CARGO Container: Termin
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Ophüls & Ophüls
Hinweis.
Auch weil die WM langsam wieder Lücken im Kalender lässt der kurze Hinweis auf die Ophüls & Ophüls-Reihe, die heute Abend mit einem Vortrag von Ralph Eue und Lola Montès im Zeughauskino eröffnet wird. Müsste ich mir aus der Reihe jeweils einen Film heraussuchen, würde ich mich für The Reckless Moment (Max, 1949) und Hotel Terminus. The Life and Times of Klaus Barbie (Marcel, 1988) entscheiden.
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Suhrkamp
goes Blumenbar.
Heute Abend betritt der Suhrkamp Verlag den Berliner Veranstaltungskalender - und zwar mit der Eröffnung des Edition Suhrkamp Ladens. Von Interesse vielleicht, dass dort morgen Abend Thomas Braschs Engel aus Eisen gezeigt wird, über den Matthias Dell in der aktuellen CARGO-Ausgabe schreibt:
«Der Film erzählt die Berliner Räubergeschichte der Gladow-Bande, in der nach dem Krieg Schüler zu stadtbekannten Verbrechern werden. Die Bande spielt mit dem Ost-West-Gegensatz Katz und Maus, sie flieht immer dahin, wo die zuständige Polizei an der Sektorengrenze stoppen muss. Die Unterscheidung zwischen Ost und West ist ihr nicht mehr als ein Krawattenmuster: Gestreifte Krawatten für die Ostmitglieder, gepunktete für die aus dem Westen, erklärt einer einmal im Film. Die Weltpolitik, für die gestreift und gepunktet ein Unterschied ums Ganze ist, ist Hintergrundgeräusch. Am Himmel die Flieger, die West-Berlin über eine Luftbrücke versorgen, und Ernst Reuters Rede an die Völker der Welt als leiser Soundtrack zu einer Reihe von Überfällen, die die Bande begeht dank der Kenntnisse, die der arbeitslos gewordene Henker und jetzige Polizeiarchivar Völpel, gespielt von Hilmar Thate, aus Akten und Bauplänen hat.»
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Entgrenzung des Kinos - Grenzen des Films
Veranstaltungshinweis.
Ein kurzer Hinweis in eigener Sache - auf eine filmwissenschaftliche Tagung des SFB 626 / FU Berlin, die ich gemeinsam mit Volker Pantenburg organisiert habe: «Entgrenzung des Kinos - Grenzen des Films». Geplant war, die Veranstaltung heute abend im Arsenal mit Victor Burgin und Jonathan Rosenbaum zu eröffnen, was aber vulkanbedingt ausfallen muss (wird nachgeholt). Morgen dann im ICI (Christinenstr. 18-19, 10119 Berlin, U-Bahnhof Senefelder Platz) folgendes (aktualisiertes) Programm:
Freitag, 23. April, ICI Berlin
10.00 Uhr – 10.30 Uhr Einführung
10.30 Uhr – 11.30 Uhr Raymond Bellour
The Film Spectator: a Unique Memory
11.45 Uhr – 12.45 Uhr Ute Holl
Im Reich der Daten. Notizen zur Ästhetik von Kino im Netz
Mittagspause
15.00 Uhr – 16.00 Uhr Tom Gunning
The Moving Image: Archeology of an Illusion
Kaffeepause
16.30 Uhr – 17.30 Uhr Simon Rothöhler
High Definition. Über neue und alte (Kino)Bilder
17.45 Uhr – 18.45 Uhr Lev Manovich
Visualization as The New Language of Theory
Samstag, 24. April, ICI Berlin
10.30 Uhr – 11.30 Uhr Volker Pantenburg
1970/2010. Experimentalfilm und Kunsträume
11.45 Uhr – 12.45 Uhr Vinzenz Hediger
Film Theory/Film’s Territory. On the concrete geography of cinema
Mittagspause
15.00 Uhr – 16.00 Uhr Gertrud Koch
Was wird Film, was wird Theater gewesen sein?
