CARGO Container Serien
-
Treme
It’s pronounced «Trem-ay»
-
HBO Gold Box
Gelegenheit.
Mal wieder ein kurzer Kauf-Tipp: Amazon.com veranstaltet derzeit jeweils einen Tag lang gültige Discount-Aktionen für HBO-Serien. Heute gibt es zum Beispiel die kompletten drei Staffeln von Deadwood für 60 Euro (Versand inklusive). Das ist ein sehr erfreuliches Preis-Leistungs-Verhältnis.
-
Where is Ray Luca?
Manns Ferrara.
Bis gerade eben, als der Zufall mir zu Hilfe eilte, hatte ich keine Ahnung, dass Michael Mann in den Achtzigern nicht nur Miami Vice produziert hat, sondern zwei Staffeln lang auch noch eine Serie namens Crime Story. Und wenn dieser Ausschnitt aus der Pilotfolge - bei der dann zu allem Überfluss noch Abel Ferrara Regie geführt hat - auch nur irgendwie einen Hinweis auf die Qualität der Serie gibt, dann muss ich sie unbedingt und sofort haben:
Die Serie ist eine historische Cop-Show - angesiedelt in den 60er-Jahren, in Chicago. Mad Men-Vergleiche ergeben vermutlich interessante Kontraste. Hier der Vorspann noch:
-
Vorblende
Hybrid-Reißer: FlashForward.
Der Trick bei High-Concept-Projekten: Etwas ganz Unwahrscheinliches in zwei Sätzen vollständig begreifbar zu machen. Die im vergangenen Herbst bei ABC gestartete SciFi-Serie FlashForward stellt dies ihr Können, nicht nur darin an 24 geschult, mit den ersten Worten jeder einzelnen Folge nachdrücklich aus: "Am 6. Oktober verlor der Planet für zwei Minuten und 17 Sekunden das Bewusstsein. Die ganze Welt sah die Zukunft." Das ist in der Tat die ganze Prämisse. Alle (fast alle) werden für 137 Sekunden ohnmächtig, fallen um, sacken weg - und sehen in der Vision, die sie in dieser Zeit haben, die Zukunft. Sie ist genau datiert: es handelt sich um den 29. April 2010. Futurische Rückblende, ein kleiner Zeitschluckauf sozusagen.
Jedes gelungene High-Concept-Projekt muss in seiner minimalen Prämisse Erzählpotenziale ballen. In der Dichte dieser Prämisse liegt mithin ihre Qualität. Die Ausgangsidee von FlashForward erweist sich schnell als in dieser Hinsicht genial. Sie ist sozusagen die Potenzialität selbst, weil sie kurzerhand den Zeitpfeil - und damit das Fundament überhaupt des Erzählens - vielversprechend manipuliert. Es liegen die unterschiedlichsten Genre-Potenziale darin, die High-Concept-Prämisse als kleiner Atomreaktor, der - in den Händen hinreichend exploitativ gesinnter Macher - immerzu Energien unterschiedlicher Art entbindet. Zentral ist das Thriller-Moment. Die Mehrzahl der ProtagonistInnen: ein kleiner FBI-Trupp. Joseph Fiennes in ihrer Mitte, er hat in seiner Vision den Stand der Ermittlungen zur Frage nach den Ursachen des FlashForward-Zeit-Schluckaufs in Bruchstücken gesehen. Wie es in einer späteren Folge einmal heißt: "Sie orientieren Ihre Ermittlungen an dem, was Sie in der Zukunftsvision sahen?" Ja, genau, das ist es. Das Futur regiert immerzu in die Erzählgegenwart hinein. Und setzt nebenbei das Erzählen selbst unter Druck: Wie geht die von David S. Goyer und Brannon Braga entwickelte Serie mit dem Zulaufen aufs determinierte Ende ihrer Geschichte um?
Viele sterben im FlashForward-Moment. Die anderen setzt die Prämisse so oder so existenziell unter Druck. All jene etwa, die gar nichts sahen: Sie sind am 29. April mutmaßlich tot. Die Frau des zentralen Protagonisten sah sich in ihrer Vision in einer eheähnlichen Beziehung mit einem ihr zum FlashForward-Zeitpunkt komplett fremden Mann. Sie erzählt es dem Gatten - Zukunft macht hier möglicherweise Ehe kaputt. Sie übrigens arbeitet als Ärztin im Krankenhaus. Die Macher von FlashForward kennen da nichts: Die Serie ist 24, House, Lost, Heroes und was weiß ich noch in einem. Soap, Thriller, Krankenhaus, Science Fiction. Sie feuert aus allen Rohren: es wird geschossen, geheult, gerätselt, gerannt. Gedacht und gelacht. Nichts ist komplett neu, die Mischung ist's, die es macht. Und manchmal eine hinreißende Inszenierungs-Idee: Zu Björks "It's, oh, so quiet" kippt die Menschheit zur Seite und fährt ein Bus in den See.
ABC bietet einen recht happigen Teaser - die ersten achtzehn Minuten der Pilotfolge, hier:
-
Resnais - Marker - David
Einflüsse.
Aus einem tollen Gespräch, das Christoph Huber für Die Presse mit Alain Resnais führte:
Chris Marker ist das Ass, der König der Regisseure! Der wichtigste in Frankreich. Wir sind noch immer gute Freunde, obwohl wir uns nur noch selten sehen. Ich bin kein Fanatiker, was TV-Serien angeht: Ich verfolge ungefähr ein halbes Dutzend treu. Übrigens sollte man diese Serien nicht episodenweise ansehen. Ich schaue sie immer am Stück, und wenn es 80, 100Stunden dauert. Sie sind als kontinuierliche Werke konzipiert, nicht damit man eine Folge hier oder da sieht. Bei „Alias“ oder den „Sopranos“ stelle ich mir vor, dass Filmpioniere wie Erich von Stroheim oder Abel Gance ähnlich ausufernde Visionen hatten: Ein Film wie ein großer Roman. Larry David könnte Les herbes folles beeinflusst haben: Ich bin ein großer Fan seiner Show „Curb Your Enthusiasm“.
