12. März 2010, Woche 10/2010        Blog
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CARGO Film/Medien/Kultur Magazin
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Aktuelle Ausgabe: CARGO Film/Medien/Kultur 04 vom 10. Dezember 2009

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CARGO 04/2009 Cover «Mad Men»
CARGO 05 erscheint am 25. März 2010.

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  • Inhaltsverzeichnis von Heft 04/2009
  • Editorial


Inhalt

  • transmediale.10
  • Would you care?
  • Iranische Filme bei Happy Revolution
  • Asia Filmfest
  • Straub/Huillet Antwerpen
  • Viennale IV
  • Tübingen Ende
  • Tübingen 2. Tag
  • Tübingen
  • Viennale III
  • Viennale II
  • Viennale
  • Auswärtsspiel
  • Die Vergangene Woche (KW 42)
  • Die Vergangene Woche
  • Viennale 2009: Gipsbett
  • TIFF 2009
  • Klassikaner
  • Notizen aus Toronto: Lebanon
  • Venedig Bilanz
  • Notes on the Tel Aviv «City to City» Controversy
  • Clubkultur und Pharmawasser
  • SMS-Archiv
  • SMS aus Venedig
  • The Unquiet American
  • Hinweis: Locarno
  • Hinweis: Locarno III
  • Hinweis: Locarno
  • Lav Diaz in Bangkok
  • Was macht Tom Ford in Venedig?
  • Venedig Spekulationen
  • Steve McQueen: Giardini
  • Oxhide II
  • Cannes Jury Gerüchte
  • luxury profession
  • Cannes 2004
  • Dankbarkeit kennt keine Grenzen
  • Anna Karina: Winkend
  • SMS aus Cannes
  • The Usual Dreck
  • Fehlanzeige
  • World Film Festivals
  • Revolutionen aus dem Off
  • Cannes Lineup
  • Michael Snow bei der Berlinale
  • Filmkrant Rotterdam
  • Was macht eigentlich...
  • Berlinale Wettbewerb I: Chen Kaiges "Mei Lanfang"
  • Panorama
  • Terminator Kalte Seelen
  • Termine: Graf Hot Shots Dancing With Myself
  • Around the World in 14 Films

Feed

CARGO Container Festival

  • transmediale.10

    10.02.2010, Cargo in: Festival, Kunst

    Nikolaus Perneczky ist für CARGO auf der transmediale.10 unterwegs - seinen Bericht u.a. über Arbeiten von Giradet/Müller, Rania Stephan sowie Jürgen Reble und Thomas Köner finden Sie hier.

    Update: Jetzt ist auch Teil 2 online.


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  • Would you care?

    US-Indies in Ost-Berlin.

    29.12.2009, Simon Rothöhler in: Aktueller Film, Festival

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    «Unknown Pleasures» heißt eine hiermit empfohlene Reihe des Babylon Kinos, die kommenden Freitag mit dem großartigen Two Lovers von James Gray (siehe Text von Ryland Walker Knight in CARGO #2; dort unerwähnt: die toll komponierte Club-Szene) startet und dann einiges abarbeitet, was in den regulären Kinoverleih gehört, dort aber bekanntlich immer weniger ankommt. Neben dem hier schon gepriesenen Adventureland von Greg Mottola, sind auch zwei Filme von Azazel Jacobs, Vintage Mumblecore (2x Justin Rice) und der von Jonathan Lethem im Film Comment vermutlich dann doch über Gebühr gewürdigte Paradise von Michael Almeyreyda zu sehen (hier ein kurzes Interview mit dem Regisseur: Would you care to shed a little light on the film's four movements?).


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  • Iranische Filme bei Happy Revolution

    Ballhaus Naunynstraße.

    10.12.2009, Ekkehard Knörer in: Festival

    Sounds of Silence

    Ab morgen gibt es im Rahmen des Berliner "Happy Revolution. Views on Iran"-Festivals eine kleine Reihe mit iranischen Filmen, von Tehran Without Permission bis Letters to the President (war auf der Berlinale in diesem Jahr zu sehen). Das Programm ist hier, Ralf Schenk stellt diese Reihe - Titel "Filmen unter Einfluss" - heute in der Berliner Zeitung vor. Eigenwerbung ist das insofern, als CARGO Medienpartner ist und ich an einer Diskussionsrunde nach den beiden morgigen Filmen (Cyanosis und Sounds of Silence) teilnehme.


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  • Asia Filmfest

    Hinweise (erbeten).

    12.11.2009, Ekkehard Knörer in: Animationsfilm, Festival

    Johnnie To: Vengeance

    Asiatisches Kino geht in deutschen Kinos, mit wenigen Ausnahmen: gar nicht. Und sogar in ambitionierten Videotheken, höre ich, liegt vieles, gerade Filmkunst, aus Asien, wie Blei. Wo die reguläre Zirkulation nicht mehr funktioniert, muss die Eventkultur weiterhelfen. Bevor dann Anfang des nächsten Jahres (vom 13. bis zum 18. Januar) das erfreulich ambitionierte und entdeckungsfreudige Asian Hot Shots Festival in Berlin in die nächste Runde geht (Focus: Indonesion), versucht das aus München leider auf zehn Filme dezimiert anreisende Asia Filmfest im Berliner Zoo-Palast ausrufungszeichenfreudig sein Blockbuster-Glück: "Ein Fest für die Sinne! Ob historische Epen, Klassiker, Meisterwerke, Animes, packende Dramen, rasantes Actionkino oder knallbunte Comedy: Es ist für jeden Geschmack etwas dabei!" Und es stimmt schon, für mich ist zum Beispiel Johnnie Tos Vengeance dabei (Samstag um 20.15 Uhr) Red Cliff von John Woo kenne ich schon: ein Historienspektakel, das die Welt nicht bewegt, aber mit Liebe zu ausinszenierten Nebensachen problematisch-interessante hanchinesisch-panasiatische Verbrüderungsgesten versucht. (s. auch das Starsystem in CARGO #2) Potenziell interessant scheinen mir Chris Nahons Blood: The Last Vampire und Takashi Miikes Crows Zero II. Sachdienliche Hinweise und Tipps nehmen wir in den Kommentaren gerne entgegen.

    ***

    Definitiv empfehlen kann ich hingegen ganz pauschal die am Freitag startende Retrospektive der Filme von Hayao Miyazaki. Den neulich in einer hier kurz verlinkten Bestenliste auf Platz eins aller Animationsfilme gelandeten Mein Nachbar Totoro gibt es am Sonntag um 19 Uhr. Aber jeder Film von Miyazaki ist den Besuch wert.


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  • Straub/Huillet Antwerpen

    Bilder, Diskurs.

    10.11.2009, Ekkehard Knörer in: Ausstellungen, Festival, Regisseure

    In Antwerpen dreht sich unter dem Titel "Of a People Who Are Missing" die nächsten Monate viel um das Werk von Jean-Marie Straub und seiner verstorbenen Frau Danièle Huillet. Annett Busch und Florian Schneider haben ein Projekt kuratiert, das aus Projektionen, Workshops, Vorträgen und Diskussionen besteht. Die Website ist hier, Start ist morgen, am 12. November, und vorbei  ist das ganze am 20. Dezember. Unter den Gästen: Chantal Akerman, Robert Bramkamp, Sally Shafto und Eyal Sivan. Aus dem Text zur Erläuterung des Projekts:

    From November 12 to December 21 2009 OF A PEOPLE WHO ARE MISSING will open as a platform for both, the viewing and making of films. The exhibtion space in Extra City, Antwerp, is structured by five studios which will act as showrooms as well as independent production spaces. Each studio is used in a different configuration of archive material, film excerpts, actual footage and the critical discourse around it. Every Thursday to Saturday one studio will host invited guests and contributors for a series of screenings, lectures and debates.

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  • Viennale IV

    06.11.2009, Simon Rothöhler in: Festival

    image

     

    Der vierte und abschließende Viennale-Bericht von Lukas Foerster: Über Abel Ferraras Napoli, Napoli, Napoli, über Vegas: Based on a true story von Amir Naderi und den neuen Film von Hong Sang-soo Like you know it all.


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  • Tübingen Ende

    Forts. und Schluss.

    05.11.2009, Ekkehard Knörer in: Festival

    Und hier der Hinweis auf den dritten und letzten Teil meines Berichts von den Französischen Filmtagen in Tübingen. Mit Seltsamkeiten von Alain Guiraudie und Raoul Ruiz und einer Enttäuschung auf hohem Niveau, nämlich Mia Hansen-Loves Le pere de mes enfants. Und jetzt wird abgereist, letzter Blick aufs Fachwerk vor dem Hotelfenster, und los.


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  • Tübingen 2. Tag

    Forts.

    03.11.2009, Ekkehard Knörer in: Festival

    Et voilà. Vom zweiten Filmtage-Tag in Tübingen was über picklige Jungs, einen dicken schwulen Mann und Benoit Jacquots meisterhaften neuen Film Villa Amalia.


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  • Tübingen

    Festivals.

    02.11.2009, Ekkehard Knörer in: Festival

    fftEs geht gerade etwas festivalitisch zu im Leben von CARGO. Auf Einladung der Französischen Filmtage Tübingen hat es mich jetzt in den deutschen Südwesten verschlagen. Ein erster Bericht, in dem es um allerlei geht - Alain Guiraudie, Dominik Graf (das ist etwas off topic), Festivals überhaupt, aber auch meine sehr spezielle Beziehung zu Tübingen - ist ab sofort im Magazinteil online.

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  • Viennale III

    02.11.2009, Cargo in: Festival

    Jetzt online: CARGO auf der Viennale Teil III - Lukas Foerster über die Komödien-Retrospektive The Unquiet American. Transgressive Comedies of the US


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  • Viennale II

    Martin, Mendoza.

    29.10.2009, Ekkehard Knörer in: Festival

    Independencia


    Im Magazin-Teil: Lukas Foerster mit dem zweiten Teil seiner Berichterstattung von der Viennale. Weiter geht es mit philippinischem Kino, diesmal aber der Gegenwart: Über die jüngsten Filme von Raya Martin und Brillante Mendoza. (Tipp für Berlin-Bewohner: den von Lukas - zu Recht, kann ich nach Ansicht des Films nur bestätigen - begeistert besprochenen Independencia gibt es nächste Woche im Rahmen der überhaupt höchst besuchenswerten Reihe des World Cinema Fund Spotlight in den Hackeschen Höfen zu sehen; am 4.11., die Übersicht hier.)


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  • Viennale

    Festivalberichte.

    25.10.2009, Cargo in: Festival

    imageVon der Viennale berichtet für uns Lukas Foerster - hier Teil eins über die Lino Brocka-Retrospektive.

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  • Auswärtsspiel

    Petzold in Regensburg.

    20.10.2009, Ekkehard Knörer in: Festival

    Christian Petzold, Hans Fromm

    Männer mit Kamera: Christian Petzold, Hans Fromm

    Regensburg ist, mit Verlaub, nicht der Nabel der Filmwelt. Mit dem erstmals stattfindenden Festival "Heimspiel" wird jetzt aber eine qualitativ hochwertige Verbindung zum jüngsten deutschen Filmgeschehen hergestellt. Von morgen bis zum 28.10. gibt's in der Oberpfalz aktuelles Kino aus Deutschland satt. Das reicht von (wenig) Dubiosem - wie Shortcut to Hollywood - bis zu (viel) Grandiosem, nämlich einer Christian-Petzold-Retrospektive, die auch die Kurz- und die Fernsehfilme des Regisseurs und CARGO-Autors umfasst. Überdies beehrt Petzold das Festival mit seiner Anwesenheit, am Samstag um 14 Uhr kann sich, wer in Regensburg weilt oder extra dorthin reist, einen Eindruck von der stets erstaunlichen Eloquenz des Regisseurs verschaffen. Das Gesamtprogramm von "Heimspiel" findet sich hier.


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  • Die Vergangene Woche (KW 42)

    Rückblick.

