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vom 22. März 2019

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Thema/Reihe Hollywood Heute
Container vom 20. Juni 2009 von Simon Rothöhler

State of Play (Kevin Macdonald) USA 2009

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Nicht sonderlich interessant, diesen Film von der Blog vs. Print-Seite her zu erzählen, wie es die meisten Rezensionen diese Woche getan haben. Großartig ist State of Play, weil er zeigt, wie viel routiniertes (und intelligent besetztes) Genrekino mit der Bewegung der journalistischen Recherche anfangen kann, wie mühelos es gelingt, das Sammeln von Erkenntnis in eine dramaturgische Konvention zu übersetzen, die drive hat. Überzeugend auch, dass der Film nicht versucht, dem 70er-Jahre-Pathos der infiniten Verschwörung nachzueifern (The Parallax View ist ein fabelhafter Film, ihn auf alle Ewigkeit zu wiederholen pointless). Wer recherchiert, findet etwas heraus, vielleicht nicht immer alles, aber auch nicht immer nur ein undurchdringliches Netz. Dass dieses journalistische Ideal in den Credits mit dem technischen Ablauf des Zeitungungsdrucks assoziert wird, funktioniert hier eher wie das Ausklingen einer Recherchebewegung, die sich sinnvoll materialisiert.


6 Kommentare. Kommentar hinzufügen

  • Ekkehard Knörer, 20.06.2009 10:01

    Schon seltsam. Ich finde, das ist komplett uninteressante, im schlechten Sinn klassische Hollywood-Filmerei. Blöd nostalgisch, will ausdrücklich nichts Neues tun, sondern Vertrautes souverän schaukeln. Was nicht mal überzeugend gelingt, weil immerzu nur Klischees im Spiel sind. Hat mich von vorne bis hinten gelangweilt.

  • simon rothöhler, 20.06.2009 10:16

    mir gefällt souverän geschaukeltes genrekino oft besser als filme, die ausdrücklich neues tun wollen. in den rezensionen zu dem film habe ich mehr klischees gefunden als in dem film.

  • Ekkehard Knörer, 20.06.2009 10:28

    Die Ausdrücklichkeit habe ich nicht gefordert, sondern sehe sie als Problem. Er tut nicht nur ausdrücklich nichts Neues, sondern ausdrücklich - und schlecht! - etwas Altes. Die lebensweltliche und kinogeschichtliche Wirklichkeit, in der ausnahmslos alle dieser Figuren kein Klischee wären, kenne ich nicht.

  • simon rothöhler, 20.06.2009 10:47

    im kontext des genrekinos sind nicht-variierte stereotype einfach auch eine form, kommunikation abzukürzen, damit zeit für anderes bleibt. der körper von crowe ist kein klischee, was der film mit affleck macht nicht, blackwater ist keines, die recherchebewegung als solche auch nicht. andererseits: klischees sind natürlich überall (http://newfilmkritik.de/archiv/2009-06/amerik...)

  • Ekkehard Knörer, 20.06.2009 17:47

    Ich sehe ein, dass Ben Affleck geschickt eingesetzt ist - man darf in diesem Fall nur wirklich nicht sagen, warum. Den Rest würde ich bestreiten, aber das ist ja müßig.

    Interessanter ist der allgemeinere Punkt, dem ich als Krimi-Vielleser energisch widersprechen möchte. Nicht-variierte Stereotype sind immer nur eines: ein Zeichen mangelnder Sorgfalt. Wer auf anderes hinauswill, verbaut sich den Weg dahin nicht, wenn das, was auch noch in der Gegend rumsteht, den Eindruck macht, es sei mit Intelligenz daran gegangen worden. Es genügen da Kleinigkeiten. Nein: Es geht gerade nur um Kleinigkeiten. (Dominik Graf ist da extrem gut. Aber er will natürlich nie das reine, reibungslose Funktionieren. Vielleicht bin ich also doch grundsätzlicher gegen die Idee des bloßen Funktionierens und souveränen Schaukelns eingestellt.)

  • Jean-Luc, 11.09.2009 16:13

    Kürzlich habe ich diesen Film im Discountkino gesehen. Ich habe mich bestens unterhalten und mich keine Minute gelangweilt. Die Schauspieler sind doch auch erstklassig. Die Mißstimmung von Ekkehard Knörer angesichts dieses Films ist mir völlig unverständlich. Das ist für mich handwerklich solides Genrekino im besten Sinne. Keine übertriebene Effekthascherei. Auch ein konventionelle Liebesgeschichte der zwei Rechercheure bleibt uns erspart. Was will man mehr?