-
HBO 2010
Treme, Boardwalk Empire, Luck
Auf mindestens drei grüngelichtete HBO-Projekte darf man 2010 gespannt sein: David Simons New Orleans-Serie Treme, Boardwalk Empire (u.a. mit Steve Buscemi, Michael Shannon und Michael Pitt; Pilot: Martin Scorsese) und Luck, ein Rivalen der Rennbahn-Projekt ohne Manfred Zapatka von David Milch (Pilot: nicht zu glauben, aber wahr: Michael Mann, via). Hier ein Auszug aus einem Vice-Interview mit David Simon und ein Zeitraffer-Video des Setaufbaus zu Boardwalk Empire, einer Gangster-Serie, die im Atlantic City der 1920er Jahre angesiedelt ist:
Vice: I know that I’m not supposed to ask much about your new series, Tremé, here. But can I just ask if the framework in terms of institutions versus individuals is informing that series also?
Simon: Well, there’s obviously a lot of that because New Orleans has been grossly affected by the aftermath of the storm and the behavior or misbehavior of institutions, but also in some ways this series is a little bit different in that it’s a celebration of what we’re capable of as Americans. The Wire tried to imply—and I felt it being from Baltimore, and I think Baltimoreans felt it, but I’m not sure how well it conveyed for the rest of the country—the value of the city as the essential American experience. We’re an urban people. Eighty percent of us live in metro areas. I don’t buy the whole Republican convention with its small-town values and “We represent the real Americans.” I live in Baltimore. I’m concerned with big-city values and I live among real Americans. I could give a fuck about the other 20 percent of the country. I care about how we live together in cities. I think there were some people who watched The Wire and said to themselves, “You know, why don’t they just all move away? That city’s unredeemable.” We never felt that. I’m vested in Baltimore and I love it, just as I now spend part of my year in New Orleans and I’ve always loved New Orleans.
Vice: And what’s different in New Orleans?Simon: Because New Orleans has created such unique cultural art in terms of music and dance, and it’s a very idiosyncratic culture, it shows the value of what the American melting pot is capable of. It does it in a way that is visual and musical and demonstrable, and it does it in the fucking street every day. Somehow this city is trying to find a way to endure while the political essence of the country doesn’t give a fuck. That, to me, is a fascinating dynamic.
-
The Wire as Video Game
Irreführende Überschrift.
Interessanter Vorschlag - in Aufsatzform - von Jason Mittell: The Wire einmal nicht als Fernseh-Roman, sondern als Fernsehversion eines Videospiels zu betrachten. Hier als pdf. (via) Kurzer Auszug:
One of the central elements of games, especially those centered on simulations, is replayability—for a game to be embraced by its players, it typically must allow enough experiential variation to invite multiple passes through its ludic journey. Instead of viewing each of The Wire’s seasons as a singular book within an epic novel, we could view them as one play-through its simulation game. In the first season, we walkthrough the police’s attempt to take-down Barksdale’s drug operation, concluding seemingly in a “checkmate” scene where Barksdale and Bell yield to the police’s final moves (1.12). But rather than game over, the move results in a stalemate that no players deem victorious—a few criminals get sentenced, but the Barksdale machine remains intact. Season three offers a replay with some changed variables and strategies for all sides—what if drugs are decriminalized? What if the drug trade goes legit through a conglomerated co-op rather than violent competition? What if a former soldier repents and tries to give back to his community? ... Yet the ludic joy of the third season is the ability to replay the first season’s narrative through the imagination of new rules and ways to play the game, a mode of engagement offered with less imaginative vision and more amoral brutality in season four’s replay of the drug game under the leadership of Marlo Stanfield.
-
Wire Quotes
100.
Die 100 besten Zitate aus The Wire? Dürfen hier natürlich nicht uneingebettet bleiben. Untertitel wären gut, andererseits sind Wire-Dialoge auch einfach Sprachmusik.
-
-
Ein anderes Deutschland
Georg Diez über Mad Men.


Es ist vermutlich völlig normal, dass einem die Zeitung, die man im Abonnement bezieht, zuweilen auf den Keks geht wie keine zweite. Die peinliche Zeitdiagnostik, die Georg Diez gestern unter dem Titel «Die Jamaika-Fraktion» in der Wochenendbeilage der SZ auf der US-Serie Mad Men geparkt hat, ist dann aber doch ein besonders schlagendes Beispiel für einen Text, der Ideen für 1000 Zeichen hat, in der Zeitung aber eine ganze Seite füllen muss und unter den großgeschriebenen Lettern ESSAY eine äußerst unglückliche Figur macht. Diez versucht in verzweifelten Bewegungen, die jedenfalls keine des Denkens sind, irgendwie herauszufinden, was Mad Men mit der deutschen Gegenwart zu tun hat. Da hilft, wie so oft in der SZ, ein Blick in die eigenen Nymphenburger Verhältnisse: «Junge, urbane Singles, Paare in kreativen Berufen, Eltern mit kleinen Kindern, die sich dem Treck in die Vororte verweigern» werden als bundesdeutsches Kernpublikum der Serie bestimmt, um messerscharf zu schließen: «Mad Men ist fürs Fernsehen, was Jamaika für die Politik ist. GEZ und ZDF und SPD: das klingt schon wie BRD. Schwarz-Gelb-Grün ist ein anderes Deutschland, postideologisch, pragmatisch, diffus progressiv, so wie sich ja eben auch die Menschen beschreiben würden, die Mad Men anschauen, die sich zwischen Karriere und Kuscheln bewegen...». Am Ende dieser so zwanghaften wie argumentfreien Eindeutschung im total anheimelnden NEON-Jargon landet Diez denn auch folgerichtig bei der Frage, die für neoliberale Zeitdiagnostiker mit kulturellem Distinktionswillen wirklich derzeit die zentrale ist: «Don Draper ist nicht Guido Westerwelle. Aber wieviel Draper steckt in Karl Theodor zu Guttenberg?» Die Antwort darauf ist in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift 11 FREUNDE nachzulesen, die in ihrer SPIEGEL-Ulk-Rubrik «Welcher Trainer soll auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen?« Lothar Matthäus souverän auf die Pole Position setzt - in Verbindung mit einem Bild des adeligen Bald-Kanzlers und dem Hinweis: «Repräsentative Umfrage im CSU-Kreisverband Oberammergau». Provinzfürsten unter sich.
