
Nachdenk-Update: Und wenn Sie mich fragen, wie es sein kann, dass ein Wodka-Werbefilm (was das Werk, egal welchen Inhalts, nun einmal ist) im Berlinale-Jugendprogramm läuft: ich weiß es nicht. (Die Website des Films darf man erst nach Alterseingabe betreten, falls man über 21 zu sein behauptet.)
-
Der Osten trägt Prada
Im Kunst-Western.
Der chinesische Künstler Yang Fudong war auf der vorletzten Kunst-Biennale von Venedig mit einem mehrteiligen Film vertreten, der in hintereinandergestaffelten Kuben Teil für Teil zu verfolgen war. Ich bin jedes Mal wieder rein gegangen, in den Kubus, und mal für mal kürzer dringeblieben. Seven Intellectuals in a Bamboo Forest hieß das, und was man auf dieser Website dazu lesen kann, erklärt mein wachsendes Desinteresse ganz gut: "The film poses questions about the dissonance between men and women, individuals and society, the past and present, and reality and an ideal world." Etwa so präzise wie hier beschrieben, nahm sich das in der Tat aus. Ich lasse mich da aber gern eines Besseren belehren. Yang Fudong, deshalb erwähne ich das, hat nun für die Frühjahrskollektion von Prada einen gut neunminütigen Werbefilm gedreht, in dem manche Western- und Eastern-Motive unvertäut durch den Raum rumpeln. Eine Western-Chinoiserie. Stylish ja, ziemlich sinnentleert auch. Es macht sehr den Eindruck, als habe die Modefirma sich da ganz den Richtigen ausgesucht. So sieht das aus:
-
Radio Sehen
Biegsames Holz.
George Pal, nachmals ein großer Name in der Hollywood-Science-Fiction (Krieg der Welten), war in erster Linie ein Mann der Fantastik. Zuerst einmal allerdings als begnadeter Animationsfilmer, wie am folgenden fünfminütigen Werbefilm zu sehen, den er 1938 für Philips-Radio produziert hat. Man glaubt es nicht, wenn man es sieht - aber die animierten Figuren sind aus Holz geschnitzt.
-
-
Frnsssshhekxlnnns
Outtake.
In einem New-York-Times-Text von Dennis Lim zu Richard Linklaters neustem, wenngleich nicht mehr sehr neuem Film Me and Orson Welles ist davon die Rede, dass Welles' Ruf in den USA unter der Weinwerbung für Paul Masson gelitten habe. Das sagte mir nichts, also habe ich es gegoogelt, bzw. geyoutubet. Was ich gelernt habe, ist, dass weniger die Werbung selbst, als die folgenden Outtakes - kein Fake! - von den Dreharbeiten zum Werbespot ein klein wenig rufschädigend waren. Kannte ich jedenfalls noch nicht:
-
Und Action
Abenteuerfilm.
Der ultimative Actionfilm als Antwort auf die Frage: Wie [xxx] [xxx] [xxx] Schrank? Ein Werbeclip für den französischen Bezahlsender Canal +. (via rogereberttwitter)
-
Reklame
In eigener Sache: Seit ein paar Tagen besteht das Angebot, auf www.cargo-film.de Anzeigen zu schalten. Nähere Informationen und Kontaktdaten finden Sie hier. Weitersagen!
-
-
Politischer Fußball
Mit Handy.
Ein Werbespot der israelischen Handy-Firma Cellcom sorgt gerade mächtig für Ärger. Man sieht darin israelische Soldaten, denen von jenseits der Mauer, hinter der die West Bank liegt, ein Fußball aufs Auto fliegt. Sie beginnen, damit zu spielen und rufen per Telefon Freunde. Man kommuniziert von hier, Israel, nach da, Palästina, aber nur per Ball. Empört sind darüber Palästinenser-Vertreter, die das für eine Verharmlosung der israelischen West-Bank-Politik und des Mauerbaus halten. [via SZ]
-
Morgenkaffee
Killer Dolls.
Muppet-Erfinder Jim Henson hat auch mal Werbung gemacht, für Wilkins Coffee. Nichts für empfindliche Mägen [via ifc daily]:
-
Tetro
Wein, Schläuche.
Werbung für Coppolas neuen Film Tetro. Mit im Bild: Der Finanzier.[via ryland walker knight]

-
Vuitton Anime
Murakami.
Der japanische Künstler Takashi Murakami ist am berühmtesten dafür, Luis-Vuitton-Shops in seinen Ausstellungen als Kunst zu verkaufen. Sehr erfolgreich übrigens. Ich zitiere für die nötige kritische Perspektive kurz Brigitte Werneburg in der taz:
Denn Murakami, das künstlerische Allroundtalent, das unter anderem als Kurator, Herausgeber, Event-Manager, Moderator einer Radioshow und Kolumnist einer Tageszeitung tätig ist, erachtet die Annahme eines substanziellen Unterschieds zwischen Kunst und anderen Luxusgütern für absurd. Unter dieser Prämisse versüßte er denn auch im Jahr 2003 den Vuitton-Kunden die obligatorische hässlich-braunbeige Monogramm-Bag höchst erfolgreich mit einer bonbonfarbenen "Cherry Blossom Line".
