CARGO Container Internet
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Perlen vor die Enten
Gefundene Bilder.
Ich habe bislang - na sowas - darauf hinzuweisen versäumt, dass seit kurzem Thomas Groh (Filmtagebuch, Filmkunst-Blog etc.) im Blog des Perlentaucher unter dem Titel "Found Footage" Kurzfilme und andere Fundstücke aus dem Weltweiten Netz präsentiert. Gerade aktuell eine Auswahl aus den Animationskurzfilmnominierungen für den Oscar. Klar, Oscars Schmoscars, auch nichts weiter dazu. Am interessantesten ist denn auch ein früher schon mal nominierter Film, den Thomas einbettet, das Steampunk-Werk The Mysterious Explorations of Jasper Morello:
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Blick in den Abgrund
Verbandstagung.
Ich hatte versprochen, von der gestrigen Tagung des Verbands der deutschen Filmkritik zum Thema "Flüchten oder Standhalten" zu berichten. Ich war da, viele andere waren es nicht. Die Fox hatte, an der Tagung des Verbands offenkundig komplett desinteressiert, die der Allgemeinheit der Berliner Filmjournalisten zugängliche Avatar-Pressevorführung auf Freitag halbelf gelegt (am Montag war schon eine für die Prominenz bzw. die Interviewjournalisten) und damit das Vormittagsprogramm ganz überschattet. Dass dann, nachmittags, post Avatar, der Andrang spürbar größer gewesen wäre, wird man nicht sagen können.Es begann mit einem Blick von weit oben und von den konkreten Problemen des Filmjournalismus auch recht weit weg. Von Leif Kramp bekam man eine Tour d'Horizon über die Lage der Dinge zwischen der Malaise von Print und den geringen Anlässen zu ökonomischer Hoffnung, die die Online-Zukunft so bietet. Powerpoint, 15 Thesen, schon okay, aber für niemanden, der sich ein bisschen für die Zusammenhänge interessiert, etwas Neues. Es folgte ein Podiumsgespräch, bei dem sich Freitag-Verleger Jakob Augstein nicht zum ersten Mal durch seinen Chefredakteur-Avatar Philipp Grassmann vertreten ließ, der freilich erzählte, was Augstein bestimmt auch erzählt hätte.
Die für mich interessanteste, weil mir bislang unbekannteste Tatsache im Zusammenhang war: um ein Exemplar einer Zeitung am Kiosk zu verkaufen, druckt man im Schnitt (also für alle Zeitungen!) sechs bis acht. Der erkleckliche Rest endet als ungelesene Makulatur. Weiter teilte Grassmann mit, dass der Freitag trotz vergleichsweise eifriger Community nicht im Traum daran denken kann, sich über die minimalen Werbeeinnahmen im Netz zu finanzieren. Eine realistische Refinanzierungsaussicht sieht er doch: In den nächsten fünf Jahren müsse die Zahl der Abonnements von derzeit 10.000 auf dann rund 30.000 steigen. Ich habe gewisse Zweifel an der Plausibilität dieser Aussicht, aber vielleicht verstehe ich einfach nichts von diesem Geschäft.
Rüdiger Suchsland erklärte, anspruchsvolle Filmkritik sei nun einmal ein Minderheitenprogramm. Mehrfach wurde die Klage laut, es erschiene, weil das Kino so populär sei, den übergeordneten RedakteurInnen wirkliche Expertise auf diesem Gebiet am ehesten noch verzichtbar. Es würde darum nicht etwa bei den, wie jede Leserbeobachtung erweise, von viel engeren Kreisen nur rezipierten Kritiken zu Theater und Oper gespart und gestrichen, sondern beim Film, weil da immer auch fachfremde Redakteure bereit stehen, etwas zu einer Sache zu sagen, die die ihre bei näherem Hinsehen dann eben nicht ist. Gerhard Midding machte die Berliner Zeitung namhaft für diese Tendenz. Beklagt wurde auch der Raubbau am Platz, den die Umstellung der Frankfurter Rundschau aufs Tabloid-Format für die Texte bedeutet.
Am Nachmittag gab es Berichte zum ökonomischen und institutionellen Stand der Dinge für die deutsche Filmkritik. Zusammenfassend lässt sich sagen: Es klang alles schauderhaft deprimierend. Eine Umfrage unter Verbandsmitgliedern brachte zutage, dass die Lage für Freie - nur ein fest angestellter Redakteur schickte den Fragebogen zurück - seit einem Jahrzehnt nicht besser wurde, sondern, und ganz rasant seit dem Herbst 2008, immer schlechter. Wenige leben vom Schreiben über Film. Einer arbeitet bei der Post, der kam mehrmals vor. Viele andere schlagen sich durch, so oder so, und blicken mit gehörigem Pessimismus in die Zukunft. Einzig, wer sich beizeiten ein Haus gebaut hat auf dem Gebiet der Öffentlich-Rechtlichen, hat, so schien es, keinen Grund zu vergleichbarer Klage.
Florian Vollmers, langjähriger Freier für Filmthemen beim Bremer Monopolblatt Weser-Kurier, gab Einblick in die Vorgänge in Regionalzeitungs-Kulturredaktionen. Auf breiter Front werden Stellen gestrichen, Freien die Türen zugeschlagen, redaktionell erstellte Texte durch in den Pauschalen inbegriffenes Agenturmaterial ersetzt. Das sei, meinte in der anschließenden Podiumsdiskussion Andreas Kilb von der FAZ, ja professionell, aber steril. Gerade das Unerwartete in Herangehen, Textform, Ideen mache doch aber Kritiken aus. Da finde man im Netz inzwischen mehr als im Print. Nun da er als Nicht-Mehr-Film-Redakteur seiner Zeitung (Kilb ist inzwischen Kulturkorrespondent aus Berlin) nicht mehr souverän die von ihm zu besprechenden Filme aussuchen könne, denke er ernsthaft daran, dies dann eben in einem Blog zu versuchen. Er sei hiermit ermutigt.
Sascha Westphal, der im Ruhrgebiet arbeitet und lebt, machte auf die schlichte Tatsache aufmerksam, dass nur ein Bruchteil der in den überregionalen Feuilletons besprochenen Filme in Dortmund oder Bochum je anläuft. Die Lage der Programmkinokultur in der Breite sei längst katastrophal. Dietmar Kammerer hatte, was die Freiheit zur Themenwahl und Komplexität seiner Texte betrifft, bei seinen hauptsächlichen Auftraggebern Standard und taz nicht den mindesten Grund zur Klage. Leben freilich könne man von den Honoraren wiederum nicht - darum bewege er sich stets schon zwischen Filmjournalismus und Universität. Die Diskussion führte nirgendwo hin. Zum optimistischen Ausblick reichte die Kraft aller Beteiligten nicht.

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Gegen die Wand
Head On / Heads Up.
*Es geht los, die Türen im Netz schlagen wieder zu. Variety, das wichtigste Film-Branchenblatt, errichtet um seine Online-Präsenz eine Bezahlwand (hier die Meldung). Zunächst wird sie noch ein bisschen löchrig sein, fünf Artikel im Monat darf, wer sich registriert, frei lesen. Danach ist Schluss und wahrscheinlich macht Variety nach ein wenig LeserInnentesten die Wand dann ganz zu - jedenfalls die zum wirklich redaktionellen Inhalt. Oder stellt fest, dass sich das nicht rechnet, wird man sehen, ein Experiment. Oder es bleibt bei so schön als "Freemium" bezeichneten Mischkalkulationen: Basics umsonst, wer mehr will, muss zahlen. Kostenpunkt: 248 $ im Jahr. Dafür bekommt man dann aber alles, Print, Online, the whole shebang.
*Als Journalist, der zugleich immer Leser ist, bin ich ein wenig hin- und hergerissen bei diesen Meldungen. Das Netz muss doch frei sein! Aber wie soll man als Betreiber einer Website davon leben? Branchendienste haben es dabei sicher noch vergleichsweise gut: mit einer verlässlichen Zielgruppe, die sich die Ausgaben von den Chefs gleich wieder bezahlen lässt. Aber wie refinanziert man sich im Netz? Schon gar als Bespieler einer Nische, wie es Kultur sowieso ist? Ruft man nach einer Kulturflatrate? Aber wie lässt sich die so einrichten, dass auch jene, die sich auf möglichst hohem Niveau an entsprechend kleine Minderheiten richten, davon profitieren? Also zum Beispiel mit Filmkritik? Also, nur zum Beispiel, wir hier, mit Cargo? Um Fragen wie diese geht es nicht zuletzt bei der alljährlichen Tagung des Verbands der deutschen Filmkritik. Sie findet morgen statt, im Filmhaus Berlin, von 11 Uhr bis 16 Uhr 30, und steht unter der Überschrift: Flüchten oder Standhalten – Die ökonomische Situation und Perspektive des Filmjournalismus. Das Programm (und ich werde von der Veranstaltung berichten):
11.00 Uhr
Begrüßung
Rainer Rother (Künstlerischer Direktor der Deutschen Kinemathek/Filmmuseum Berlin)
Gerhard Midding (Verband der deutschen Filmkritik)
Was wird sich bezahlt machen? Medienlandschaft im WandelImpulsreferat von Leif Kramp (Journalist/Medienwissenschaftler Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation in Hamburg)
Podiumsdiskussion mit:
Jakob Augstein (Verleger, Der Freitag)
Michael Hirschler (Deutscher Journalisten Verband)
Leif Kramp (Journalist und Medienwissenschaftler)
Rüdiger Suchsland (Deutschlandfunk, Filmdienst, Telepolis)
Moderation: Barbara Schweizerhof (epd Film)
14.15 Uhr
Zwischen Lebensentwurf und Luxus- Politische Stellungnahmen zur Situation des Journalismus- Die Ergebnisse unserer Umfrage
Referat von Gerhard Midding (Berliner Zeitung)
14.35 Uhr
Die bedrohte Vielfalt
Referat von Florian Vollmers (Schnitt, Szene Hamburg, Weser-Kurier)
Kommt es noch darauf an? Die professionellen Standards des Filmjournalismus
Podiumsdiskussion mit: Dietmar Kammerer (Der Standard, Die Tageszeitung, Tip Magazin) Andreas Kilb (Frankfurter Allgemeine Zeitung) Sascha Westphal (mehrtheater.de, Ruhr Nachrichten, Die Welt) Moderation: Gerhard Midding
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RIP Geocities
Anfänge.