-
Bored to Death
Jason Schwartzman meets Jim Jarmusch.

Bored to death ist Jason Schwartzman zwar schon in Rushmore gewesen - in der neuen HBO-Serie gibt es aber keine extracurriricular activities, die die Misere wegsublimieren könnten. Andererseits: Eine Anzeige bei Craigslist genügt und schon wird aus einem an seinem zweiten Roman verzweifelnden Autor ein private eye (mit überschaubaren Ambitionen). Die ersten beiden Folgen der Serie, die Jonathan Ames geschrieben hat, waren noch etwas ziellos, die dritte und vierte deuten dann aber Potential zur Zweit- oder Drittserie an, was als Kompliment gemeint ist. Gentrifizierung ist ein wichtiges Thema, Brooklyn scheint die gleichen Kinderwagenprobleme wie der Prenzlauer Berg zu haben, nur das kulinarische Niveau ist in New York dann doch deutlich höher. Toll ist auch Ted Danson, der einen hyperdandyhaften Magazinherausgeber spielt, aber auch nicht verhindern kann, dass Jim Jarmusch seinen neuen Film lieber von Charlie Kaufman überarbeiten lässt:
-
Mad & Cheap
Aus England.
Und hier mal wieder ein kleiner Schnäppchen-Tipp für US-Serien-Qualitätsware: Bei Amazon UK gibt es die Mad Men, Staffel 1 und 2, für ziemlich unschlagbare 37 Euro nochwas (Porto inklusive). Mehr als 10 Euro billiger als im Import bei der deutschen Variante. You Get the Drift. Ich kenne bislang nur die erste Folge der Serie. Allein der Vorspann freilich ist göttlich und das Ganze, sagen verlässliche Quellen, wird ohnehin immer besser. Drum hab ich zugeschlagen. (Mit Dank an sauer_lauwarm für den Tipp.)
-
The Rural Carousel
Zwei Klassiker anlässlich der gestrigen Emmy-Preis-Verleihung: The Rural Juror / 30 Rock und The Carousel / Mad Men (in einer Data-Mosh-Version - vgl. dazu den YouTube-Text von Ute Holl in CARGO 03):
-
Bon Temps: True Blood
Eine Würdigung.

Von Nikolaus Perneczky
Die zweite Staffel von True Blood fand letzten Sonntag zu einem Ende, was ich zum Anlass einer kritischen Würdigung nehmen möchte. Was bisher geschah: Die Vampire dieser Welt haben, nach Jahrtausenden des Schweigens, den Schritt «out of the coffin» gewagt. Grund dafür ist die Erfindung des synthetischen «True Blood», das es – zumindest in der Theorie – ermöglicht, ein Auskommen ohne menschliche Opfer zu finden.
In Wirklichkeit ist alles viel komplizierter, die Vampire haben, wie die Menschen, in deren Mitte sie leben, ein eigenes quasi-feudales Kastensystem herausgebildet, das aus unterschiedlichen, teils konfligierenden Interessensgruppen zusammengesetzt ist und sich seit dem großen Outing auch in die Sphäre politischer Stellvertretung verzweigt. Nicht alle waren mit dem Vorhaben einverstanden, den Vampirismus publik zu machen, was nicht zuletzt daran liegt, dass die Vertreter dieser Spezies allen nur erdenklichen Epochen der Menschheitsgeschichte entstammen: Ein (womöglich skandinavischer) Ureinwohner, der vor Christi Geburt zum Vampir wurde, bringt eine ganz andere Perspektive bei als ein konföderierter Soldat im amerikanischen Bürgerkrieg – und blickt anno 2009 auf einen ganz anderen Erfahrungsschatz zurück, der mit seinem Über- und Durcheinander inkommensurabler Zeitalter jede normalsterbliche Vorstellungskraft übersteigt.
Die Unterschiede zwischen Vampiren und Menschen rühren dementsprechend weniger von ihrem Ernährungsplan oder biologischen Besonderheiten – sie haben keinen Herzschlag, zerfallen bei Sonnenlicht zu Staub und weinen schwarzes Blut, während Knoblauch und Kreuze ihnen nichts anhaben –, als daher, dass ersteren in ihrer Zählebigkeit der Vorlauf zum Tode nichts mehr sagt (oder nur noch eine schwache Erinnerung ist), während letzteren die geschichtliche Tiefe ermangelt und darum bei anderen unheimlich vorkommen muss.
Eine andere Irritation, die gleichzeitig Anreiz zur Interspezies-Anbandlung sein kann, ist die um einige Koordinaten erweiterte Begehrensstruktur der Vampire, die neben den herkömmlichen Weisen, Sex zu haben, mit ihren bei Erregung angespitzten Zähnen auf deinen Hals oder deine Beinschlagader schielen. Fang bangers, wie Menschen, die sich mit Vampiren einlassen, despektierlich gerufen werden, sind, so ihr Partner seine Diät nicht auf True Blood umgestellt hat, daher auf Blutergänzungsstoffe angewiesen.
Dass die Vor- und Nachteile eines anders gearteten Begehrens zu den zentralen Themen von True Blood rechnen, wird im Fortgang der 2. Staffel, wenn weitere Fabelwesen in Erscheinung treten, immer deutlicher. Alan Ball, der die Serie auf der Grundlage von Charlaine Harris’ southern gothic Buchreihe Sookie Stackhouse entworfen hat, zeichnete davor für eine andere HBO-Serie verantwortlich, die zumindest in dieser Hinsicht eine ähnliche Agenda verfolgt: Six Feet Under.