Kaffeepause
16.30 Uhr – 17.30 Uhr Diedrich Diederichsen
Videothek von Babylon
17.45 Uhr Ende der Konferenz
Die Veranstaltung ist öffentlich, der Eintritt frei.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Simultaneous translation into English will be provided.Hier finden Sie weitere Informationen
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Ein altes Versprechen
Heute beginnt die Dardenne-Retrospektive im Arsenal in Berlin.
Wie man von einem Film erfasst werden kann: gleich zu Beginn ein Kino der Körper, enge Kadrage, die Handkamera folgt dem Routine-Rundgang eines Mannes, der illegal eingewanderte Mieter in Zuhältermanier kontrolliert. Er reißt die Türen auf, die schmalen Unterkünfte geben ein Bild der Erbärmlichkeit, die darin aufgeschreckten Menschen sind dem respektlosen Blick und der Willkür ausgeliefert. Der Mann, begleitet von einem wendigen Halbwüchsigen, holt aus jeder Situation das Äußerste heraus: Von dem jungen Nordafrikaner, den er in flagranti mit einem Freier entdeckt, verlangt er eine zusätzliche Abgabe, ebenso von den türkischen Mietern, die ihre Freund beherbergen. Diejenigen, die sich über den desolaten Zustand der windigen Behausungen und über die mangelnde Kanalisation beklagen, verspricht er Abhilfe, ohne sich auf lange Diskussionen einzulassen.
Der Effekt des fiktionalen Blicks auf ein Dispositiv der Kontrolle ist umso stärker, als dieses in einem an das Dokumentarische angelehnten Modus vorgeführt wird: Als "unvermittelte" Zeugen von Ausbeutung und Elend inmitten einer westeuropäischen Stadt werden die Zuschauer hier zunächst direkt adressiert.
So beschrieb Christa Blümlinger 1997 in der Zeitschrift METEOR die Wirkung des Films La Promesse von Luc und Jean-Pierre Dardenne. Zwei neue Auteurs tauchten damals im Weltkino auf, ihre Bedeutung war unmittelbar zu erkennen, von Rosetta (1999) bis Le Silence de Lorna (2008) haben sie seither ihr Werk weitergeschrieben. In all diesen Jahren wusste man zwar von den frühen, dokumentarischen Filmen der Dardennes, zu sehen bekam man sie aber nie.
An diesem Sonntag eröffnet nun das Arsenal in Berlin unter dem Titel REALISMUS REFLEKTIEREN eine Retrospektive der Filme von Luc und Jean-Pierre Dardenne, die zusammenbringt, was die Auswertungslogik der Arthauswelt getrennt halten muss: Wie sich die frühen Arbeiten zu den späteren Fiktionen verhalten, wie sich die Erzählung aus der Beobachtung heraus entwickelt, ob sich Bilder des latent Metaphysischen schon früh finden oder ob die Dardennes vielleicht tatsächlich nur leibliche Projektionsflächen für unser überschießendes kulturelles Wissen schaffen - zu all diesen Fragen gibt es im Arsenal im November das Grundlagenmaterial.
Eröffnet wird am Sonntag, 16. November, mit La Promesse, davor läuft der Dokumentarfilm LORSQUE LE BATEAU DE LÉON M. DESCENDIT LA MEUSE POUR LA PREMIÈRE FOIS (1979), eine Bootsfahrt entlang der Monumente einer Arbeitswelt, die einst maßgeblich zur Schaffung des europäischen Reichtums beitrug und nun vor allem ein Erinnerungsort an alte Arbeitskämpfe ist.
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Z32
Veranstaltungshinweis.
Morgen 18h in der Akademie der Künste: Z32 von Avi Mograbi (anschließend Verleihung des Konrad-Wolf-Preises an den Regisseur). Hier nochmals der Hinweis auf unser Video-Interview.
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Anti-Humboldt
Veranstaltungshinweis.
