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Aktuelle Print-Ausgabe:
CARGO Film/Medien/Kultur 12
vom 15. Dezember 2011

CARGO 12 Cover, CARGO 11 Cover,

Container vom 12. November 2009 von Ekkehard Knörer

Asia Filmfest
Hinweise (erbeten).

Johnnie To: Vengeance

Asiatisches Kino geht in deutschen Kinos, mit wenigen Ausnahmen: gar nicht. Und sogar in ambitionierten Videotheken, höre ich, liegt vieles, gerade Filmkunst, aus Asien, wie Blei. Wo die reguläre Zirkulation nicht mehr funktioniert, muss die Eventkultur weiterhelfen. Bevor dann Anfang des nächsten Jahres (vom 13. bis zum 18. Januar) das erfreulich ambitionierte und entdeckungsfreudige Asian Hot Shots Festival in Berlin in die nächste Runde geht (Focus: Indonesion), versucht das aus München leider auf zehn Filme dezimiert anreisende Asia Filmfest im Berliner Zoo-Palast ausrufungszeichenfreudig sein Blockbuster-Glück: "Ein Fest für die Sinne! Ob historische Epen, Klassiker, Meisterwerke, Animes, packende Dramen, rasantes Actionkino oder knallbunte Comedy: Es ist für jeden Geschmack etwas dabei!" Und es stimmt schon, für mich ist zum Beispiel Johnnie Tos Vengeance dabei (Samstag um 20.15 Uhr) Red Cliff von John Woo kenne ich schon: ein Historienspektakel, das die Welt nicht bewegt, aber mit Liebe zu ausinszenierten Nebensachen problematisch-interessante hanchinesisch-panasiatische Verbrüderungsgesten versucht. (s. auch das Starsystem in CARGO #2) Potenziell interessant scheinen mir Chris Nahons Blood: The Last Vampire und Takashi Miikes Crows Zero II. Sachdienliche Hinweise und Tipps nehmen wir in den Kommentaren gerne entgegen.

***

Definitiv empfehlen kann ich hingegen ganz pauschal die am Freitag startende Retrospektive der Filme von Hayao Miyazaki. Den neulich in einer hier kurz verlinkten Bestenliste auf Platz eins aller Animationsfilme gelandeten Mein Nachbar Totoro gibt es am Sonntag um 19 Uhr. Aber jeder Film von Miyazaki ist den Besuch wert.


5 Kommentare. Kommentar hinzufügen

  • Sebastian Selig, 12.11.2009 12:04

    Von BLOOD: THE LAST VAMPIRE kann ich nur abraten. Interessant ist an dem eigentlich nur die transkontinentale Zusammenarbeit zwischen Frankreich, HongKong und Japan, die sich hier in einem seltsamen, sich überal bedienenden Bilderreigen vermischt. Das hier ist die große, dumme Actionschule aus dem Hause Europa/Luc Besson ebenso wie mit CGI in kälteste Künstlichkeit überführte Manga-Zwischenspielsequenz, plus oben drauf ein paar mit wallenden Gewändern an Drähten durch die Lust schwebenden Hongkong-Prinzessinen.

    Vor allem die stets mit vollem Gustus ausgespielte Künstlichkeit erstickt dabei jegliche Anteilnahme. Kein Blutstropfen in dem Baby, der auch nur im entferntesten vorher gelebt hätte, ehe er barok vergoßen wurde. Nur Langeweile. Schade.

  • Lukas, 12.11.2009 13:04

    Der SHINJUKU INCIDENT ist zwar höchstwahrscheinlich erträglicher - vor allem: bodenständiger - als BLOOD: THE LAST VAMPIRE, aber auch von dem möchte ich eher abraten. Zähe Mischung aus Yakuzafilm (minus japanischem Minimalismus), klassischem Hongkongkino (minus Style) und einer Prise social commentary (Jackie Chan auf der Müllkippe). Sehr schade, dass zwei um Längen bessere Hongkongfilme nicht mit nach Berlin kommen: Benny Chans CONNECTED und vor allem Cheang Pou Sois neues Meisterwerk ACCIDENT.

  • Andreas, 12.11.2009 13:09

    Ich gestehe vollkommene Unkenntnis der Manga-Vorlage und der Rezeption in Japan, aber Miikes "Crows Zero"-Filme wirken auf mich so, als sollten sie in erster Linie ein junges weibliches Publikum zu Diskussionen animieren, welche der zahllosen Figuren am süßesten ist. Bin nun selber weder jung noch weiblich, fand beide Teile aber recht kurzweilig. Bleibenden Eindruck hat allerdings nur das Finale von Teil 2 auf mich gemacht: Eine episch-exzessive Massenprügelei, die mich in manchen Momenten immerhin kurz an alte Miike-Delirien erinnert hat.

    "Vengeance" ist gewiss nicht perfekt - gerade die an "Memento" erinnernden Elemente fand ich wenig überzeugend -, aber wenn man Tos Gangsterfilme grundsätzlich mag und hier keine großen Innovationen erwartet, sollte man den Besuch eigentlich nicht bereuen.

  • Tino, 13.11.2009 12:17

    Invitation only ist unterster Bodensatz und ein ganz erbärmlicher Versuch, Filme wie Hostel nicht nur in punkto Brutalität und Sinnslosfolter (nein, damit will ich nicht implizieren, dass es auch sinnvolle Folter gibt, aber dramaturgisch optimaler eingesetzte Folter ;) ) überbieten will, sondern auch in punkto tumbe Handlung und dumme Dialoge. Traurig, dass ausgerechnet dieser Film ausgewählt wurde aus den ganzen anderen, die auch noch zur Verfügung standen.

    Goemon ist visuell äußerst beeindruckend und definitiv ein Film, für den Kino erfunden wurde - allerdings krankt er auf der inhaltlichen Ebene an ähnlichen Symptomen wie Casshern; die Handlung könnte an einigen Stellen problemlos gestrafft werden, ohne dass der Film an Atmosphäre verlieren würde.

    Blood habe ich auf dem FFF gesehen: Geht vielleicht grad noch so als guilty pleasure durch, aber danach fühlt man sich schon wirklich guilty und nicht sehr pleasured. Da muss ich auch eher abraten.

  • Bert Rebhandl, 14.11.2009 22:09

    In Sachen ACCIDENT kann ich Lukas nur beipflichten!