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Neue Print-Ausgabe:
CARGO Film/Medien/Kultur 40
vom 14. Dezember 2018

CARGO 40 Cover, CARGO 39 Cover,

Serie
Container vom 17. November 2014 von Ekkehard Knörer

Serienheft Countdown II: Outlander
Am 18. Dezember erscheint unser alljährliches Serienheft. Hier ein Countdown mit Serien, die den Cut nicht geschafft haben.

Outlander, 1. Halbstaffel, 8 Folgen, Starz, 2014; Showrunner: Ronald D. Moore

Outlander

 

Ronald D. Moore knüpft - leider - ungefähr da an, wo er mit Battlestar Galactica aufgehört hat: mit einer überschaubaren Gruppe Versprengter auf einem technisch wenig zugerüsteten Flecken Erde. Hier: Schottland. Die Highlands nehmen sich für Landschaftsliebhaber zwischen Kitsch und Monumentalgegebenheit gewiss hinreißend aus. Das Jahr: 1743. Der einzige Fantasy-Clou, der das Ganze von einer aufgemotzten Historienromanze unterscheidet, ist eine Zeitsprung-Prämisse. Die Krankenschwester Claire Randall gerät im Jahr 1945, frisch aus dem Krieg, an einen magischen Hinkelstein und fällt durch ein Zeitloch gut 200 Jahre zurück. Da steckt sie dann fest. Ihr Gatte vermisst sie, die Lady, die ihm ihre Theorie vom magischen Hinkelstein darlegt, hält er völlig zurecht für plemplem. Die Serie selbst (nach der Roman-Saga von Diana Gabaldon) spielt dann allerdings fast komplett in diesem Plemplem. Oberflächliche Ähnlichkeiten mit Game of Thrones sind nicht von der Hand zu weisen. Raue Gesellen in unstädtischer Landschaft mit nur bedingt zivilisiertem Gebaren. Claire wird erst mehr nolens denn volens, dann mehr volens als nolens zur Heilerin in einem schottischen Clan. Sie macht die Bekanntschaft eines Vorfahren ihres in der Zukunft gebliebenen Gatten (beide von Tobias Menzies gespielt, der in Game of Thrones ein paar Folgen lang Edmure Tally war) - und sie hätte sie weiß Gott  lieber doch nicht gemacht. Auf alles, was Zeitreisegeschichten interessant macht (Paradoxien, Eingriffe, in der Zukunft gepachtete Weisheit), leistet die Serie Verzicht. Stattdessen: Landschaft, Schmachten und pittoreske Gewalt. Das ist mit epischem Atem inszeniert, Regisseur der ersten Folgen: John Dahl. Moore behandelt also eine reichlich generische Schmonzette, als wäre sie Weltliteratur. Dazu haut Battlestar-Komponist-Bear-Mc-Creary in die Dudelsack-Pfeifen zu möchtegernschottischen Weisen. Oft ist das durchaus schön auf reichlich dubiose Art. Game of Thrones light, und selbst die Heavy-Version bewegt sich ja nicht so ganz selten am Rande der Lächerlichkeit. Outlander ist der Edelschimmel unter dem zeitgenössischen Serienkäse.


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