    09.10.2009, Ekkehard Knörer in: Aktueller Film, Festival, Filmkritik

    Manny Farber

    Manny Farber

    Bereits letzte Woche hatte ich ein wenig populisches Grummeln angesichts der angeblich zu cinephilen Auswahl fürs New York Film Festival (NYFF) erwähnt. In dieser Woche zielte eher überraschender Weise auch A.O. Scott von der New York Times in diese Richtung. Scott ist sicher kein Populist und wenn ihm jemand etwas vorwirft, dann höchstens - unsinnigerweise - mangelnden Stallgeruch, weil er von der Literatur zum Film kam. Man kann seine Bedenken, die er auf den Begriff des "Festivalismus" bringt, also nicht einfach abtun. Das Argument, bzw. die Argumentkette, ist ziemlich konsistent, ich zitiere etwas ausführlicher, um darauf eingehen zu können:

    What was once a wide and crowded middle ground between popular taste and high art has eroded, and that territory has frequently been demarcated and defended by institutions like the Film Society. Ideally and at its best, the kind of high-minded middlebrowism represented by the New York Film Festival could provide a bridge for curious patrons, a path from the familiar and the fun toward the rarefied and the difficult, as well as a yearly sampling of world cinema in all its protean abundance.

    But festivalism lives in a high castle, surrounded by a moat not entirely of its own construction. Today’s festival system, which assiduously scouts new locations and sponsors despite economic trouble, promotes a transnational fraternity of directors, journalists and, well, festival programmers. This is not a bad thing, but it is a mixed blessing. The festival world is gratifyingly cosmopolitan — so many movies from so many places! — yet it can also feel narrow, small and self-regarding.

    Erstens konstatiert Scott, dass sich die gesamte Stratifizierung der Filmszene verändert hatte: aus einem dreigliedrigen in ein weitgehend zweigliedriges System. Mit dem "Mittelbereich", von dem er spricht, meint er wohl kaum die bestenfalls nicht weiter schmerzhaften, in aller Regel aber doch sehr uninteressanten Arthaus-Filme, die in deutschen Großstädten die Programmkinos füllen und vor allem dadurch auffallen, dass sie keinerlei ernsthafte Kunstanstrengungen unternehmen. (Das ist die eine Sorte Film, die bei uns im Ranking nicht auftaucht.)

    Eher meint er, so würde ich es jedenfalls verstehen, Filme von Regisseuren, die den interessierten Teil eines nicht speziell kinobegeisterten Publikums ansprechen. Das, was zuletzt vielleicht Kaurismäki und Almodóvar und früher noch Woody Allen einmal waren (bevor sie zur Marke und etwas langweilig wurden), vielleicht auch noch Kiarostami, in den späten Neunzigern: Autoren, die einen mittleren Grund mit gemeinsamem Nenner für Cinephile und allgemein Kulturinteressierte bildeten.

    Und ich glaube, er hat da in einer Hinsicht nicht unrecht. Dieser gemeinsame Nenner existiert kaum noch. Pedro Costa, Bruno Dumont, Bong Joon-Ho, sogar Claire Denis und auch Jacques Rivette (alle beim NYFF dieses Jahr) sind - nicht nur in Deutschland - Namen, die außerhalb sehr überschaubarer Zirkel keinem (mehr) etwas sagen. Die Ursache sind aber weniger diese Filme, denke ich - denn keiner wird sagen können, dass das Werk von Michelangelo Antonioni oder Ingmar Bergman per se "zugänglicher" war; und keiner wird sagen können, dass Maren Ades Alle Anderen sonderlich unzugänglich ist (in Deutschland war er übrigens vergleichsweise recht erfolgreich - US-Verleih hat er aber nach wie vor keinen). Die Ursache liegt vielmehr darin, dass es ein größeres Publikum, das im Ernst für Kunstanstrengungen aufgeschlossen ist, nicht mehr gibt. (Und zwar weder eines bildungsbürgerlichen noch popkulturellen Zuschnitts. Und schon gar nicht eines Zuschnitts, der beides selbst noch einmal zu vermitteln verstünde.)

    Obwohl ich die Diagnose also in einer Hinsicht teile, glaube ich, dass der "Festivalismus"-Vorwurf das Pferd von der falschen Seite her aufzäumt. Festivals sind die Orte, an denen solche Filme gezeigt, gesehen, diskutiert werden genau deshalb, weil man sie anderswo kaum noch zu Gesicht bekommt. Schuld sind nicht diese Filme, Schuld ist jene Schrumpfung eines an diesen Filmen, den an sie angekoppelten Diskursen etc. interessierten Publikums. Eine Entwicklung, die natürlich auch ein Projekt wie CARGO, das sich das Kino als wie auch immer ausdifferenzierte und zerstreute Form eines großen Ganzen vorzustellen versucht, bei allem Widerstreben am eigenen Leib spürt.

    Links, Hinweise, etc.

    In den USA ist soeben in der Library of America - also einem allerdings viel offener angelegten Äquivalent der französischen Pleiade oder des deutschen Klassiker-Verlags - ein fast tausendseitiger Band mit den gesammelten Texten Manny Farbers zum Film erschienen. Ausführliche Rezensionen gibt es bislang schon von Jonathan Rosenbaum und im Blog "The Phantom Country". Auch Glenn Kenny schreibt darüber und verspricht mehr. Im jüngst erwähnten iranischen Blog "Notes on Cinematograph" stellt Ehsan Khoshbakht übrigens regelmäßig Farber-Texte ins Netz. (Mehr zu Farber dann in CARGO #4.)

    Die Los Angeles Times berichtet über die gewaltige Krise, in die die Hollywood-Studios geraten sind.

    Daniel Kasman interviewt die Avantgardefilmerlegende Ernie Gehr (Auteurs), David Hudson mit einer Linkliste von Filmblogs etc., (wir danken für die Aufnahme; auch bei den Auteurs)

    Bei newfilmkritik schreibt Rainer Knepperges über den Hollywood-Regisseur Leo McCarey

    Lukas Foerster ist begeistert vom Film Bioscope des indischen Regisseurs K.M. Madhusudhanan und findet das selbst etwas verdächtig (Dirty Laundry)

    Die ausgewiesene Israel-Kritikerin Vanessa Redgrave sowie Julian Schnabel und Martin Sherman haben an die New York Review of Books einen Protestbrief geschickt, in dem sie gegen die Proteste gegen den Tel-Aviv-Schwerpunkt des Festivals von Toronto protestieren (Michael Sicinski hatte in diesem Blog darüber geschrieben)

    Gerade heute reingekommen: Lars von Trier möchte jetzt ein Disaster Movie drehen, Titel Planet Melancholia. Wahlspruch: “No more happy endings!”  (Hab' ich da zuletzt bei Antichrist was falsch verstanden?) Gedreht und postproduziert wird wieder, da wird sich der deutsche Kulturnationalismus freuen, in Deutschland und Schweden.

    Roman Polanski sitzt noch immer in einer Gefängniszelle in Zürich.


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  • Die Vergangene Woche

    Rückblick.

    02.10.2009, Ekkehard Knörer in: Aktueller Film, Festival

    Polanski: The Ghost

    Szenenfoto aus: Roman Polanski The Ghost - der Film ist abgedreht, aber die Postproduction liegt erst mal auf Eis

    (Ich nehme mir vor - sage ich ganz vorsichtig -, ab sofort am Freitag jeder Woche einen Blick zurück zu werfen auf das, was in den vergangenen sieben Tagen wichtig war. Mal kürzer, mal länger, je nachdem, wie viel Stoff - und wie viel Zeit - ich dafür finde, je nachdem auch, was in den Tageseinträgen jeweils hinten runter gefallen ist.)

    Das Thema, das alles andere in den Hintergrund gedrängt hat in der vergangenen Woche war natürlich die Verhaftung Roman Polanskis. Die Schweizer Polizei griff am letzten Samstag zu, als Polanski gerade in Zürich gelandet war, um sich auf dem dortigen Festival für sein Lebenswerk feiern zu lassen. Die Fakten sind in der Angelegenheit, ich fasse nach bestem Wissen zusammen, diese: Vor mehr als dreißig Jahren hat Polanski ein dreizehnjähriges Mädchen im Haus des abwesenden Jack Nicholson betrunken gemacht und hatte dann Sex mit ihm. Einzelne Umstände des Geschehens hat Polanski damals vor Gericht geleugnet, den Sachverhalt insgesamt aber zugegeben. Alles sah damals danach aus, dass er sehr glimpflich davon kommt (vgl. diesen Spiegel-Artikel). Den gefundenen Deal hat der Richter dann allerdings aufgekündigt - angeblich, als er ein Zeitungsfoto des unterdessen fröhlich auf dem Oktoberfest zechenden Regisseurs sah (die Umstände sind wiederum umstritten). Daraufhin flüchtete Polanski und hat nie wieder einen Fuß in die USA gesetzt, auch Länder gemieden, die ihn mutmaßlich ausgeliefert hätten. Darüber, warum die Schweiz, in der Polanski sogar eine Villa besitzt und deshalb oft gewesen ist in den letzten Jahren, ihn nun gerade jetzt verhaftet hat, gibt es Spekulationen. Dass das rechtlich in Ordnung ist, scheint freilich unumstritten.

    Im letzten Jahr hatte ein HBO-Dokumentarfilm mit dem Titel Wanted and Desired (auf DVD in den USA, als Torrent überall) die ganze Angelegenheit noch einmal neu aufgewirbelt, auch weil das damalige Opfer - inzwischen in einem Zivilprozess mit einer Summe in unbekannter Höhe entschädigt - dafür plädierte, die Sache endlich ruhen zu lassen. Polanskis Hoffnung, das Verfahren würde auch in seiner Abwesenheit stillschweigend beerdigt werden, erfüllte sich nicht. (Inzwischen hat der wohl wichtigste Zeuge dafür, dass es bedenkliche Verfahrensfehler gegeben hat, eine entscheidende Aussage, die er im Film machte, zurückgezogen.) Das 36 Seiten umfassende Protokoll der Grand Jury ist inzwischen öffentlich und findet sich hier.

    Die Faktenlage ist also eigentlich recht klar: Polanski hat ein dreizehnjähriges Mädchen vergewaltigt und sich dem Gerichtsurteil durch Flucht entzogen. Umso erstaunlicher, dass der darauf losbrechende Sturm zunächst einhellig diesen Zugriff verurteilte und Polanski in Schutz nahm. Mit Argumenten, die eigentlich wenig zur Sache tun: Er sei ein großartiger Regisseur, seine Mutter wurde in Auschwitz ermordet, seine zweite Frau Sharon Tate von der Manson-Sekte getötet. Alle Welt schien sich zu solidarisieren. Lang ist die Liste der KünstlerInnen, die eine Petition unterschrieben, die die seltsame Idee verbreitet, Filmfestivals seien "extraterritoriale" Ereignisse und der Zugriff mithin illegitim. Hier ist die Liste, auf der von Olivier Assayas bis Michael Mann, von Fatih Akin bis Wim Wenders, von Woody Allen (autsch) bis Tom Tykwer wenig fehlt, was Rang hat und Namen in der Szene. Auch Bernard-Henry Lévy präsentiert namhafte Polanski-Verteidiger, von Paul Auster bis Salman Rushdie.

    Inzwischen formiert sich allerdings auch Widerstand gegen den Widerstand, formuliert etwa von Kate Harding im amerikanischen Online-Magazin Salon. Nicht dass es viel zur Sache tut, aber ich neige zur Ansicht, die Cristina Nord in der Angelegenheit in der taz so zusammenfasst:

    Es gibt vieles, was an Polanskis Verhaftung merkwürdig ist. Warum erfolgte sie erst jetzt? Verhielt sich der Richter 1978 in Los Angeles korrekt oder voreingenommen? Wem nützt der internationale Haftbefehl, und wem, außer Polanski, schadet er? Das ändert nichts daran, dass man zwei Dinge in seinem Kopf zusammenbringen muss: Roman Polanski ist ein herausragender Filmemacher. Aber 1977 hat er etwas getan, wofür er sich bisher nicht verantwortet hat und wofür er sich verantworten muss.

    Kurz zusammengefasst ein paar weitere Hinweise::

    Beim New York Film Festival ( NYFF), das in diesem Jahr für seine sehr cinephile Auswahl kritisiert und gefeiert wird, war auch Maren Ades Berlinale-Erfolg Alle Anderen zu sehen. Der Village Voice gab sie ein Interview, bei Indiewire gibt es eine Kritiker-Notenübersicht zu allen Filmen des traditionsreichen Festivals, das sich als Best-of des bisherigen Jahres versteht - und Alle Anderen gehört zu den am besten kritisierten Filmen. (Übrigens gibt es beim NYFF auch eine Retro - und die ist in diesem Jahr dem großen indischen Regisseur Guru Dutt gewidmet.)

