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Aktuelle Ausgabe: CARGO Film/Medien/Kultur 04 vom 10. Dezember 2009

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Die Vergangene Woche (KW 43)

16.10.2009, Ekkehard Knörer in: Aktueller Film, Link-Tipps, News

Werner Herzog Klaus Kinski

Rogues, No Film School

Der Fall Polanski und kein Ende. Nun melden sich, streng und scharf urteilend, Alice Schwarzer und, Elisabeth Bronfen die moralischen und auch die Altersgrenzen des Erotischen verunklaren lassend, Rüdiger Suchsland zu Wort. Die Welt hat einen Text des Autors Martin Amis aus dem Jahr 1979 ausgegraben, in dem er Polanski interviewt. Amis eröffnet mit einem Zitat des Regisseurs, das einen schnurstracks Alice Schwarzer in die Arme treibt:

"Als ich vom Hotel zur Polizeiwache gefahren wurde, war im Autoradio schon die Rede davon. Die Nachrichtenleute haben bei der Polizei angerufen, noch bevor ich verhaftet wurde, um rauszukriegen, ob sie die Nachricht als Erste bringen könnten. Es war nicht zu fassen. Ich dachte, ich würde gleich aufwachen. Wenn ich jemanden umgebracht hätte, wäre das für die Presse nicht so spannend gewesen, verstehen Sie? Aber... Ficken, verstehen Sie, und die jungen Mädchen. Richter wollen junge Mädchen ficken. Geschworene wollen junge Mädchen ficken – alle wollen junge Mädchen ficken! Nein, da wusste ich, das wird wieder eine richtig große Sache.“

Weitere Links, Hinweise etc.

1450 Dollar übrig, Lust, 25 Dollar gleich zu Beginn schon mal auf Sieg zu setzen? Dann nichts wie bewerben zu Werner Herzogs "Rogue Film School". In LA findet die Veranstaltung im Frühjahr 2010 erstmals statt, die üblichen Regeln gelten nicht, dafür andere, siehe hier (und ein Auszug):

Related, but more practical subjects, will be the art of lockpicking. Traveling on foot. The exhilaration of being shot at unsuccessfully. The athletic side of filmmaking. The creation of your own shooting permits. The neutralization of bureaucracy. Guerrilla tactics. Self reliance.
Related, but more reflective, will be a reading list: if possible, read Virgil's "Georgics", read "Hemingway's "The short happy life of Francis Macomber", The Poetic Edda, translated by Lee M. Hollander (in particular the Prophecy of the Seeress), Bernal Diaz del Castillo "True History of the Conquest of New Spain".

Michael Mann dreht mal wieder ein Biopic und verfilmt - für seine Verhältnisse wohl eher Low Budget - das Leben des Kriegsfotografen Robert Capa, unter besonderer Berücksichtigung des Spanischen Bürgerkriegs und auch von Capas Liebesbeziehung mit der Fotografin Gerda Taro. Wie es um die schon länger angekündigte Don-Winslow-Verfilmung Frankie Machine steht, die eigentlich das Public-Enemies-Anschlussprojekt zu sein schien, ist auf die Schnelle nicht zu eruieren. Keine neuen Nachrichten sind da aber eher schlechte Nachrichten, vermute ich.

Interessante Besprechung der ersten großen Robert-Altman-Biografie in der New York Times.

Dass man die Namen Jackie Chan und Jia Zhang-ke einmal in so großer Nähe nebeneinander sehen würde, wie zum Beispiel in diesem Satz hier, war vor ein paar Jahren auch eher nicht vorstellbar. Nun aber hat Jias Produktionsfirma X Stream Pictures eine Road-Movie-Komödie mit dem Titel Flying Duck angekündigt, in der die Hauptrolle zu spielen Jackie Chan offenbar ernsthaft erwägt. (Jia wird aber nicht Regie führen.)

Wir hatten das vor fast einem Jahr schon mal gemeldet, aber die Sache macht gerade wieder die Runde: Breat Easton Ellis schreibt ein Drehbuch zur tragischen Doppelselbstmord-Geschichte von Theresa Duncan und Jeremy Blake. Das ganze beruht auf dieser höchst lesenswerten Vanity-Fair-Reportage - und der Grund, aus dem das alles jetzt noch einmal Nachrichtenwert hat: Auch Gus van Sant ist - wenngleich noch nicht offiziell als Regisseur - nun mit an Bord.

Das Magazin Salon.com hat Leute wie James Toback und Mary Harron, aber auch die Blogger Glenn Kenny und Aaron Hillis nach ihrem Lieblings-Coen-Brothers-Film gefragt.


2 Kommentare. Kommentar hinzufügen

  • catatonique, 17.10.2009 11:12

    Zum Schwarzer-Text: Ist die Veröffentlichung gescannter Vernehmungsprotokolle von 13-jährigen Vergewaltigungsopfern in Magazinen gerechtfertigt, möglicherweise, weil die eh schon im Internet stehen? Was wurde eigentlich aus Opferschutz? Das ist doch mehr als bizarr.

  • Ekkehard Knörer, 18.10.2009 17:44

    Ja, man hält es nie lange aus in den Armen von Alice Schwarzer. Schwarzers Verkommenheit ist ja nicht erst seit einschlägigen Werbeaktionen offensichtlich und die Selbstgerechtigkeit, mit der sie sich anmaßt, das dann einfach aus dem Internet kopieren zu dürfen, passt da bestens ins BILD.




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