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Neue Print-Ausgabe:
CARGO Film/Medien/Kultur 40
vom 14. Dezember 2018

CARGO 40 Cover, CARGO 39 Cover,

Thema/Reihe Iran
Container vom 18. Juni 2009 von Ekkehard Knörer

Teheran im Film (3)
Durch die Tür.

Jafar Panahis Film Crimson Gold (2003, nach Drehbuch von Abbas Kiarostami) ist geradezu eine Soziologie der Stadt Teheran. Es geht darin in großer Genauigkeit und Brutalität um nichts anderes als Inklusion und Exklusion, um Türen, die sich schließen, um Schwellen, die nur unter Strafe überschritten werden können. Es gibt den Film auf DVD, als Import aus England.

Bert Rebhandl schrieb über den Film in der Berliner Zeitung:

So gerät Houssein an eine Wächterbrigade, die vor einem Wohnhaus jungen Leuten auflauert, die von einer Party herunterkommen. Auch hier findet er sich zwischen allen Fronten wieder - drinnen die ausgelassenen Jugendlichen, von denen er nur die Schatten sieht; draußen die Sittenwächter, die selbst im Schutz der Dunkelheit agieren müssen. Schließlich überschreitet Houssein doch noch eine Schwelle - er wird in ein bizarr luxuriöses Penthouse gebeten und verbringt dort die Nacht wie in einem seltsamen Traum.

Und so sah ich das:

"Crimson Gold" ist auch ein Film über die soziale Topographie Teherans. Die reiche Oberstadt, die arme Unterstadt, zwischen denen der Pizzabote Hussein als Grenzgänger agiert, ohne natürlich jemals die unsichtbare Grenze des Sozialen überschreiten zu können. Ein Film über Zirkulation und was sie unmöglich macht - nicht nur die gesellschaftlichen, und alles andere als feinen Unterschiede.

Hier der Beginn des Films, der allerdings chronologisch das Ende der Geschichte ist. Dass man die Straßen Teherans hier nur durch einen Türspalt sieht, hat seine Richtigkeit.


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