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Aktuelle Print-Ausgabe:
CARGO Film/Medien/Kultur 13
vom 15. März 2012

CARGO 13 Cover, CARGO 12 Cover,

Container vom 20. Februar 2010 von Ekkehard Knörer

Bären-Warnung
Verstrahlt.

How I Ended This Summer
Nachdem ich nun diesen Artikel gelesen habe, möchte ich meine Bären-Befürchtungen doch noch konkretisieren. Es scheint mir nämlich, wenn ich an Herzog denke, durchaus plausibel, dass Alexei Popogrebskys How I Ended This Summer den Hauptpreis gewinnen könnte. Es gäbe Schlimmeres (die FIPRESCI zum Beispiel hat komplett den Verstand verloren, indem sie ihren Wettbewerbspreis an Pernille Fischer Christensens Nicht-Film En Famille verliehen hat), denn How I Ended This Summer ist immerhin ein Film, hinter dem eine Vision steht. Allerdings eine, die mir extrem unsympathisch ist - oder, weniger persönlich gesagt: Man muss sie wohl teilen, um diesen Film nicht ganz und gar unerträglich langweilig, ja nervtötend zu finden.

In gewisser Weise ist er so etwas wie der diametrale Gegenentwurf zu Sharon Lockharts "Double Tide". Wo Lockhart in zwei völlig klaren Einstellungen einen, so schwer die Hände der Heldin auch werden, doch leichthändigen Zusammenhang zwischen Natur und Mensch und Arbeit des Menschen (man muss dazusagen: einer Frau) in der Natur herstellt, da mystifiziert Popogrebsky endlos ins Pseudo-Existenzielle. Männerfreundschaft, Männerfeindschaft, Männerverstrahlung, Männerversöhnung vor einer feindlichen Naturlandschaft, die auf Augenhöhe des Menschen in ihr auf Archaik zielt und so den Menschen als komplett gesellschaftsfrei ins Leben gestellt vorführt. Von der allerletzten Einstellung abgesehen tun die Bilder, die Popogrebsky dafür findet, zwar groß und wuchtig. Sie haben aber, wie die Geschichte, die er erzählt, in sich für meinen Begriff keinen Halt.


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