    Mein bisheriger Lieblingsfilm 2009, Jacques Rivettes 36 vues du Pic Saint-Loup ist auch zu sehen und Daniel Kasmans Kritik bei The Auteurs kann ich Wort für Wort zustimmen. (Der Rivette-Film wird insgesamt allerdings kaum beachtet. In Deutschland wird er vermutlich nie ins Kino kommen. Schlimmer noch, selbst in Frankreich interessiert sich das Publikum für dergleichen kaum noch. In der ersten Woche, las ich, sahen ihn gerade mal rund 6000 Leute.)

    Und zuletzt noch Links zu ein paar lesenswerten Texten der Woche (Ergänzungen in den Kommentaren hoch willkommen):

    Thomas Wörtche (epd film) über Kriminalliteratur und Kriminalfilm (mit der mir sehr einleuchtenden Beobachtung, dass Public Enemies sich stark an die Ästhetik des Comic anlehnt)

    Dazu passend: Ignatiy Vishnevetsky folgt einer Michael-Mann-Retrospektive in Chicago und hat dort als ersten Film Thief gesehen (Auteurs)

    Mark Siemons (FAZ) über den panchinesischen Historienversöhnungsschinken Die große Leistung der Gründung (über diesen und andere patriotische Jubiläumsfilme auch Matthias Messmer in der NZZ)

    Interview mit Bruno Dumont über seinen neuesten, von Cannes und Venedig offenbar abgelehnten, in Toronto aber recht freundlich aufgenommenen Film Hadewijch (Auteurs)

    Updates:

    Die neueste Ausgabe des australischen Online-Filmmagazins Senses of Cinema ist online (neues, deutlich verbessertes Design!). Unter anderem mit einem spannenden Terry-Gilliam-Interview und einem arg umständlichen, aber verdienstvollen Großtext zu den Left-Bank-Filmemachern Marker, Resnais, Varda, Demy.


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  • Viennale 2009: Gipsbett

    DFFB und Benning.

    24.09.2009, Simon Rothöhler in: Festival

    Der neue Viennale-Trailer ist online - dieses Jahr stammt er von James Benning. Neben der Komödien-Reihe, die Jonathan Rosenbaum kuratiert, gibt es unter anderem noch eine zur DFFB - beachtlicherweise zusammengestellt von Hartmut Bitomsky, der die Schule Ende Juli verlassen hat:

    «Und so sind in letzter Zeit jedes Jahr mehr als 240 Filme entstanden: größere und kleine, lange und kurze, Spielfilme, Dokumentarfilme, Übungen, Experimente, Späße und Launen. Manches davon wird niemals fertig, anderes braucht Jahre, das meiste jedoch erblickt das Licht der Welt auf die eine oder andere Weise. Die dffb ist nicht nur eine Akademie, sondern auch ein regelrechtes und mehr als klassisches Filmstudio, diesseits des Randes von einem Markt, der heutzutage sowieso nur als Einbildung, Propaganda oder Gipsbett existiert. Die Handgriffe bilden sich noch am Gegenstand ab: und sie werden sichtbar.» (Hartmut Bitomsky)


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  • TIFF 2009

    Notizen vom Toronto International Filmfestival 2009.

    19.09.2009, Bert Rebhandl in: Aktueller Film, Festival

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    Un Prophete (Jacques Audiard, Frankreich)
    Malik, ein arabischer Franzose, kommt ins Gefängnis, wird dort brutal initiiert und lernt sich allmählich zu behaupten. Audiard erzählt im Grunde den sechsjährigen Gefängnisaufenthalt von Malik (mit wichtigen Freigängen) als Einübung in einen großkriminellen Lebensstil und als Rearabisierung des anfangs ethnisch gleichgültigen Protagonisten. Ein definitives chef d’oeuvre, auf das wir noch ausführlich zurückkommen werden.

    ***

    Hotel Atlantico (Suzana Amaral, Brasilien)
    Ein Mann in mittleren Jahren, Typ Jesus mit langen Haaren und Bart, den Menschen des Films anscheinend bekannt aus dem Fernsehen, läuft vor sich selbst davon (das geht aus einer markanten Szene vor einem Spiegel in einem Hotel hervor) und gerät auf eine Reise durch das südliche Brasilien, auf der sich seltsame Dinge begeben. Die Logik von Tagträumen bestimmt Hotel Atlantico, alles ist möglich, alles ist seltsam, ein Ziel kennt die Erzählung nicht.

    ***

    Backstory/Cinema Museum (Mark Lewis, Kanada)
    Zwei Kurzfilme des kanadischen Künstlers (siehe CARGO 03). In Backstory erzählen zwei auf Rückprojektionen spezialisierte Hollywood-Professionals vor rückprojizierten Bildern aus ihrem professionellen Leben. In Cinema Museum führt eine Frau durch eine filmmuseale Sammlung. Der zweite dieser beiden mittellangen Filme hat mich vor allem als Horrorfilm überzeugt – so sieht eine Cinephilie aus, die an den Bildern des Kinos nicht das Auslangen findet, sondern sich auf die Objekte konzentriert (Plakate, Projektoren, Tand, Tand, Tand) und alles aufhebt. Ich habe auch viel Zeug, aber das geht zu weit.

    ***

    Petropolis: Aerial Perspectives on the Alberta Tars Sands (Peter Mettler, Kanada)
                 Luftaufnahmen von der Ölsandgewinnung in den Wäldern des nordwestlichen Kanada: Der Film wurde von Greenpeace produziert, setzt dabei die politische Argumentation (die vor allem auf den ungeheuren Energie- und Umweltkosten aufruht, die diese Form der Ölgewinnung mt sich bringt) voraus und apokalyptisiert diese durch mondlandschaftliche Bilder von Pipelines, aus denen übles Zeug kommt, rauchenden Schloten und vor allem den giftigen Baggerseen, in denen unter anderem 1600 Enten einen Tod gefunden haben, über den zur Zeit in Kanada prozessiert wird. Mich würde dagegen einmal ein Film interessieren, der beide Ende einer Pipeline zeigt und von mir aus auch deren Verlauf, ein Film also, der einen Zusammenhang zeigt und nicht gleich agitiert.

    ***

    Independencia (Raya Martin, Philippinen)
                                                                                  Schwarzweiß und im Studio gedreht, erinnert Independencia an den Beginn der amerikanischen Besatzung der Philippinen, überformt von naturmythischen Bildern – ein interessantes Nationalkinoexperiment als späte Rückgewinnung eines frühen Kinos, das die Philippinen nicht hatten.

    ***

    Waterfront Follies (Ernie Gehr, USA)
    Stellvertretend für das Avantgarde-Programm Wavelength 1, in dem auch der großartige Hotel Roccalba von Josef Dabernig lief (dazu an geeigneter Stelle mehr): Drei Sonnenuntergänge im Brooklyn Harbour als drei Variationen auf einen Vorgang, der jeden Tag gleich abläuft und doch jedesmal eine spezifische Erzählung ergibt, wobei die drei „Erzählungen“ dann auch noch jeweils Antworten auf Fragen enthalten, die sich in einer der beiden anderen Einstellungen ergeben. Das Wort „Follies“ im Titel lässt sich auf das Technicolor mancher Musical Follies wie auch auf Trickfilm-Spässe beziehen, die Farbe ergibt einen weiteren wichtigen Aspekt in diesem heiteren Alterswerk des großen US-Avantgardisten (Eureka, Serene Velocity).

    ***

    Vincere (Marco Bellocchio, Italien)
    Für mich ein potentieller Film des Jahres: Bellocchio erzählt die Geschichte des italienischen Faschismus als politisches Melodram mit seria- wie buffo-Elementen aus der Perspektive der ersten Ehefrau von Mussolini, die einen Sohn mit ihm hatte und von ihm in dem Moment, in dem seine Karriere Momentum bekam, verstoßen wurde – die verdrängte Frau ist unser Organ für die historische Bewegung. Formal in jeder Einstellung riskant, theoretisch kühn, und voller Überraschungen: Vincere ist ein Triumph. (Hoffentlich hält diese Einschätzung beim zweiten Sehen.)

    ***

    Accident (Soi Cheang, Hongkong)
                                                                                                              Ein Team aus vier Leuten (das Hirn, der Onkel, der Fette, die Frau) lässt Auftragsmorde wie Unfälle aussehen. Als ein Unfall einen Auftragsmord durchkreuzt, stellt sich die Frage: War es ein Unfall? Daraus entwickelt sich ein großartig paranoider Thriller.

    ***

    Tales from the Golden Age (Cristian Mungiu, Rumänien)
                                                             Episodenfilm mit „Legenden“ aus den späten Jahres des rumänischen Kommunismus unter Ceauscescu: Ein bisschen verspätete Regimekritik, interessanter aber gerade auch mit Blick auf die doch deutlich andere Nachgeschichte der DDR in Deutschland als Anschluss an eine untergründige, subversive Erzähltradition. Dazu demnächst mehr in unserer Reihe Cinema Jormania.

    ***

    Collapse (Chris Smith, USA)                                                                                                      
Interviewfilm mit einem einsamen Bescheidwisser: Michael Ruppert hatte und hat der Welt alles Mögliche zu sagen (zum Beispiel zur Weltfinanzkrise), hat dazu aber kein anderes Mandat als seine Empörung und seine private Weise, das Wissen zu ordnen. Collapse erinnert unweigerlich an Arbeiten von Errol Morris und stellt auf eine anscheinend simple Weise zahlreiche entscheidende Fragen über alle möglichen kognitiven Dissonanzen.

    ***

    White Material (Claire Denis, Frankreich)
                                                                                         Isabelle Huppert als eingeborene Kolonialfranzösin in einem auseinanderfallenden zentralafrikanischen Staatswesen: Mythisch und literarisch resonant, aber auch gewohnt „physisch“ sucht Claire Denis nach einer Möglichkeit, Afrika als Rohstoff und Projektionsfeld zu filmen. Großartig, auch dazu wird es noch viel mehr zu sagen geben.

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  • Klassikaner

    Margarethe von Trottas «Vision».

    18.09.2009, Bert Rebhandl in: Aktueller Film, Festival

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    Ein Moment auf dem Toronto International Film Festival 2009: Die Pressevorführung von Margarethe von Trottas Vision - Aus dem Leben der Hildegard von Bingen. Kurios, weil Heino Ferch, der in Der Untergang Albert Speer war, hier einen Mönch namens Volmar spielt, der Hildegard von Bingen konspirativ ein paar Bücher «aus der Reisebibliothek des Bischofs von Uppsala» zuspielt. Die schweren Dinger brauchten damals sicher ein eigenes Packpferd. Bruder Volmar weiss aber genau ihren Wert. Es sind «antike Klassiker», der Physiologus ist dabei, und ein paar Sachen von Aristoteles. Ich bin mir nicht sicher, ob man im frühen Hochmittelalter schon diese Formulierung verwendet hätte (ist die Antike nicht eigentlich ein Konzept der Neuzeit? und sind Klassiker nicht das Produkt eines Ordnungsbedürfnisses auf einem Buchmarkt, der um 1150 noch zu überschaubar war, um diesen Ausdruck wirklich zu rechtfertigen?). Sicher aber weiss ich, dass Heino Ferchs Gesichtsausdruck in dem Moment, als er Hildegard die «antiken Klassiker» überreicht, kein Bewusstsein von der Geschichtlichkeit des Wissens erkennen lässt, sondern ein vages Wissen um die Regallandschaft in einer durchschnittlichen deutschen Grossbuchhandlung. Der sprachliche Anachronismus verrät die Herkunftslinie dieses Films, der Bilder zu lebenshilflicher Literatur (bei welchem Leiden hilft die Schafgarbe?) sucht und dabei auch nicht davor zurückscheut, das innere Auge mit der Kamera zu penetrieren. Die Sonne wird dann zur Pupille Gottes, der mit satten Strahlen auf die Welt schaut und vor allem eine Frau erleuchtet, die auch schon viel erlebt hat: Barbara Sukowa, Star des Neuen deutschen Films, aber auch in M. Butterfly (1993) von David Cronenberg und Office Killer (1997) von Cindy Sherman. Dass sie für Margarethe von Trotta die Ordenstracht angelegt hat, ist auch ein Anachronismus.