Statt überkomplexer Netzwerkerzählmodelle steht in True Blood die Besinnung auf eher klassische Serientugenden. Das Geschehen spielt sich im Kleinen und Ganzen in einer verschlafenen Ortschaft in den Sümpfen Louisianas mit dem sprechenden Namen Bon Temps ab, die von etwas bescheuerten, aber im Grunde harmlosen Rednecks und den letzten Residuen der einst großmächtigen Südstaatenbourgeoisie, nunmehr in Eintracht mit ihren ehemaligen Sklaven, bewohnt wird. Bon Temps besteht aus einer sofort überschaubaren Anzahl von Schauplätzen und Personen, deren narrativen Anziehungspunkt die mit übersinnlichen Fähigkeiten ausgestattete Kellnerin Sookie markiert. Bald verschaut sie sich in den Vampir Bill, der seiner nomadischen Existenz ein Ende bereiten und sich als so genannter Mainstreamer mit einem Vorrat True Blood zur Ruhe setzen will. Außerdem sind da noch Sookies schwarze Freundin, die auf den unglücklichen Namen Tara hört, deren flamboyant schwuler Cousin Lafayette und Sam Merlotte, in dessen Bar sich die ganze Ortschaft versammelt, um ins trübe Bier zu stieren und dabei ihre diversen Konflikte auszutragen.
Die Serie True Blood ist sichtlich darum bemüht, ihr Szenario ernst zu nehmen und in allen seinen Konsequenzen am Beispiel dieses Nussschalenuniversums durchzuspielen. Es gibt überaus prosaische Vampire, die es vorziehen, die Ewigkeit vor dem Fernseher herumzubringen, und sehr exaltierte, die ihren literarischen und filmischen Vorbildern nacheifern, und es gibt Vampire, die als Jungfrauen dazu gemacht wurden und deren Hymen nach jeder Penetration wieder zuwächst: Wie gestaltet sich unter solchen Voraussetzungen das Beziehungsleben?
Noch nicht überzeugt? True Blood gewährt tiefe Einblicke in das Milieu christlicher Fundamentalisten, die den Vampiren im Namen Gottes auf den Leib rücken, hängt den Himmel in zerdehnten melodramatischen Momenten voller Geigen, ohne dass man darob aus seinem immersiven Schlummer gerissen würde, und verpflichtet Gewerkschaftsboss Andy Sobotka aus The Wire (gespielt von Chris Bauer) als Polizeibeamten. Das muss fürs erste reichen, see you next season!
True Blood läuft auf HBO... und im Internet.Dieser Text ist zuerst erschienen auf Überbau.
-
Jason Schwartzman
Sieh an.
Jason Schwartzman ist ... überall. In Judd Apatows Funny People, der kommt bald zu uns und lassen Sie sich nicht einreden, der taugte nichts. Schwartzman macht natürlich auch weiter Musik, als Coconut Records, zu hören ("I Am Young") auch in Funny People und hier. Er trägt, sehr à la Godard, die Mode des Labels Band of Outsiders auf, die Fotos sind da, eins davon hier:

Und dann ist er auch noch der Protagonist einer neuen HBO-Serie (Start: 20.9.) mit dem schönen Titel Bored to Death. Er ist darin ein nichtlizenzierter Privatdetektiv, Zach Galifianakis spielt auch mit und mit dem Regisseur einiger Episoden Paul Fleig (bei Freaks and Geeks mit dabei) ist auch der Kontakt zum Apatow-Universum eindeutig hergestellt. Hier der Promo-Trailer:
-
-
Mad Men, Season 3
Vorfreude.

«The first episode begins with the show’s star ad man, Don Draper (Jon Hamm), at a stove, heating milk, wrapped in a plaid bathrobe and ...» (hier)
-
Spaghetti antiquata
Daniel Kehlmann gegen das Regietheater
Der nach Diedrich Diederichsen bekannteste Fan der Simpsons im deutschsprachigen Raum, Daniel Kehlmann, hat sich in seiner Rede zur Eröffnung der Salzburger Festspiele gegen das Regietheater, das er mit Videowänden und Spaghettiessen auf der Bühne assoziiert, ausgesprochen. Er hat dabei auch kulturelle Fronten aufgemacht, die von unserer Seite schon lange exklusiv unterlaufen werden: Cargo "liest Romane, geht ins Kino, kauft DVD-Boxen mit den intelligentesten amerikanischen Serien", nimmt Theater aber deswegen nicht "als fernen Lärm wahr, als Anlass für wunderliche Artikel im Feuilleton, als Privatvergnügen einer kleinen Gruppe folgsamer Pilger, ohne Relevanz für Leben, Gesellschaft und Gegenwart", sondern als kulturelles Teilsystem, in dem Brillanz und Blödsinn nicht viel anders verteilt sind als in allen anderen auch. Eine, die entscheidende Frage hat Daniel Kehlmann übrigens zu beantworten vergessen: Was ist das eigentlich, eine "historisch akkurate Inszenierung eines Theaterstücks"? Er wird doch nicht am Ende so etwas meinen wie zuletzt Der zerbrochene Krug mit Klaus Maria Brandauer in der Einrichtung durch Peter Stein?
-
Larry Sanders Show
Asparagus.
Vieles, das heute berühmt und bedeutend ist, nahm in der Sitcom mit dem Titel The Larry Sanders Show seinen Anfang. Sie lief von 1992 bis 1998, in der Titelrolle glänzte Gary Shandling. Die Serie tat, als wäre sie eine Late-Night-Show. Man sah dann, nach Mockumentary-Art, was vor der Kamera, aber auch backstage so abging. (Sex & Kabale.) Einer, der sich als Autor der Show erste Sporen verdiente, war der heute in Hollywood supermächtige Judd Apatow (vgl. Daniel Eschkötters Artikel "We Are Family" in CARGO #2).
