CARGO Container: News
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Ein paar Links
Listen, News etc.
*Beim Artforum gibt es zwei Ten Best Films 2009-Listen auch online. Die eine ist von John Waters und reicht von Ulrich Seidl bis Lucrecia Martel mit manch Erwartbarem (Brüno), aber auch Unerwartetem (Baader Meinhof Komplex) dazwischen. Die andere Liste ist von Chrissie Iles, Kuratorin am New Yorker Whitney Museum. Bei ihr ist auf Platz eins das folgende Youtube-Video, in dem der Performer John Kelly in drag Joni Mitchells "Blue" vorträgt (via auteursdailytwitter)
*Martin Hossbach von der Spex unterhält sich mit Stefan Pethke über das von diesem kuratierte Programm des Musikfilmfestivals "Unerhört", das vom 4. bis 6. Dezember in Hamburg, dann vom 10. bis 12. in Berlin zu sehen ist (und dann auch noch in Groningen) - mit herausragenden Filmen wie etwa Klaus Wildenhahns Klassiker Was tun Pina Bausch und ihre Tänzer in Wuppertal? von 1983 und auch dem in der oben erwähnten Artforum-Liste von Chrissie Iles auf Platz drei befindlichen Film The Posters Came From the Walls von Jeremy Deller und Nicholas Abrahams ("A documentary on the enduring adoration of ’80s British band Depeche Mode featuring eyelinered fans from Moscow to Los Angeles, England to Iran.")
*Beim Independent gibt es Auszüge aus einem Buch von Geoffrey McNab, in dem RegisseurInnen erklären, welche Filme für sie ganz besonders wichtig waren. Zum Beispiel Lars von Trier über Barry Lyndon, freilich mit kurzer Abschweifung:
I don't know if Kubrick saw any of my films, but I know Tarkovsky watched the first film I did and hated it! That is how it is supposed to be.
*Der Hollywood Reporter erklärt, warum höchstwahrscheinlich Roman Polanskis Robert-Harris-Verfilmung Ghost auf der Berlinale laufen wird.
*Und dann als Bonus endlich mal wieder der Hinweis auf einen Youtube-Filmfund. W.S. van Dykes nicht auf DVD erhältlicher Pre-Code-Krimi Guilty Hands (1931) mit Lionel Barrymore und Kay Francis. Hier die ersten zehn Minuten, die weiteren Abschnitte dann im Anschluss:
Update: Gerade sehe ich, dass es zu Jeremy Dellers und Nick Abrahams oben gleich zweimal erwähnter Depeche-Mode-Fan-Doku The Posters Came From the Walls eine ganz aktuelle lesenswerte Kritik von Owen Hatherly bei Sight and Sound gibt. Kurzer Auszug:
It’s worth comparing this uncomfortable, funny, and melancholic film with, say, Jonathan Caouette’s All Tomorrow’s Parties. This recent music-festival documentary shares a similar formal approach – a montage of fan footage and professional work – to The Posters Came from the Walls. But it’s all about the music, and the eventual effect of this is a deadening of all the things that make music for the masses interesting. The dreams, political, sexual or personal, that are projected on the pop band are all replaced with a curatorial assemblage of Good Music and cheerful hedonism. Deller and Abrahams’ film argues that pop music is, at its best, about almost everything but the music itself.
