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Aktuelle Print-Ausgabe:
CARGO Film/Medien/Kultur 33
vom 24. März 2017

CARGO 33 Cover, CARGO 32 Cover,

Container vom 7. Mai 2014 von Bert Rebhandl

Bestimmte Bilder
Filmhinweis für Berlin: «Corneille-Brecht» von Jean-Marie Straub im Rahmen einer Carte Blanche für Helmut Färber

Das "ungeheure Rom" ist zweifellos ein gutes Motiv für jeden Antiimperialismus. Ein Wort, das Brecht wohl noch nicht kannte, als er Das Verhör des Lukullus schrieb, eine erste Version in Schweden im Jahr 1940. Der römische Kriegsheld Lukullus muss sich nach seinem Tod vor einem Gericht von Totenschöffen verantworten. Er tut dies mit der breiten Brust eines Eroberers. Die Pointe des Stücks ist eine Art Bildbefragung. Lukullus lässt selbst ein Fries aus dem Reich der Lebenden an den Ort des Übergangs schleppen, von Sklaven, denen dieser Übergang wenig Schwierigkeiten macht, weil sie schon halb tot sind. Und dann beginnt dieses Bild, das vom Genre her eigentlich der Verherrlichung von Eroberungen dient, zu sprechen: "Wir Bilder, bestimmt einst die Niedergeworfenen im Auftrag des Siegers im Licht zu vertreten".

CB

 

2009 kam Jean-Marie Straub gemeinsam mit der Schauspielerin Cornelia Geisler in Corneille-Brecht ou Rome l'unique objet de mon ressentiment auf Zusammenhänge zurück, die im Werk von Straub/Huillet mehrfach eine Rolle gespielt hatten: in dem Corneille-Film von 1970 und in dem Caesar-Film Geschichtsunterricht, der auch auf Brecht beruht. In Corneille-Brecht spricht das Fries in einer "Übersetzung", konkret in dem Sprechgesang von Cornelia Geisler, die hier mehr mit der verfremdenden Sprache spielt, als das davor bei Straub/Huillet üblich war.

Am Mittwoch, 7. Mai 2014 um 21.15 im Arsenal im Rahmen einer Carte Blanche für Helmut Färber, die sich über zwei Vorstellungen erstreckt. Um 19.00 Filme von Michael Freerix, Frans van de Staak und Volkmar Umlauft, um 21.15 weiters Filme von Josie Rücker, zwei weitere von Frans van de Staak und Dreyers Sie erreichten die Fähre aus dem Jahr 1948.


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