Erlauben Sie mir einen kurzen Moment der Sentimentalität. Heute stirbt nämlich Geocities seinen angekündigten Tod. Todesursache: Yahoo mag nicht mehr und das Ding ist ja nun wirklich von gestern. Auf Geocities habe ich, wie manch anderer, meine ersten WWW-Gehversuche unternommen, vor elf Jahren. Großzügige 15 MB Webspace gab's da, mit Werbung umsonst. In seinen besten Zeiten war Geocities, lese ich, die drittmeistbesuchte Web-Präsenz auf der Welt. Mehr als dreieinhalb Milliarden Dollar hat Yahoo dafür gezahlt und wenig spricht dagegen, dass, hätten die Betreiber nicht ein paar entscheidende Abzweige verpasst, ungefähr das hätte daraus werden können, was heute MySpace ist.
Bei Geocities stehen dagegen nur noch Ruinen. Trümmer eines statischen Netzes voller animierter GIFs und mit Gästebuchlinks. Also, letzte Blicke in die Prähistorie heute. Meine Sentimentalität hat natürlich ihren Grund: Die ersten Sachen, die ich je ins Netz gestellt habe, stehen bzw. standen da und werden da ab morgen nicht mehr stehen. (Ich hab mir damals verdammt viel Arbeit gemacht mit einer Seite zu Don Siegel, Adresse, die schreib ich aus, weil die Adresszuweisung ja mit das Charmanteste an Geocities war: http://www.geocities.com/Hollywood/Movie/1967/knoererkompass-donsiegel-main.html, hier noch eine weitere Notiz.)
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Bamboozled
Drunk Shopping.
Sehr schön finde ich, wie das Bioscope-Blog auch, von wo ich den Hinweis habe, diese Stummfilmversion des Überwachungsvideos mit dem schwer angeschlagenen Bierkäufer, das gerade alle Welt guckt. Schon, weil der arme trunkene Mann da auf seltsame Weise sehr viel mehr seine Würde behält:
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Virtueller Raum
Schriftlich.
Kurzer Hinweis: Im Magazinteil die schriftliche Version eines Vortrags, den ich im August an der Summer School des Arsenal in Berlin gehalten habe. Zum Thema Kino und Virtueller Raum. Titel: "Der Algorithmus und ich".
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24 Berlin - Im Netz
Stream.
Was immer die Doku selbst taugt: In der Vielfalt ihrer Distributionsformen ist Volker Heises 24h Berlin auf jeden Fall ein spannendes Ereignis. Parallel zur Fernsehübertragung auf Arte und RBB und den diversen Event-Vorführungen (Zeughaus, Technikmuseum) wird der Film nun - mit englischen Untertiteln und Erzähler - auch beim Online-Programmkino The Auteurs gestreamt. Auch eine Premiere für das Portal, so viel ich weiß. (Ich sehe und höre das gerade nebenbei am Rechner. Christiane Peitz schrieb, dass sich das mit seinen ganzen überflüssigen Kommentaren anhört wie für Marsianer gemacht. Das ist schon richtig, ich würde es aber anders beschreiben: Es richtet sich an die ferne Zukunft. Zukünftiges Nicht-Verstehen alles aktuell Geschehenden ist bereits eingepreist. Ich weiß nicht, ob das eine gute Idee ist. Eine faszinierende ist es auf jeden Fall: als merkwürdiger V-Effekt.)
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Alexis Tioseco & Nika Bohinc
Ich kannte Alexis Tioseco nur als Blogautor bzw. Herausgeber des Online-Magazins Criticine. Seine Freundin Nika Bohinc kannte ich gar nicht - wobei sie, es ist eine kleine Welt, beim diesjährigen Indielisboa-Festival nur ein paar Zimmer von mir entfernt gewohnt haben muss. Beide sind nun vor ein paar Tagen unfassbarer Weise in Manila ermordet worden. Axel Estein, der nur wenige Straßen von der Wohnung der beiden entfernt wohnt, schrieb mir als Addendum zu einem Artikel über das philippinische Kino, den wir in ein paar Tagen hier veröffentlichen werden, das Folgende:
Am späten Abend des 1. Septembers 2009 wurde der Filmkritiker Alexis Tioseco zusammen mit seiner aus Slovenien stammenden Lebenspartnerin, der Filmjournalistin und Filmfestivalorganisatorin Nika Bohinc bei der Rückkehr in ihr Haus in Quezon City, Metro Manila, von drei unbekannten Räubern erschossen. Möglicherweise handelte es sich um einen nur vorgetäuschten Raubüberfall, und Alexis und Nica wurden zu Opfern in einem kurz vor der Klärung stehenden Streit um eine Immobilie. Trotz seiner erst 29 Jahre war Alexis ein hervorragender Kenner der philippinischen Filmgeschichte und einer der leidenschaftlichsten, artikuliertersten, differenziertesten und intelligentesten Kommentatoren des gegenwärtigen Filmschaffens seines selbstgewählten Heimatlandes. Nicht nur für die philippinische Filmgemeinde ist Alexis' Tod ein großer Verlust.
Bei den Auteurs hat Gabe Klinger einen sehr persönlichen Nachruf auf beide veröffentlicht. Darin erwähnt er auch einen großartigen Text, den Alexis Tioseco für das Online-Magazin Rouge geschrieben hat. Jonathan Rosenbaum erinnert sich in seinem Blog. Noel Vera widmet ihm ebenfalls einen Eintrag. Der philippinische Regisseur Raya Martin hat Fotos bei Twitpic ins Netz gestellt. Und von Apichatopong Weerasethakul kommt ein kurzer Film, For Alexis:
For Alexis from Kick the Machine on Vimeo.
Update:
Und hier noch eine Hommage auf Youtube:
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imdb-Kommentatoren
Fund.
Von Zeit zu Zeit und viel zu selten stößt man in den IMDB-Kommentaren auf interessante Stimmen; Leute, die schreiben können und Witz besitzen und filmhistorisch beschlagen sind. Also KommentatorInnen, die man einfach gerne liest. Heute habe ich mal wieder jemanden entdeckt, Benutzernahme cooper1963 (1963 ist das Geburtsjahr, das geht aus einigen Texten hervor). Cooper1963 schreibt kurze Sätze, beobachtet genau und ist oft recht geistreich. Hier, zum Beispiel, über den mir unbekannten Film Leave Her to Heaven von John M. Stahl dies:
We get hints of incest along the way. Abortion. And even murder. Rain arrives to wash away any bad karma or spiritual residue that had been built up around the immaculate homes and set pieces depicted in the film. It seems to me that every stick of furniture and prop was pulled from a Spiegal Catalog. Clean as a whistle. Every locale in the movie is named or located by a body of water: Warm Springs, Spring Lake, Bar Harbor, for example.
Oder über Jane Fonda und Barbarella:
Jane Fonda (I bet) loves to watch this one late at night. Alone. A guilty pleasure? Perhaps. But just a hunch on my part. No longer constrained by the social concerns and politics of the sixties, she gazes at her past-self flickering away in the story's future, 40,000A.D., a woman of youth and beauty, and says simply: " God, you WERE a looker once." Perhaps I'm wrong about this scenario. I hedge. But maybe not. Maybe I'm soaring through velvet space toward infinity, with my good friend, Pygar (John Phillip Law), for wing support. Barbarella, on the other wing, is "a wonder...wonder woman." I'll bet Miss Fonda's last stitch of clothing on that thought. Double swear.
Und dann noch das über Dark Passage von Delmer Daves:
Sadly, or perhaps not, most condemned prisoners do not have a dame, a dude, and a plastic surgeon around to break their falls when they escape. But when Bogart busts out of the big house, San Quentin, the Good Samaritans start popping up like dandelions. His method of escape is to throw himself down a steep incline in a steel barrel. The cameraman rides tandem and becomes his eyes and point-of-view. Bogart hitches a ride with a nosy fellow I've seen before in the movies. He has deep-set eyes and a divot in his chin. Bogart quickly dispatches the mug to dreamland and ventures out into an uncertain landscape of creeps and coppers.
Die Übersichtsseite über sämtliche bislang 76 Kommentare von cooper1963 ist hier.
P.S.: Was man keinesfalls tun sollte, ist, einmal nachzusehen, was einer wie cooper1963 in den Messageboards so zu Nicht-Film-Themen zu sagen hat. Er könnte sich nur allzu leicht als rechter, Obama-hassender Vollidiot erweisen.
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PanelPicker
Stand der Dinge.
Das Musik- und Filmfestival SXSW, das jedes Frühjahr in Austin, TX stattfindet, ist mehr als nur ein Musik- und Filmfestival. Ein riesiges Event, das die ganze Stadt zum Konzert-Venue macht: das etwa auch. Ans Festival angegliedert ist außerdem eine Konferenz, zu Film-, Musik- und Interactive-(also: Internet im weitesten Sinn)-Themen. Die Panels des nächsten Jahres stehen im Moment (und noch ein paar Tage) basisdemokratisch zur Auswahl. Man konnte, wie bei einem wissenschaftlichen Call For Papers, Vorschläge zu Vorträgen/Diskussionen einreichen. Und du und ich können nun darüber abstimmen, was von Interesse ist.Die Übersicht über die - bislang 148 - eingereichten Vorschläge des Filmpanels ist eine spannende Sache. Es bildet sich darin ja durchaus etwas wie der Reflexionsstand der Dinge in Sachen Indie-Film und Film/Online-Zusammenhänge ab. Ganz basale Fragen tauchen auf wie: "Why Filmschool?" (Michael Chaney) - aus dem Text: "Are film schools cranking out hacks, skilled at the art of regurgitating formulaic content, or are there havens for the development of original artistic voices?" Am anderen Ende des Spektrums möchte Duncan Jones, Regisseur des viel beachteten Moon (und, ja, Sohn von David Bowie) erklären: "How to successfully make an indie sci-fi film": "Duncan Jones will discuss all aspects of his production Moon, from his early meetings with Sam Rockwell and finding a budget to shooting, post-production and finding distribution."