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Die Vergangene Woche (KW 43)

Rogues, No Film School
Der Fall Polanski und kein Ende. Nun melden sich, streng und scharf urteilend, Alice Schwarzer und, Elisabeth Bronfen die moralischen und auch die Altersgrenzen des Erotischen verunklaren lassend, Rüdiger Suchsland zu Wort. Die Welt hat einen Text des Autors Martin Amis aus dem Jahr 1979 ausgegraben, in dem er Polanski interviewt. Amis eröffnet mit einem Zitat des Regisseurs, das einen schnurstracks Alice Schwarzer in die Arme treibt:
"Als ich vom Hotel zur Polizeiwache gefahren wurde, war im Autoradio schon die Rede davon. Die Nachrichtenleute haben bei der Polizei angerufen, noch bevor ich verhaftet wurde, um rauszukriegen, ob sie die Nachricht als Erste bringen könnten. Es war nicht zu fassen. Ich dachte, ich würde gleich aufwachen. Wenn ich jemanden umgebracht hätte, wäre das für die Presse nicht so spannend gewesen, verstehen Sie? Aber... Ficken, verstehen Sie, und die jungen Mädchen. Richter wollen junge Mädchen ficken. Geschworene wollen junge Mädchen ficken – alle wollen junge Mädchen ficken! Nein, da wusste ich, das wird wieder eine richtig große Sache.“
Weitere Links, Hinweise etc.
1450 Dollar übrig, Lust, 25 Dollar gleich zu Beginn schon mal auf Sieg zu setzen? Dann nichts wie bewerben zu Werner Herzogs "Rogue Film School". In LA findet die Veranstaltung im Frühjahr 2010 erstmals statt, die üblichen Regeln gelten nicht, dafür andere, siehe hier (und ein Auszug):
Related, but more practical subjects, will be the art of lockpicking. Traveling on foot. The exhilaration of being shot at unsuccessfully. The athletic side of filmmaking. The creation of your own shooting permits. The neutralization of bureaucracy. Guerrilla tactics. Self reliance.
Related, but more reflective, will be a reading list: if possible, read Virgil's "Georgics", read "Hemingway's "The short happy life of Francis Macomber", The Poetic Edda, translated by Lee M. Hollander (in particular the Prophecy of the Seeress), Bernal Diaz del Castillo "True History of the Conquest of New Spain".
Michael Mann dreht mal wieder ein Biopic und verfilmt - für seine Verhältnisse wohl eher Low Budget - das Leben des Kriegsfotografen Robert Capa, unter besonderer Berücksichtigung des Spanischen Bürgerkriegs und auch von Capas Liebesbeziehung mit der Fotografin Gerda Taro. Wie es um die schon länger angekündigte Don-Winslow-Verfilmung Frankie Machine steht, die eigentlich das Public-Enemies-Anschlussprojekt zu sein schien, ist auf die Schnelle nicht zu eruieren. Keine neuen Nachrichten sind da aber eher schlechte Nachrichten, vermute ich.
Interessante Besprechung der ersten großen Robert-Altman-Biografie in der New York Times.
Dass man die Namen Jackie Chan und Jia Zhang-ke einmal in so großer Nähe nebeneinander sehen würde, wie zum Beispiel in diesem Satz hier, war vor ein paar Jahren auch eher nicht vorstellbar. Nun aber hat Jias Produktionsfirma X Stream Pictures eine Road-Movie-Komödie mit dem Titel Flying Duck angekündigt, in der die Hauptrolle zu spielen Jackie Chan offenbar ernsthaft erwägt. (Jia wird aber nicht Regie führen.)
Wir hatten das vor fast einem Jahr schon mal gemeldet, aber die Sache macht gerade wieder die Runde: Breat Easton Ellis schreibt ein Drehbuch zur tragischen Doppelselbstmord-Geschichte von Theresa Duncan und Jeremy Blake. Das ganze beruht auf dieser höchst lesenswerten Vanity-Fair-Reportage - und der Grund, aus dem das alles jetzt noch einmal Nachrichtenwert hat: Auch Gus van Sant ist - wenngleich noch nicht offiziell als Regisseur - nun mit an Bord.
Das Magazin Salon.com hat Leute wie James Toback und Mary Harron, aber auch die Blogger Glenn Kenny und Aaron Hillis nach ihrem Lieblings-Coen-Brothers-Film gefragt.
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Hypo Film
Preise, die keiner kriegt.
