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Neue Print-Ausgabe:
CARGO Film/Medien/Kultur 40
vom 14. Dezember 2018

CARGO 40 Cover, CARGO 39 Cover,

Serie
Container vom 5. Juli 2010 von Simon Rothöhler

Hinterbühne 2: Auftritt Joachim Löw
Pietà.

(Dank an Ludger Blanke)

Vgl. Hinterbühne: Auftritt José Mourinho.


4 Kommentare. Kommentar hinzufügen

  • Schwanenmeister, 05.07.2010 02:10

    Schön fabuliert, aber ehrlich, mich erreicht das emotional so sehr, wie wenn Angela Merkel auf den Großbildmonitor schielt, um rechtzeitig und ausdauernd bei der Nationalhymne mitzuträllern. Klar, weiß Maradona, dass er da gerade gefilmt wird. Und die Pietà gab's auch auf dem Feld davor ein paar Mal, oder?

    Meinen eigentlichen Stein des Anstosses hast du ja bereits aus dem Weg geräumt.

  • Schwanenmeister, 05.07.2010 18:27

    Und was soll uns das sagen? Eine Unverschämtheit, dass Jogi Löw da ins Bild platzte und das inszenierte Pathos störte. Oder dass Tränen auch einmal dem Bundestrainer gut zu Gesicht ständen?

  • Reuter, 05.07.2010 22:49

    Sagen soll das nichts.
    Interessant ist das Nebeneinander von Drama, Intimität, Pathos und Alltäglichkeit. Ein von Milliarden Menschen mit Leidenschaft beobachtetes Ereignis ist gerade zu Ende gegangen. Für den zentralen Protagonisten ist eine Welt zusammengebrochen. Ein paar Minuten später, ein paar Meter weiter. Eine Zone, die sich dem öffentlichen Blick eigentlich entzieht. Maradonas minutenlange, wie von Käthe Kollwitz in Blei gegossene Umarmung seiner Tochter Gianna, Maradonas 2 Armbanduhren, eine für die Zeitzone Giannas in Madrid, ein Requisit der Liebe. Ein endloser Kuss. Giannas noch um die Hüfte gebundene argentinische Flagge. Eine Umarmung, bei der man nicht sehen kann wer wen hält, wer wen tröstet. Ein Bild der Trauer und der Liebe.
    Auch ein wenig peinlich, es macht die Anwesenden nervös. Keiner weiss ob er hinschauen oder wegsehen soll. Ein Fotograf der in diese Zone gedrungen ist. Es wird jetzt ein Bild für die Tageszeitungen und Websites des nächsten Tages.
    Für die Trauer des Unterlegenen gibt es dieses Bild, für das des Überlebenden nicht. Der kommt später dazu und kann den Bann des Privaten nicht brechen, ist verurteilt zu einer Reihe von verlegenen Handlungen und Gesten. Das ist auch gerecht, für Löw geht die Geschichte ja weiter. Für Maradona nicht.
    Es gibt eine andere Version dieses Clips in der der Ordner die Tür schliesst wie den Vorhang auf einer Bühne.

  • Reuter, 05.07.2010 23:04

    P.S. Finde übrigens, dass Löw sich klug und respektvoll verhält.
    Und: ist Pathos nicht immer inszeniert?