02. September 2010, Woche 35/2010        Blog
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Aktuelle Ausgabe: CARGO Film/Medien/Kultur 06 vom 10. Juni 2010

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Inhalt

  • Filmsender Youtube
  • Perlen vor die Enten
  • Blick in den Abgrund
  • Gegen die Wand
  • RIP Geocities
  • Bamboozled
  • Virtueller Raum
  • YouTube: 100 Greatest Hits
  • The End
  • 24 Berlin - Im Netz
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Feed

CARGO Container: Internet

  • Filmsender Youtube

    Offiziell.

    26.04.2010, Ekkehard Knörer in: Internet, Link-Tipps

    Ohne große Fanfaren (jedenfalls habe ich keine gehört) hat Youtube ganz offiziell einen Video-on-Demand-Sender aufgemacht. Oder wie immer man das nennen will, da es sich in Komplettfilmen vom Streaming her dem Fernsehen nähert. Das Programm ist bislang sehr bunt gemischt, zu den Höhepunkten gehört - für den Fan - sicherlich der Kanal des Bollywood-DVD-Produzente Shemaroo, auf dem es zum Beispiel Navdeep Singhs viel gelobten Manorama Six Feet Under in voller Länge und so weit ich sehe ohne Werbeunterbrechung (aber manchmal mit kurzem Werbevorspann, meist mit Anzeigen im Bild) zu sehen gibt. [Nachtrag: Es gibt auch einen meiner absoluten Bollywood-Lieblingsfilme: Amar Akbar Anthony - und zwar auf dem rajshri-Kanal; weitere Entdeckungen dann mal in einem Sammelartikel. Hinweise nehme ich gerne entgegen.] Kann man das auch einfach einbetten? Man kann:

    Die Klassiker-Abteilung bietet Filme wie Frank Capras Meet John Doe (der ist in der Public Domain) oder Howard Hawks' His Girl Friday (der nicht, oder?). In der Doku-Sektion findet man von John Fords Battle of Midway bis zu einem Werk mit dem Titel The Giant Squid gleichfalls gemischte Waren. Wir behalten das ganz entschieden weiter im Auge. (via)

    Übrigens: Seit letzter Woche funktioniert hier im Blog bei den (seitdem) eingebetteten Videos die Fullscreen-Funktion. Inzwischen ist das ja sogar bei Youtube oft genug sinnvoll. 


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  • Perlen vor die Enten

    Gefundene Bilder.

    03.02.2010, Ekkehard Knörer in: Internet, Link-Tipps

    Ich habe bislang - na sowas - darauf hinzuweisen versäumt, dass seit kurzem Thomas Groh (Filmtagebuch, Filmkunst-Blog etc.) im Blog des Perlentaucher unter dem Titel "Found Footage" Kurzfilme und andere Fundstücke aus dem Weltweiten Netz präsentiert. Gerade aktuell eine Auswahl aus den Animationskurzfilmnominierungen für den Oscar. Klar, Oscars Schmoscars, auch nichts weiter dazu. Am interessantesten ist denn auch ein früher schon mal nominierter Film, den Thomas einbettet, das Steampunk-Werk The Mysterious Explorations of Jasper Morello:


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  • Blick in den Abgrund

    Verbandstagung.

    12.12.2009, Ekkehard Knörer in: Filmkritik, Internet

    filmkritikIch hatte versprochen, von der gestrigen Tagung des Verbands der deutschen Filmkritik zum Thema "Flüchten oder Standhalten" zu berichten. Ich war da, viele andere waren es nicht. Die Fox hatte, an der Tagung des Verbands offenkundig komplett desinteressiert, die der Allgemeinheit der Berliner Filmjournalisten zugängliche Avatar-Pressevorführung auf Freitag halbelf gelegt (am Montag war schon eine für die Prominenz bzw. die Interviewjournalisten) und damit das Vormittagsprogramm ganz überschattet. Dass dann, nachmittags, post Avatar, der Andrang spürbar größer gewesen wäre, wird man nicht sagen können.