Irgendwo dazwischen liegen Vorschläge wie "The Intersection of Hollywood and Porn" oder "Legal and Business Issues in Film and Filmmaking". Aber auch und gerade um das Interface von Film/Filmkritik/Online geht es recht häufig: Der Filmblogger Chuck Tryon möchte über "Film Blogs as Contagious Cinephilia: Amateur Criticism and Movie Culture" diskutieren. Erik Childress adressiert ein Problem mit "Hyperbole in Film Criticism & Analysis". Und, aus meiner Sicht vielleicht der spannendste Vorschlag: Efe Cakarel, Gründer der Auteurs, würde gerne über seine Erfahrungen als Online-Programmkino-Betreiber berichten: "Nobody wants to watch your film: realities of online film distribution."
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Hatoyama
Parlamentswahlen: Japan.
Die wirklich interessanten Wahlen finden heute nicht in Deutschland, sondern in Japan statt. Es sieht ganz danach aus, als sollte die seit Jahrzehnten regierende LDP abgelöst und der Oppositionskandidat Yukio Hatoyama zum Ministerpräsidenten gewählt werden. Überlegungen dazu bei Momus - wo sich auch der Hinweis auf diese erstaunliche - nämlich erstaunlich bizarre - Flash-Animation von der offiziellen Website Hatoyamas findet:
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Fünf Links: Filme im Netz (2)
Quite a Handful.
Segundo de Chomon: Les Kirikis - Acrobates japonais (F 1907, 2'41'', Europa Film Treasures)
Irresistible film that inspired many artists (including choreographer Philippe Decouflé), this three-minute gem was shot by Segundo de Chomón (1871-1929), special effect specialist hired by Pathé to direct a series of films based on special effects and meant to compete with those of Georges Méliès. (Europa Film Treasures)
Jean Genet: Un chant d'amour (F 1950, UbuWeb)
Je ne sais si toute cette magie était sensible à qui, sans l'assistance, n'avait pas ce culte de l'amour homosexuel. Il faut pourtant le croire puisque, la bande terminée, un long silence régna. On sentait que l'impression était forte, la surprise complète pour certains. Sont-ce mes idées qui me firent trouver que rien n'avait pu choquer, puisque rien ne m'avait semblé vulgaire? Cette force de l'érotisme contenue dans chaque geste, soutenue dans chaque regard, apparaissait comme essentiellement légitime. (Yves-Claude Reignoux)
John Cassavetes: Minnie and Moskowitz (USA 1971, Youtube)
I was very tired when this movie started, but I'll be damned if it didn't fire me up. (Harry Knowles)
Paul Bartel: Death Race 2000 (USA 1975, Google Video)
I can understand society writing off the old folks as useless baggage, because we do that all-too-often anyway, but a child? Surely, even at our worst, humanity could not cheer at the sight of an infant being run over by a car. Well, except for Damien, but it is not as if a few more hugs from mom and dad (not his real dad; I mean the chump raising Damien as his own) are going to rescue the child of Satan from his dark path. (Badmovies.org)
Ann Hui: Nu ren si shi / Summer Snow (Hongkong 1995, ku6)
In 1995, Summer Snow won four Golden Horse Awards at the Golden Horse Film Festival and the Prize of the Ecumenical Jury and Silver Berlin Bear at the Berlin International Film Festival. The following year it won the Grand Prix at the Créteil International Women's Film Festival, severalGolden Bauhinia Awards, several Hong Kong Film Awards and the Hong Kong Film Critics Society Awards for Best Actress and Best Film. (Wikipedia)
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Fünf Links: Filme im Netz (1)
Fundstücke.
Von Zeit zu Zeit mache ich ab sofort ganz unzeremoniell auf Fundstücke im Netz aufmerksam. Jeweils fünf auf einmal, ohne Embedment, mit Zitaten zum Film, wo es mir interessant oder wichtig scheint. Hier die erste Ausgabe von "Fünf Links".
1. Clarence Brown: A Woman of Affairs (USA 1928, Youtube)
A Woman of Affairs, though stubbornly a silent picture, is nevertheless all talk and no action. But it goes without saying: I’ll take Garbo & Gilbert any way they come. And in another lavish MGM production from that Clarence Brown who, indoor or out, love scene or drawing room conversation, creates the most sumptuously romantic images the screen has seen, they come very nicely indeed. (A Life Cinematic)
2. John M. Stahl: Imitation of Life (USA 1934, Youtube)
Like the Douglas Sirk version, Stahl’s “Imitation of Life” climaxes with a lavish funeral procession. But what Sirk turns into a triumph of coolly expressive visual style becomes, in Stahl’s version, a sustained march of silent protest against a system as unjust as it is deeply ingrained. The film seems unable to put a name to the monumental grief it depicts with such devastating force. (Dave Kehr)
3. Luis Bunuel: El Gran Calavera (Mexiko 1949, Youtube)
This story, based on a comedy by Adolfo Torrado, would have amounted only to the airiest of fluff had not Buñuel taken merry advantage of the plot's several layers of deceit. The film, which has an exaggerated visual elegance to match its characters' fine manners, contains several delightful episodes in which the family's cordiality, never worth much in the first place, is worn even thinner than usual by everyone's complete uncertainty about just what everyone else is up to. But, Buñuel being Buñuel, politesse easily prevails at the expense of reason. (Janet Maslin)
4. Jiang Wen: Yangguang Canlan de Rizi (China 1994, Youtube)
Jiang's camera, wandering at will through space, and tracking and backtracking through time, embodies an absolute freedom just out of reach of the film's principals. Ostensibly a nostalgia film about the Cultural Revolution's "good old days", this film is much more: a self-consciously post-modern, post-"fifth generation" dismantling of the modern Chinese realist film; an ironic, romance-drenched interrogation of the possibility of eros and passion in a totalitarian era; and a meditation on the traps and opportunities afforded by creative mis-remembering. (Shelley Kraicer)
5. Victor Erice: Alumbramiento (Kurzfilm aus "Ten Minutes Older: The Trumpet", 2002, Youtube)
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DVD Tavernier
Korea, Rumänien etc.
Ich weiß gar nicht, ob ich hier schon einmal darauf hingewiesen habe. Der Regisseur Bertrand Tavernier betreibt ein alle Jubelmonate mal aktualisiertes DVD-Blog, in dem er, kurz gefasst und ohne analytischen oder sonstigen Ehrgeiz auf aktuelle und nicht ganz aktuelle DVD-Neuerscheinungen hinweist. Nun ist eine neue Ausgabe erschienen, es geht darin vor allem um asiatisches Kino: Vom japanischen (Hideo Gosha) bis zum koreanischen (Hong Sang-Soo, Lee Chang-Dong, Bong Joon-Ho). Aber auch der rumänische Film kommt dann noch vor. Eins zeigt der Eintrag jedenfalls eindeutig: Tavernier hat nach wie vor die Augen in alle Richtungen offen. Nur in französisch, leider.
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Veoh
In-te-res-ting.
Ein Videoportal, das ich bisher wenig beachtet habe, ist Veoh. Ein US-Anbieter, zu dessen Investoren Michael Eisner gehört, Ex-Chef von Disney. Veoh, das offiziellen Studio-Content der bestenfalls halb interessanten Art bietet, unterscheidet sich vor allem in einer Hinsicht von YouTube, Dailymotion et. al. Man kann dort nämlich Filme von beliebiger Länge am Stück uploaden wie ansehen. Es gibt nur eine Hürde: Ist der Film länger als dreißig Minuten, bekommt man auf der Website nur einen ein paar Minuten langen Teaser direkt.
Wer mehr sehen will, muss eine Gratis-Software installieren, die eine Download-, eine Library- und eine Player-Funktion umfasst. Nicht viel anders als iTunes oder Vuze etc. Das ist ganz kurz lästig, auf Dauer aber sehr praktisch. Der Download funktioniert, damit spart Veoh Serverspace und Bandbreite, durch Peer to Peer. Das Download-Format ist das von den Torrents dieser Erde vertraute AVI, das inzwischen auch der eine oder andere DVD-Player abspielt, Veoh hat zwar für einige osteuropäische Märkte, für weite Teile Asiens und diverse Länder seinen Service durch Geoblocking gesperrt. Westeuropa aber ist einer der Märkte, auf die sich der Service neben den USA konzentrieren will.
Nachdem ich nun ein wenig herumgestöbert habe, stelle ich fest: Da ist manch sehr Interessantes zu finden. Zum Beispiel Godards King Lear von 1987, der nach wie vor nicht auf DVD erhältlich ist. (Es handelt sich sichtlich um eine VHS-Kopie.) Oder auch Godards sonst nicht gerade überall greifbarer, im selben Jahr wie King Lear entstandene Komödie Soigne ta droite/Keep Your Right Up. (Kann man als Facets-DVD aus den USA bestellen.) Aber auch stichprobenartige Suchen nach William Wyler, William Wellman, Seijun Suzuki, Guru Dutt oder Rainer Werner Fassbinder (Despair!) führten zu das Cineastenherz erfreuenden Ergebnissen.
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World Artfilm Blogs
Sammlung.
In seinem Screenville-Blog sammelt Harry Tuttle Links zu cinephilen Blogs/Zeitschriften etc. im Netz. Und zwar abseits der anglo-amerikanischen Blogosphäre. Da ist bisher schon einiges zusammengekommen, weitere Links sind jederzeit willkommen.
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This Land Is Mine
Laughton.
This Land is Mine. Von Jean Renoir im amerikanischen Niemandsland gedrehter Film über Widerstand gegen die Nazis, mit einem faszinierenden Charles Laughton. Hier habe ich darüber etwas geschrieben. Und hier, in recht guter Bildqualität, bei YouTube der Film, von dem es nur eine spanische DVD-Version gibt, die man bei Amazon.de aus New Jersey bestellen kann:
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The Auteurs Daily
David Hudson ist zurück.
