02. September 2010, Woche 35/2010        Blog
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Aktuelle Ausgabe: CARGO Film/Medien/Kultur 06 vom 10. Juni 2010

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Inhalt

  • cry me a river
  • Noch 1 Woche
  • Treme
  • HBO Gold Box
  • Where is Ray Luca?
  • Vorblende
  • Resnais - Marker - David
  • HBO 2010
  • The Wire as Video Game
  • Wire Quotes
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CARGO Container: Serien

  • cry me a river

    Finale 30 Rock.

    31.05.2010, Simon Rothöhler in: Fernsehen, Serien

    Ein echtes Episoden-Highlight zum Schluss: 30 Rock, Season 4, Episode 22 (I Do Do): Le Mépris-Scherze plus Matt Damon mit karriereschädigendem Oberlippenflaum als Chesley «Sully» Sullenberger: There is no bad dancing.


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  • Noch 1 Woche

    Treme is coming.

    04.04.2010, Ekkehard Knörer in: Fernsehen, Serien

    Am nächsten Sonntag zeigt HBO die spielfilmlange Pilotfolge von Treme (zur Aussprache des Worts mehr hier), der neuen Serie von The Wire-Creator David Simon. Der Titel verdankt sich dem Namen eines Stadtviertels von New Orleans. Dort spielt die Serie, mit dem Beginn kurz nach dem Wirbelsturm Katrina. HBO hat zehn Folgen genehmigt, Simon plant allerdings wiederum fünf Staffeln. Teile des Wire-Teams sind vor der Kamera ebenfalls dabei, am prominentesten Wendell Pierce (Bunk Moreland) und Clarke Peters (Lester Freamon). Angieszka Holland führt Regie beim Pilotfilm, als prominenter Wire-Autor ist George Pelecanos wieder mit von der Partie. Ko-Creator der Serie ist Eric Overmeyer, der für David Simons Homicide bereits elf Folgen geschrieben hatte. Hier ist ein vierzehnminütiger "Making of"-Promotion-Trailer von HBO zu Treme:

    Hier ist der jüngste Promo-Trailer, in dessen Zentrum die von John Goodman gespielte Figur eines Englisch-Professors steht:

    Die ersten drei Folgen sind bereits an die US-Fernsehkritiker geschickt worden, erste Reaktionen sind überwiegend enthusiastisch:

    Entertainment Weekly: "Treme, the new drama from the creator of The Wire, David Simon, captures a musical culture in a way that's unlike anything that has ever been done on television or in the movies...  Hoo boy, are you going to have fun watching this."

    Variety Blog: "Oh my goodness, Treme is good. Engrossing. Breathtaking in all its detail. The first episode runs about an hour and a half. It lives up to the advance billing, and the high expectations of Wire nuts."

    Baltimore Sun: "As the camera pulled up and back for its final overhead shot of the funeral procession passing boarded-up homes alongside a cemetery in deep decay, I just sat there in front of the screen enthralled - oblivious to everything else.I don't know why. But I do know that I have reacted with such intensity fewer than a dozen or so times in writing about TV."

    Variety selbst ist etwas skeptischer und vermisst zunächst Übersicht und Tempo: "By the second hour, however, relationships become clearer, characters begin crossing into each other's orbits and a loose rhythm begins to coalesce. It's as if the producers have sought to approximate jazz phrasings for a TV audience weaned on pop ballads."

    Die Newsweek-Kritik dagegen ist  negativ: "Treme is neither as intimate as The Corner nor as vast as The Wire. It feels as if it wants to be a smaller-scale story about the people who had their lives washed away, but Simon doesn't treat his characters like people as much as walking ambassadors for the most esoteric details of NOLA culture."

    Hier eine Sammlung weiterer Eindrücke. Hier ein langer Artikel in der Village Voice.  Hier ein Blog - Watching Treme -, das sich der Serie widmet. Hier - Back of Town - noch eins.

    Überschattet wurden die noch bis Ende April dauernden Dreharbeiten und die Treme-Berichterstattung in der vergangenen Woche vom plötzlichen Tod von David Mills, der die Serie mitproduziert und mehrere Folgen - u.a. die zweite - von Treme geschrieben hat, seit langen Jahren mit David Simon befreundet ist und viele Drehbücher zu Homicide, The Corner und auch The Wire verfasste. Sein Blog ist hier, ein Nachruf von Simon hier, ein Gesprächt mit Mills zu Treme (und seinen anderen Arbeiten) hier.

    Und zuletzt: die offizielle Website zur Serie.

    to be continued


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  • Treme

    It’s pronounced «Trem-ay»

    22.02.2010, Simon Rothöhler in: Serien

    Doch schon früher als gedacht (nämlich im April) auf HBO. Schöner Prätext:


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  • HBO Gold Box

    Gelegenheit.

    03.02.2010, Ekkehard Knörer in: Fernsehen, Serien

    Mal wieder ein kurzer Kauf-Tipp: Amazon.com veranstaltet derzeit jeweils einen Tag lang gültige Discount-Aktionen für HBO-Serien. Heute gibt es zum Beispiel die kompletten drei Staffeln von Deadwood für 60 Euro (Versand inklusive). Das ist ein sehr erfreuliches Preis-Leistungs-Verhältnis.