    Es begann mit einem Blick von weit oben und von den konkreten Problemen des Filmjournalismus auch recht weit weg. Von Leif Kramp bekam man eine Tour d'Horizon über die Lage der Dinge zwischen der Malaise von Print und den geringen Anlässen zu ökonomischer Hoffnung, die die Online-Zukunft so bietet. Powerpoint, 15 Thesen, schon okay, aber für niemanden, der sich ein bisschen für die Zusammenhänge interessiert, etwas Neues. Es folgte ein Podiumsgespräch, bei dem sich Freitag-Verleger Jakob Augstein nicht zum ersten Mal durch seinen Chefredakteur-Avatar Philipp Grassmann vertreten ließ, der freilich erzählte, was Augstein bestimmt auch erzählt hätte.

    Die für mich interessanteste, weil mir bislang unbekannteste Tatsache im Zusammenhang war: um ein Exemplar einer Zeitung am Kiosk zu verkaufen, druckt man im Schnitt (also für alle Zeitungen!) sechs bis acht. Der erkleckliche Rest endet als ungelesene Makulatur. Weiter teilte Grassmann mit, dass der Freitag trotz vergleichsweise eifriger Community nicht im Traum daran denken kann, sich über die minimalen Werbeeinnahmen im Netz zu finanzieren. Eine realistische Refinanzierungsaussicht sieht er doch: In den nächsten fünf Jahren müsse die Zahl der Abonnements von derzeit 10.000 auf dann rund 30.000 steigen. Ich habe gewisse Zweifel an der Plausibilität dieser Aussicht, aber vielleicht verstehe ich einfach nichts von diesem Geschäft.

    Rüdiger Suchsland erklärte, anspruchsvolle Filmkritik sei nun einmal ein Minderheitenprogramm. Mehrfach wurde die Klage laut, es erschiene, weil das Kino so populär sei, den übergeordneten RedakteurInnen wirkliche Expertise auf diesem Gebiet am ehesten noch verzichtbar. Es würde darum nicht etwa bei den, wie jede Leserbeobachtung erweise, von viel engeren Kreisen nur rezipierten Kritiken zu Theater und Oper gespart und gestrichen, sondern beim Film, weil da immer auch fachfremde Redakteure bereit stehen, etwas zu einer Sache zu sagen, die die ihre bei näherem Hinsehen dann eben nicht ist. Gerhard Midding machte die Berliner Zeitung namhaft für diese Tendenz. Beklagt wurde auch der Raubbau am Platz, den die Umstellung der Frankfurter Rundschau aufs Tabloid-Format für die Texte bedeutet.

    Am Nachmittag gab es Berichte zum ökonomischen und institutionellen Stand der Dinge für die deutsche Filmkritik. Zusammenfassend lässt sich sagen: Es klang alles schauderhaft deprimierend. Eine Umfrage unter Verbandsmitgliedern brachte zutage, dass die Lage für Freie - nur ein fest angestellter Redakteur schickte den Fragebogen zurück - seit einem Jahrzehnt nicht besser wurde, sondern, und ganz rasant seit dem Herbst 2008, immer schlechter. Wenige leben vom Schreiben über Film. Einer arbeitet bei der Post, der kam mehrmals vor. Viele andere schlagen sich durch, so oder so, und blicken mit gehörigem Pessimismus in die Zukunft. Einzig, wer sich beizeiten ein Haus gebaut hat auf dem Gebiet der Öffentlich-Rechtlichen, hat, so schien es, keinen Grund zu vergleichbarer Klage.

    Florian Vollmers, langjähriger Freier für Filmthemen beim Bremer Monopolblatt Weser-Kurier, gab Einblick in die Vorgänge in Regionalzeitungs-Kulturredaktionen. Auf breiter Front werden Stellen gestrichen, Freien die Türen zugeschlagen, redaktionell erstellte Texte durch in den Pauschalen inbegriffenes Agenturmaterial ersetzt. Das sei, meinte in der anschließenden Podiumsdiskussion Andreas Kilb von der FAZ, ja professionell, aber steril. Gerade das Unerwartete in Herangehen, Textform, Ideen mache doch aber Kritiken aus. Da finde man im Netz inzwischen mehr als im Print. Nun da er als Nicht-Mehr-Film-Redakteur seiner Zeitung (Kilb ist inzwischen Kulturkorrespondent aus Berlin) nicht mehr souverän die von ihm zu besprechenden Filme aussuchen könne, denke er ernsthaft daran, dies dann eben in einem Blog zu versuchen. Er sei hiermit ermutigt.