    Vision - Aus dem Leben der Hildegard von Bingen startet am 24.9. 2009 in den deutschen Kinos.


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  • Notizen aus Toronto: Lebanon

    14.09.2009, Bert Rebhandl in: Aktueller Film, Festival

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    161 Plaetze hat der Saal 4 im Varsity Kino in Toronto. Entsprechend groß war am Sonntag der Andrang zur Pressevorfuehrung des Films Lebanon von Samuel Maoz, der am Tag davor in Venedig den Goldenen Löwen gewonnen hatte und nun auch dem Publikum des TIFF 2009 (Toronto International Film Festival) vorgeführt wurde.

    Wir bringen unseren ersten Bericht zu Lebanon hier als weitere Folge unserer Reihe Israel verstehen.


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  • Venedig Bilanz

    Brillante Mendoza.

    14.09.2009, Cargo in: Festival, Regisseure

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    Richtig begeistert sind Cristina Nord (hier), Michael Althen (hier) und Dominik Kamalzadeh (hier) nicht von den Jury-Entscheidungen in Venedig. Alle drei heben aber neben White Material von Claire Denis den neuen Film des philippinischen Regisseurs Brillante Mendoza hervor: Lola. Mit Mendoza haben wir unlängst ein Interview geführt, das bald als CARGO Video-Interview online zur Verfügung gestellt wird.


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  • Notes on the Tel Aviv «City to City» Controversy

    11.09.2009, Cargo in: Festival, Politik

    CARGO-Autor Michael Sicinski schickt Notizen vom International Filmfestival Toronto - zu einer aktuelle Kontroverse rund um die geplante Reihe City to City, deren äußerer Anlass der 100. Geburtstag von Tel Aviv ist. Ein Protestbrief zirkuliert im Netz, der mittlerweile eine beachtliche Unterzeichnerliste vorweisen kann: Hany Abu-Asad, John Berger, David Byrne, Judith Butler, Noam Chomsky, Eve Ensler, Jane Fonda, Danny Glover, Mike Hoolboom, Fredric Jameson, Ken Loach, Yousry Nasrallah, Wallace Shawn, Elia Suleiman, Howard Zinn, and Slavoj Zizek. Im Mittelpunkt steht der kanadische Filmemacher John Greyson, der seinen aktuellen Film Covered vom Festival zurückzog und stattdessen bei Vimeo einstellte (siehe unten).

    Aber lesen Sie selbst, was Michael Sicinski schreibt:

    By now, many readers are no doubt aware of the controversy surrounding the Toronto International Film Festival’s decision to create a featured program this year called City to City, highlighting films from and about Tel Aviv on the 100th anniversary of its modern founding. The brief outline of the controversy is as follows.

    Canadian filmmaker John Greyson first went public with his dismay over the program in a letter of 27 August, withdrawing his own short film Covered from the festival and articulating his reasons for choosing to boycott TIFF 09. As he explained in his open letter to the festival regarding City to City, Greyson identified the series as the culmination of a broadly based media p.r. campaign on the part of Israel’s Foreign Ministry, unofficially called «Brand Israel». Greyson went on to detail the various governmental and corporate interests which he saw as playing a part in City to City’s promotion of an uncritically pro-Israeli agenda. Greyson writes, «This past year has […] seen: the devastating Gaza massacre of eight months ago, resulting in over 1,000 civilian deaths; the election of a Prime Minister accused of war crimes; the aggressive extension of illegal Israeli settlements on Palestinian lands; the accelerated destruction of Palestinian homes and orchards; the viral growth of the totalitarian security wall, and the further enshrining of the check-point system.» In light of these acts and policies, Greyson considers the City to City series little more than propaganda, and its inclusion in the festival a de facto violation of the international economic (as opposed to cultural) boycott against Israel launched in 2005 by various Palestinian NGOs.

    For their part, the TIFF brass has taken full responsibility for the series and rejects outright any outside pressure or affiliation with the «Brand Israel» campaign. In his open letter response of 28 August, festival co-director Cameron Bailey accepts responsibility for the decision to program the series and for the films contained therein, on behalf of himself and the TIFF programming team. He also chides Greyson’s proviso that the boycott, as conceived, is against the series and not the films within the series. Bailey writes, «By that reasoning, no films programmed within this series would have met his approval, no matter what they contained. For us, the content and form of films does matter. We know some of [the petition’s signatories] to be veterans of Toronto’s battles against censorship -- all the more surprising to watch them denounce a film series without seeing the films in it.»

    Since Greyson’s initial boycott, a letter of support dated 2 September has been published, signed by 59 artists, filmmakers and scholars. Among them: Hany Abu-Asad, John Berger, David Byrne, Judith Butler, Noam Chomsky, Eve Ensler, Jane Fonda, Danny Glover, Mike Hoolboom, Fredric Jameson, Ken Loach, Yousry Nasrallah, Wallace Shawn, Elia Suleiman, Howard Zinn, and Slavoj Zizek.

    These are the facts as they stand today, 9 September, one day prior to the opening of the Toronto International Film Festival. But there remain some curiously underexplored aspects to the controversy that trouble me. The main question that I have had since Greyson lodged his protest (one with which, I should acknowledge, I am in agreement) is that Bailey’s response has been to defend City to City without modulation, without responding like a cultural or civic leader who might find cause to further his own stated agenda – dialogue and discourse through the arts – by taking the protesters’ concerns into account. In the initial press release announcing TIFF’s City to City program, dated 23 June, TIFF (presumably Bailey) promised to «include a public forum that will bring leading filmmakers and thinkers from Tel Aviv and Toronto into debate». As it stands, there is no such component in TIFF’s City to City presentation. Given the inherent controversy in highlighting a major Israeli city at a time when Israeli policy toward Palestine and its other Arab neighbors has taken what many (myself included) would consider a significant turn toward bellicosity – the country’s actions in the 2008 Gaza War alone drew condemnation from governments and NGOs across the political spectrum, including those U.N. members who contended that both Israel and Hamas had in fact violated international law during the conflict – it hardly seems out of bounds to expect a project such as City to City to incorporate some kind of educational, academic, or public-debate component. Its absence is both perplexing and irresponsible. When TIFF conceives of the program with such ancillary panel discussions in mind and yet quietly drops them from the docket as the series comes to fruition, it implicitly points to tacit collaboration with the «Brand Israel» project. When the controversy arises and the forum component (which had been part of the original plan for the series) is not reactivated in response to local and international concerns, TIFF’s intransigence becomes insulting, a kind of willful disregard of the festival’s social role, along the lines of «don’t let the terrorists win.»

    And what exactly is «Brand Israel»? The ad hoc program, launched approximately one year prior to the kickoff of this year’s festival, is the brainchild of Toronto’s Israeli consul-general, Amir Gissin. The plan? To «re-brand» Israel as a cultural force in the world whose benefits exist as entirely separate from the nation’s messy political realities. Gissin writes, «Our goal is to make Israel relevant and attractive to Canadians and to refocus attention away from the conflict.» The article in the Jerusalem Post describing the project explains that modern, multicultural Toronto will serve as a laboratory for a major international p.r. offensive, and that the program will rely on the usual advertising elements (bus signs, billboards, radio spots) but requires the help of concerned individuals to take up email campaigns and the like – Zionist «street teams», if you will. Now, was there any official link between this project and TIFF’s City to City? Gissin himself seems to think so; the «smoking gun» is his interview with Andy Levy-Ajzenkopf in the Canadian Jewish News, dated 21 August. In it, Gissin expresses his optimism that «Brand Israel» will continue to build steam. The article reads, «With the help of the Canada-Israel Cultural Foundation, Israel will also have a ‘significant presence’ at this year’s TIFF, he said.» The question remains, of course, whether or not this explicitly refers to City to City, since the only officially listed sponsor of the series is the Government of Canada.

    And so, how difficult would it be for Cameron Bailey and TIFF co-director Noah Cowen to get representatives from the Canada-Israel Cultural Foundation in a room with, say, Elia Suleiman, already in town to promote his new film The Time That Remains? Or say? Wasn’t he a signatory on that petition? He hasn’t gone the way of Greyson, pulling his film out of the festival. (Given that Remains came and went from Cannes with no prizes or North American distribution deal, dropping out of TIFF would be a financially risky thing to do, especially since the film also failed to secure a berth in the New York Film Festival.) What do other filmmakers from the region have to say about the City to City controversy? Amos Gitai, probably Israel’s best-known international auteur and an equally well-known political liberal, has a new film at TIFF also – Carmel, featuring Jeanne Moreau – but thus far he hasn’t weighed in. Likewise, the director of the new breakout festival hit Lebanon, Samuel Maoz, has kept out of it, marking Toronto as just another point on a very successful itinerary, between Venice and the NYFF. Now, I am in no way suggesting that these filmmakers are somehow obligated to opine on this brewing crisis, although I would say that Suleiman is somewhat remiss given his participatory split-decision. I am merely citing some participants I would ideally like to see in this mythic “debate” that seems to be happening exactly nowhere, certainly not in and around TIFF.

    And from the beginning of the controversy, Bailey has argued that those critical of Israel, the series, or the series’ lack of Arab or Palestinian directors should participate in the dialogue by «watch[ing] the films», and then allowing «dialogue» to occur, as it will, after the films, presumably in Q&A. On 25 August, before the whole mess broke out, Bailey described the series as being the result of his own interests, the first of many future City to City efforts. Permit me to quote Bailey at length, because his comments are worth it: We’re going to look for cities where there’s interesting work happening, and perhaps an interesting group of young filmmakers coming up that are making films that are really expressing something about the changes that are happening in that city. «Tel Aviv seemed like the perfect choice for us this year, because it is one of those cities where there is an incredibly diverse mix of cultures. There’s a lot of debate that’s happening, people really talk and argue about things, and also it’s a city people may think they know but until you spend some time watching the films in a more comprehensive way, you don’t get the full range of what’s happening there. So that’s why we wanted to start with that city. We think it’s going to provoke a lot of great conversation.»

    Well, yeah. But how, and where?

    I certainly have my own differences from Bailey in taste and critical evaluation about what is happening in global cinema that seems vital and important enough to warrant a city-based spotlight. Apart from the convenience of the round-number 100th anniversary of Tel Aviv, I personally think that a focus on Manila or especially Kuala Lumpur (what with new films by Chris Chang Fan Lui, Ho Yuhang, Amir Muhammad, and the tragic recent passing of the great Malay director Yasmin Ahmad) would have been far more justifiable on aesthetic grounds alone. But the presumption in all of these pronouncements seems to be that films – works of cinema in and of themselves, objects that unspool in a darkened room for a specified running time, and then stop – are a kind of substitute for the public sphere. We’re expected, in the end,  to accept these ten films in City to City as «the conversation» itself, which seems ridiculously lopsided, and grossly unfair to the film artists under consideration (to whom, it must be reiterated, Greyson and his cosignatories bear no animus). TIFF’s position puts us in a classic bind. If the films are the political realm, tout court, then we are signing over all hope of art’s aesthetic autonomy, its potential for beauty and power that could jolt our senses on a purely visceral level. Anyone who cares about cinema shouldn’t want to concede this power. But at the same time, if we «defend» the films and filmmakers (and, by extension, the festival) from the political realm, pretending that capital-A Art is a neutral zone apart from such transitory considerations, we’re yielding not only to the rankest Romanticism, but also to one of bureaucratic capitalism’s favorite fictions. These simply cannot be the choices with which we’re left.

    So what can a critic do? For my part, I choose to direct you to Greyson’s film Covered, a meditation on what happens when the exigencies of a hostile outside world come crashing into what, in a better world, would be, at least temporarily, a rarified sphere for the contemplation of artistic worth. The film documents (or «covers») the violent raids on the first Queer Sarajevo Festival, which had to be cancelled for the safety of its participants. (As a former Berkeley, California, resident, I recall feeling dismayed when the organizers of the San Francisco Arab Film Festival chose to cancel the event in October of 2001, for similar fears. At the time, they seemed unfounded to me, but I think quite differently now.)  Greyson, I should note, is a political filmmaker whose wit, dialectical thinking, and supple facility with images I have admired for well over a decade. Covered plays the documentary material against the maudlin treatment of the Sarajevo War by Western liberals, as represented by the idée fixe of the dead blackbird. In addition to examining what it means (if I may paraphrase another Canadian) to be (art) lovers in a dangerous time, Covered depicts the limits of the empathetic imagination when caged by convenient platitudes fomented by capitalist democracies. One of those ideas is the belief that art transcends its social / bureaucratic / governmental container. And, in the end, I must concur with Greyson that this shopworn bromide no longer holds. (Greyson’s film Covered can be viewed here until the end of the Toronto International Film Festival on 19 September.)