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  • Where is Ray Luca?

    Manns Ferrara.

    21.01.2010, Ekkehard Knörer in: Fernsehen, Serien

    Bis gerade eben, als der Zufall mir zu Hilfe eilte, hatte ich keine Ahnung, dass Michael Mann in den Achtzigern nicht nur Miami Vice produziert hat, sondern zwei Staffeln lang auch noch eine Serie namens Crime Story. Und wenn dieser Ausschnitt aus der Pilotfolge - bei der dann zu allem Überfluss noch Abel Ferrara Regie geführt hat - auch nur irgendwie einen Hinweis auf die Qualität der Serie gibt, dann muss ich sie unbedingt und sofort haben:

    Die Serie ist eine historische Cop-Show - angesiedelt in den 60er-Jahren, in Chicago. Mad Men-Vergleiche ergeben vermutlich interessante Kontraste. Hier der Vorspann noch:


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  • Vorblende

    Hybrid-Reißer: FlashForward.

    18.01.2010, Ekkehard Knörer in: Fernsehen, Serien

    Der Trick bei High-Concept-Projekten: Etwas ganz Unwahrscheinliches in zwei Sätzen vollständig begreifbar zu machen. Die im vergangenen Herbst bei ABC gestartete SciFi-Serie FlashForward stellt dies ihr Können, nicht nur darin an 24 geschult, mit den ersten Worten jeder einzelnen Folge nachdrücklich aus: "Am 6. Oktober verlor der Planet für zwei Minuten und 17 Sekunden das Bewusstsein. Die ganze Welt sah die Zukunft." Das ist in der Tat die ganze Prämisse. Alle (fast alle) werden für 137 Sekunden ohnmächtig, fallen um, sacken weg - und sehen in der Vision, die sie in dieser Zeit haben, die Zukunft. Sie ist genau datiert: es handelt sich um den 29. April 2010. Futurische Rückblende, ein kleiner Zeitschluckauf sozusagen.

    Jedes gelungene High-Concept-Projekt muss in seiner minimalen Prämisse Erzählpotenziale ballen. In der Dichte dieser Prämisse liegt mithin ihre Qualität. Die Ausgangsidee von FlashForward erweist sich schnell als in dieser Hinsicht genial. Sie ist sozusagen die Potenzialität selbst, weil sie kurzerhand den Zeitpfeil - und damit das Fundament überhaupt des Erzählens - vielversprechend manipuliert. Es liegen die unterschiedlichsten Genre-Potenziale darin, die High-Concept-Prämisse als kleiner Atomreaktor, der - in den Händen hinreichend exploitativ gesinnter Macher - immerzu Energien unterschiedlicher Art entbindet. Zentral ist das Thriller-Moment. Die Mehrzahl der ProtagonistInnen: ein kleiner FBI-Trupp. Joseph Fiennes in ihrer Mitte, er hat in seiner Vision den Stand der Ermittlungen zur Frage nach den Ursachen des FlashForward-Zeit-Schluckaufs in Bruchstücken gesehen. Wie es in einer späteren Folge einmal heißt: "Sie orientieren Ihre Ermittlungen an dem, was Sie in der Zukunftsvision sahen?" Ja, genau, das ist es. Das Futur regiert immerzu in die Erzählgegenwart hinein. Und setzt nebenbei das Erzählen selbst unter Druck: Wie geht die von David S. Goyer und Brannon Braga entwickelte Serie mit dem Zulaufen aufs determinierte Ende ihrer Geschichte um?

    Viele sterben im FlashForward-Moment. Die anderen setzt die Prämisse so oder so existenziell unter Druck. All jene etwa, die gar nichts sahen: Sie sind am 29. April mutmaßlich tot. Die Frau des zentralen Protagonisten sah sich in ihrer Vision in einer eheähnlichen Beziehung mit einem ihr zum FlashForward-Zeitpunkt komplett fremden Mann. Sie erzählt es dem Gatten - Zukunft macht hier möglicherweise Ehe kaputt. Sie übrigens arbeitet als Ärztin im Krankenhaus. Die Macher von FlashForward kennen da nichts: Die Serie ist 24, House, Lost, Heroes und was weiß ich noch in einem. Soap, Thriller, Krankenhaus, Science Fiction. Sie feuert aus allen Rohren: es wird geschossen, geheult, gerätselt, gerannt. Gedacht und gelacht. Nichts ist komplett neu, die Mischung ist's, die es macht. Und manchmal eine hinreißende Inszenierungs-Idee: Zu Björks "It's, oh, so quiet" kippt die Menschheit zur Seite und fährt ein Bus in den See.

    ABC bietet einen recht happigen Teaser - die ersten achtzehn Minuten der Pilotfolge, hier:


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  • Resnais - Marker - David

    Einflüsse.