Das ging erfreulicherweise schneller als gedacht: David Hudson - The Aggregator! - ist zurück. Er wird seinen ungemein kundigen, umfassenden und jetzt auch noch einmal geschwindigkeitsoptimierten Filterservice ab sofort, was natürlich allerbestens passt, bei den Auteurs anbieten. Mit ein paar Veränderungen (tweet, tweet), die er in seinen einführenden Erklärungen vorstellt. Also: Willkommen zurück!
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Youtube Copyright
Grau bis schwarz.
Im aktuellen Film Comment findet sich ein Artikel des argentinischen Filmkritikers Quintín über eine Internet-Filesharing-Börse, die er weder beim richtigen Namen noch bei der Internet-Adresse nennt. Sein Codewort dafür lautet "Black Crow" - jeder, der diese Börse kennt, weiß warum. Wenn er schreibt, dass es da alles gibt, was das cinephile Herz begehrt, übertreibt er weiß Gott kaum. Vor allem gibt es dort vieles, das man nirgends sonst findet; schon gar nicht legal. Er erwähnt in diesem Artikel auch, dass kaum einer seiner cinephilen Freunde dort nicht Mitglied ist. Ich kann diesen Eindruck aus dem eigenen Umfeld nur bestätigen.
Mein Eindruck ist: Auch die Zahl der cinephilen Youtube-Kanäle nimmt rasant zu. Gewiss, da wird gelöscht, einzelne Titel und auch ganze Kanäle. Nur stecken da nicht das Geld und die Energie und die Manpower dahinter, die die Industrie mit ihren Löschindustrie-Abteilungen und inzwischen auch ihrer Mustererkennungs-Löschsoftware sich leisten kann. Dergleichen ist den sich stets nach der Decke streckenden cinephilen DVD-Labels völlig unmöglich. Anspruchsvolles Kino, dessen Produktion nur bedingt irgendwelchen Marktlogiken entspricht, steckt sowies schon in einer Nische, in der sich die Mühe nur mit viel Leidenschaft, Geduld, Idealismus überhaupt rechtfertigen und/oder amortisieren lässt. (Wo ohnehin - so gut wie - kein Gewinn mehr zu machen ist, sieht die Lage übrigens entspannter aus, dazu mehr in einem Gespräch mit dem Ubuweb-Gründer Kenneth Goldsmith im nächsten CARGO-Heft.)
Schlimm ist es aber im Fall genau jener DVD-Labels, deren Arbeit wir alle so großartig finden, von Facets bis Carlotta, von Criterion bis Masters of Cinema, von Salzgeber bis Absolutmedien. Wenn das, wovon DVD-Labels leben, die in diese Nischenmärkte ihre ganze Energie stecken, dann einfach gratis und frei als Kopie auftaucht, ist das (für sie) schon eine Katastrophe. Gewiss, nicht jeder illegal online geschaute Film ist identisch mit einer nicht gekauften DVD. Gewiss, es gibt Fälle, in denen die Raukopie sogar eher Werbung macht fürs legal Käufliche. Summa summarum aber ist und bleibt es mit Sicherheit eine höchst problematische Angelegenheit. (Und wo die Verwerter leiden, leiden die AutorInnen in diesem Fall erst recht.)
Ich bin darum hin- und hergerissen in der Frage, was ich im Blog verlinke oder, meist sogar: einbette. Bei Septemberweizen (Peter Krieg) hatte ich schon ein ganz schlechtes Gewissen, weil der Film ja immer noch bei Salzgeber auf DVD greifbar ist. Andererseits bin ich natürlich begeistert, wenn Sachen auftauchen, die es sonst entweder so gut wie gar nicht oder nur ganz entlegen gibt. Meine Daumenregel war bisher, dass ich nur solche Filme hier verlinke und einbinde, die in Deutschland nicht zugleich als reguläre DVD greifbar sind. Ich bin da aber insgesamt unsicher, weniger, was das juristisch, als was das ethisch Richtige ist. Insofern wäre ich über Kommentare von Seiten der Leserinnen und Leser sehr dankbar.
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Moulletc.
Video-Interviews.
Craig Keller verlinkt bzw. postet im Cinemasparagus-Blog Interviews vom Vimeo-Kanal Independencia (den aufzusuchen lohnt, auch Thomas Heise, James Benning und andere sind da in Clips zu sehen): Im Video-Gespräch zu sehen Raya Martin, Pedro Costa, Jean-Pierre Gorin und Luc Moullet. Von letzterem außerdem noch ein kurzer Ausschnitt einer Einführung, mit englischer Übersetzung, sort of:
FID Ouverture from Independencia on Vimeo.
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Is free the future?
Gladwell on Anderson
«And then there is his insistence that the relentless downward pressure on prices represents an iron law of the digital economy. Why is it a law? Free is just another price, and prices are set by individual actors, in accordance with the aggregated particulars of marketplace power. “Information wants to be free,” Anderson tells us, “in the same way that life wants to spread and water wants to run downhill.” But information can’t actually want anything, can it? Amazon wants the information in the Dallas paper to be free, because that way Amazon makes more money. Why are the self-interested motives of powerful companies being elevated to a philosophical principle?»
Lesenswert und frei im Netz: Malcom Gladwell kritisiert das neue Buch des Wired-Herausgebers Chris Anderson: Free: The Future of a Radical Price - im New Yorker.
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Bollywood Filme
Streaming.
Die Bollywood-Produktionsfilmr Rajshri betreibt seit mehr als zwei Jahren ein Online-Portal, auf dem aktuelle und ältere Filme gestreamt werden. Das ist inzwischen das erfolgreichste Angebot für den Hindi-Markt und auch Kanäle für die kleineren Sprachen Tamil, Telugu etc. sind inzwischen eingerichtet. Kein Wunder, dass das so viele Zuschauer findet: Das Angebot an Filmen, TV-Shows, Musikvideos etc. ist sehr umfangreich. Das Tolle: Es gibt offenbar - wohl wegen der vielen InderInnen im Ausland - kein Geoblocking. Das nicht so Tolle: Die meisten Filme findet man nur im Original ohne Untertitel. Ein paar englisch untertitelte Filme lassen sich mit ein bisschen Geduld aber doch auftreiben (leider gibt es keine eigene Kategorie dafür). Drei habe ich auf den ersten zwanzig Hindi-Ergebnisseiten gefunden:: Ashutosh Gowarikers SWADES (mit Shah Rukh Khan, sehr sehenswert), Sooraj R. Barjatyas VIVA (keine Ahnung), Mukul Anands Hum (mit Amitabh Bachchan und Rajnikant, viel Begeisterung bei IMDB). Sehr viel besser sieht es auf der Tamil-Seite aus; da gibt es etwa - leider als einzigen seiner Filme - Mani Ratnams ROJA (mehr dazu) mit Untertiteln. Außerdem z.B. die Jane-Austen-Verfilmung Kandukondain Kandukondain (mit Aishwarya Rai und Tabu) und ... ok, noch eine Menge. I'll be back.
Daneben aber auch hoch interessantes anderes Material, etwa die BBC Motion Gallery, die historische BBC-Aufnahmen mit Indien-Bezug zeigt. [via NewTeeVee]
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Future Stream
Ausblicke.
Sehr interessante übersicht von Andrew O'Hehir über Streamingmöglihckeiten für Filme im Netz. Aus deutscher Sicht für praktische Zwecke leider sehr eingeschränkt brauchbar wegen Geoblocking, aber als Blick in eine hoffentlich bald auch bei uns erkennbare Zukunft eine spannende Sache: "Movies Online, the Future is (Almost) There".
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Arnaud des Pallières
Prolegomena.
Ich weiß nicht viel über Arnaud des Pallières. Sogar das Internet weiß nicht sonderlich viel über Arnaud des Pallières. Er ist 1961 geboren, er hat Literatur studiert, er hat Theater gespielt, sogar eine eigene Theatergruppe gegründet. (Ein anderer aufregender französischer Regisseur, der vom Theater kommt, ist Eugene Green.) Er hat 1997 seinen ersten Spielfilm gedreht, er trägt den Titel Drancy Avenir und Richard Brody schreibt darüber:
Eschewing talking-head interviews and archival footage, des Pallières puts Holocaust testimony into surprising contexts. A survivor’s shocked description of the Drancy camp and his horror at returning to an indifferent France is heard over a view through a window into a courtyard in modern-day Drancy and continues over a clip of Orson Welles playing Shylock in a production of “The Merchant of Venice.” The juxtaposition suggests, as the history teacher declares, that what is at stake in reaching the truth about France’s role in the deportations is nothing less than “humanity’s cultural heritage.”
Den Film gibt es auf DVD, erstaunlicherweise auch mit deutschen Untertiteln. Ich habe ihn noch nicht gesehen.
Dann ist da ein Kurzfilm, der ist schon älter, von 1994, Les Choses Rouges, er spielt, lese ich in der Pariser Banlieue. Es geht wirklich um rote Dinge. Dieses Bild stammt aus dem Film:

Der einzige Film von Arnaud des Pallières, den ich kenne, heißt Adieu. Er ist aus dem Jahr 2004, er hat eine der verblüffendsten Vorspannsequenzen. Ich weiß auch, dass des Pallières seine Filme schneidet, dass die Phase des Schneidens viele Monate dauert und dass das Wichtige erst im Schnitt passiert. Adieu ist vielleicht ein Spielfilm, eher aber nicht. Es ist ein experimenteller Spielfilm, ich habe darüber geschrieben, das folgende ist ein Auszug aus dem Film. Die Kamera zittert in Adieu, es ist keine Manier, sondern es ist ein Film, der die Welt, selbst zitternd, als zitternde erfasst:
Im letzten Jahr hat Arnaud des Pallières einen weiteren Langfilm fertiggestellt. Er heißt Parc und lief in einer Nebenreihe in Venedig im letzten Jahr. Es gab nicht viele Reaktionen darauf, die wenigen, die ich las, waren nicht sehr freundlich. Ich habe ihnen aber nicht getraut. Ich weiß jetzt aber, wie Arnaud des Pallières aussieht. Die Hauptrolle in Parc spielt Jean-Marc Barr, dies ist über den Film in einer der unfreundlichen Reaktionen, denen ich nicht traue, zu lesen:Arnaud de Pallieres’ film is a would-be indictment of contemporary French malaise featuring entwined psychodramas: in one well-appointed suburban home, a miserable teenage boy suffers a nervous breakdown; next door, a miserable corporate type is also coming unglued. The latter takes time out to lunch with his poisonous mother, which gives him a rather nasty bit of inspiration and the filmmakers their rather ridiculous climax. All this after the de rigueur dispassionate sex sequence, of course — these new-school French provocateurs do love their anti-ooh-la-la.