Nun gibt es von Murakami auch noch ein Vuitton-Anime, über das man jedenfalls das eine nicht sagen kann, dass es nicht niedlich wäre. Ob es Kunst ist oder Werbung, Werbung für Kunst, Kunst, die sich an Werbung verkauft, Werbung, die den Gegensatz von Werbung und Kunst sprengt oder Kunst, die das tut - weiß ich nicht. Technischer Hinweis: Es dauert eine ganze Weile, bis das startet - bei mir zumindest. Also Geduld.
-
OneDreamRush
Wodka.
OneDreamRush ist bzw. wird ein Werbefilm, für eine neuseeländische Wodka-Marke mit dem Namen 42 Below. Ein Werbefilm als Omnibusfilm aus 42 Filmen in je 42 Sekunden Länge von 42 RegisseurInnen. Vorgabe: Bilder eines Traums. Offenbar gab es einen Wettbewerb dafür und eine Jury - darin: Werner Herzog, Mu Deyuan, Cary Woods, Xia Gang, Ge You - und ein Festival in Peking, bei dem die 42 Filme vorgestellt wurden. Auch in Cannes waren die Filme offenbar zu sehen. Info von hier, die offizielle Website ist hier und weitere Informationen gibt es da. Dort auch eine Liste der ausgewählten RegisseurInnen. Sie ist nicht nur kurios, sondern wird, wie Alice sagen würde, curiouser and curiouser. Film, Kunst, Comic, Musik. Hipster, Experimentalfilmer, Sympathen und Unsympathen wild durcheinander:
Kenneth Anger (Youtube), Grant Morrison: The 42nd Minute (Youtube), Matt Pyke, UK, Chris Milk, USA, “Last Day Dream” (Youtube), Dee Poon, China, “An Exercise in Futility” (feat. Chun Xiao), Arden Wohl, USA, “Jacobian”, Asia Argento, Italy, “S/He”, Zhang Yuan, China, Michele Civetta, Italy, “Astarte”, Florian Habicht, New Zealand, Liebestraume, Taika Waititi, New Zealand, “Last Night”, Yung Chang, China/Canada, “Alishan”, Abel Ferrara, USA, Sergei Bodrov, Russia/USA, David Lynch, USA, Larry Clark, USA, Chan Marshall, Charles Burnett, USA, Joe Coleman, USA, Terence Koh, China/Canada, Carlos Reygadas, Mexico, Zachary Croitoroo, USA, Rinko Kikuchi, Japan, Mike Figgis, UK, Tadanobu Asano, Japan, Griffin Marcus, USA, Brian Butler, USA, Rajan Mehta, Floria Sigismondi, Italy/USA, Sean Lennon, USA, Leos Carax, France, James Franco, USA, Niki Caro, New Zealand, Lou Ye, China, Harmony Korine, USA, Lola Schnabel, USA, Mote Sinabel, Japan, Chris Graham, New Zealand, Jonathan Caouette, USA, Gaspar Noe, Argentina/France, Jonas Mekas, Lithuania/USA
Es gibt einen Trailer und Kenneth Angers Segment, Titel Death, ist auch online. Beides folgt.
-
Umgenutzt
YouTube-Aneignung.
Die Marketing-Agentur Boone Oakley hat ihren Website-Auftritt komplett als YouTube-Kanal gestaltet. Brillante Umnutzung medialer Plattformen für eigene Zwecke. So sieht das aus [via turi2]:
-
Meet the Spy
Rote Gefahr.
Meine Tasse Blut und meine Sorte Witz ist das nicht - aber ein Riesenerfolg. Die Produzenten des innovativen Ego-Shooter-Spiels "Team Fortress 2" setzen narrative Machinima zu Werbezwecken ein. Für viel Aufsehen sorgt dabei insbesondere das folgende, Meet the Spy, das laut Wagner James Au von NewTeeVee für massiv ansteigende Verkäufe mindestens mitverantwortlich ist:
Like the game itself, Valve’s video series is a clever reworking of traditional first-person shooter conventions, eschewing realistic violence and macho fantasy for cartoonish graphics and ironic wit. (In Meet the Sniper, TF2’s ruthless Aussie marksman gets flustered by his disapproving parents.) Meet the Spy is by far the most ambitious installment, depicting a trio of befuddled squaddies who try to locate an enemy agent in their midst, only to be undone by comic mishap and a surprisingly romantic plot twist.
-
Museum und Film
Jacobs fürs MoMa.