    07.01.2010, Ekkehard Knörer in: Aktueller Film, Fernsehen, Filmgeschichte, Regisseure, Serien

    Aus einem tollen Gespräch, das Christoph Huber für Die Presse mit Alain Resnais führte:

    Chris Marker ist das Ass, der König der Regisseure! Der wichtigste in Frankreich. Wir sind noch immer gute Freunde, obwohl wir uns nur noch selten sehen. Ich bin kein Fanatiker, was TV-Serien angeht: Ich verfolge ungefähr ein halbes Dutzend treu. Übrigens sollte man diese Serien nicht episodenweise ansehen. Ich schaue sie immer am Stück, und wenn es 80, 100Stunden dauert. Sie sind als kontinuierliche Werke konzipiert, nicht damit man eine Folge hier oder da sieht. Bei „Alias“ oder den „Sopranos“ stelle ich mir vor, dass Filmpioniere wie Erich von Stroheim oder Abel Gance ähnlich ausufernde Visionen hatten: Ein Film wie ein großer Roman. Larry David könnte Les herbes folles beeinflusst haben: Ich bin ein großer Fan seiner Show „Curb Your Enthusiasm“.

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  • HBO 2010

    Treme, Boardwalk Empire, Luck

    06.01.2010, Simon Rothöhler in: Fernsehen, Serien

    Auf mindestens drei grüngelichtete HBO-Projekte darf man 2010 gespannt sein: David Simons New Orleans-Serie Treme, Boardwalk Empire (u.a. mit Steve Buscemi, Michael Shannon und Michael Pitt; Pilot: Martin Scorsese) und Luck, ein Rivalen der Rennbahn-Projekt ohne Manfred Zapatka von David Milch (Pilot: nicht zu glauben, aber wahr: Michael Mann, via). Hier ein Auszug aus einem Vice-Interview mit David Simon und ein Zeitraffer-Video des Setaufbaus zu Boardwalk Empire, einer Gangster-Serie, die im Atlantic City der 1920er Jahre angesiedelt ist:

    Vice: I know that I’m not supposed to ask much about your new series, Tremé, here. But can I just ask if the framework in terms of institutions versus individuals is informing that series also?

    Simon: Well, there’s obviously a lot of that because New Orleans has been grossly affected by the aftermath of the storm and the behavior or misbehavior of institutions, but also in some ways this series is a little bit different in that it’s a celebration of what we’re capable of as Americans. The Wire tried to imply—and I felt it being from Baltimore, and I think Baltimoreans felt it, but I’m not sure how well it conveyed for the rest of the country—the value of the city as the essential American experience. We’re an urban people. Eighty percent of us live in metro areas. I don’t buy the whole Republican convention with its small-town values and “We represent the real Americans.” I live in Baltimore. I’m concerned with big-city values and I live among real Americans. I could give a fuck about the other 20 percent of the country. I care about how we live together in cities. I think there were some people who watched The Wire and said to themselves, “You know, why don’t they just all move away? That city’s unredeemable.” We never felt that. I’m vested in Baltimore and I love it, just as I now spend part of my year in New Orleans and I’ve always loved New Orleans.

    Vice: And what’s different in New Orleans?

    Simon: Because New Orleans has created such unique cultural art in terms of music and dance, and it’s a very idiosyncratic culture, it shows the value of what the American melting pot is capable of. It does it in a way that is visual and musical and demonstrable, and it does it in the fucking street every day. Somehow this city is trying to find a way to endure while the political essence of the country doesn’t give a fuck. That, to me, is a fascinating dynamic.

     


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  • The Wire as Video Game

    Irreführende Überschrift.

    21.11.2009, Ekkehard Knörer in: Fernsehen, Serien, Videospiele

    Interessanter Vorschlag - in Aufsatzform - von Jason Mittell: The Wire einmal nicht als Fernseh-Roman, sondern als Fernsehversion eines Videospiels zu betrachten. Hier als pdf. (via) Kurzer Auszug:

    One of the central elements of games, especially those centered on simulations, is replayability—for a game to be embraced by its players, it typically must allow enough experiential variation to invite multiple passes through its ludic journey. Instead of viewing each of The Wire’s seasons as a singular book within an epic novel, we could view them as one play-through its simulation game. In the first season, we walkthrough the police’s attempt to take-down Barksdale’s drug operation, concluding seemingly in a “checkmate” scene where Barksdale and Bell yield to the police’s final moves (1.12). But rather than game over, the move results in a stalemate that no players deem victorious—a few criminals get sentenced, but the Barksdale machine remains intact. Season three offers a replay with some changed variables and strategies for all sides—what if drugs are decriminalized? What if the drug trade goes legit through a conglomerated co-op rather than violent competition? What if a former soldier repents and tries to give back to his community? ... Yet the ludic joy of the third season is the ability to replay the first season’s narrative through the imagination of new rules and ways to play the game, a mode of engagement offered with less imaginative vision and more amoral brutality in season four’s replay of the drug game under the leadership of Marlo Stanfield.

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  • Wire Quotes

    100.

    14.11.2009, Ekkehard Knörer in: Fernsehen, Serien

    Die 100 besten Zitate aus The Wire? Dürfen hier natürlich nicht uneingebettet bleiben. Untertitel wären gut, andererseits sind Wire-Dialoge auch einfach Sprachmusik.


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