Beim Online-Magazin "This Recording" gibt es jetzt einen weniger an Text als an Clips reichen Artikel von Eleanor Morrow über die Show. Und apropos damals klein, heute groß - wie wäre es hiermit:
Update: Mit Dank an Thomas für den Hinweis - oops, da hatte ich peinlicherweise Nikolaus Perneczkys nicht an Clips, dafür an Informationen und Einsichten reiche Larry-Sanders-Einführung bei CARGO für eine Sekunde vergessen. Voilà.
-
Comedy Dynamite
Jon Heder TV.
Verzeihen Sie die Vorfreude, aber diese Ankündigung in der New York Times klingt schon recht viel versprechend. Jon Heder, bekannt vor allem als Hauptdarsteller von Napoleon Dynamite, bekommt eine eigene TV-Serie bei Comedy Central:
On Thursday Comedy Central announced that it would broadcast a new scripted half-hour series to star Mr. Heder. The show’s producers include Will Ferrell and Adam McKay
The network said that it had ordered 10 episodes of the untitled series, and that it was committed to ordering as many as 90 more if the show meets certain ratings benchmarks when it has its debut in 2010.
Mr. McKay... said he appreciated the sheer size of the deal. But more important, he said, was the chance to create the first 10 episodes without interference from the network.
In a news release Comedy Central said Mr. Heder would play “an out-of-work computer IT specialist who leaves the big city and returns to his small hometown, where he moves back in with his parents and younger brother.” But Mr. Heder said that concept was still in flux.
-
Uta Briesewitz
Hung.

Bei insgesamt 29 Folgen der US-Serie The Wire führte eine Frau aus Leverkusen die Kamera: Uta Briesewitz, ausgebildet an der DFFB. Zuletzt drehte sie u.a. die allseits geschätzte John C. Reilly-Komödie Walk hard - The Dewey Cox Story aus dem Hause Apatow und eine neue HBO-Serie, die von Alexander Payne produziert wird: Hung. Darin geht es um einen High School-Lehrer in Detroit, der zum Callboy wird: Die Krise der Industrie als Krise des Mannes, so wird das jedenfalls in der ersten Folge anmoderiert (hier mehr dazu). An The Wire erinnert der Höhepunkt des Piloten: eine Serie aus starren Einstellungen über den Niedergang einer Stadt.
Update - Nachgereicht dazu: Inside HBO's The Wire (via Dirty Laundry)
-
I don't eat catfish
Larry David.
Derzeit tourt Larry David durch die US-Talkshows, um den Eindruck zu erwecken, es sei ihm tatsächlich gelungen, Woody Allen zu renovieren (die US-Kritik scheint wenig begeistert). Erfreulich hingegen, dass die siebte Staffel von Curb your Enthusiasm offenbar schon diesen Herbst auf HBO ausgestrahlt wird und alle vier Seinfeld-Darsteller in kleineren Rollen dabei sind.
-
Shia LaBeouf
pronounced "SHY-uh luh-BUFF"
Wieder ein kleiner Beleg dafür, wie inklusiv das Reich des Judd Apatow ist:
-
Texthinweis
Neu in unserem Web-Magazin:Lukas Foerster
Step Sister
Den Post-Feminismus überwinden: In der «Sarah Silverman Show» ist Weiblichkeit kein Konsumauftrag.
-
Boardwalk Empire
HBO Scorsese.

Wir haben bisher noch gar nicht auf Boardwalk Empire hingewiesen, die HBO-Serie, deren Pilotfilm kein Geringerer als Martin Scorsese drehen wird. Entwickler und Chefautor der Serie ist Terence Winter, als Autor wie Produzent ein Sopranos-Veteran. Als Darsteller dabei: Michael Pitt, Steve Buscemi, Michael Shannon, Paz de la Huerta - und, wie nun gemeldet wird, auch Michael Kenneth Williams, der als Omar Litte in der Serie The Wire Kultstatus erlangt hat. Die Serie beruht auf Nelson Johnsons gleichnamigem Buch, das die Geschichte des Aufstiegs von Atlantic City erzählt.
-
Wire/Pelecanos/Treme
Interview.
Im interview mit dem Wall Street Journal spricht der Autor George Pelecanos über seinen neuen Roman "The Way Home", über seine Arbeit an "The Wire" und seine Mitarbeit an David Simons neuer Serie "Treme", die in New Orleans spielt. Kurzer Auszug:
Will any actors from “The Wire” emerge in new roles in “Treme?”
Yes, Wendell Pierce, who played Bunk, is one of the leads. He’s a trombonist on the show and lives in New Orleans. And Clarke Peters, who played Lester Freamon, will be back as a member of a Mardi Gras Indian tribe with a son who is a jazz musician in New York.Looking back at “The Wire,” what changes, if any, would you have made?
There were times I wanted to maybe give a little bit more of a moral center to some of the characters. I championed Cutty, the guy who comes out of prison and opens a boxing gym. You look at that story line and it’s got my stamp on it. David and I argued in a good way about these things. Sometimes I won, sometimes not. Many times he saved me from myself.
-
Allison Janney
Podcast.
The flamingo is a ridiculous looking bird. Allison Janney, den West-Wing-Fans als Pressesprecherin CJ bekannt, im Podcast mit Aaron Hillis von Daily Greencine. Der Anlass ist ihr neuer Film Away We Go, eine semi-verdächtig klingenden Komödie von Sam Mendes, nach Drehbuch von Dave Eggers und Vendela Vida. Hillis:
we sat down to discuss my home state of Arizona, why she appreciates political doublespeak, the reason she thinks she'd be an awful mother, and the illicit on-set behavior of Sam Mendes
-
Toby is a nice name
Richard Schiff
_
Natürlich ist uns jeder Anlass gut genug, The West Wing in Erinnerung zu rufen. Heute: Richard Schiff feiert seinen 54. Geburtstag - für die Philologen unter Ihnen: hier findet sich sein Auftritt bei Jon Stewart 2001.
-
Mongoloid Mike
Best of Kenny Powers.