    Sascha Westphal, der im Ruhrgebiet arbeitet und lebt, machte auf die schlichte Tatsache aufmerksam, dass nur ein Bruchteil der in den überregionalen Feuilletons besprochenen Filme in Dortmund oder Bochum je anläuft. Die Lage der Programmkinokultur in der Breite sei längst katastrophal. Dietmar Kammerer hatte, was die Freiheit zur Themenwahl und Komplexität seiner Texte betrifft, bei seinen hauptsächlichen Auftraggebern Standard und taz nicht den mindesten Grund zur Klage. Leben freilich könne man von den Honoraren wiederum nicht - darum bewege er sich stets schon zwischen Filmjournalismus und Universität. Die Diskussion führte nirgendwo hin. Zum optimistischen Ausblick reichte die Kraft aller Beteiligten nicht.

    filmkritik2


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  • Gegen die Wand

    Head On / Heads Up.

    10.12.2009, Ekkehard Knörer in: Filmkritik, Internet

    *Es geht los, die Türen im Netz schlagen wieder zu. Variety, das wichtigste Film-Branchenblatt, errichtet um seine Online-Präsenz eine Bezahlwand (hier die Meldung). Zunächst wird sie noch ein bisschen löchrig sein, fünf Artikel im Monat darf, wer sich registriert, frei lesen. Danach ist Schluss und wahrscheinlich macht Variety nach ein wenig LeserInnentesten die Wand dann ganz zu - jedenfalls die zum wirklich redaktionellen Inhalt. Oder stellt fest, dass sich das nicht rechnet, wird man sehen, ein Experiment. Oder es bleibt bei so schön als "Freemium" bezeichneten Mischkalkulationen: Basics umsonst, wer mehr will, muss zahlen. Kostenpunkt: 248 $ im Jahr. Dafür bekommt man dann aber alles, Print, Online, the whole shebang.

    *Als Journalist, der zugleich immer Leser ist, bin ich ein wenig hin- und hergerissen bei diesen Meldungen. Das Netz muss doch frei sein! Aber wie soll man als Betreiber einer Website davon leben? Branchendienste haben es dabei sicher noch vergleichsweise gut: mit einer verlässlichen Zielgruppe, die sich die Ausgaben von den Chefs gleich wieder bezahlen lässt. Aber wie refinanziert man sich im Netz? Schon gar als Bespieler einer Nische, wie es Kultur sowieso ist? Ruft man nach einer Kulturflatrate? Aber wie lässt sich die so einrichten, dass auch jene, die sich auf möglichst hohem Niveau an entsprechend kleine Minderheiten richten, davon profitieren? Also zum Beispiel mit Filmkritik? Also, nur zum Beispiel, wir hier, mit Cargo? Um Fragen wie diese geht es nicht zuletzt bei der alljährlichen Tagung des Verbands der deutschen Filmkritik. Sie findet morgen statt, im Filmhaus Berlin, von 11 Uhr bis 16 Uhr 30, und steht unter der Überschrift: Flüchten oder Standhalten – Die ökonomische Situation und Perspektive des Filmjournalismus. Das Programm (und ich werde von der Veranstaltung berichten):

    11.00 Uhr
    Begrüßung

    Rainer Rother (Künstlerischer Direktor der Deutschen Kinemathek/Filmmuseum Berlin)
    Gerhard Midding (Verband der deutschen Filmkritik)
    Was wird sich bezahlt machen? Medienlandschaft im WandelImpulsreferat von Leif Kramp (Journalist/Medienwissenschaftler Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation in Hamburg)

    Podiumsdiskussion mit:
    Jakob Augstein (Verleger, Der Freitag)
    Michael Hirschler (Deutscher Journalisten Verband)
    Leif Kramp (Journalist und Medienwissenschaftler)
    Rüdiger Suchsland (Deutschlandfunk, Filmdienst, Telepolis)
    Moderation: Barbara Schweizerhof (epd Film)

    14.15 Uhr
    Zwischen Lebensentwurf und Luxus- Politische Stellungnahmen zur Situation des Journalismus- Die Ergebnisse unserer Umfrage
    Referat von Gerhard Midding (Berliner Zeitung)

    14.35 Uhr
    Die bedrohte Vielfalt
    Referat von Florian Vollmers (Schnitt, Szene Hamburg, Weser-Kurier)

    Kommt es noch darauf an? Die professionellen Standards des Filmjournalismus
    Podiumsdiskussion mit: Dietmar Kammerer (Der Standard, Die Tageszeitung, Tip Magazin) Andreas Kilb (Frankfurter Allgemeine Zeitung) Sascha Westphal (mehrtheater.de, Ruhr Nachrichten, Die Welt) Moderation: Gerhard Midding


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  • RIP Geocities

    Anfänge.