Parc lief, irgendwie und sicher mit sehr wenigen Kopien, im Januar diesen Jahres in französischen Kinos. Deshalb gibt es einen Trailer, der ist hier:Es gab noch einen weiteren Kurzfilm, fürs französische Fernsehen entstanden, er heißt Disneyland, mon vieux pays natal und stammt aus dem Jahr 2002. Er ist wirklich in Disneyland gedreht, dieses Bild stammt daraus:
Dieser Eintrag hat einen Anlass. Es gibt nämlich einen weiteren Film von Arnaud des Pallières. Auch er entstand für das französische Fernsehen, eine Reihe über Schrifstellerinnen und Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Der Film heißt Is Dead (Portrait Incomplet de Gertrud Stein) und es geht wirklich um Gertrude Stein. Man sieht beschleunigte Aufnahmen von Père Lachaise (ein Grab wird ausgehoben), man sieht Aufnahmen von Gertrude Stein (dokumentarisch). Dazu zwei Stimmen, die eine ist die von Michael Lonsdale. Man hört Texte dazu, von Gertrude Stein. Die Texte sind französisch, keine Untertitel dazu. Dennoch. Der Film ist jetzt bei UbuWeb aufgetaucht, er ist zweiundfünfzig Minuten lang, er stammt aus dem Jahr 2002 und ich stelle ihn hier hin:
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Anthology at UbuWeb
Schätze.
Bei Experimental Film bin ich gerade auf die Tatsache gestoßen, dass es im unschätzbaren Online-Archiv UbuWeb seit dem letzten Mai eine Sammlung von Audio-Aufzeichnungen aus den Archiven des von Jonas Mekas gegründeten Anthology Film Archive gibt. Das sind, für den Kreis der Interessierten, wahre Schätze. Hier nur eine kleine Auswahl:
- Zwei Diskussionsrunden vom 28.10.1953, bei denen unter anderen die Filmemacherin Maya Deren, der Dichter Dylan Thomas und der Dramatiker Arthur Miller (wer hätte geahnt, was aus der in der Einführungsrunde erwähnten Sache mit Marilyn Monroe würde!) über Dichtung und Film diskutieren. (Eine schriftliche Zusammenfassung hat der Moderator des Panels, Willard Maas, in der Zeitschrift Film Culture veröffentlicht, die für die US-Experimentalfilmszene von zentraler Bedeutung war. Auch aus dieser Zeitschrift gibt es bei UbuWeb ausgewählte Beiträge.)
- Ein Gespräch zwischen der Kritikerin Pauline Kael und dem Experimentalfilmer Stan Brakhage aus den Sechziger Jahren. (Kael kommt dabei ziemlich ignorant über.)
- Ein Gespräch der Filmemacher Jonas Mekas und Emile de Antonio.
- Ein Vortrag des Filmemachers Hollis Frampton an der Binghampton University im Jahr 1972.
- Eine faszinierende Kuriosität, die bei UbuWeb so beschrieben wird:
Filmmakers Ken Jacobs, Stan Brakhage and Larry Gottheim meet with the Binghamton Council of Churches to defend Herman Nitsch's performance at Binghamton University, which involved the slaughtering of a lamb, and its reception by the greater Binghamton community. The event had taken place in the midst of a weeklong focus on filmmaker Peter Kubelka.
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Filmkritik, statistisch gesehen
Inside baseball.
Dies ist die Zusammenfassung der Kritiken, die Götz Spielmanns oscarnominierter Film Revanche in den USA erhalten hat. Aufgeschlüsselt nach Größe der Publikation, Niveau/soziologische Einordnung des Erscheiungsorts und Bewertung. Zusammenfassung heißt: Es gibt noch sehr viel mehr statistische Daten auf der relativ neuen Website Moviereviewintelligence, die in einem Artikel der New York Times vorgestellt wird.
Die Macher der Seite behandeln Filmkritik wie Baseball oder eine andere der Sportarten, denen man in den USA mit Statistik beizukommen versucht. In der Tat lässt sich alles in Zahlen ausdrücken. Selbstverständlich, wo der Film auf einer 100-Punkte-Skala liegt. (Revanche: 82,7.) Zum Beispiel, wie schnell die Kritiken um den/nach dem Start erscheinen. Wieviele Prozent der potenziellen Gesamtleserschaft sie erreichen. (Zur Kenntnis genommen werden Filmkritiken von insgesamt, sagt die Statistik, genau 71 480 980 US-BürgerInnen.) Festgestellt werden kann die Streubreite der Kritiken. Eingeschätzt werden kann, was die Kritiken, müsste man den Platz in der Zeitung als Werbung kaufen, wert sind. (Bei Revanche: 246 000 Dollar.)
Aber auch die KritikerInnen selbst werden erfasst. Man kann nachsehen, wie positiv oder negativ ihre Bewertungen im Durchschnitt ausfallen. (Wobei es natürlich sehr davon abhängt, welche Filme sie besprechen müssen; bzw. wie sehr sie es sich aussuchen können. Naturgemäß werden RedakteurInnen, die selbst bestimmen, worüber sie schreiben, insgesamt weiter oben liegen im Schnitt.) Man kann auch sehen, wie fleißig sie sind - auf die Stelle hinter dem Komma wird die Häufigkeit der Kritiken pro Woche erfasst.
Und hier noch die Grafik für den Pixar-Film Up, der unendlich viel mehr besprochen ist als Revanche - und auch besser, mit einer Wertung von 94,7 Prozent.

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Medusenblog
goncourt
Und, sagte er lauernd, wenn ich jetzt behaupte, dass das ungefähr tollste Blog der Welt vielleicht doch das von Goncourt ist? Ja, sage ich da. Gut möglich. Auf seine Art.Goncourt's ist das tollste Blog der Welt.
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Over & Done With
No.
"cinema" is over & done with
Steven Shaviro
Stephen Dwoskin hat mich gegen Ende des Interviews, das wir führten, gefragt, ob ich glaube, dass das Kino tot sei. Ich habe kurz gezögert, dann einen Satz formuliert, in dem das Wort CARGO und das Internet vorkamen und dann sinngemäß, ja, sogar wörtlich gesagt: "No."
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Kleine Injektionen an Freude
Click Opera.
Das ungefähr tollste Blog der Welt ist ja, meiner bescheidenen Meinung nach, das Blog Click Opera des - seinerseits nicht unbedingt bescheidenen - Musikers, Denkers, Autors Momus alias Nicholas Currie. Aber Grund zur Bescheidenheit gibt's ja auch keinen. Im Februar lief, ohne dass ich es merkte, im Deutschlandfunk ein Momus-Porträt von Katharina Teichgräber. Das hat, mit vielen geschmeichelten Anmerkungen, nun Momus selbst als Bootleg auf seinen Server gestellt. Es geht um Yvonne Rainer, die Frankfurter Schule, Andy Warhol, die Schönheit, die man der Welt hinzufügen muss, seinen ersten, in diesem Jahr erscheinenden Roman und vieles, vieles, vieles (vieles!) mehr. Alles sehr schön und für den Fan ist es sowieso ein Muss.
Neulich, irgendwann zwischen seinen Kunst-Auftritten in Frankfurt (Main) und New York, wurde Momus in England zu Leben und Werk befragt. Das ist auf Youtube zu finden, jetzt eingebettet auch hier:
Hier noch ein Video von der Momus-DVD "Man of Letters":
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PicJoke
Schau mir in die Augen.
Nettes Spielzeug. Bei PicJoke kann man mit einem Klick diverse, täglich neue Bildbearbeitungseffekte erzielen. Eine Meta-Reflexion wie diese zum Beispiel:

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Cargo Collective
Die Kultur als ganze.
Auf jeden Fall schon mal eine kluge Namenswahl: Willkommen, Cargo:
Cargo evolved out of the system that runs the SpaceCollective community. We found it remarkably successful and efficient in creating visual content on the web, placing a strong emphasis on design, layout, image quality and typography. Our goal is to dramatically increase the accessibility and exposure of creative individuals on the Internet, while aspiring to build a networked context that will contribute to the culture as a whole.
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Umgenutzt
YouTube-Aneignung.
Die Marketing-Agentur Boone Oakley hat ihren Website-Auftritt komplett als YouTube-Kanal gestaltet. Brillante Umnutzung medialer Plattformen für eigene Zwecke. So sieht das aus [via turi2]:
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Marker Pelechian [Second Life]
Chat-Transkript.
Der Chat ist als diskursives Medium wenig geeignet. Hat aber andere Reize. Hier das Wortlautprotokoll von Chris Markers Führung durch seine Ausstellung im Second Life. Sergei Muraski ist das Alias von Marker. Auszug [via chrismarker.org]:
[17:07] Sergei Murasaki: Do you people all know POelechian ?
[17:07] Chiyushi Himanez: NO!
[17:07] Eupalinos Ugajin: yes
[17:07] Sergei Murasaki: Pelechian
[17:07] Esther Timeless: yes
[17:07] Chiyushi Himanez: He remains unknow in the U
[17:07] Haveyouseen Lubitsch: yes they are great !