Das scheint ein richtiger Trend zu sein: Museen, die Filmemachern Aufträge gegeben. Gescheitert ist das vor kurzem noch, als das Musée d'Orsay erst Projekte von Olivier Assayas (wurde dann Heure d'été daraus), Hou Hsiao-hsien (wurde Le voyage du ballon rouge, siehe Lukas Foersters Text in Cargo #1) und Hong Sang-soo (Night and Day) fördern wollte, dann aber nicht durfte. Tsai Ming-Liang schickt in seinem Cannes-Wettbewerbsfilm Face sein Alter Ege Lee Kang-sheng als Regisseur in den Louvre (der hat auch mitproduziert) - dort dreht er dann mit Nathalie Baye, Fanny Ardant, Mathieu Amalric, Laetitia Caste und last not least Jeanne Moreau einen Film über den Salome-Mythos. (Oder so.) Langer Vorrede kurzer Film: Azazel Jacobs (Sohn von Ken) - dessen Mommas Man (Trailer) aus dem vorletzten Jahr viele mochten - eröffnet eine Reihe von Werbevignetten für das New Yorker MoMa:
-
Treppaufab
Apropos Treppen. Hier ist Onwards, für Nike, von James Jarvis und Richard Kenworthy, via Ephemerist.
-
You Should Become a Fan, Too
Die neunzig Minuten meines Lebens bekomme ich auch nicht wieder. Xtranormal ist schuld. Mit diesem süchtig machenden flash-basierten Spielzeug kann man selbst Animationsfilme erstellen, in der Basisversion sogar kostenlos. Werbespruch: If you can type, you can make movies. Ist was dran. Sort of. Ich habe mal ein bisschen rumprobiert. Das macht schon Spaß. Hier das leicht dilettantische Ergebnis meiner ersten Versuche:
Update: Man kann ganz schnell alle möglichen Parameter ändern. Das sieht dann zum Beispiel so aus.
-
Bullet Time Redux
Special Effect Standstill.
Bin beeindruckt. Ein Werbefilm von Adam Berg: Philips Carousel. Bullet Time Redux. [via videos.antville.org]
-
Cunningham Flora
Schon schön, leider viel zu kurz: der Werbefilm des legendären Chris Cunningham für Guccis Flora - in besserer Bildqualität auf der Gucci-Seite [via ifc daily].
-
HBO Voyeur
Apartment.
Im Jahr 2007 hat HBO eine "HBO Voyeur" genannte Werbekampagne entwickelt, in deren Zentrum ein Multi-Film-Film steht. Der stammt von Jake Scott und ist bei Vimeo in den Blick zu nehmen. Mehr in einem Artikel aus dem Wall Street Journal. [via Feingut]
HBO/Movie from Kenky on Vimeo.
-
Nouvellevagueisé
Stella Artois viral.
Die belgischen Bierbrauer Stella Artois haben in einer neuen Kampagne Nouvelle-Vague-Remakes - bzw. Pseudo-Originale - von so unwahrscheinlichen Kandidaten wie 24, Die Hard und 8 Miles drehen lassen. Hinter der Kamera: Der argentinische Werbefilmregisseur Agustín Alberdi. Interessanterweise ist das nicht einfach nur blöd. Hier der 24-Spot, mit Jaques "Belmondo" Bauer:
-
Nicolas Cage als Sankyo-Star
Bevor er ab nächste Woche dann im wirklich schwer erträglichen SciFi-Schmarrn Knowing deutsche KinobesucherInnen belästigt - Nicolas Cage als Werbeträger in teils sehr schön durchgeknallten japanischen Spots für den Pachinko-Hersteller Sankyo:
-
Buch-Trailer: Vargas/Baudoin
Ein sehr neues, reichlich seltsames "Film"genre, das in den USA schon recht weit verbreitet, in Deutschland dagegen noch weitgehend unbekannt ist, ist der Internet-Werbe-Trailer fürs Buch. Wirklich interessante Formen hat das meines Wissens noch nicht ausgebildet, darum hier erst mal nur der etwas unbeholfene Versuch, den Bildern von Fred Vargas'/Edmond Baudoins übrigens exzellentem Krimi-Comic "Das Zeichen des Widders" das Laufen beizubringen.
-
stupid misfortunate placenta
Gary Busey hat super Tipps - and scares me shitless.
Mal bei der Werbeabteilung nachfragen, ob wir den großen Charakterdarsteller und Philosophen Gary Busey ("Tal der Wölfe") für "Cargo" haben können.
Fantastic Adventures In Trusting Him (und "Pesky, the Excitable Boy", shudder):
-
Wes Anderson Werbespot
Mit Brad Pitt. Musik: France Gall mit "Poupée de cire poupée de son" (von Serge Gainsbourg). Für: Japanische Handyfirma Softbank.
-
Hommage ans Buch
Apropos of nothing: Kleine Doppel-Hommage an ein älteres Medium mit Zukunft.

This Is Where We Live from 4th Estate on Vimeo.via BibliOdyssey, coudal




1 Kommentar (ansehen). Kommentar hinzufügen