Seit zwanzig Jahren schmückt die HypoVereinsbank sich mit der Vergabe eines Förderpreises an Nachwuchstkünstler des Films. Verliehen werden die Preise in verschiedenen Kategorien beim Münchner Filmfest. Originalton:
Die Regieförderpreisträger Sönke Wortmann ("Allein unter Frauen") und Hans-Christian Schmid ("23") sowie natürlich der große Erfolgsfilm von Marcus H. Rosenmüller ("Wer früher stirbt, ist länger tot") beweisen eindrucksvoll, dass der Förderpreis die Weichen für eine künftige Filmkarriere stellen kann.
Nun ja. In diesem Jahr aber ist etwas Peinliches passiert. Die Jury unter Caroline Link hatte keine Lust, Verständnis dafür zu zeigen, dass der Sponsor die Vorauswahl unternimmt - was er, darf man vermuten, tut, um das versehentliche Hereinrutschen eventuell künstlerisch interessanter Werke zu unterbinden. Und die Art, kein Verständnis dafür zu zeigen, hat es in sich.
"Wir haben uns entschlossen, keine Preise für Drehbuch und Regie zu vergeben", sagte Jurymitglied Caroline Link.
Große Aufregung, versteht sich. Da werden dieses Jahr doch einfach keine Weichen für eine künftige Filmkarriere gestellt. Oder, im Originalton der Förderpreis-Website:
"Der Förderpreis Deutscher Film 2009 geht an ... “ Nun, auf jeden Fall an würdige Preisträger, so viel ist sicher.
[via tfunke-twitter, dort ein link zur meldung bei bild.de (!)]
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Soderbergh Pitt Moneyball
Lektion.
Im aktuellen CARGO-Heft denkt Michael Sicinski über die seltsame Position des amerikanischen Filmemachers Steven Soderbergh nach und versucht, ihn als neoliberalen Auteur zu begreifen, der Auftragsarbeiten eigenwillig und mit Stil, aber ohne Haltung erledigt. Umgekehrt kann man Soderbergh auch als Sonde betrachten, die sichtbar macht, was das System erlaubt - und was nicht. Sauteure Spaß-Spektakel mit Superstarbesetzung und absurden Casino-Plots zum Beispiel sind drin (und zahlen sich für alle Beteiligten aus). Für einen Vierstünder über Che Guevara braucht's alternative Finanzierungsstrukturen, aber er ist in die Hollywood-Distribution teilweise überführbar. Jetzt aber, mit seinem neuesten teuren Studioprojekt, scheint Steven Soderborgh mit Wucht vor die Wand gefahren. Moneyball sollte der Film heißen, um Baseball - genauer: Baseball-Statistik - sollte es gehen, 57 Millionen Dollar (also nicht so wahnsinnig viel nach derzeitigen Maßstöben) kosten, Brad Pitt hatte für die Hauptrolle zugesagt. Das ganze klang, vom Thema her und auch aufgrund Soderberghs Ankündigung, er wolle mit Animationen arbeiten, schon eine Weile etwas seltsam. Der Drehbeginn stand jetzt aber kurz bevor, da zog die Sony-Chefin Amy Pascal die Reißleine. Anlass war, hört man, ein typischer auteuristischer Soderbergh-Zug: Er hatte das Drehbuch von Steve Zaillan gründlich umgeschrieben. Und er insistierte auf einem dokumentarischen Handkamera-Stil. Beides ließ Pascal offenbar entschieden genug an den Erfolgsaussichen des Projekts zweifeln. Spekuliert wird auch, dass Brad Pitt - es wäre nicht das erste Mal - der Boden zu heiß geworden ist unter den Füßen. In jedem Fall sieht keiner mehr eine echte Chance für Moneyball. Dafür ist das in jedem Fall: Die Fortsetzung des lehrreichen Karrierewegs des neoliberalen Guerillero Steven Soderbergh.
Bei The Playlist, einem vergleichsweise seriösen Hollywood-Gerüchte- und Nachrichten-Blog kann, wer mag, die jüngsten Entwicklungen beispielsweise nachverfolgen.