    26.10.2009, Ekkehard Knörer in: Geschichte, Internet, Regisseure

    imageErlauben Sie mir einen kurzen Moment der Sentimentalität. Heute stirbt nämlich Geocities seinen angekündigten Tod. Todesursache: Yahoo mag nicht mehr und das Ding ist ja nun wirklich von gestern. Auf Geocities habe ich, wie manch anderer, meine ersten WWW-Gehversuche unternommen, vor elf Jahren. Großzügige 15 MB Webspace gab's da, mit Werbung umsonst. In seinen besten Zeiten war Geocities, lese ich, die drittmeistbesuchte Web-Präsenz auf der Welt. Mehr als dreieinhalb Milliarden Dollar hat Yahoo dafür gezahlt und wenig spricht dagegen, dass, hätten die Betreiber nicht ein paar entscheidende Abzweige verpasst, ungefähr das hätte daraus werden können, was heute MySpace ist. imageBei Geocities stehen dagegen nur noch Ruinen. Trümmer eines statischen Netzes voller animierter GIFs und mit Gästebuchlinks. Also, letzte Blicke in die Prähistorie heute. Meine Sentimentalität hat natürlich ihren Grund: Die ersten Sachen, die ich je ins Netz gestellt habe, stehen bzw. standen da und werden da ab morgen nicht mehr stehen. (Ich hab mir damals verdammt viel Arbeit gemacht mit einer Seite zu Don Siegel, Adresse, die schreib ich aus, weil die Adresszuweisung ja mit das Charmanteste an Geocities war: http://www.geocities.com/Hollywood/Movie/1967/knoererkompass-donsiegel-main.html, hier noch eine weitere Notiz.)


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  • Bamboozled

    Drunk Shopping.

    24.10.2009, Ekkehard Knörer in: Humor, Internet, Stummfilm

    Sehr schön finde ich, wie das Bioscope-Blog auch, von wo ich den Hinweis habe, diese Stummfilmversion des Überwachungsvideos mit dem schwer angeschlagenen Bierkäufer, das gerade alle Welt guckt. Schon, weil der arme trunkene Mann da auf seltsame Weise sehr viel mehr seine Würde behält:


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  • Virtueller Raum

    Schriftlich.

    23.10.2009, Ekkehard Knörer in: Internet

    Kurzer Hinweis: Im Magazinteil die schriftliche Version eines Vortrags, den ich im August an der Summer School des Arsenal in Berlin gehalten habe. Zum Thema Kino und Virtueller Raum. Titel: "Der Algorithmus und ich".


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  • YouTube: 100 Greatest Hits

    What really matters.

    01.10.2009, Simon Rothöhler in: Internet

    (via).


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  • The End

    Mass Terror on Film.

    12.09.2009, Simon Rothöhler in: Filmgeschichte, Internet

    by Matt Zoller Seitz and Richard Seitz (via).


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  • 24 Berlin - Im Netz

    Stream.

    05.09.2009, Ekkehard Knörer in: Aktueller Film, Internet

    Was immer die Doku selbst taugt: In der Vielfalt ihrer Distributionsformen ist Volker Heises 24h Berlin auf jeden Fall ein spannendes Ereignis. Parallel zur Fernsehübertragung auf Arte und RBB und den diversen Event-Vorführungen (Zeughaus, Technikmuseum) wird der Film nun - mit englischen Untertiteln und Erzähler - auch beim Online-Programmkino The Auteurs gestreamt. Auch eine Premiere für das Portal, so viel ich weiß. (Ich sehe und höre das gerade nebenbei am Rechner. Christiane Peitz schrieb, dass sich das mit seinen ganzen überflüssigen Kommentaren anhört wie für Marsianer gemacht. Das ist schon richtig, ich würde es aber anders beschreiben: Es richtet sich an die ferne Zukunft. Zukünftiges Nicht-Verstehen alles aktuell Geschehenden ist bereits eingepreist. Ich weiß nicht, ob das eine gute Idee ist. Eine faszinierende ist es auf jeden Fall: als merkwürdiger V-Effekt.)


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