[17:07] Chiyushi Himanez: S
[17:07] Eupalinos Ugajin: just saw the seasons once more at “Bouffes du Nord”
[17:08] Haveyouseen Lubitsch: Memoriy and politic and cinema
[17:08] Chiyushi Himanez: what can you tell us?
[17:08] Sergei Murasaki: He’s the last living inheritotr of the great Russian dynasty
[17:09] Sergei Murasaki: Eisenstein, Dozhenko, Barnet…
[17:09] koala Markus: does he make films again
[17:09] Vivre Mai: he is armenian isn’t he?
[17:10] Sergei Murasaki: Under stalinism he could mlanage to make films, with much suffering
[17:10] Sergei Murasaki: Since democracy, non
[17:10] Sergei Murasaki: none
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David Lynchs Interview Project
Drive By Shooting.
It's human and you can't stay away from it - erklärt David Lynch. Er hat dieses mit Spannung erwartete Projekt produziert, das sich "Interview Project" nennt. Das Prinzip ist so einfach wie bezwingend. Eine Reise, 70 Tage, 20.000 Meilen lang, durch die USA. Es beginnt in Needles, California, am Straßenrand, obdachlos: Jess. Das Team - David Lynch selbst ist nicht dabei - fährt durchs Land und interviewt Leute, die bereits sind, vor die Kamera zu treten. Der erste Film - es wird jeden Tag eine weitere Episode geben - macht klar: Mehr als Schnipsel werden das nicht. Straight Story light. Americana, ganz kurze Einblicke und Eindrücke, aber vielleicht hat das auch seine Richtigkeit: Drive By Shooting, ein Bild aus kleinen prismatischen Momenten.
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Update Bad Lieutenant
Trailer-Folge.
Der vorhin erwähnte, von vielen als echter Heuler betrachtete Trailer zu Werner Herzogs Bad Lieutenant hat einen kleinen Twitter-Sturm losgetreten. Regel des Spiels: möglichst absurde Remake-Ideen existierender Filme für Werner Herzog. Such-Tag: wernerherzogremake.
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Arachne
Metamorphosen.
Kluge: Was zum Beispiel Godard macht in seinen "Histoire(s) du cinéma" - dass er jetzt das ganze Kino als eine Partitur sieht und es, als wäre er Ovid, in seinen Metamorphosen vorführt, wobei er die Nebensachen miteinander verknüpft. Das ist es, was Sie machen können, wenn Sie einen Garten anlegen . . .
SZ: Wobei Godard immer noch einsam und allein gärtnert . . .
Kluge: Schade, dass er so ein Einzelgänger ist, ich wäre gern sein Gefolgsmann gewesen, habe es ihm so oft angeboten. Er ist wie die Spinnerin Arachne, die Geschichten in ihre Gewänder hineinwebt, den ganzen Trojanischen Krieg, die Heimkehr des Odysseus. Und die Göttin Athene, auch eine Künstlerin, ist neidisch und verwandelt sie in eine Spinne. Das ist unser Kennzeichen.
Alexander Kluge im SZ-Interview über die Internet-Version seiner Fernseh-Gesamtkunstwerke.
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luxury profession
Mike D'Angelo über Cannes.
Für Greencine Daily spricht Aaron Hillis mit dem soeben aus Cannes zurückgekehrten Kritiker Mike D'Angelo - mein Mann in Cannes, wenn Sie sich erinnern - über seine Erlebnisse dort. Am Anfang geht es um das ganz neuartige Cannes-Erleben, das mit den instantanen Reaktionen via Twitter zu tun hat (oder, selbe Sache, mit den SMS aus Cannes von Cristina Nord und Dominik Kamalzadeh bei uns). Mir ging es sehr ähnlich wie D'Angelo, es war auch für mich das erste Mal, dass bei einem Event dieser Art so verlässlich die Blog- und Twitter-Stimmen viel interessanter waren als die Zeitungs-Artikel, die mit so großer Verspätung kamen. Nicht zuletzt der Mangel an Freiheit der Form war bei vielen der Feuilleton-Texten in den offiziöseren Publikationen oft sehr stark spürbar im Vergleich. Ganz erstaunlich und großartig insbesondere die Texte von David Phelps und Daniel Kasman im Auteurs Notebook - die beiden haben tatsächlich das Format der Festival-Spontan-Kritik auf höchst anspruchsvolle Weise radikalisiert. D'Angelos Kritiken aus Cannes finden sich übrigens beim A.V. Club, der Filmkritikabteilung der Satire-Publikation Onion.
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Auteurs - Update
Wow.
Update zur gestrigen Meldung. Die ersten vier Filme im neuen World Cinema Foundation-Kanal bei The Auteurs sind weltweit zur Ansicht freigegeben. Und was für Filme! Die beiden, die ich kenne, sind auf ihre völlig verschiedene Weise ganz, ganz großartig. Djibril Diop Mambetys Touki Bouki zum einen (hier etwas darüber), Kim Ki-youngs The Housemaid (hier ganz kurz erwähnt) zum anderen. Ich kenne Transes von Ahamed El Maanouni und Metin Erksans Trockener Sommer bisher nicht, werde das aber nun bequem und schleunigst nachholen. Man muss sich bei The Auteurs registrieren, dann kann man auf der WCF-Seite die Filme sehen. Einfach so, ohne Unterbrecher-Werbung, in hoher Qualität. Wenn das die Zukunft der Weltkino-Geschichte im Internet ist: Dann soll sie so schnell wie möglich kommen.
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Auteurs - Scorsese
Big Deal.
Wir verfolgen, wie Sie gemerkt haben, was das Online-Programmkino-Projekt The Auteurs treibt, mit großem Interesse. Heute haben die Jungs ihren bisher wohl größten Coup gelandet. Sie haben nämlich in Cannes ihre Kooperation mit Martin Scorseses World Cinema Foundation verkündet - ein eigener Kanal für deren restaurierte Filme wird sehr prompt eingerichtet. Mit im Boot ist die DVD-Premium-Marke Criterion, die schon länger mit Auteurs zusammenarbeitet. Auf dem Gruppenfoto (bei Indiewire, da auch die ausführliche Meldung) außerdem: Martin Scorsese und sein neuer Executive Director Kent Jones, der - wir hatten berichtet - vor kurzem im Unfrieden als einer der Kuratoren die New Yorker Film Society of Lincoln Center verlassen hatte. Vermittelt hat den Deal übrigens der Independent-Arm der Hollywood-Agentur Endeavor, die im Zentrum des Starsystems im ersten CARGO-Heft stand.
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Like Brando in Tahiti
The World's Greatest Cobbler.
Am nächsten Samstag, ich hatte schon darauf hingewiesen, kann man Chris Markers Avatar im Second Life begegnen. Criterion nimmt das zum Anlass, ein ebendort vor einem Jahr in französischer Sprache geführtes Interview ins Englische zu übersetzen. Ganz kurzer Auszug, in dem es um Dinge geht, die auch unsereinem wichtig sind:
SM: I really like great American television series. You mentioned politics. Has there been anything as good as The West Wing?
IA: How about The Wire?
SM: I was going to mention it next. But there I’d say sociology rather than politics. Only, they should have English subtitles.
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Nicodemus bei den Auteurs
Jetzt im Netz.
Jetzt online: Katja Nicodemus hat auf Spesenrechnung der "Zeit" die Macher der ambitionierten Internet-Programmkinoseite The Auteurs im kalifornischen Palo Alto besucht.
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Unspoken: Béla Tarr
Unspoken #1
Ein neues Online-Magazin, Titel: Unspoken. Untertitel: A Journal for Contemplative Cinema. Das gleichnamige Blog gibt es schon länger. Erste Ausgabe ist gewidmet: Dem ungarischen Filmemacher Béla Tarr. HerausgeberInnen: Yvette Biró, Harry Tuttle und Edwin Mak. Das ganze ist philosophisch orientiert, für meinen Geschmack sicherlich ein wenig zu Tarr-gläubig (ich bewundere Sátántángo, aber The Man From London war eine Tortur), und Edwin Maks begeisterte Besprechung von Mitherausgeberin Birós Buch "Turbulence and Flow" nimmt sich ein wenig seltsam aus. Ansehenswert auf jeden Fall: Tuttles Fotomontage zu Gesichtern und Händen inTarrs Film Family Nest.
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P2P Flatrates
Choruss.
Janko Roettgers berichtet bei NewTeeVee von der Flatrate-Front:
Faced with years of brutal sales declines, the music industry has started to embrace the idea of legalizing P2P file-sharing through an ISP fee. Warner Music hired music industry veteran Jim Griffin last year to create a licensing organization called Choruss that’s currently signing up campuses for flat-rate licensing field tests. The Isle of Man, a small tax haven located between the UK and Ireland, is working on its own flat-rate model. Canadian songwriters recently threw their support behind a flat-rate model, and most major labels seem to be at least open to discussions.
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Google Street View
Bildbeschreibung
Es gibt Google Street View noch nicht für Deutschland, aber doch für einige Orte, in denen ich wichtige und schöne Zeiten meines Lebens verbracht habe. Und ich muss sagen: Google ist ein ambivalentes Monster, gewiss. Mehr oder weniger alles, was sie anpacken, ist großartig und auch problematisch. (Google Books ist natürlich fantastisch! Wer das nicht sieht, ist blind. Aber als Monopol-Betrieb wäre es eben auch eine höchst bedenkliche Einrichtung.) (Ende des Google-Haareraufens.)
Aber: Ich halte die Bilder von Google Street View für neuartig und für relevant - als für Außenstehende komplett leere, für den, der kennt, was er sieht, instantan mit Affekt besetzbare Bilder. Sie machen einem ja nicht vor, live zu sein. Aber sie sind nah genug dran. Sie machen die Welt in den Ausschnitten, die bereits vorliegen, schlicht und ergreifend: dem Blick verfügbar. Und das Abwesende, besonders das banal Alltägliche am Abwesenden, machen sie präsent. Das hat durchaus Offenbarungscharakter und ich finde völlig verständlich, dass man darauf beim ersten Anblick so jubilatorisch reagiert, wie der - übrigens grandiose - Kriminalautor Adrian McKinty das tut, der in Australien lebt und gerade auf seinen Geburtsort in Nordirland gestoßen ist: Eine Bild(bewegungs)beschreibung.
