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Aktuelle Print-Ausgabe:
CARGO Film/Medien/Kultur 33
vom 24. März 2017

CARGO 33 Cover, CARGO 32 Cover,

Serie
Container vom 11. November 2014 von Ekkehard Knörer

Serienheft Countdown I: The Honourable Woman
Am 18. Dezember erscheint unser alljährliches Serienheft. Hier ein Countdown mit Serien, die den Cut nicht geschafft haben.

The Honourable Woman, 1. Staffel, Showrunner: Hugo Blick, GB 2014, BBC Two, 8 Folgen

The Honourable Woman

 

Der Titel klingt nach Le Carré, und das ist kein Zufall, denn die Miniserie will Politik so eng wie der Meister mit Genre und den ihm innewohnenden Klischees verweben. Das Schlechte, was man über die Serie von Hugo Blick (Mann für Buch, Regie, Produktion, also alles) sagen kann: An die besten Sachen von John Le Carré reicht sie kaum je heran. Das Gute jedoch: an die mittleren schon. Der Israel-Palästina-Konflikt wird am Leitfaden einer Protagonistin entfaltet, die das Gute will und kaum das Mittlere schafft. Happy-End nur sehr bedingt inklusive. "Honourable" ist Nessa Stein allemal: Sie verschafft den Palästinensern der West Bank mit Hilfe ihrer Stiftung Breitbandkabel für Internet und Telefonie. Kommunikationsoptimismus: Wir müssen nur ins Gespräch kommen, und alles wird, wenn nicht gut, so doch allemal besser. Da hat sie allerdings die Rechnung ohne, nun ja, so ziemlich alle gemacht: ihren Bruder, die Israelis, die Palästinenser, Kräfte in den USA wie in Großbritannien. Am Faden, der alles aufdröseln soll, zupft vor allem Sir Hugh Hayden-Hoyle, von Stephen Rea ganz anders gespielt, als der wunderbar lächerliche Name seiner Figur klingt: zerknautscht, ein bisschen Columbo-haft, nebenbei noch auf einem Feldzug zur Rückeroberung seiner Frau. Neben ihm, als MI-6-Chefin, Janet McTeer, wie stets eine Wucht. Auch toll sind Maggie Gyllenhaal als Nessa Stein, mal höchst selbstbewusst, mal in Auflösung, ihren Gefühlen manchmal gestisch voraus, den Realien hoffnungslos hinterher - und doch eine wunderbare Stehauffrau. Als Regisseur hat Blick eine nicht immer glückliche Neigung zur musikalischen Schluchzunterstreichung und zur nett anzusehenden, aber bei Licht besehen ziemlich unsinnigen Parallemontage, von Menschen, die aufstehen, sich anziehen und mit dem Auto fahren. Aber auch Sex und Bombenanschlag werden einmal juxtaponiert, so ein Unfug. Als Topical funktioniert das meist trotzdem sehr gut, raffinierte Verdacht- und Schuldverteilung auf diverse Seiten, neben der aufrechten Nessa sind da ein paar Shifterfiguren, mit deren Hilfe Spannung und Plot beweglich bleiben.


1 Kommentare. Kommentar hinzufügen

  • Axel, 12.11.2014 09:48

    Serien, Serien, Serien. Mein Problem mit den Serien ist: Wie soll ich da überhaupt den Anschluss finden, geschweige denn, das Kommentierte auch nur irgendwo/wann nachholen? Mir fehlt da schlicht die Zeit. Persönlich finde ich Serien-Besprechungen hier online gut. Das Thema einmal in einer "Jahresausgabe" zu behandeln, okay. Ansonsten ist mir das zu viel/flüchtig/zeitintensiv und der Mehrwert* von Lost und Co. (The Wire mal ausgenommen) bleibt abzuwarten…

    *im kultur/film/medienrelevantem Sinne