Container vom 9. Mai 2010 von
Genrefragen
Foreign Film.
Als differenzierungsfreudigen Menschen kann einen die Tatsache, dass in den USA grundsätzlich und mit großer Selbstverständlichkeit von einem Genre "Foreign Film" die Rede ist, in den Wahnsinn treiben. Weniger Wahnsinn als Verzweiflung auslösend ist es allerdings, wenn man sich die Besucherzahlen für dies wundersame Genre insgesamt ansieht. Im Grunde existiert der "Foreign Film" im Kino nämlich nicht mehr. Von ein paar Kinos an der West- und der Ostküste und in der einen oder anderen Universitätsstadt dazwischen vorläufig noch abgesehen. (Kleines aside: Maren Ades Alle Anderen geht im New Yorker IFC-Center gerade in den zweiten Monat. Ein kleiner Schritt für das Genre, aber eine beachtliche Resonanz für einen deutschen Film.) Anlass dieser kulturpessimistischen Betrachtungen (aber es gibt ja die Auteurs! ruft der Kulturoptimist in mir; Glückwunsch übrigens zum Webby! und es gibt Netflix und Greencine, allerdings kenne ich da keine Zahlen zum Verhältnis von gestreamten/geliehenen US- und Foreign-Filmen), wo war ich, ah ja, hier, der Anlass ist ein Meldung, die ein Artikel des Philadelphia Inquirer zusammenfasst:
"In the 1960s, imports accounted for 10 percent of the U.S. film box office," says Toby Miller, coauthor of GlobalHollywood. "In 1986, that figure was 7 percent. Today, it is 0.75 percent."



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