Serientipp für alle, die hart im Nehmen sind - via Simon: Eastbound & Down. Hier auf Funny & Die ein Best of bzw. Worst of. Allerdings lebt die Serie nicht nur von ihren Tiefpunkten. Es geht um das Porträt eines gescheiterten Großmauls, das vor den Erstreckungen, die zwischen den Pointen liegen, erst so recht interessantes Profil gewinnt. [via Big Screen Little Screen]
-
Like Brando in Tahiti
The World's Greatest Cobbler.
Am nächsten Samstag, ich hatte schon darauf hingewiesen, kann man Chris Markers Avatar im Second Life begegnen. Criterion nimmt das zum Anlass, ein ebendort vor einem Jahr in französischer Sprache geführtes Interview ins Englische zu übersetzen. Ganz kurzer Auszug, in dem es um Dinge geht, die auch unsereinem wichtig sind:
SM: I really like great American television series. You mentioned politics. Has there been anything as good as The West Wing?
IA: How about The Wire?
SM: I was going to mention it next. But there I’d say sociology rather than politics. Only, they should have English subtitles.
-
David Simons "Treme"
Grünes Licht.
Bereits im März hatten wir von David Simons neuem Fernseh-Projekt Treme berichtet: einer Serie über das Leben im von Kathrina zerstörten New Orleans, die er gemeinsam mit Eric Overmeyer schreibt. Variety informiert nun, dass HBO grünes Licht für eine erste Staffel gegeben hat. (Dank für die Info an Christoph Hochhäusler.):
Production on "Treme" won't begin until fall, following hurricane season. Simon said the producers themselves wouldn't have a problem with shooting during those months -- but that it's nearly impossible to secure insurance for New Orleans-set productions during that time of the year.
That means HBO is eyeing a spring debut for the show. HBO had already picked up an additional nine scripts for the series beyond the pilot.
-
Lost and Found
Ich bin grade noch irgendwo in der ersten Staffel und habe die seltsame Insel seit Monaten nicht besucht. So, wie die Macher von Lost im großen Variety-Interview die Sache beschreiben, leuchtet sie mir allerdings aufs gerdezu Allegorischste, das Verfolgen von Serien betreffend, ein [via house next door]:
I think our hope is that looking back on the entire run of the show, that people remember the EXPERIENCE of watching it — what it actually felt like to be mystified and frustrated and surprised — as opposed to just where it landed storywise. When all is said and done, we’ll have consumed six years of our fans’ lives and our greatest wish is that they look back on that time and feel that it was all worth it.
-
Tonsura
Momus verteidigt das japanische Fernsehen, jedenfalls nächtliche Randbereiche. Aus einem solchen Randbereich stammt offenbar die Serie Tonsura, die er in einem click-opera-Eintrag vorstellt; und zwar so, dass ich sofort Lust bekomme, das zu sehen. Kurzer Teaser von Momus:
The zany liberties Tonsure takes with plot and character recall Gogol, Pirandello or Dario Fo, and the quirkily-subversive sabukaru (subcultural) energy of the show puts it on a par, I think, with anything being produced for TV anywhere right now.
Die erste Folge gibt es - Link von Momus - mit englischen Untertiteln bei Google Video. Ich habe kurz reingesehen und, äh, hm. Auf jeden Fall steht fest: Es geht um eine erfolgreiche Autorin mit Schreibblockade und ihren Lektor, der eine Tonsur hat, aber kein Mönch ist. Für einen Eindruck:
-
Lunch With David Simon
Dude, swear to god, I didn’t realize that little thing was a video camera. I thought it was a mike w/maybe a still camera. C’mon, brother. I was eating a rushed lunch before catching a flight, fer chrissake…
David Simon (The Wire) isst und denkt und spricht. [Link stimmt jetzt! Sorry] Mit Transkript (ganz hilfreich, der Sound erinnert stark an ein dennoch immer noch sehenswertes Lav-Diaz-Video-Interview.)
-
Dominik Graf: Süden und der Luftgitarrist
Graf: Süden. Heute im ZDF.
Gerade habe ich nachgelesen, was ich damals über den zweiten Band der Tabor-Süden-Reihe von Friedrich Ani geschrieben hatte und musste doch lachen, als ich dann dies las:
Mit Friedrich Ani gibt es einen Autor, der für die beste der Freitagsserien - "Ein Fall für zwei" - ebenso wie für den "Tatort" Drehbücher geschrieben hat, nur um jetzt, mit einem Doppelschlag den Kommissar Tabor Süden in die Welt zu setzen: Der im letzten Jahr erschienene erste Band der Reihe, "Süden und das Gelöbnis des gefallenen Engels", kam prompt auf Platz 2 beim Deutschen Krimipreis. Mit dem soeben erschienenen zweiten Band, "Süden und der Straßenbahntrinker", hat Ani einen Roman vorgelegt, den man sich geradezu in der Verfilmung durch Dominik Graf vorstellen könnte - und das ist, weiß Gott, kein kleines Kompliment.
Das war vor sieben Jahren und die beste Freitagsserie ist, bei allen Problemen, heute natürlich KDD. Das Lustige ist freilich, dass Dominik Graf jetzt tatsächlich einen der Süden-Romane verfilmt hat: Süden und der Luftgitarrist. Zu sehen ist das ganze heute Abend um 20 Uhr 15 im ZDF. Wir sind gespannt. Hier ein Szenenfoto mit Ulrich Noethen - mehr auf der ZDF-Seite -, der die Titelfigur des Tabor Süden spielt.

-
Caprica
Der Pilot zum Battlestar-Galactica-Prequel Caprica steht dem zum Vorgänger nicht nach. Ein bisschen überladen, ein bisschen heavy-handed in der Erfindung derfiktionalen Welt; aber: genauso ambitioniert, Fortführung der religiösen Fragen, geschickte Verknüpfung sehr direkt mit der Cylon-Vorgeschichte. Genau der selbe gravitas-vibe wie bei Battlestar, Esai Morales (als Adama-Vorvater) und Eric Stoltz (als traumatisierter sympathischer Zauberlehrling-Schurke) sind großartig. Bin gespannt, wollte mehr schreiben, komme nicht dazu, verweise gerne auf Tony Dayoubs Text bei House Next Door, dem ich im meisten zustimme:
It is fitting that the science fiction series, an allegory for Bush's "War on Terror" era, would wrap up as America enters a new, hopeful, but more opaque era of economic uncertainty. The new prequel spinoff,Caprica, is a chapter in the Galactica saga that captures the feeling, characteristic of the Obama era, of American life at a crossroads.
