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CARGO Film/Medien/Kultur 13
vom 15. März 2012

CARGO 13 Cover, CARGO 12 Cover,

Container vom 19. Mai 2009 von Ekkehard Knörer

Bogged Down
Straub Huillet.

straub

Mit großer Verlässlichkeit macht mich Jean-Marie Straub mit seinen Dogmatismen wahnsinnig. Dabei sind ein paar der nettesten und klügsten Menschen der Welt beinharte Straub-Fans. Ich muss da ein Defizit haben, mich macht er wahnsinnig. Und ich schätze viele Straub-Huillet-Filme, aber ich finde auch immer noch, dass das oft ein außerordentlich unfreies Kino ist. Aber nein, das freiste Kino der Welt, sagen die Fans. Das Problem, beim folgenden Zitat etwa, ist nicht, dass das, was er sagt, falsch ist. Er stellt nur nicht in Rechnung, dass auch das Gegenteil davon stimmt.

Bei Andy Rectors "Kino Slang" ein kurzer Auszug aus einem Interview, das Jacques Aumont 1987 mit Danièle Huillet und Jean-Marie Straub geführt hat. Aus dem Auszug ein Auszug [via ifc daily]:

A musician condenses time with time. That’s the affinity between music and cinema. The work to be done is of not of getting bogged down in the space that we show; it’s terribly annoying to see tracking shots, never ending pans. When I hear talk about sequence shots (plan-sequence) I want to vomit; that consists of being bogged down, and besides people now don’t even know what it means concretely. One must know how to, with space, condense time, and how to condense space to get time; also, if the actors speak there can be a relationship to vocal music (or not, if we don’t want it). After all, when someone says hello, it can be notated, no?

1 Kommentare. Kommentar hinzufügen

  • Sano, 21.05.2009 16:20

    Das Problem ist wohl einfach eines der Trennung von Autor und Werk. Finde Straub auch oft anstrengend und nervig (was bei mir aber wiederum oft Bewunderung auslöst), aber die Person muss hier nicht auf den Film übertragen werden. Straub würde vielleicht widersprechen, aber wenn man seine Filme ohne Kenntnis seiner Intentionen sieht, stellen sich trotzdem ähnliche Reaktionen ein.
    Ich glaube ein zentrales Motiv in seinen Filmen (die ihn da wiederum stark mit John Ford verbinden), ist die Freiheit von sich selbst. Die Akteure, gefangen in ihrer Situation und Umwelt, befreien sich von dieser nur in sich selbst. Ich finde diesen Inneren Freiraum knn man bei ihm (und Ford) in der Idealisierung des Menschlichen potentials erkennen.

    Ähnliche Probleme der Zugänglichkeit/Zustimmung lassen sich bei vielen Kinodogmatikern finden (Bresson, Bergman, Kubrick, Hitchcock...).