Container vom 13. März 2010 von
Wellywood
Texturen.
Seit vorgestern bin ich in Wellington, Neuseeland. Freunde besuchen, Urlaub machen. Gestern ging ich mit den Freunden, die rein gar nichts mit Film zu tun haben, auf eine Geburtstagsparty. Dort, stellte sich schnell heraus, waren viele Leute anwesend, Deutsche, Holländer, Amerikaner, die eine oder andere Neuseeländerin auch, die für Weta arbeiten, das von Peter Jackson und ein paar anderen eingerichtete Postproduktions- und Effektstudio im traumhaft gelegenen Stadtteil Miramar. Ich kam mit zwei Frauen ins Gespräch. Eine hat lange in Berlin gelebt, war in den Achtzigern Kommunistin in Westberlin (ihr Sekretär in der Partei war Sven Regener), bestürzt über den Fall der Mauer, hatte, wenn ich recht verstanden habe, mit Kunst und Avantgardefilm zu tun. Die andere Frau stammt aus Kalifornien, war einmal die Kamerafrau von Lynn Hershman und der feministischen Filmemacherin Trinh T. Minh-ha. Beide arbeiten jetzt für Weta und zwar an Animations-Texturen, zuletzt von Avatar, jetzt des von Steven Spielberg gedrehten, von Peter Jackson produzierten ersten Tim-und-Struppi-Films The Adventures of Tintin: The Secret of the Unicorn. Im Zustand des Jetlag und in der Sonne des Spätsommers von Neuseeland begriff ich also, dass in den Texturen von Avatar etwas vom westdeutschen Kommunismus steckt und dem Ethos unabhängigen feministischen Filmemachens. Man sieht es nur nicht gleich.



1 Kommentare. Kommentar hinzufügen
Akos Gerstner, 17.03.2010 22:12
In einer Januarnacht lief auf ZDF/ARD der neuseeländische Spielfilm
"Eagle vs. Shark", Regie: Taika Cohen. In seiner Form und seinem lakonischen Humor nah an Wes Anderson orientiert, mit etwas sozial- realistischen Untertönen. Von manchem wohl als banal abgetan, aber gar nicht uninteressant, jedenfalls bin ich beim Herumschalten dran hängen geblieben. Cohen ist zudem auch als comedian tätig. Vielleicht bietet er ja Stoff für Recherche an Ort und Stelle...
http://www.imdb.com/name/nm0169806/