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  • Clubkultur und Pharmawasser

    Karmakar.

    08.09.2009, Simon Rothöhler in: Festival, Musik

    Romuald Karmakar, dessen dritter Club-Film Villalobos dieser Tage in Venedig Premiere feiert, unterhält einen eigenen Youtube-Kanal. Neben dem Trailer zu seinem neuem Film (und dem tollen Ausschnitt «Hell at Work» aus 196 BPM) finden sich dort kurze Filme über Berliner Iran-Demonstrationen und Karmakars Beitrag für Alexander Kluges DVD-Projekt Früchte des Vertrauens. Finanzkrise, Adam Smith, Keynes, Marx und wir selbst: auf was kann man sich verlassen?, der die Fragestellung auf die Alltagsebene und das bekanntlich keineswegs optimale (seit 1999 teilprivatisierte) Berliner Wasser runterbricht: Ein Mann unseres Vertrauens. Ralf Otterpohl, Wasserspezialist. Den attraktiveren Arbeitsplatz hat aber eindeutig Ricardo Villalobos:


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  • SMS-Archiv

    07.09.2009, Simon Rothöhler in: Festival

    image Auf vielfachen Wunsch hin nun online: die Textnachrichten von Cristina Nord, Dominik Kamalzadeh und Michael Althen aus Venedig jetzt auch im Archiv nachlesbar (hier oder einfach auf das Logo auf unserer Startseite clicken - oder als RSS-Stream abonnieren).

     


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  • SMS aus Venedig

    Festivalberichterstattung in nuce.

    02.09.2009, Simon Rothöhler in: Aktueller Film, Festival

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    «Terasse hotel excelsior. Meer, wind, vollmond. Ein bier ein spritz 18 euro. Da weiß man gleich woran man ist», schreibt Michael Althen in einer seiner ersten CARGO-SMS aus Venedig. Auch Cristina Nord und Dominik Kamalzadeh sind wie schon in Cannes vor Ort und schicken Textnachrichten von den Filmfestpielen, die Sie ab jetzt hier lesen können (neu: auch als RSS-Stream abonnierbar).  Darauf ein bier ein spritz!


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  • The Unquiet American

    Viennale 2009.

    22.08.2009, Simon Rothöhler in: Festival

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    Sicher ein Höhepunkt der diesjährigen Viennale (neben dem Tribut für Lino Brocka): Die von Jonathan Rosenbaum kuratierte Retrospektive The Unquiet American. Transgressive Comedies from the U.S. -

    «Irgendwann einmal konnten — wie der Titel von Graham Greenes anti-amerikanischem Roman Der stille Amerikaner aus dem Jahr 1955, der in Vietnam spielt, suggeriert — gewisse Amerikaner, sogar boshafte, scheinbar als „still“ bezeichnet werden. Doch selbst wenn Teddy Roosevelt (1858-1919) um die Jahrhundertwende einem Freund riet: “Sprich leise (und höflich), aber trage stets einen dicken Knüppel bei dir”, darf man anzweifeln, wie genau dies wirklich amerikanisches Verhalten beschrieb. Und mehr als ein Jahrhundert später, in der Ära unmittelbar nach der achtjährigen Regierungszeit von George W. Bush, scheinen Amerikaner oft weder still noch zurückhaltend über ihre Ignoranz, sondern sind tatsächlich laut und angeberisch darüber. Und das ist es, was den Titel meiner Retrospektive „The Unquiet American: Widerspenstige Komödien aus den USA“ suggerierte, der eine Art von rücksichtloser, ungezügelter und oft solipsistischer amerikanischer Geisteshaltung postuliert, die erheiternd und gefährlich zugleich ist, Anarchie, Chaos und andere Arten von transgressivem Durcheinander verbreitet worauf auch immer sie trifft. Diese Komödien sind sich in ihren besten Momenten dieser Geisteshaltung bewusst und setzen sie als Instrument zur Entdeckung sowie als Objekt für Satire und soziale Kritik ein.»

    (in Kooperation mit dem Österreichischen Filmmuseum, 07.10. - 05.11.2009)


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  • Hinweis: Locarno

    Oxhide 2.

    13.08.2009, Ekkehard Knörer in: Festival, Regisseure

    Ein weiterer Bericht von Lukas Foerster aus Locarno - diesmal geht es um chinesisches Kino, wie man es im Westen eher nicht kennt. Und ganz besonders um einen Film, den ich ganz ausgesprochen gerne selbst sofort sähe: Liu Jiayins "zwangstestörtes Meisterwerk" Oxhide 2.


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  • Hinweis: Locarno III

    10.08.2009, Cargo in: Aktueller Film, Festival

    Jetzt online: Der dritte Teil von Lukas Foersters Locarno-Berichten. Zum Jeonju Digital Project mit neuen - kurzen - Filmen von Hong Sang-soo und Lav Diaz.


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  • Hinweis: Locarno

    Festivalberichte.

    08.08.2009, Cargo in: Festival

    Für CARGO berichtet Lukas Foerster in den kommenden Tagen aktuell vom Festival in Locarno: Über den iranischen Mobiltelefonfilm «Tehran Without Permission» und die Anime-Retrospektive uvm.  Zur Lektüre bitte hier entlang.


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  • Lav Diaz in Bangkok

    Retro.

    01.08.2009, Ekkehard Knörer in: Festival, Regisseure

    Ehernes CARGO-Gesetz: Keine Gelegenheit vorbeigehen lassen, etwas zum großen philippinischen Regisseur Lav Diaz zu posten. Voilà:

    Lav Diaz

    Die Gelegenheit, auf die wir unsere thailändischen Leserinnen und Leser dringend hinweisen müssen: Eine umfassende Retrospektive des Diazschen Werks in Bangkok. [Hinweis im, Bild vom WiseKwai-Blog]

    Und wo wir schon dabei sind. Ein gewisser Lawrence S. Ang hat sehr ausführlich die Kamera hingehalten, als Diaz in diesem Frühjahr etwas drehte. Und hat das, was er aufnahm, dann freundlicherweise in sechs Teilen bei Youtube reingestellt. [hinweis von dirtylaundritwitter]. Voilà:

    P.S.: Unser Video-Interview mit Diaz kennen Sie natürlich schon?


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  • Was macht Tom Ford in Venedig?

    A Single Man.

    31.07.2009, Ekkehard Knörer in: Aktueller Film, Festival

    Tom FordDurchaus viel versprechend, das Lineup für Venedig. Hier eine Übersicht bei Variety, ein paar weitere Kommentare zu einzelnen Filmen vielleicht später. Auf das Phänomen, das Vertreter (eher noch: Vertreterinnen) der Bildenden Künste neuerdings Spielfilme drehen, hatte ich schon hingewiesen. Im Wettbewerb ist jetzt Shirin Neshat mit der Verfilmung des iranischen Romanklassikers "Frauen ohne Männer" von Sharnoush Parsipur vertreten. Es ist die Fortsetzung eines Projekts, das im Raum der Bildenden Kunst seinen Ausgang nahm - und wer mag, kann hier nachlesen, warum ich da sehr skeptisch bin. (Pipilotti Rist ist mit Pepperminta, von manchen auch im Wettbewerb erwartet, in eine Nebenreihe verbannt worden.)

    Der im Kontext unerwartetste Name ist dann aber doch der von Tom Ford. Ja, genau, der Tom Ford, langjähriger Erfolgsdesigner bei Gucci, längst eine eigene Marke, bisher bekannt als großer Architekturkenner, weniger aber als Filmexperte und schon gar -Regisseur. Er hat jetzt aber tatsächlich einen Film gedreht, mit geringem Budget, aber großer Besetzung (Colin Firth, Julianne Moore). A Single Man ist die Verfilmung eines Christopher-Isherwood-Romans nach eigenem Drehbuch von Ford und die Inhaltszusammenfassung liest sich so:

    The single man is middle-aged, an expatriate, an Englishman, a professor of English at a California university. He is a man of intellect and humor, impassioned, gentle, with a benign sense of mischief, an enjoyer and a pessimist. Consumed with grief over the recent death of the young man he has lived with, he resolutely persists in the routine of his daily life. This is one day of that life, from morning and his first moments of consciousness until night and sleep.

    Auf der Website, von der dies Zitat stammt, kann man weiteres zu dem Projekt und dem Film nachlesen und, ehrlich gesagt, das klingt insgesamt eigentlich sehr interessant.


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  • Venedig Spekulationen

    Kommende Attraktionen.

    23.07.2009, Ekkehard Knörer in: Aktueller Film, Festival

    Die Spekulationen für Venedig (das Festival findet Anfang September statt) werden langsam aber sicher seriöser. Eine Woche vor der offiziellen Line-Up-Verkündigung ist jetztnämlich das wichtigste Branchenblatt Variety ins Prognosengeschäft eingestiegen.

    Hier ein paar Kommentare: Dass Steven Soderberghs jüngster Film, die Matt-Damon-Spionage-Komödie The Informant beim Festival ihre Weltpremiere erlebt, hatten wir ja bereits vermutet. Ebenfalls erwartet wird mit Spannung und Bangen und Hoffen Werner Herzogs Abel-Ferrara-Remake-oder-Wasauchimmer Bad Lieutenant: Port of Call New Orleans (der Film war von Cannes abgelehnt worden). Außerdem aus den USA: John Hillcoats Cormac-McCarthy-Verfilmung The Road und Todd Solondz schon seit ewigen Zeiten angekündigte Happiness-Quasi-Fortsetzung Life During Wartime.

    Als ungewiss handelt Variety den Start der offenbar aber in jedem Fall eingereichten neuen Filme von Wes Anderson (Stop-Motion-Roald-Dahl-Adaption, Titel: Fantastic Mr. Fox - aber vielleicht geht sprechender Fuchs nach Lars von Trier gar nicht mehr) und den Coens, die mal wieder eine bitterböse Komödie gedreht haben, Titel A Serious Man. Und: Mike Judge hat was gedreht, mit Jason Bateman und Mila Kunis.

    Die jüngste Tendenz zum Spielfilm vom Künstlern (vgl. Steve McQueens Hunger) wird zum richtigen Trend durch zwei für Venedig erwartete Filme. Einer nämlich von Pipilotti Rist mit Namen Pepperminta und einer - Gott behüte - von Shirin Neshat, Titel Women Without Men. Sam Taylor-Wood dreht grade noch und wird mit Nowhere Boy dann im nächsten Jahr hier oder da auftauchen.

    Aus Frankreich voraussichtlich: Jacques Rivettes zu großen Teilen in Cinecitta gedrehter Film 36 vues du Pic Saint Loup und Patrice Chereaus Dreiecksgeschichte Persecution mit Cannes-Gewinnerin und -Selbstverstümmlerin Charlotte Gainsbourg. Und, eigentlich auch schon für Cannes erhofft: Claire Denis seit Jahren in Arbeit befindlicher neuer "großer" Film White Material, mit dem sie nach Afrika zurückkehrt. Aus Deutschland: Bisher nix. Aus Österreich vielleicht Jessica Hausner neuer Film Lourdes.


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  • Steve McQueen: Giardini

    In Venedig.

    04.06.2009, Ekkehard Knörer in: Festival, Kunst

    Steve McQueen, der Künstler, der mit seinem ersten Spielfilm Hunger auch die Filmwelt, überzeugt hat, bespielt bei der übermorgen beginnenden Biennale in Venedig den britischen Pavillon (und vertritt dabei England; Wales zum Beispiel wird andernorts durch John Cale vertreten). Für diese Gelegenheit hat er einen neuen Film gedreht, der aus gutem Grund Giardini heißt. Er spielt nämlich in den/zeigt die Giardini von Venedig, die Schauplatz des Biennale-Teils mit den Länderpavillons sind. Mehr Informationen, Ausschnitte aus dem Film und ein Interview mit McQueen gibt es auf der Seite des British Council. Die Info und das Still aus dem Film habe ich von Creative Review

    Steve McQueen: Giardini


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  • Oxhide II

    Spuren.

