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CARGO Film/Medien/Kultur 13
vom 15. März 2012

CARGO 13 Cover, CARGO 12 Cover,

Container vom 17. Januar 2010 von Ekkehard Knörer

A Gentle Master
The Asquith Version.

Terence Rattigans "The Browning Version" ist nicht mehr als ein well (nun ja, very, very well) made play. Anthony Asquith macht daraus einen unendlich geschmeidigen Film, der leicht und genau choreografiert ist, ohne in vorgegebener Form festzufrieren, der bis ins letzte Detail inszeniert wirkt - und doch atmen die Bilder. Asquiths Version von Rattigans Stück gelingt die Quadratur eines Figurendreiecks, das Liebe, Hass und dazwischenliegende gemischte Gefühle trennen und zugleich verbinden. Darf man sagen: die trennende Verbindung, die verbindende Trennung ist das visuelle Grundmotiv dieses nur auf den oberflächlichsten Anschein statischen oder theatralen Films?

Schiere Hexerei - aus dreien macht Asquith vier:

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Und aus zweien macht er drei. Schiebt Schatten, Spiegel, Fenster, Lampe, Doppelhut zwischen die Paare. (Überhaupt der Doppelhut: Ein Ausstattungs-Geniestreich für sich.)

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Ein Ehepaar, das nur der Hass noch verbindet, strebt in einer diagonalen Armlinie auseinander:

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Noch die Lichtreflexe sind auf den Millimeter berechnet:

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Und gelegentlich geht die Bewegung buchstäblich über in Tanz:

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3 Kommentare. Kommentar hinzufügen

  • Volker Pantenburg, 18.01.2010 12:02

    Ich erinnere mich an die Bonner Stummfilmtage vor zehn Jahren, auf denen A COTTAGE ON DARTMOOR von 1929 gezeigt wurde. Im Programmheft war eine zeitgenössische Filmkritik von damals abgedruckt, in der es euphorisch hieß, dass Asquith der mit Abstand interessanteste britische Regisseur sei. Es gebe ja andere, die große Stücke auf diesen Hitchcock halten, aber da sollte man sich nicht täuschen, an den Hitchcock wird sich in ein paar Jahren niemand mehr erinnern können, während Asquith...

  • Ekkehard Knörer, 18.01.2010 12:45

    Gerade wird auch der frühe "Underground" wiederentdeckt. Ich kenne neben "The Browning Version" bislang nur "A Cottage on Dartmoor", der auch unglaublich stark ist, aber ganz anders als dieser hier. Da haben massive Subtilisierungsprozesse stattgefunden, denkt man. Meine Screenshots täuschen insofern, als Asquith sein kompositorisches Können nie unterstreicht, sondern eher in aller Ruhe einlagert in die Inszenierung. Über die Schauspielführung habe ich nichts gesagt, aber gerade im Vergleich mit Albert Finney in Mike Figgis' nicht sehr tollem Remake ist Michael Redgrave eine wahre Offenbarung.

    Kann schon sein, dass Asquith direkt neben Hitchcock und Powell/Pressburger in den britischen Pantheon gehört. Ich muss mehr sehen von ihm.

  • Ekkehard Knörer, 18.01.2010 13:15

    Zu "Underground". Jay Weissberg in "Sight & Sound" über die vom BFI restaurierte Fassung (DVD für diesen Sommer angekündigt):
    http://www.bfi.org.uk/sightandsound/feature/4...