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Neue Print-Ausgabe:
CARGO Film/Medien/Kultur 40
vom 14. Dezember 2018

CARGO 40 Cover, CARGO 39 Cover,

Festival
Container vom 29. Juli 2010 von Ekkehard Knörer

Aller guten Dinge
Venedig.

Bis auf einen wurden heute die Wettbewerbstitel für Venedig bekanntgegeben. Zuvor schon gab es das Programm der nicht minder spannenden Nebenreihe Orizzonti. Wie stets in Venedig ist für jeden was dabei: Für den Freund der Avantgarde und anderer Nicht-Mainstream-Künste Neues von José Luis Guerin (eine Doku über Filmfestivals, die Guerin besucht hat ?!), Douglas Gordon, Patrick Keiller, Ken Jacobs und Peter Tscherkassky. In den Orizzonti außerdem die jüngsten Würfe von Catherine Breillat, Hong Sangsoo (sein zweiter Film 2010!) und Sono Sion. (Hier bei Mubi eine Übersicht.) Im Wettbewerb (Überblick) selbst: Die neuen Filme von u.a. Kelly Reichardt, Sofia Coppola (s. hier neulich), Vincent Gallo (sein halb schon in Cannes erwarteter geklauter Film), Monte Hellman (wirklich wahr!), Abdellatif Kechiche, Takashi Miike, Tsui Hark (naja, zuletzt nur ein Schatten seiner selbst) und Tom Tykwer (mit Drei nach Berlin zurückgekehrt).

Vier der auf heimischem Platz von der Auslandspresse in der Regel gefürchtete Italiener dazu, von denen mir nur einer was sagt, Saverio Costanzo - dessen Vorgänger In memoria di me hat mir in Berlin vor ein paar Jahren allerdings sehr gut gefallen. Was schon wieder fehlt: Terrence Malicks Tree of Life, aber ein letzter Film ist für den 6. August avisiert, kann also noch werden. Oder nächstes Jahr in Berlin. Oder Cannes. Oder Jerusalem. Und hier noch der Anfang von vier Seiten von außerplanmäßigem Außer-Konkurrenz-Programm mit RegisseurInnen, deren - wie es da doch tatsächlich heißt - Bedeutung anerkannt ist. Dabei unter anderem Marco Bellocchio, Ben und Casey Affleck (letzterer mit der mysteriösen Joaquin-Phoenix-Doku), Mani Ratnam und John Woo. Klingt sehr viel versprechend, alles in allem.

P.S.: In einer Pressemitteilung gibt es Genaueres zu dem Tscherkassky-Film und einem ebenfalls gezeigten neuen Werk von Martin Arnold. Ich kopiere und paste:

SHADOW CUTS von Martin Arnold (A 2010, 35mm, 4:30 min)
Shadow Cuts (2010) betrachtet das Happy-End einer Cartoon-Sequenz im Rücklauf. „Wenn sich eine Maus in einen Hund verschaut, kann einiges geschehen“: Im flimmernden und schwarz flackernden Bild beginnen sich die Augen allmählich von dem lachenden Mickey und seinem Weggefährten Pluto zu lösen. Manchmal verschwinden sie zur Gänze. Den temporär erblindeten Figuren auf der Leinwand stehen temporär erblindete BetrachterInnen gegenüber. Auch ihnen zerbricht die Wahrnehmung in den Dunkelphasen der Projektion. (M. A.)

COMING ATTRACTIONS von Peter Tscherkassky (A 2010, 35mm, 25 min)
Den avantgardistischen Film verbindet eine Seelenverwandtschaft mit dem frühen Kino – dem „Kino der Attraktionen“, wie die Filmwissenschaft es nennt. Damit ist der „exhibitionistische“ Charakter des frühen Films gemeint: Wir sehen die stolze Selbstdarstellung eines neuen Mediums, seiner (trick)technischen Möglichkeiten, die direkte Adressierung der Kamera, die unverblümte Kontaktnahme mit dem Publikum. Aber auch im Werbefilm haben sich solche charakteristischen Elemente des frühen Kinos bis heute erhalten. Auf humorvolle Weise spürt der Film Coming Attractions diesen verborgenen Bezügen nach; in elf Kapiteln zelebrieren die Coming Attractions die Trinität von Reklamefilm, Early Cinema und Avantgarde. (Peter Tscherkassky)


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