Hier noch ein kurzer Clip, der eines der zentralen Devices zeigt, eine "Brille", die einen in eine virtuelle Echtwelt-Simulation versetzt.
-
Comfort Zone
Woody Allen - Larry David
Larry David (Curb Your Enthusiasm) spielt die Hauptrolle in Woody Allens neuem Film Whatever Works. Im New York Observer jetzt: Woody Allen über Larry David. Larry David über Woody Allen. Und Larry David über Larry David:
"I was kind of uncomfortable. I was out of my comfort zone,” he said. Then he laughed. “Of course, the comfort zone is not very big! I take one step to the right and I’m out of my comfort zone.”
-
Far More Than a Cop Show
The Wire: Treatment, Drehbücher.
Ein wichtiger Fund für die Wire-Forschung. Jemand hat nicht nur die Drehbücher zu drei Folgen der Serie ins Netz gestellt, sondern das Ausgangstreatment von David Simon, datiert auf den 6. September 2000. Die Links bei kottke.org. [via erratika]

-
Learning From Battlestar Galactica
The other night, a few days before the show’s four-year run as a cult hit ended, the United Nations opened its Economic and Social Council Chamber for a panel discussion on how “Battlestar Galactica” might inform the international body’s approach to some problems of the day: terrorism, torture, religious conflict.
Der New Yorker war dabei.
-
David Simon über "Treme" und das US-Zeitungssterben
Der Guardian berichtet vom Drehbeginn der neuen David Simon-Serie Treme:
Treme's layers will be built from the exhaustive street-level research and on-location shooting that former journalist Simon is known for, which includes co-opting many New Orleans denizens into the cast. Alongside Wire alumni Clarke Peters (Detective Lester Freeman) and New Orleans native Wendell Pierce (who played Detective "Bunk" Moreland), Simon has also cast Katrina survivor Phyllis Montana Leblanc – who worked on Spike Lee's Hurricane Katrina documentary for HBO, When the Levees Broke.
Außerdem beschäftigt Simon das Zeitungssterben in den USA:
The only hope, Simon insists, is for major news outlets to find a way to collaboratively impose charges for reading online, and to demand fees from aggregators such as Google News, which profit from their journalism. "If you don't have a product that you're charging for, you don't have a product," he says. "If you think that free is going to produce something that's as much of a cost centre as good journalism – because it costs money to do good journalism – you're out of your mind."
-
Update Heftinhalt: Richard Price
Richard Price, Autor des Romans "Lush Life" und einiger Folgen der Serie "The Wire" (sehr viel mehr dazu im aktuellen CARGO-Heft), erklärt in einem aktuellen Interview unter anderem, wie er an den "Wire"-Job geriet. Außerdem geht es unter anderem ums Drehbuchschreiben überhaupt, seine Arbeit am "Lush Life"-Drehbuch im Besonderen, seinen Umzug nach Harlem und seinen nächsten Roman. Kurzer Auszug:
I could see the elements of "Clockers" in the first year especially, and that was fine with me, you know, it was flattering. But (David Simon, the show's creator) was taking it to so many different places and on so many different planes. And then about halfway through the second year, I did a reading in D.C. and he came with George Pelecanos and he said, "Do you want to write for the third season?" And my first thought was no, because I don't know anything more than "Clockers." I think they thought that I knew so much more than I wrote. But it was such a good show and I really wanted to be a part of it, so I did it.
-
Update Heftinhalt: The Wire
Der britische Schauspieler Idris Elba, bekannt als "Stringer" Bell aus The Wire, spielt in der amerikanischen Fassung der ursprünglich britischen Fernsehserie The Office jetzt den neuen Vorgesetzten der von Steve Carell dargestellten Hauptfigur Michael Scott. Im online abrufbaren NPR-Interview spricht Elba u.a. über sein Leben nach The Wire. Auf der NPR-Website ein kurzer Ausschnitt aus der Vorstellungsfolge mit Elba und Carell. [via zigzigger]
-
-
Stop Showing Off Dot Com
30 Rock und der Pirate-Bay-Prozess. Nicht dass das eine mit dem anderen zusammenhinge.
Der Mann vom Deutschlandradio hatte ja so seine Schwierigkeiten mit unserem Starsystem als Hollywood-Zusammenhangs-Erklärungsformat. Kann ich mir nicht erklären. Obwohl ich aber nach wie vor - und Schande über mich - noch keine einzige Folge der Fernsehserie 30 Rock von und mit Tina Fey und mit Alec Baldwin gesehen habe, die im Starsystem auch vorkommt, bin ich doch fasziniert von dem, was ich hier lese. Hier heißt: da, bei Videogum. Da geht es darum, wie liebevoll die Serie Anspielungen und Product Placement betreibt. Wenn Product Placement, dann liebevoll, das finde ich auch. Wenn Sie also - Schande über Sie - noch keine Folge von 30 Rock gesehen haben sollten (es ist eine Serie, die sich rund um eine fiktive, sehr Saturday Night Live-ähnliche Fernsehshow dreht), dann wäre das ja vielleicht ein Grund, den Arsch hoch zu kriegen und die nächste Videothek aufzusuchen. (Note to self) [via zigzigger]Oder alternativ mal bei The Pirate Bay vorbeizuschauen, solange es dieses Forum der modernen Tausch-Avantgarde noch gibt. Die Musik- und Film- und Computerspiel- und überhaupt Copyright-Iindustrie führt in Schweden einen Prozess, über den man hier und da auch was lesen kann. Das schwedische Fernsehen überträgt das ganze sogar als Audio-Livestream ins Netz. Am zweiten Prozesstag hat die Anklage bereits die Hälfte der Vorwürfe fallenlassen, was aber wohl nicht sonderlich viel zu bedeuten hat. Die Wikipedia - gegen die übrigens einzuwenden ist, dass sie CARGO für nicht relevant hält (versuchen Sie doch mal Ihr Glück mit einem Eintrag) - berichtet mehr als tagesaktuell von den Geschehnissen rund um den Prozess. Das ist ohnehin ein wenig beachteter Wikipedia-Aspekt: Die Enzyklopädie ist, weil die UserInnen gerne flott arbeiten, im Grunde auch ein Nachrichtenmedium, und zwar eines der schnellsten der Welt. (Man achte zum Beispiel bei Todesmeldungen Prominenter darauf.)