Eine Veranstaltung zum selektiven Rückbau des Humboldt-Forums
Samstag 11. Juli 2009, 20Uhr, Sophiensaele Berlin, Sophienstr. 18
Nach dem Bundestagsbeschluss zur Rekonstruktion der Schlossfassade von 2002 und dem 2008 vollendeten Abriss des Palasts der Republik wurde von kulturpolitischer Seite das Humboldt-Forum als rettende Idee zur Legitimation der Schlossrekonstruktion präsentiert. Neben Teilen der Zentral- und Landesbibliothek und den wissenschaftlichen Sammlungen der Humboldt-Universität soll das Humboldt-Forum vor allem die Sammlungen außereuropäischer Kunst und Kultur der Staatlichen Museen zu Berlin beherbergen. Am 8. Juli wird eine Ausstellung im Alten Museum eröffnet, die Pläne zur inhaltlichen Gestaltung des Forums präsentiert.
Alle bisherigen Verlautbarungen der Federführenden lassen erkennen, dass es bei dem Humboldt-Forum nicht um eine Reflexion der Gewalt geht, die im Zuge des Kolonialismus von Europa aus auf den Rest der Welt ausgeübt wurde. Vielmehr wird Andersheit ontologisiert, die zur Souveränitäts- und Kosmopolitismusdemonstration der Ausstellernation dient. Die Schlossfassade steht symbolisch für die verlorene und rückgewonnene Einheit Deutschlands, sowie für das „goldene Zeitalter“ des Preußentums, das nun zum nachteilungsgeschichtlichen Lückenfüller wird. Ausgerechnet in einem solchen Zusammenhang sollen nun „Kulturschätze“ aus aller Welt zur Demonstration von Weltoffenheit der selbsternannten „Kulturnation“ dienen. Eine derartige Rekontextualisierung an diesem symbolisch aufgeladenen Ort in direkter Nachbarschaft zur Museumsinsel mit ihren Sammlungen „klassischer Hochkulturen“ nennen wir eine Instrumentalisierung nichteuropäischer Künste und Kulturen.
Organisiert von Alexandertechnik
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Grandrieux, Costa, Pelechian
Veranstaltungshinweis.

Im Rahmen des Festivals Rencontres Internationales gibt es ab übermorgen einige interessante Screenings im Haus der Kulturen der Welt: Un Lac von Philippe Grandrieux (über den Volker Pantenburg in CARGO 02 geschrieben hat), ein neuer Film von Pedro Costa mit und über Jeanne Balibar und eine kleine Retrospektive des armenischen Found Footage-Künstlers Artavazd Pelechian. Und das Beste: der Eintritt ist frei.
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Veranstaltungshinweis
Simon Critchley heute im HAU
Apropos Philosophie. CARGO-Autor Robin Celikates moderiert heute abend im HAU eine Veranstaltung mit dem englischen Philosophen Simon Critchley, der sich hin und wieder auch mit dem Kino beschäftigt; hier steht ein Text zu Samuel Becketts Film Film:Berüchtigt ist Critchley allerdings auch für eine gewisse Rampensauhaftigkeit und seine reichlich negative Anthropologie: «We are all killer apes with metaphysical longing».
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Reklame
Auch an dieser Stelle noch einmal der Hinweis auf unsere Abonnement-Angebote - die zweite Ausgabe von CARGO erscheint in knapp einer Woche, am 4. Juni.
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Veranstaltungshinweis
Tagung zu Ehren von Gertrud Koch

Ein Hinweis in eigener Sache: Vom 24.4. bis zum 26.4. findet in Berlin eine filmwissenschaftliche Tagung zu Ehren von Gertrud Koch statt.
Titel: Einstellungen der Öffentlichkeit. Filmische Konfigurationen zwischen «Ich» und «Wir»
Es tragen u.a. vor:
Gertrud Koch (Freie Universität Berlin), Nora Alter (University of Florida), David Bathrick (Cornell University), Raymond Bellour (CNRS Paris), Giuliana Bruno (Harvard University), Astrid Deuber-Mankowsky (Ruhr-Universität Bochum), Ed Dimendberg (University of California, Irvine), Thomas Elsaesser (Universiteit van Amsterdam), Mihal Friedman (Tel Aviv University), Lydia Goehr (Columbia University), Thomas Y. Levin (Princeton University), David Rodowick (Harvard University), Irit Rogoff (Goldsmiths, University of London), Philip Rosen (Brown University), Karl Sierek (IFK Wien), Katharina Sykora (Hochschule für Bildende Künste Braunschweig).
Nähere Informationen gibt es hier, der Eintritt ist frei.



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