If you go straight on you immediately pass my local supermarket, chippie and off license and if you continue up the road 100 yards to the first roundabout and turn left on Princes Way (you'll also need to look left on the little compass thingy) you come to my old school, Victoria Primary. If you immediately turn right on Coronation Road you're on the road where I spent most of my childhood and eventually you'll pass the house, indeed the very bedroom window, inside which I was born. I was quite shocked by all this, especially when I continued up Coronation Road, turned left again and went past Victoria Cemetery, for there with its name blurred for privacy was my father's grave. I was actually quite stunned for a while, but after the initial shock came a feeling of happiness and I thought how wonderful it was to see and virtually walk around these places from 10,000 miles away.
Symbolfoto
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Yooouuutuuube
WTFragg-Ment.
Und via Nerdcore was ganz Fantastisches: Yooouuutuuube. Der Name deutet an, worum es sich handelt: einen Youtubefilmvervielfacher. Soll heißen, diese Animationssoftware nimmt jeden Youtube-Flashfilm und spielt ihn verkleinert und vervielfacht ganzseitig im Browser ab. Und zwar so, dass die einzelnen Bilder leicht zeitversetzt starten. Aber was erkläre ich lange rum. Man nehme einfach Len Lyes Swinging the Lambeth Walk - hier das Original -
und gebe die YouTube-ID (jGNfNYpfH74) in die Yooouuutuuube-Adresszeile ein: Dann kommt DAS dabei raus. Über den Rest der Zeile kann man die einzelnen Parameter - Zahl der Quer- und Längsreihen, Zoom - verändern. Viel Spaß dabei. (Womöglich ist es sogar ziemlich widersinnig, ausgerechnet einen Experimentalfilm zu vervielfachen. Schließlich kommt in jedem Fall was Experimentalfilmartiges dabei raus.)
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Stories on Human Rights
Kurzfilme von Weerasethakul u.a.
Eigentlich geht das nie gut: Omnibusfilme. Und dann noch mit Botschaft. Menschenrechte. Was soll man dazu schon sagen oder zeigen. Im letzten Jahr hat das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte zum 60. Jahrestag der Menschenrechtserklärung einen Omnibusfilm produziert, mit EU-Mitteln, französischen und brasilianischen Geldern. Heraus kamen 22 Filme à ca. 3 min. Seit Anfang Januar werden sie, einer nach dem anderen, offiziell bei YouTube reingestellt, inzwischen sind 16 davon in guter Qualität dort zu betrachten. Ich habe erst rund die Hälfte davon gesehen - Tipps zu in diesem Eintrag nicht erwähnten Hightlights jederzeit willkommen.
Zwar ist manches nicht so toll (der Lassofilm von Teresa Serrano, naja), insgesamt aber würde ich sagen: Erstaunlich. Kann man mal sehen, dass großartige Filmemacher auch bei der Überbringung von Botschaften sehr Interessantes zustandebringen. In der Mehrzahl der gelungenen Filme nicht durch Verkünstelung, sondern durch Einfachheit.
Sehr beeindruckend finde ich etwa Abderrahmane Sissakos Beitrag zum Thema "Würde":
Gelungen auch Jia Zhang Kes Black Breakfast, ein eigentümlich surreales Stück über Umweltverschmutzung:
Sehr überzeugende Bildfindungen im Kindersoldaten-Beitrag Dangerous Games von Marina Abramovic, der Performance-Künstlerin, um deren zweiten Kurzfilm es sich dabei handelt:
Und dann ist da noch Apichatpong Weerasethakuls sehr schöner Mobile Men:
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Clint Eastwood (Upsetters)
Ein mir bislang unbekanntes, aber auf der Stelle einleuchtendes YouTube-Genre. Die Platten-Aufnahme.
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Thome YouTube
Clips und Trailer.
Rudolf Thome stellt gerade mit beträchtlichem Tempo Ausschnitte aus und Trailer zu seinen Filmen bei seinem YouTube-Kanal moanafilm ins Netz. Von ganz frühen Sachen angefangen, etwa diesem Ausschnitt aus seinem ersten,1964 entstandenen gemeinsam mit Klaus Lemke und Max Zihlmann geschriebenen Kurzfilm Die Versöhnung (wenn ich die Imdb recht verstehe, sieht man Lemke auch in dem Auszug - als den Mann, der auf der Treppe sitzt, aufsteht und nach vorne aus dem Bild geht).
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Modern Mechanix
Zukunft von gestern.
Das Blog Modern Mechanix tut etwas sehr Einfaches und Großartiges. Es publiziert, unterteilt in verschiedene Rubriken, Poster, Werbeanzeigen, Zeitungs- und Zeitschriftenartikel der letzten Jahrzehnte, die auf die technische Zukunft vorausblicken. Daher der Untertitel des Blogs: Yesterday's Tomorrow Today. In Text und Bild. Hier ein Artikel aus dem Jahr 1936:
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Kevin Lee in Berlin
Letzten Freitag, ich hatte schon kurz drüber gebloggt, war Kevin Lee im Arsenal bei den Freunden von der Kunst der Vermittlung zu Gast und sprach über sein Video-Essay-Projekt Shooting Down Pictures. Ich hab ja noch Scherze gemacht, dass man das doch streamen könnte. Beinahe, denn Kevin Lee hatte seine Videokamera dabei:
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Chris Marker News
Begegnung mit Markers Avatar.
Eines von Chris Markers Hauptwerken, Le fond de l'air est rouge, auf Englisch: Grin Without a Cat, ist jetzt, vorläufig exklusiv, im Wexner Store auf DVD zu haben, für knapp 30 Dollar. Im dazugehörigen Blog findet sich ein zum Film gehöriges Zitat von Chris Marker über das Schicksal der 68er-Linken, aus dem Mai 2008.In May, anyway, the final whistle came quickly: with the first casualty…. Left to their own devices amidst a reassured country, they became weakly and purposeless. Historical anarchy had died – heroically – in Spain. To refer to it now made no more sense than being a royalist, unless it became an ideological business, quite profitable at that. The Communist Party had missed every helping hand offered by History and started the long spin of a motorless airplane. French Maoism would remain a landmark in the history of teratology. The foolishness of morons is a plague, but statistically speaking we have to put up with it. What is fascinating is the foolishness of clever people and, in this particular case, some of the cleverest.
Ich persönlich würde ja meine linke, meine rechte, na, doch meine linke Hand dafür geben, Chris Marker für CARGO interviewen zu können. Leider gibt der Mann keine Interviews. Aber.
Aber es gibt eine Gelegenheit, seinen Avatar kennenzulernen. Und zwar am 16. Mai, ab 19 Uhr Ostküsten-Zeit USA (müsste dann, tja, ein Uhr nachts bei uns sein). Ort: Second Life. Dort wird Marker durch eine von ihm kuratierte/ihm gewidmete Ausstellung führen, über die Haden Guest, Leiter des Harvard Film Archive, das foglende schreibt [via hier]:
The Harvard Film Archive SECOND LIFE event with Chris Marker will take place on Saturday, May 16 at 7PM. Chris (through his avatar) will be leading a guided tour of his museum and answering questions from myself and a colleague (or rather our avatars) and also taking some from the audience (in the form of another avatar waiting at the conclusion of the tour). The show will also include various video pieces and film clips—single-channel versions of The Hollow Men, Silent Movie and Pictures at an Exhibition plus a number of clips and perhaps other slide shows, all projected in the actual HFA rather than the virtual screening room (although we might see something there).
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Friendly BitTorrent
I've gone weeks without watching anything on DVD. That's because the superfast Internet connection that my apartment building recently tapped into gives me immediate access to just about every recent movie or TV show I'd care to watch. I can download an hourlong show in less than 10 minutes; a movie takes about 15. I can watch these on my computer or—with a DVD player that accepts USB thumb drives—on my TV.
I would gladly pay a hefty monthly fee for this wonderful service—if someone would take my money. In reality, I pay nothing because no company sells such a plan. Instead I've been getting my programming from the friendly BitTorrent peer-to-peer network. Pirates aren't popular these days, but let's give them this—they know how to put together a killer on-demand entertainment system.
In einem informativen Slate-Artikel erklärt Farhad Manjoo, warum mit vernünftigen Streaming-Services für aktuelle Filme so schnell leider nicht zu rechnen ist.
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SnagFilms
Dokumentarfilme bei YouTube.
Wie ich neulich schon mal schrieb, ist YouTube gerade dabei, sich zu einem riesigen Fernsehsender mit ungezählten Kanälen zu entwickeln. Zu den interessanteren unter den neueren Kanälen gehört SnagFilms - dort gibt es Dokumentarfilme zu sehen. Im Moment etwa Michael Almereydas William Eggleston in the Real World oder auch die Townes-van-Zandt-Doku Be Here to Love Me von Margaret Brown. Achtung: Der Kanal ist nicht für außeramerikanische ZuschauerInnen gedacht - ich verweise zum Thema Geoblocking deshalb noch einmal auf diesen Eintrag.
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Momus zu Pirate Bay
Word!
Besäßen alle auf der Welt das Maß an Vernunft, das Momus besitzt, wäre sie ein besserer, wenn nicht sogar ein guter Ort. Seine Thesen zum Pirate-Bay-Urteil bei der Click Opera:
Both sides are "wrong" in this case. It clearly costs a lot of money to make art, and people shouldn't expect to consume it free. That's why the pirates are "wrong". Nevertheless, it is costing less and less money to produce and distribute culture, and yet the established entertainment companies fail to reduce their prices. That's why they are wrong. Their determination to prosecute music consumers and distributors has been sickening.
...
The last decade has seen the internet bring incredible -- I mean really incredible -- cultural riches to people who would never have had access to them. On the internet, as we all know, people expect everything free. Therefore you have to find new ways to make them pay (advertising, ancillary merchandising) for these new riches. This has to be done with creativity, generosity, flexibility, and with the recognition that things have changed, and that the new ways of doing things will filter up from the semi-legal grassroots, not trickle down from the established entertainment companies and their lawyers.