    02.06.2009, Ekkehard Knörer in: Aktueller Film, Festival

    Bisher hatte ich nirgends einen Bericht über Liu Jiayins in der Quinzaine gezeigte Fortsetzung ihres grandiosen Erstlings Oxhide (hier, weil der Film wieder und wieder gelobt werden muss, noch mal mein Berlinale-Text von 2005). Der Nachfolger heißt, wie bei Blockbustern dieser Art üblich, Oxhide II - und setzt tatsächlich die fiktionalisierte Autobiografie der Regisseurin und ihrer Eltern fort. Diesmal werden in neun Einstellungen und 132 Minuten Dumplings hergestellt. Jetzt habe ich doch zwei Reaktionen gefunden. Der Idiot Jay Weissberg macht bei Variety ganz kurzen Prozess:

    Four years ago the arbiters of a certain breed of attenuated cinema crowned low-budget helmer Liu Jia Yin with near-genius status following her debut, "Oxhide." Encouraged by the accolades, she's made "Oxhide II" in exactly the same fixed-camera method, only now the originality is gone and the running time is even longer. Comprising just nine shots confined to one very tight room, the pic will find lone champions rhapsodizing over her studied engagement with space, but for most viewers this audience tester will merely spur heavy-duty ankling.

    Sehr viel besser - und für mich auch überzeugender - Josef Lederle in seinem Filmdienst-Cannes-Tagebuch:

    Man will es nicht glauben, aber wenn man die ersten zehn Minuten überwunden hat, entfaltet der Film Spannung und Komik... Das ist fast so spannend wie ein Krimi, auch weil sich Liu für die neun Einstellungen überraschende Perspektiven einfallen lässt. Sie gewährt einen authentischen Eindruck ins Leben ihrer Familie, die aus westlicher Perspektive am Hungertuch nagt, aber dennoch einen sehr vitalen und humorvollen Eindruck macht.

    Und die allerbeste aller Nachrichten (wenngleich es nicht jeder so sieht):

    Warning: Further installments have been promised. (Weissberg)

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  • Cannes Jury Gerüchte

    Antichrist.

    31.05.2009, Ekkehard Knörer in: Festival

    Das jüngste - oder gar nicht so junge, mir aber jetzt erst zu Augen gekommene - Cannes-Jury-Gerücht übrigens lautet, dass Isabelle Huppert gar nicht Michael Haneke die Palme zukommen lassen wollte, sondern Lars von Trier. Oder, in den Worten von Shane Danielson, der durchaus plausiblerweise behauptet (runterscrollen in den Kommentaren), nah an der Quelle gesessen zu haben:

    Unusually troubled, apparently, with president Isabelle Huppert riding roughshod over everyone, and James Gray reportedly calling her a "fascist bitch" in their final meeting.

    Bei Variety wird das so ungefähr bestätigt (allerdings unter Hinweis auf eine ostentativ harmonische Pressekonferenz), interessanter fand ich da aber die folgende Information:

    The ecumenical jury, which presented its annual award for spiritual values in filmmaking to Loach’s “Looking for Eric,” bestowed an “anti-prize” on von Trier’s “Antichrist.” Cannes fest director Thierry Fremaux was quick to denounce the dubious honor, calling it a “ridiculous decision that borders on a call for censorship,” particularly from a jury headed by a filmmaker, Romania’s Radu Mihaileanu.

    Apropos James Gray: Im neuen Cargo-Heft schreibt Ryland Walker Knight über den Filmemacher und insbesondere seinen großartigen jüngsten Film Two Lovers. Ab Donnerstag gibt es Cargo #2 an den Kiosken und in den Bahnhofsbuchhandlungen. Oder Sie abonnieren: das ist besser für uns. Und für Sie auch, weil Sie das Heft früher bekommen.


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  • luxury profession

    Mike D'Angelo über Cannes.

    26.05.2009, Ekkehard Knörer in: Festival, Internet

    Für Greencine Daily spricht Aaron Hillis mit dem soeben aus Cannes zurückgekehrten Kritiker Mike D'Angelo - mein Mann in Cannes, wenn Sie sich erinnern - über seine Erlebnisse dort. Am Anfang geht es um das ganz neuartige Cannes-Erleben, das mit den instantanen Reaktionen via Twitter zu tun hat (oder, selbe Sache, mit den SMS aus Cannes von Cristina Nord und Dominik Kamalzadeh bei uns). Mir ging es sehr ähnlich wie D'Angelo, es war auch für mich das erste Mal, dass bei einem Event dieser Art so verlässlich die Blog- und Twitter-Stimmen viel interessanter waren als die Zeitungs-Artikel, die mit so großer Verspätung kamen. Nicht zuletzt der Mangel an Freiheit der Form war bei vielen der Feuilleton-Texten in den offiziöseren Publikationen oft sehr stark spürbar im Vergleich. Ganz erstaunlich und großartig insbesondere die Texte von David Phelps und Daniel Kasman im Auteurs Notebook - die beiden haben tatsächlich das Format der Festival-Spontan-Kritik auf höchst anspruchsvolle Weise radikalisiert. D'Angelos Kritiken aus Cannes finden sich übrigens beim A.V. Club, der Filmkritikabteilung der Satire-Publikation Onion.

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  • Cannes 2004

    Tropical Malady.

    25.05.2009, Ekkehard Knörer in: Festival

    Apropos Cannes. Blenden wir fünf Jahre zurück. Apichatpong Weerasethakul gewinnt den Großen Preis der Jury mit Tropical Malady. Bei Bangkok1080 gibt es dazu jetzt die Bilder: Impressionen von Cannes, bis hin zur Preiszeremonie. Tarantino verkündet das Ergebnis gegen Ende des hektisch geschnittenen Videos, zu dem Sie gelangen, wenn Sie auf das folgende Bild klicken:

    image


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  • Dankbarkeit kennt keine Grenzen

    Die Goldene Palme in Cannes geht an Michael Haneke

    25.05.2009, Bert Rebhandl in: Cannes, Festival, Philippinen

    Ein Prophet, wer die Goldene Palme errät: Mit dieser Formulierung verabschiedete sich unser Berichterstatter Dominik Kamalzadeh aus Cannes. Er besaß die Diskretion, nicht sofort auf die offensichtlichste Konstellation dieser Festspiele hinzuweisen, auf die enge Arbeitsbeziehung zwischen Michael Haneke, in diesem Jahr mit Das weiße Band vertreten, und Isabelle Huppert, in diesem Jahr Präsidentin der Jury. Sie war "Die Klavierspielerin" in dem Film, der den internationalen Ruhm von Haneke auf eine neue Ebene hob. Der Regisseur äußerte denn auch sofort "enorme Dankbarkeit" für die Auszeichnung. In Unkenntnis der Filme, die heuer in Cannes gezeigt wurden, hier noch zwei weitere Preise, die Interesse verdienen: Brillante Mendoza aus den Philippinen wurde für seinen allen Berichten nach sehr harten Kinatay als bester Regisseur gewürdigt, und Jacques Audiard bekam für Un prophéte den großen Preis der Jury.


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  • Anna Karina: Winkend

    In Cannes.

    19.05.2009, Ekkehard Knörer in: Festival, Filmgeschichte

    Hm, hier ein aktuelles Foto von Anna Karina in Cannes. Ich dachte ja erst, das sei Michael Jackson...


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  • SMS aus Cannes

    Neu bei Cargo.

    14.05.2009, Ekkehard Knörer in: Festival, Theater

    Nur mal wieder ein paar Updates zu CARGO-Dingen außerhalb des Blogs:

    Ab sofort schicken Cristina Nord (taz) und Dominik Kamalzadeh (Standard) SMS-Meldungen live vom Festival in Cannes. Wer sie lesen will, muss auf unsere Startseite gehen. (Cristina Nord hat z.B. schon den neuen Coppola-Film Tetro gesehen.)

    Ich war gestern im Theater, um das sehr interessante Dokumentartheaterstück "Radio Muezzin" von Stefan Kaegi (Teil von Rimini Protokoll) zu sehen und schreibe hier etwas darüber.

    Und dann sind wir, also der Webauftritt von CARGO, für den Grimme-Online-Preis nominiert. Nur dass Sie's wissen.


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  • The Usual Dreck

    Die Ruhe bewahren.

    10.05.2009, Ekkehard Knörer in: Aktueller Film, Festival

    Ich werde mich nicht aufregen über das zynische, hässliche Zeug, das Wolfgang Höbel, mit dem Bösen im Bund, im Spiegel über Cannes und Autorenfilm schreibt. Ich werde vielmehr die Nerven behalten und mir sagen: Wer liest schon den Spiegel, wer lachte nicht über Höbel? Und schon atme ich wieder ganz ruhig.


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  • Fehlanzeige

    Wo ist Hong?

    24.04.2009, Ekkehard Knörer in: Aktueller Film, Festival

    Cannes-Lineup so lala. Bruno Dumont vermisse ich gewiss nicht. Aber: Wo ist Hong Sang-Soos neuer Film You Don't Even Know? Ich protestiere hiermit, in Unkenntnis näherer Umstände. Kleiner Trost: Hier ist der Trailer. (Ah, Schwenk, Zoom, alles da.) (Update: Zum Cannes-Programm gibt es eine großartige Übersicht bei David Hudsons IFC Daily.)

    Update: Wie David Hudsons Kommentar zu entnehmen ist, wird der Film in der Nebenreihe Quinzaine des Réalisateurs zu sehen sein. Dort auch Neues von Nobuhiro Suwa, Luc Moullet, Axelle Ropert (vgl. Serge Bozon), Pedro Costa und - äh - Francis Ford Coppola. Eine würdige Umgebung, andererseits sieht das langsam so aus, als würde alles, was aus dem einen oder anderen (eingebildeten) Grund nicht fürs ganz große Rampenlicht taugt, jetzt dahin abgeschoben.

    Update II: Bei der ersten Durchsicht habe ich es übersehen, aber in der Quinzaine läuft ein weiterer Film, auf den ich ganz ausgesprochen gespannt bin. Der sehr autobiografische Film Oxhide der ganz jungen chinesischen Filmhochschulstudentin Liu Jiayin war eine der allertollsten Überraschungen der Berlinale der letzten Jahre (hier mehr). Offenbar hat sie jetzt eine Fortsetzung gedreht, der Titel jedenfalls lautet Oxhide II. Ob da mal wieder die Berlinale gepennt hat? Aber vielleicht ist er auch gerade erst fertig geworden...


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  • World Film Festivals

    18.04.2009, Ekkehard Knörer in: Festival, Link-Tipps

    World Film Festivals. Neues Blog, mit diesen Zielen:

    This Monash University 2009 Unit aims to give an understanding of the contemporary phenomenon of the International Film Festival as an event within global circuits of film culture. It is not a Unit devoted to film analysis per se; but rather to the socio-cultural institutions of the Festival circuit – taking in issues of audience, economics, promotion, programming and curation, cultural and ideological agendas, etc, and the relationship to other circuits of film culture such as mainstream exhibition/distribution, cinémathèques and museums, etc.

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  • Revolutionen aus dem Off

    Filmreihe im Zeughauskino

    17.04.2009, Cargo in: Festival, Filmgeschichte

    Auch an dieser Stelle der Hinweis auf die großartige Retrospektive «Revolutionen aus dem Off» die morgen im Zeughauskino beginnt (hier mehr).

    image

     

    Die Idee:

    «Die anlässlich des 40. Jubiläums von 1968 neuerlich angefachte Diskussion über das gesellschaftliche Vermächtnis der Studentenrevolte belegt die ungeminderte Strahlkraft dieses historischen Datums. Dass sich im vorangegangenen Jahrzehnt und weit bis in die 1970er Jahre in Lateinamerika, Afrika und Asien soziale Bewegungen formierten, die in ihrer revolutionären Vehemenz die Revolten in Paris, Berlin oder Berkeley in den Schatten stellten, fällt leicht aus der eurozentrischen Wahrnehmung jener Ära heraus und ist darob in Vergessenheit geraten.