Hier, auch von der Wikipedia, die lustige und ziemlich beliebige Liste der Werke, die beim Pirate-Bay-Prozess als Beispiele für die PB-Beihilfe zur illegalen Weiterverbreitung zur Verhandlung stehen:
Feature films included in the case
[edit]Television dramas included in the case
[edit]Personal computer games included in the case
-
Die Sopranos in Flüchen
Die kompletten Sopranos in Flüchen.
Für all jene, denen, aus welchen Gründen auch immer, nicht nach einem freundlichen Wochenstart ist. Die kompletten Sopranos in Flüchen:
the sopranos, uncensored. from victor solomon on Vimeo.[via nerdcore]
-
The Wire: apokryph
Den The Wire-Philologen bestimmt lange bekannt, ich habe es gerade erst entdeckt. Es gibt mehrere als Webisodes vor der fünften Staffel ausgestrahlte Prequels zur Serie. Sie zeigen Proposition Joe im Jahr 1962, Omar im Jahr 1985 und McNulty und Bunk im Jahr 2000. Hier der Ausschnitt mit Omar:
Und wo ich schon dabei bin: Irgendwann muss die berühmteste alle Wire-Szenen hier mal gepostet werden.
-
Jetzt als Schnäppchen: Das Weiße Haus
Und hier mal wieder ein Kauf-Tipp. Für unter 50 Pfund bietet amazon.co.uk gerade den kompletten West Wing - ja, Staffel 1-7, an. Mein Paket ist gerade angekommen (minimales Porto, war binnen drei Tagen da), noch steht das Angebot. Das ist nicht nur - wie Sie wissen - eine der großen US-Fernsehserien der letzten Jahrzehnte, man kann auch viel lernen über die kommende Präsidentschaft des Barack Obama, dessen Berater-Team, wie immer wieder zu lesen war, die Serie in- und auswendig kennt. (Und die Figur des Josh Lyman soll teilweise sogar nach Obamas Stabschef Rahm Emanuel gestaltet sein.)Dank an campcatatonia für den Tipp!
-
Zum Tod von Patrick McGoohan
Zum Tod von Patrick McGoohan der ingeniöse Vorspann zu "The Prisoner", zweifelsohne einer der besten Fernsehserien aller Zeiten:
-
RIP the wire
Das Blog "Abandoned Places" hat eine tolle Sammlung von Fotos der verlassenen Soundstage der Fernsehserie "The Wire"
-
Re-up Fuckety Fuck
Hinweis auf ein Interview mit dem deutschen "The Wire"-Chefsynchronisierer
Kurioserweise bin ich erst auf dem Umweg über ein US-Blog, das auf die englische Übersetzung des deutschen Interviews über die deutsche Synchronisierung der US-Serie "The Wire" hinwies, auf eben dieses Interview mit dem Chef-Übersetzer Frank Schröder gestoßen.
Die Slums, die Ghettos, das auf-der-Straße, das sollte nach Möglichkeit authentisch rüberkommt: Dass die Leute halt nicht sehr sauber, sehr fein sprechen. Die können dann auch mal - ich halte jetzt mal ein bisschen die Nase zu - hier und da nasaler sprechen, manchmal Spuckeklacker haben - eben nicht so sauber sprechen, damit es rüberkommt.
-
Garry Shandling
Energischer Geburtagsgruß von Jim Carrey
In jeder möglichen Genealogie der US-amerikanischen Sitcom wäre der "Larry Sanders Show" (1992-1998) ein Ehrenplatz einzuräumen. Weil Garry Shandling - ein Vorbild für Leute wie Jon Stewart, Jerry Seinfeld und Ben Stiller - heute seinen 59. Geburtstag feiert, randaliert und singt Jim Carrey:
-
Mad Men
Fortsetzung des amerikanischen Fernsehwunders: "Mad Men". Jetzt neu: auch als Simpsons-Parodie.
Dass das amerikanische Fernsehwunder immer noch nicht erschöpft ist, belegt derzeit vor allem Mad Men - eine opulent ausgestattete Serie über eine Werbeagentur in der Madison Avenue in den frühen 1960er Jahren. Nicht nur weil Matthew Weiner (Creator) und Alan Taylor (Regie) die Köpfe dahinter sind, denkt man schnell an die Sopranos. Allein die Saul Bass-artigen Opening Credits sind so attraktiv, dass es sich bereits lohnt, sie zu parodieren - hier der Direktvergleich:
Die beste Episode der ersten Staffel - die sechste, sie trägt den Titel "Babylon" - beginnt mit Toast, gefrorenem Orangensaft und einem Flashback, der Don Draper gewaltsam in die Depressionszeit in Pennsylvania zurückwirft. Später am Tag wird die israelische Tourismus-Ministerin sagen: "If Beirut is the Paris of the middle east, we'd like Haifa to be the Rome." Und Draper wird "Exodus" lesen, von Rachel über die jüdische Diaspora belehrt werden und sich in Greenwich Village von einem Vertreter der aufkeimenden Gegenkultur fragen lassen müssen, wie er bei seinem Beruf eigentlich nachts schlafen könne:



1 Kommentar (ansehen). Kommentar hinzufügen