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Lee Lütgert Landjäger
Filmvermittlung im Internet.
Gestern waren bei der Kunst der Vermittlung im kleinen Arsenal-Kino der Copyright-Praktiker und -Vordenker Sebastian Lütgert und der New Yorker Video-Essay-Filmer Kevin B. Lee zu Gast. Lütgert stellte - ohne Netz, hat man offenbar nicht im Arsenal - sein indisches Dokumentarfilm-Index-Projekt Pad.ma vor. Auch Einblicke in seine algorithmische Indexierung der Filmgeschichte erhielt man. Was man damit alles anfangen könnte, dazu äußerte er sich programmatisch sehr zurückhaltend und eher imperativisch: Macht halt!
Der Ausgang des Pirate-Bay-Prozesses war kurz Thema. Kevin Lee erzählte, dass YouTube von sich aus auf ihn zuging und ihn aufforderte, Einspruch gegen die von YouTube im Warner-Auftrag ausgehende Sperrung seiner Video-Essays einzulegen. Was er erfolgreich tat. Im Publikum war immer mal wieder eine gewisse Unruhe, die sich jedoch nur in einer blödsinnigen Wortmeldung entlud. In einer sehr viel interessanteren Wortmeldung sprach dann der Filmemacher Christoph Hochhäusler davon, dass der neuartig-digitale Umgang mit dem Kino die Bilder auf noch nicht ganz erfassbare Weise neu "verdaue". Am Rand war zu erfahren, dass er seinen neuen Film - Drehbuch gemeinsam mit dem Schriftsteller Ulrich Peltzer - nun tatsächlich drehen kann. Hinterher ging man in die Joseph-Roth-Diele, wo, wer etwas essen wollte, mit Landjägern Vorlieb nehmen musste, weil die Küche schon zu war.
Wie üblich gibt es ein höchst lesenswertes Dossier zu der Veranstaltung auf der Webseite der Kunst der Vermittlung. Neben Stefanie Schlüter, Michael Baute, Stefan Pethke und Volker Pantenburg schreibt auch Kevin B. Lee über seine Video-Essays.
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Dr. Ma & Co
China Independent Documentary Archive.
Im Überbau berichtet Lukas Foerste von einem tollen Fund - das reichen wir auf der Stelle weiter:
Ich bin auf ein großartiges Projekt gestoßen, das bereits seit 2006 zu existieren scheint: Das China Independent Documentary Archive. Kernstück der Seite sind eine ganze Reihe chinesischer Dokumentarfilme, die online als Stream ansehbar sind und zwar nicht in Youtube-Qualität, sondern in wirklich guter und außerdem fast alle mit englischer Untertitelung. Die meisten Filme stammen aus den letzten drei, vier Jahren, es ist aber auch der Klassiker Bumming in Beijing aus dem Jahr 1990 zu sehen. Unter den neuen Produktionen findet sich unter anderen der vielleicht schönste Film der letzten Berlinale: Dr. Ma's Country Clinic.
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Pirate Bay Pressekonferenz
Pirate Bay.
Hier denken, bzw. dachten die soeben zu einjährigen Haftstrafen - Berufung möglich und sicher - verknackten Pirate-Bay-Piraten, oder Teile von ihnen, live über grundsätzliche Folgen des Urteils nach:
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Groovy Tunes
B-Movie Heaven.
Der US-Sender AMC erlebt seit einigen Jahren einen interessanten Gestaltwandel. Ursprünglich ein Kabel-Abspielkanal für Filmklassiker - daher auch der Namen: American Movie Classics -, ist der Sender seit einem Relaunch im Jahr 2002 zu einem interessanten Produzenten eigener Programme geworden. Nicht zuletzt stammen zwei der derzeit interessantesten Fernsehserien, nämlich Mad Men und Breaking Bad, von AMC.Die jüngste Entwicklung: AMC streamt im Netz B-Movies unterschiedlicher Genres, und zwar ohne Geoblocking. Von Giorgio Capitanis Western The Ruthless Four (mit Van Heflin und Klaus Kinski) bis zu John Carpenters SciFi-Kultkomödie Dark Star, vom Hammer-Horror Asylum (mit Peter Cushing, Britt Ekland) zu Raquel Welchs Filmdebüt A Swingin' Summer, von Roger Cormans The Saga of the Viking Women and Their Voyage to the Waters of the Great Sea Serpent bis zu Alfred Vohrers Wallace-Verfilmung Der Mönch mit der Peitsche, nach Drehbuch von Herbert Reinecker. Es spielen mit: Blacky Fuchsberger, Uschi Glas und Grit Boettcher. Der englische Titel lautet langweiliger College Girl Murders, der Inhalt klingt zusammengefasst so:
Big hair, short skirts and groovy tunes abound as a killer dressed like a monk poisons students at an all-girls school with a deadly poison that comes out of their Bibles!
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Bêtement Ignorante
Einspruch gegen Zugangs-Abschneiderei.
Einen in Libération veröffentlichten scharfen Einspruch gegen das nunmehr verabschiedete französische Gesetz "Creation et Internet", das vorsieht, illegale Downloads durch das Sperren des Internet-Zugangs für all jene, die dreimal erwischt werden, zu sperren, haben Chantal Akerman, Christophe Honoré, Jean-Pierre Limosin, Zina Modiano, Gaël Morel, Victoria Abril, Catherine Deneuve, Louis Garrel, Yann Gonzalez, Clotilde Hesme, Chiara Mastroianni, Agathe Berman und Paulo Branco unterschrieben. Ich habe einen zentralen Ausschnitt mal ganz hastig übersetzt, Korrekturen willkommen:
Dieses Gesetz ist demagogisch, technisch nicht durchführbar, töricht ahnungslos, was neue Downloadverfahren angeht. Es setzt ausschließlich auf Repression und ist deshalb auch eine verpasste Gelegenheit. Weil es sich kein bisschen für neue Distributionsmöglichkeiten der Rechteinhaber interessiert, wendet sich das Gesetz 'Création et Internet' weder an den Film in seiner Vielfalt noch an die Zuschauer. Es ist nichts weiter als ein letzter und vergeblicher Versuch, die Piraterie durch Sanktionen zu beseitigen - ohne, dass man sich dafür interessierte, neue legale, günstige und offene Downloadmöglichkeiten zu schaffen. Es ist keine Antwort auf auch nur eine der Herausforderungen der neuen Technologien, obwohl eine kreative und starke Reaktion der Kinoindustrie und der zuständigen Behörden dringend geboten wäre.
[Démagogique, techniquement inapplicable, bêtement ignorante des nouveaux procédés de téléchargement et purement répressive, cette loi est aussi un rendez-vous manqué. Ne prévoyant aucune forme de rétribution nouvelle pour les ayants droit, la loi Création et Internet ne s’adresse ni au cinéma dans sa diversité, ni aux spectateurs. Ne constituant qu’une ultime et vaine tentative d’éradiquer le piratage par la sanction, sans se soucier de créer une offre de téléchargement légale, abordable et ouverte sur Internet, elle ne répond à aucun des défis aujourd’hui posés par les nouvelles technologies, alors même qu’une réaction créative et forte de l’industrie cinématographique et des autorités de tutelle dans leur ensemble s’imposait.]
[via perlentaucher ententeich]
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Wolverine Leak
Wolverine Hoopla.
Viel Aufregung gerade in USA um die unfertig ins Netz geleakte Kopie des neuen Wolverine-Films. Eine der Nebenwirkungen: Roger Friedman, Fernseh-Filmkritiker bei Fox News, dem Sender des Wolverine-Studios Fox, hat es gewagt, die illegale Kopie zu besprechen. In vorauseilendem Enthusiasmus versteht sich. Hat aber nichts genützt, er wurde auf der Stelle gefeuert:
"Roger Friedman's views in no way reflect the views of News Corp. We, along with 20th Century Fox Film Corp., have been a consistent leader in the fight against piracy and have zero tolerance for any action that encourages and promotes piracy. When we advised Fox News of the facts they took immediate action, removed the post, and promptly terminated Mr. Friedman."
Wie nicht anders zu erwarten, hat sich Wolverine sofort an die Spitze der BitTorrent-Download-Hitparade gesetzt. (Auch interessant: The International von Null auf Drei.)
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Youtube blutet Geld
Was YouTube kostet und einfährt.
YouTube ist für Google noch lange kein gutes Geschäft. Spencer Wang, Analyst bei der CreditSuisse, schätzt, dass der Videokanal in diesem Jahr seine Einnahmen zwar auf 240 Millionen Dollar steigern können wird. Nach wie vor hat YouTube, das die Phase des Wilden Westens so langsam hinter sich lässt, große Probleme, Werbende von der Wirksamkeit der im großen Durcheinander von legal, illegal und halblegal, von amateurhaft, laien-genial, professionell und kommerziell geschalteten Anzeigen zu überzeugen. Eine Reaktion darauf ist nicht nur die automatisierte Rechteüberwachung in Zusammenarbeit mit den Inhabern [vgl. exemplarisch die Auseinandersetzung um Kevin Lees filmvermittelnde Videos], sondern auch die zunehmende Einrichtung spezieller Kanäle. De facto entwickelt sich YouTube so gerade zu dem, was nach herkömmlicher Auffassung als gigantischer Fernsehanbieter mit abertausenden von Kanälen zu bezeichnen wäre.
Die Einnahmen werden, so deshalb noch einmal Wang, bei weitem nicht hinreichen, um die geschätzten Kosten von 710 Millionen Dollar auch nur im entferntesten zu amortisieren. In der Summe stecken nicht nur Gebühren, die - wie gerade auf die unsanfte Weise mit der Gema - mit den Urheberrechteinhabervertretern ausgehandelt werden. Inbegriffen sind auch die gewaltigen Server- und Streaming-Kosten, die sich, schätzt Wang, auf rund 360 Millionen Dollar summieren. [Meldung hier; via turi2]







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