    Diese an den Rand der Wahrnehmbarkeit gedrängten Revolutionen aus dem Off begünstigten die Entstehung eines politisch und bisweilen ästhetisch radikalen Kinos, das alle Register zog: vom generischen Erzählfilm bis zu experimentellen und dokumentarischen Formen, von Agitprop bis zu kritischer Reflexion, von der Besinnung auf einheimische Traditionen bis zur Anverwandlung modernistischer Einflüsse. So wie die sozialen Bewegungen, die es begleitete und mitgestaltete, stand dieses Kino für einen dritten Weg jenseits der konkurrierenden Machtblöcke USA und Sowjetunion, aber auch jenseits von Hollywood auf der einen und des mit der europäischen Linken assoziierten Autorenfilms auf der anderen Seite – für ein „Drittes Kino“, wie es die Filmemacher Octavio Getino und Fernando E. Solanas in ihrem vor genau 40 Jahren veröffentlichten Manifest „Hacia un tercer cine“ tauften.

    Die Reihe Revolutionen aus dem Off unternimmt den Versuch, die bemerkenswerte Vielfalt politischer und ästhetischer Entwürfe im Einzugsgebiet des Dritten Kinos auf exemplarische Weise vorzustellen. Das Programm umfasst 34 Filme aus 14 Ländern im Zeitraum von 1955-1977, darunter etliche Raritäten, die in Deutschland nur selten zu sehen waren. Begleitende Einführungen erschließen die historischen und ideen-geschichtlichen Hinter-gründe des Dritten Kinos in seinen zahlreichen Spielarten und fragen nach seinem möglichen Nachleben im gegenwärtigen World Cinema.»


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  • Cannes Lineup

    (Noch) aus der Gerüchteküche

    21.02.2009, Cargo in: Festival

    Akin, Fatih SOUL KITCHEN
    Almodovar, Pedro BROKEN EMBRACES
    Amenabar, Alejandro AGORA
    Arnold, Andrea FISH TANK
    Audiard, Jacques UN PROPHETE
    Campion, Jane BRIGHT STAR
    Chan-wook, Park THIRST
    Chomet, Sylvain L'ILLUSIONISTE
    Coen Brothers A SERIOUS MAN
    de Van, Marina NE TE RETOURNE PAS
    Denis, Claire WHITE MATERIAL
    Dumont, Bruno HADEWIJCH
    Gilliam, Terry THE IMAGINARIUM OF DR PARNASSUS
    Haneke, Michael DAS WEISSE BAND
    Jarmusch, Jim THE LIMITS OF CONTROL
    Joon Ho, Bong MOTHER
    Jordan, Neil ONDINE
    Kore-eda, Hirokazu AIR DOLL
    Larrieu Brothers THIS IS THE END
    Lee, Ang TAKING WOODSTOCK
    Loach, Ken LOOKING FOR ERIC
    Ming-Liang, Tsai FACE
    Mungiu, Cristian TALES FROM THE GOLDEN AGE
    Noe, Gaspar ENTER THE VOID
    Ratanaruang, Pen-Ek NYMPH
    Ridley, Philip HEARTLESS
    Sang-Soo, Hong YOU DON'T EVEN KNOW
    Solondz, Todd FORGIVENESS
    Tanovic, Danis TRIAGE
    Tarantino, Quentin INGLORIOUS BASTERDS
    To, Johnnie VENGEANCE
    Van Dormael, Jaco MR. NOBODY
    von Trier, Lars ANTICHRIST
    von Trotta, Margarethe VISION
    Watt, Sarah MY YEAR WITHOUT SEX
    Zhuangzhuang, Tian THE WARRIOR AND THE WOLF

    (via Parallel Film)


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  • Michael Snow bei der Berlinale

    Bilder unserer Fotografin Kristin Hoell von Michael Snow, der einen von "Tre Puccini" im Forum Expanded präsentierte.

    07.02.2009, Ekkehard Knörer in: Berlinale 2009, Experimentalfilm, Festival, Regisseure

    Bilder unserer Fotografin Kristin Hoell von Michael Snow, der einen von "Tre Puccini" im Forum Expanded präsentierte. 

    Michael Snow Belrinale 2009

     
    Michael Snow Berlinale 2009
     
    Michael Snow Berlinale 2009
     
    Michael Snow Berlinale 2009

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  • Filmkrant Rotterdam

    26.01.2009, Ekkehard Knörer in: Festival, Filmgeschichte, Filmkritik

    The following pages are a refuge for wayward articles that too seldom find their way to print, because they are considered too philosophical, personal, political or poetic. The only guideline we gave the authors in our little query amongst friends and comrades, was that their words had to be burning. The world had to stop turning if they would not be published right here and right now. They had to be dragged from the gates of hell (and heaven alike). And they should revise our filmic eyes all over again.

    Mit diesen Worten leitet Dana Linssen die zum Festival in Rotterdam erscheinende, mit der programmatischen Überschrift "Slow Criticism" betitelte englische Sonderausgabe der besten - oder, um ehrlich zu sein, der einzigen mir bekannten - niederländischen Filmzeitschrift De Filmkrant ein. Kleine Auswahl interessanter Artikel:

    - Maya McKechneay über Haunted-House-Filme. Das spannendste daran ist, was zwar der Anlass zum Text ist, aber nur am Rande erwähnt wird: Fünf der interessantesten asiatischen Filmemacher richten ein Geisterhaus in Rotterdam, darunter Wisit Sasanatieng, Lav Diaz und Amir Muhammad.

    - Olaf Möller schreibt, wie schon im Aktuellen Film Comment, über den italienischen Regisseur Paolo Benvenuti - bzw. über dessen jüngsten Film Puccini and the Girl.

    - Adrian Martin entdeckt den Fotografen William Klein als Regisseur.

    - Jonathan Rosenbaum schlägt eine Schlacht von gestern und attackiert, nicht zuletzt ihres politischen Defätismus' wegen, Francis Ford Coppolas Der Pate I und II, und dabei auch gleich noch die aus mir nicht ganz verständlichen Gründen untoteste aller US-Kritikerinnen Pauline Kael.

    - Martijn Mejer über den Handy-Film SMS Sugar Man des südafrikanisch-niederländischen Regisseurs Aryan Kaganof, der früher Ian Kerkhof hieß und auch damals schon keinen Skandal ausließ (sein Blog, ein Artikel aus Bright Lights Film).

    - Kent Jones plädiert in einem vielleicht doch etwas uninspirierten Text für eine pragmatische Moralphilosophie des Kinos.

    [via IFC Daily]


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  • Was macht eigentlich...

    23.01.2009, Simon Rothöhler in: Aktueller Film, Festival

    image

    James Gandolfini in In the loop, eine Komödie über die britisch-amerikanischen Vorbereitungen des Irakkriegs, die gerade in Sundance Premiere feierte und hier gelobt wird.

    (via The Daily)


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  • Berlinale Wettbewerb I: Chen Kaiges "Mei Lanfang"

    Erster Teil einer losen Serie zur Einstimmung auf den Berlinale-Wettbewerb: Notizen zu Mei Lanfang, dem Gegenstand von Chen Kaiges Biopic, dem einzigen asiatischen Beitrag im Wettbewerb.

    17.01.2009, Ekkehard Knörer in: Aktueller Film, Festival, Musik, Theater, Theorie

    Der chinesische Artist ... verzichtet auf die restlose Verwandlung. Von vornherein beschränkt er sich darauf, die darzustellende Figur lediglich zu zitieren. Aber mit welcher Kunst tut er das! Er benötigt nur ein Minimum von Illusion. Was er zeigt, ist sehenswert auch für den, der nicht von Sinnen ist. Welcher westliche Schauspieler der alten Art (der eine oder andere Komiker ausgenommen) könnte wie der chinesische Schauspieler Mei Lan-fang, mit einem Smoking angetan, in einem Zimmer ohne besonderes Licht, umgeben von Sachverständigen, die Elemente seiner Schauspielkunst zeigen? 
    Bertolt Brecht, Verfremdungseffekte in der chinesischen Schauspielkunst

    Die Szene ist datierbar. Das Zimmer ohne besonderes Licht muss in Moskau gewesen sein, der Zeitpunkt das Frühjahr 1935. Zu einem Theaterkongress in der Sowjethauptstadt war, was im Theater seiner Zeit Avantgarde war, zusammengekommen. Als Deutscher im Exil mit dabei war der in der Hauptstadt lebende Erwin Piscator, Brecht kam aus Kopenhagen angereist. Auch Sergei Eisenstein, der führende Filmregisseur der Sowjetunion und der Theatertheoretiker Edward Gordon Craig waren mit von der Partie.

    Mei Lan FangIn der Woche vom 23. bis 28. März des Jahres war auch Mei Lanfang (1894-1961)  in Moskau, damals nicht nur der berühmteste Star der Peking-Oper, sondern auch ein großer Exportschlager Chinas im Westen, junge Frauen in Japan fielen bei seinen Auftritten in Ohnmacht, er war, das ist nicht übertrieben, tatsächlich weltberühmt. Mit Chaplin befreundet, und der Vermittler schlechthin der Kunst der chinesischen Oper, auf die sich Brecht, aber auch Eistenstein oder Piscator ihren anti-illusionistischen, anti-realistischen Reim machten. (Einen Aufsatz zu Brecht und dem chinesischen Theater gibt es als pdf hier. Interessanterweise waren zum selben Zeitpunkt auch Lee Strasberg und Konstantin Stanislawski vor Ort, die ganz andere oder auch gar keine Schlüsse aus Mei Lanfangs Auftritt zogen.)

    So fanden in diesem Frühjahr des Jahres 1935 durchaus unterschiedliche, aber verwandte Vorstellungen zur Überwindung des herkömmlichen Schauspiels für einen Moment in dieser einen exemplarischen, zur Projektion wie geschaffenen Figur aus dem fremden, fernen Osten ihren Schnittpunkt. Positionen, muss man hinzufügen, weil es die Sache noch spannender macht, die durchweg die ästhetische und die politische Avantgarde zusammenzudenken versuchten - auch das eine Konjunktion, die wenig später in Moskau nicht mehr vorstellbar gewesen wäre.

    Den Mann, der 1935 im Smoking so freundlich war, Proben seiner Kunst abseits der Bühne zu geben, wurde bereits 1924 von einem westlichen Reporter im Backstage-Bereich aufgesucht. Mei Lanfang war damals noch nicht in den Westen gereist, so dass dies sehr wohl der erste westliche Bericht über ihn sein könnte. Hier ein kurzer Auszug, der Text ist komplett im Netz nachzulesen, nämlich hier.

    He appeared on that occasion in the greenroom a model of self-respecting humility far removed, of course, from emphatic self-depreciation, which would have been completely out of place. Characteristic of him was his action in personally dashing for a cigarette and lighting the match for his guest. None of the numerous attendants who were at beck and call was summoned to procure them. His manners, as has, been said, are without fault, hnd his natural shyness, even if it is not now very pronounced, is sufficiently apparent to increase one's interest in him.

