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CARGO Film/Medien/Kultur 12
vom 15. Dezember 2011

CARGO 12 Cover, CARGO 11 Cover,

Container vom 30. Juni 2009 von Ekkehard Knörer

RIP Pina Bausch
Kontakthof.

Ich habe nicht viele Choreografien/Inszenierungen von Pina Bausch gesehen - und was ich zuletzt sah, deutete darauf hin, dass ein Schmock wie  Wim Wenders, mit dem sie vor kurzem noch ein Projekt angekündigt hatte, womöglich inzwischen ein passender Partner sein könnte. ABER! Etwas Hinreißenderes als den "Kontakthof mit Damen und Herren ab 65", den ich vor ein paar Jahren bei einem Berliner Gastspiel gesehen habe, gab es im Tanztheater des letzten Jahrzehnts kaum. UND: Die Filmversion dazu ist komplett, in 16 Teilen bei YouTube im Netz. Zugegeben eine unwürdige Rezeptionssituation. Aber schauen Sie auf jeden Fall einfach mal rein.

Update:

UbuWeb hat schnell reagiert und einen fürs Fernsehen entstandene deutschen Dokumentarfilm über Bausch von Anne Linsel ins Blog gestellt.


6 Kommentare. Kommentar hinzufügen

  • jan, 30.06.2009 18:13

    das neue stück soll ja wieder ein schritt in die unschmockige richtung gewesen sein. wie auch immer, für ein paar jahre war es ein großes glück, in der nähe von wuppertal zu leben. zum thema pina bausch im film gibt es ja wenig geschmackssicheres: fellini und almodóvar. da hätte wenders gepasst. leider kenne ich klaus wildenhahns "was tun pina bausch und ihre tänzer in wuppertal?" nicht - getanztes direct cinema?
    hinweisen muss ich natürlich noch darauf: www.youtube.com/watch?v=8rK6TJyGAHw&feature=r...

  • Jean-Luc, 30.06.2009 18:55

    Im Ruhrgebiet und Umgebung werden ja z.Z. die Theater von Kommunalpolitikern als "Sparschweine" entdeckt. Die Ensembles werden immer mehr ausgedünnt bzw. die Schließung ganzer Sparten (u.a. Essen, Oberhausen, Hagen) diskutiert. Man ist ja schließlich Europäische Kulturhauptstadt 2010 (Essen und das Ruhrgebiet) und da bietet man eben mal ein neues Spektakel, nämlich den kulturellen Kahlschlag. (Kommunale Kinos gibt es übrigens im Ruhrgebiet nur wenige und wenn, dann chronisch unterfinanziert in wenig adäquaten Räumlichkeiten).
    Da das Wuppertaler Tanztheater seit Jahrzehnten ausschließlich von Pina Bausch geprägt ist, könnte ich wetten, daß die Kommunalpolitiker jetzt die "Chance" nutzen und das Wuppertaler Tanztheater so schnell wie möglich abwickeln werden.

  • goncourt, 30.06.2009 19:04

    Es gibt auch einen Film von Chantal Akermann: http://www.imdb.com/title/tt0086506/ - vor Jahren auf einem Arte-Themenabend bei Arte gezeigt.

    Am gleichen Abend kam noch ein sehr schöner Dokumentarfilm; möglich, dass das der obige ist.

    Darin eine Szene, in der Bausch ihren Tänzern die Aufgabe stellt, ein für sie persönlich wichtiges Stück zu interpretieren. Einer stellte dann "The man I love" in Gebärdensprache vor, die er nur hierfür lernte.

    War für mich immer ein Beispiel für diese Haltung: die Mittel so einleuchtend wie möglich zu halten, sie sich gleichzeitig nicht vom Genre vorgeben zu lassen, sondern von überall herzunehmen. (Die Aufgabe einfach halten -> dann Freistil)

  • Ekkehard Knörer, 30.06.2009 19:36

    @goncourt: Die Gebärdensprachenvertanzung ist das, was sich hinter Jans Youtube-Link verbirgt.

  • Jean-Luc, 01.07.2009 13:48

    In irgendeiner Presseschau zum Tod von Pina Bausch fand ich einen Hinweis zu einem von Pedro Almodovar verfaßten Nachruf, leider ohne Quelle. Wäre vielleicht mal interessant, dem nachzugehen.

  • kunstbetrieb, 01.07.2009 23:54

    nur der guten ordnung halber: die doku von anne linsel ist schon einige zeit bei ubuweb verfügbar.