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Don DeLillo: Point Omega
Kommt.
Was bisher zum Inhalt von Don DeLillos fürs kommende Frühjahr angekündigtem Roman Point Omega bekannt ist:
A young filmmaker visits the desert home of a secret war advisor in the hopes of making a documentary. The situation is complicated by the arrival of the older man's daughter, and the narrative takes a dark turn.
Hier [via Sarah Weinman].
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Brad "Plato" Pitt
Alain Badiou
In "The Philosopher's magazine" porträtiert Nina Powers den Philosophen Alain Badiou. Anlass ist sein Auftritt bei der großen Kommunismus-Konferenz, die im März am Londoner Birkbeck Institute stattfand. Im Artikel selbst steht nichts drin, das der Badiou-Interessierte nicht schon wüsste. Der letzte Absatz allerdings ist dann schon, naja, CARGO-relevant [via david hudson]
In a more populist vein, Badiou also has plans to make a film about the life of Plato. He’s entirely serious when he tells me he wants Brad Pitt to play the role of Plato. I suggest he could play Socrates, and with that our conversation draws to an end: Badiou, philosopher, political thinker, contemporary commentator and … filmmaker.
Hier eine Video-Aufnahme von Badious Auftritt bei der Birkbeck-Konferenz. Ja, er spricht Englisch, aber...
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Godard "The Lost"
Apropos Godard. Der dreht jetzt einen Hollywood-Film. Und zwar die Verfilmung von Daniel Mendelsohns Bestseller "The Lost" - eine Recherche des Autors, bei der er dem Schicksal seiner eigenen Verwandten nachforscht, die im Holocaust ermordet wurden. Drehbuch: Oren Moverman, der für Todd Haynes' I'm Not There das Buch mitschrieb und bei der diesjährigen Berlinale sein nur sehr bedingt überzeugendes Regie-Debüt The Messenger vorgestellt hat. Das klingt alles schwer zu glauben, vor allem der Punkt mit der Hollywood-Finanzierung. Richard Brody, Autor einer hoch problematischen, aber genau recherchierten Godard-Biografie, schreibt jedoch in seinem New-Yorker-Blog: "It's official" - und zitiert eine entsprechende Meldung.:
The English-language film will be the first Jean-Luc Godard has directed within a Hollywood production structure….The Lost will be produced by Pressman, Lightstream president Lawrence Inglee and Godard’s long-time business associate Douchka, with Tom Luddy serving as the film’s co-producer.
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Neues
Bei Cargo.
Kurzer Hinweis auf zwei neue Texte von mir bei Cargo:
Hier ein Bericht zu "Super Night Shot" der Performer-Gruppe Gob Squad, die gestern ihren hundertsten Film diesen Titels drehte und unmittelbar nach Fertigstellung im Prater vorführte.
Kurzer Einführungsvortrag zu Chatrichalerm Yukols Thai-Klassiker Hotel Angel, gehalten zur Vorführung des Films in der Reihe "Revolutionen aus dem Off".
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Doillon: Aux Quatre Vents
Gute Nachrichten.
Das sind erfreuliche und fast schon unerwartete Nachrichten. Jacques Doillon, der fünf Jahre lang zwischen Raja, 2003, und Le Premier Venu, 2008, (beide exzellent) keinen Film finanziert bekam, dessen Premier Venu auch nur einen erbärmlich kleinen Start selbst in Frankreich hatte (und in Deutschland, versteht sich, keinen) - Jacques Doillon dreht schon im Juli seinen nächsten Film. Mit einem für ihn erstaunlichen Budget von 2,5 Millionen Euro (Le Premier venu hatte 1 Million) und einer beachtlichen Darstellerriege: Pascal Greggory, Julie Depardieu, Louis Garrel. Titel: Aux Quatre Vents. Inhalt: noch unbekannt. Von hier.



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