    Der Mann im Smoking, Mei Lanfang, hieß von Geburt Mei Lan. In der Endung fang, die er seinem Namen hinzufügte, kondensiert eine der entscheidenden Pointen der Nicht-Identität der zwei Körper des asiatischen Artisten - diese Endung nämlich feminisiert den Mann. Das ist kein Zufall, denn als Darsteller von Frauen wurde Mei Lan(fang) zum Star, als Darsteller, um mit Hilfe der Wikipedia noch genauer zu sein, jener eher reifen Frauen im Rollenfach der qingyi (oder guimen dan), deren hohen, durchdringenden Gesangsstil wir bis heute wohl am ehesten mit der Peking-Oper verbinden. Eine seiner berühmtesten Rollen spielte er in der - durch Chen Kaiges Film gleichen Titels berühmt gewordenen - Peking-Oper Lebewohl, meine Konkubine. Eine Aufführung der Oper, bei der Mei Lanfang bereits sechzig Jahre alt war, existiert als Film, einen Auszug daraus können Sie hier sehen, einen weiteren Auszug aus einer Aufführung der Oper Peony Village gibt es gleichfalls bei Youtube:

    Zurück nach Moskau. Es gibt ein Bildzeugnis der Begegnung zwischen Sergei Eisenstein und Mei Lanfang, denn der Regisseur war so beeindruckt von dessen Auftritt, dass er eine fünfminütige Szene auf Film festhielt, freilich ohne Ton. Einen immerhin dreißigsekündigen Ausschnitt daraus gibt es bei Youtube:

    Der bedeutendste Ausflug des Opernstars ins Kino ist das freilich nicht. Im Jahr 1946 nämlich drehte der chinesische Regisseur Mu Fei - verantwortlich auch für einen der ganz großen Klassiker des chinesischen Kinos, Springtime in a Small Town von 1948 - den ersten chinesischen Farbfilm Sheng Si Hen (Regrets Eternal). Es ist eine Opernverfilmung und die Hauptrolle spielt, genau, kein anderer als Mei Lanfang. Die ersten acht Minuten des Films sind, man sehe, höre und staune, online:


    Regrets eternels (Sheng si hen ) de FEI Mu 1946
    by cinemachinois


    ***

    Der Anlass zu diesen Notizen ist Chen Kaiges jüngster Film Mei Lanfang (in der englischen Übersetzung Forever Enthralled ins Kitschige verallgemeinert). Der in China sehr erfolgreich angelaufene Film geht zwar auf Mei Lanfangs erfolgreiche US-Tour ein, wohl kaum aber auf die hier vorgestellten Zusammenhänge. Ins Zentrum scheint er - wie dieser ersten, sehr lauen Kritik zu entnehmen ist - eine Liebesaffäre mit einer von Zhan Ziyi gespielten Schauspielerin zu stellen. Zu befürchten ist leider, dass er sich auch und gerade für die Schauspieltheorien, in deren Zentrum Mei Lanfang ohne Absicht geriet, nicht interessiert und ganz auf die tumben Identifikationsdarstellereien des konventionellen Biopic zurückfällt. Der Schluss lässt sich - inklusive Begründung - aus einem Interview Kaiges mit Newsweek ziehen:

    I started 25 years ago, in a different time. We didn't have pressure from the audience. We just did what we wanted to do. We were crazy about creating a new cinema language. Now you have to negotiate with your investors about how much money you put into your production, and of course, you care about the box office. But this is just the situation; it's nothing to complain about.

     Bis man sich dann selbst ein genaueres Bild machen kann, darf man erst mal aus dem Trailer des Films seine Schlüsse ziehen (auch ein Making of gibt es bereits zu sehen):

    Manchen Hinweis verdanke ich dem - dringend zur zusätzlichen Lektüre empfohlenen - Eintrag zu genau diesen Zusammenhängen im Blog Click Opera des sowieso grandiosen schottischen Musikers und Kritikers und Allround-Denkers Momus, dessen in jeder Hinsicht irren musikalischen Output ich allen aufgeschlossenen LeserInnen sehr gerne und dringend ans Herz lege.


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  • Panorama

    15.01.2009, Ekkehard Knörer in: Festival

    Ungewöhnlich interessant verspricht das sonst oft arg gut gemeinte, aber ästhetisch wenig aufregende Panorama-Programm in diesem Jahr zu werden. Was gewiss mit dem dreißigjährigen Jubliäum zu tun hat. Die Reihe feiert sich unter anderem mit Gus van Sants Milk und Catherine Breillats im ersten Panorama-Jahr 1979 gezeigtem Film Tapage Nocturne.

    Dazu läuft in Welturaufführung der neue Film von Catherine Breillat (La barbe bleue), außerdem der nach ihrem viel versprechenden Debüt xxy mit einiger Spannung erwartete Zweitling El nino pez von Lucía Puenzo - wieder mit der wirklich tollen Inés Efron. Eher in die Kategorie "wäre überraschend, wenn daran was überraschend wäre" gehört die Nachricht, dassMichael Winterbottoms  Verfilmung von Naomi Kleins jüngstem Antiglobalisierungs-Pamphlet The Shock Doctrine als work in progress gezeigt wird.

    Unbestreitbar großartig: Der Spezial-Teddy für Joe Dallessandro, der seinen Ruhm nicht zuletzt Andy Warhol verdankt, aber auch in den obskureren Regionen des europäischen Autorenfilms (etwa Jacques Rivettes Merry Go Round) zu sehen war. Watch and swoon:

    Update: Es gibt doch tatsächlich sogar einen Ausschnitt aus Merry Go Round auf Youtube (mit im Bild: Maria Schneider). Voilà:


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  • Terminator Kalte Seelen

    Neues zu Terminator: Salvation, Sundance, The Informers, Auslands-Oscars.

    14.01.2009, Ekkehard Knörer in: Aktueller Film, Festival, News, Trailer

    Kleiner Spaziergang durch die US-Blogs heute Morgen:

    Im Blog des Film Comment wirft Paul Brunick einen ersten Blick auf McGs Versuch, das "Terminator"-Franchise durch Rückverdüsterung neu zu beleben:
    While it’s hard to fault McG for not matching the plate-spinning complexity of a James Cameron set piece, what’s less forgivable is how he’s seemingly drained the franchise of its playful postmodern irony. McG said he wanted to “reboot” the Terminator films by taking them in a “darker” direction. That he repeatedly referred to The Dark Night as if it were Citizen Kane gives you a pretty good idea of what he’s aiming for.
    Freudig das Schlimmste erwartet The Playlist von der in Sundance zu sehenden Bret-Easton-Ellis-Verfilmung "The Informers". Hier der Trailer:

    Hier die long shortlist (wird dann noch auf fünf reduziert) der Auslandsoscar-Nominierungen. Leider dabei: Baader Meinhof. Nicht dabei, weil von Mexiko nicht eingereicht: Carlos Reygadas' grandioser Stellet Licht. Nicht dabei, weil ausgeschieden: Gomorra. Erfreulichste Überraschung: Götz Spielmanns wirklich exzellenter Film Revanche, zum Glück demnächst auch in deutschen Kinos.
    Revanche (Österreich)
    The Necessities of Life (Kanada)
    Die Klasse (Frankreich)
    Der Baader Meinhof Komplex (Deutschland)
    Waltz With Bashir (Israel)
    Departures (Japan)
    Tear This Heart Out (Mexiko)
    Everlasting Moments (Schweden)
    Three Monkeys (Türkei)

    Im Filmmaker-Magazine-Blog geht Scott Macaulay das Sundance-Programm durch und notiert, wasinteressant sein könnte, und was nicht, und warum. Dies zum Beispiel:

    Cold Souls (pictured): Writer/director Sophie Barthes was one of our "25 New Faces" last year, and I love the concept of this movie. A depressed stage actor decides to lighten his load by having his soul extracted; the soul is then sold to a Russian soap opera actress.


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  • Termine: Graf Hot Shots Dancing With Myself

    10.01.2009, Cargo in: Festival, Regisseure, Termin, Theorie

    Eine ereignisreiche Woche steht zum Jahresauftakt ins Haus. Hier der Hinweis auf drei wichtige Ereignisse in Potsdam und Berlin.

    Dominik Graf in Potsdam

    Dominik Graf im Filmmuseum PotsdamAm 12. eröffnet im Filmmuseum Potsdam eine mittelgroße Retrospektive zum Werk des Regisseurs Dominik Graf. Gezeigt werden Spielfilme wie Die Katze, Spieler und Der Felsen, Fernsehfilme wie Der Skorpion,  Eine Stadt wird erpresst und Das Gelübde, die Polizeiruf 110-Folge Der scharlachrote Engel und die in Zusammenarbeit mit dem Filmkritiker Michael Althen (einst SZ, heute FAZ, auch CARGO-Autor) entstandenen Essayfilme München - Geheimnisse einer Stadt und Das Wispern im Berg der Dinge. Das komplette Programm mit Informationen zu einzelnen Filmen gibt es hier. Einen Text von Dominik Graf zur Retrospektive gibt es ebenfalls auf den Seiten des Filmmuseums. Und am nächsten Samstag, dem 17.1., wird Graf - der gerade in Berlin die ARD-Serie Im Angesicht des Verbrechens dreht - auch persönlich anwesend sein und in einem Gespräch mit Johannes Leisen über seine Arbeit berichten. (Hier nochmal der Link zum ersten Teil unseres ausführlichen Videointerviews mit Dominik Graf. Mehr demnächst - außerdem wird es im ersten "Cargo"-Heft eine Reportage über Dominik Graf bei der Arbeit geben.)

    Asian Hot Shots in Berlin

    Asian Hot Shots BerlinZum  zweiten Mal findet im Babylon Mitte in Berlin vom 13. bis zum 18.1. das Film- und Videofestival Asian Hot Shots statt. Es hat in diesem Jahr einen Schwerpunkt auf dem nicht nur hierzulande fast völlig unbekannten indonesischen Film. Daneben gibt es aber auch viel Aktuelles aus ganz Asien, außerdem eine kleine Retro mit zwei Filmen des 83cm großen philippinischen Martial-Arts-Film-Idols der siezbiger Jahre Weng Weng. Leider ist die Website - die durchaus teuer aussieht - wirklich nervtötend und flasht wie blöd; ständig soll man irgendwelche pdfs runterladen, nirgends kann man auf einer normalen HTML-Seite einen vernünftigen Überblick über irgendeinen Programmteil gewinnen. Schlagen Sie sich am besten selber durch - das Programm verspricht allemal interessante Entdeckungen. Eine Warnung allerdings noch: Ein nicht geringer Teil der Filme wird nicht als Filmkopie, sondern in diversen Videoformaten zu sehen sein.

    Dancing With Myself in Berlin

    Dancing With Myself Hau BerlinEin Theorie-Festival im HAU, vom 16. bis 19.1.  Die Veranstaltung fragt nach den Folgen der Ditigalisierung für die gemeinschaftsbildende Wirkung von Musik. Und zwar so: "Heißt Digitalisierung, trotz Millionen von 'Freunden', also auch Vereinzelung? Wenn jeder gleichzeitig Künstler, Kritiker, Publikum und Veranstalter ist, hört denn überhaupt noch jemand zu? Wird Musik so wieder zum reinen Sound, bar jeder sozialen Dimension? Oder sind das am Ende bloß Ängste abgehängter Kulturkritiker, die ihre Mails auf Papier ausdrucken?" Den Eröffungsvortrag hält der französische Kulturtheoretiker Jacques Attali. Auf der Theorieseite mit von der Partie sind unter anderen Diedrich Diederichsen und Tom Holert. Es gibt Filme wie Michael Winterbottoms "24 Hour Party People" und es gibt, natürlich, Musik, darunter am Eröffungsabend die legendären "Young Marble Giants" - die seit zwei Jahren und mehr als zwei Jahrzehnte nach ihrem Split nach nur einem Album gelegentlich jetzt wieder gemeinsam auftreten. Auf der Hau-Website wird man nur ein bisschen, in einer wiederum nur als pdf runterladbaren taz-Beilage dagen sehr viel schlauer, was das Programm angeht.


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  • Around the World in 14 Films

    Das Berliner Festival "Around the World in 14 Films" zeigt wichtige Filme aus jüngster Zeit, die es nicht zu regulären deutschen Kinostarts gebracht haben.

    27.11.2008, Cargo in: Festival, Termin

    Carlos Reygadas: Stellet LichtMit viel Tamtam und namhaften Paten (von, immerhin, Valeska Grisebach bis Wim Wenders, Schirmherr: Frank-Walter Steinmeier) tut das Berliner Babylon-Kino Gutes und spricht auch darüber. In der nun schon zum dritten Mal stattfindenden Reihe "Around the World in 14 Films" führt das Festival der Stadt und dem Weltkreis vor Augen, wie wenig Wagemut deutsche Kino-Verleihe besitzen. Gezeigt werden nämlich vierzehn mehr oder minder grandiose Filme der jüngsten Zeit, die es nicht zu regulären Kinostarts in Deutschland gebracht haben. (Das Programmheft gibt es als pdf hier. Die Texte sind allerdings durchgehend furchtbar.)

    Zu den mit Sicherheit sehenswerten Filmen gehören "Liverpool" von Lisandro Alonso ("Los Muertos" - in der taz von heute auch ein Interview mit Alonso), "Stellet Licht" von Carlos Reygadas, Corneliu Porumboius "12:08 East of Bucharest", Jia Zhang-kes "Useless" und Kobayashi Masahiros "Rebirth". 

    Weitere Tipps, aber auch Warnungen, nehmen wir in den Kommentaren gerne entgegen.


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Über «Wiegenlieder» von Johann Feindt und Tamara Trampe

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