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CARGO Film/Medien/Kultur 37
vom 23. März 2018

CARGO 37 Cover, CARGO 36 Cover,

Serie
Container vom 16. Dezember 2014 von Ekkehard Knörer

Serienheft Countdown VII: The Affair
Am 18. Dezember erscheint unser alljährliches Serienheft. Hier ein Countdown mit Serien, die den Cut nicht geschafft haben.

The Affair, 10 Folgen, Showtime, Hagai Levi und Sarah Treem, 2014


 

Schroff, harsch, wund singt Fiona Apple in die Brandung; und umso schroffer, harscher und wunder, als sie nichts als die eigene Stimme als Instrument hat. Das ist der Vorspann.

Der Ort der innerdiegetischen Brandung (zu der sich die des Vorspanns als Verdichtung, Allegorisierung, Vorankündigung - vielleicht auch als Branding - verhält): Montauk. Max-Frisch-Referenzen sind auf der Stelle erlaubt. Mann in mittleren Jahren, Schriftsteller noch dazu, verliebt sich an amerikanischer Küste in deutlich jüngere Frau. So geht The Affair. Hagai Levi, Creator mit Sarah Treem (beide of In treatment fame), darf man literarische Bildung voraussetzen, wenngleich die Serie dann doch anderswo abbiegt. Dominic West als Noah Solloway ist ohnehin weniger Schriftsteller (nur ein wenig erfolgreiches Buch) als Lehrer, außerdem Ehemann und vierfacher Vater; treu, eigentlich und bislang; middle-age-melancholisch, weder glücklich noch unglücklich genug, um es resigniert oder zufrieden zu sein. Alison Bailey heißt die Frau, in der sich verknallt, Ruth Wilson ist toll wie immer, und die Frage, ob sie es sein muss oder ob es auch eine andere hätte sein können, ist auf offen gestellt. Alison: traumatisiert, an Montauk und die Farm und den superattraktiven Ehemann liebend-hassen-trauernd-durcharbeitend gefesselt. Vor und zurück geht das, die Liebe auf krummen Linien krumm geschrieben, tiefernst und schwer und feucht in den Stimmungen, da setzt Fiona Apple den Ton (und kein Wunder, dass jemand wie Emily Nussbaum mit ihrem doch etwas eindimensionalen New-Yorker-Geschmack damit mal wieder nichts anfangen kann oder will), etwas für Leute (algorithmisch gesprochen:), die Soap & Skin mögen, dann noch mit einem Clou, von dem auch nach der vorletzten Folge der ersten Staffel (die letzte läuft nächsten Sonntag) nicht klar ist, ob er das ganze auf subtile Weise fundiert oder nicht mehr als eine gimmickförmige Trivialität performiert: Alle Folgen sind zweigeteilt, dieselben Ereignisse werden im Rückblick jeweils aus Sicht von Alison und Noah erzählt. Ein Mord ist geschehen, Noah und Alison in einer Befragungssituation: Ich bin metagespannt, wie sich das am Sonntag dann auflöst. (Zweite Staffel ist längst in Auftrag gegeben.)


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