Thema/Reihe
Thomas Heise
Container vom 25. Februar 2010
von
Heise/Harlan
Für den Freitag präzisiert Thomas Heise noch einmal seine Erfahrungen mit Thomas Harlan beim komplizierten Dreh von Wundkanal (siehe auch CARGO #1, S. 31) und erzählt von einem eigenen Projekt, das bis heute nicht realisiert wurde:
«Als alles vorbei war, habe ich mich nicht mehr darum gekümmert. Ich hatte mit meinen eigenen Katastrophen zu tun und saß an einer Recherche über ein Kaff in Mecklenburg und einen Zug mit 6.000 gefangenen Frauen, der dort am Ende des Krieges zwei Tage lang gehalten hatte und dann verschwunden war. Jahre später wurde am Bahnhof des Nestes ein Massengrab entdeckt, von dem niemand aus dem Dorf etwas gewusst haben wollte. Am Ende der Geschichte hatte ich ein Konvolut aus Geschichten und marschierte mit einem Bergarbeiter über die 600 Meter lange Sohle eines alten Salzbergwerks in Morsleben, in dem nach dem Krieg Hühner gezüchtet worden waren, weil die unterirdischen Hallen schon einen Betonfußboden besaßen und „im letzten Krieg industriell genutzt“ worden waren. Von der Nutzung als Außenlager A III des KZ Neuengamme stand nichts in der Expertise. Die Hühner waren weg, es wurde Atommüll eingelagert aus dem volkseigenen Kernkraftwerk „Bruno Leuschner“. Aus dem Film ist nichts geworden.»
Den gesamten Text finden Sie hier.



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