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  •   08. Februar 2012  

Aktuelle Print-Ausgabe:
CARGO Film/Medien/Kultur 12
vom 15. Dezember 2011

CARGO 12 Cover, CARGO 11 Cover,

Container vom 14. Juni 2009 von Ekkehard Knörer

Jodhaa Akbar großer Filmfare-Gewinner
Großmogul.

Letzte Nacht wurden die indischen Filmfare-Awards ("die indischen Oscars") verliehen. Großer Filmfare-Gewinner war Ashutosh Gowarikers Jodhaa Akbar: bester Film, beste Regie, bester Hauptdarsteller (Hritihik Roshan). Außerdem gab es noch einen Preis für den "besten Film des Jahrzehnts", auch der ging an Gowariker, und zwar für Lagaan. Beste Musik zwar für A.R. Rahman, der für drei Filme (!) nominiert war, aber nicht für Jodhaa Akbar, sondern für Jaane Tu Ya Jaane Na. (Dafür beste Songtexte für Javed Akhtar.) Großer Verlierer des Abends war der in den Hauptkategorien jeweils auch nominierte und entsprechend leer ausgegangene Rab Ne Bana di Jodi von Aditya Chopra. (Dazu mehr bei CARGO und, von Bert Rebhandl, in der FAZ.) Interessanterweise fand die Zeremonie übrigens in Macao statt, das der einzige Ort ist, an dem in China Casinos betrieben werden dürfen, und das sich darob buchstäblich zum chinesischen Las Vegas entwickelt hat.

Ich habe nicht viele Bollywood-Filme des letzten Jahres gesehen - wegen eines Streiks gab es in den letzten zwei Monaten übrigens auch keine neuen -, Jodhaa Akbar allerdings war dabei. Bei Rapid Eye Movies gibt es ihn als deutsche DVD. Er ist grandios, von einer für ein Historienepos ganz erstaunlichen Innigkeit. Da ich anderen Orts schon drüber geschrieben habe, zitiere ich einfach.:

Im Kleinen und Großen setzt Gowariker auf relaxtes Spektakel. Mit dreieinhalb Stunden ist der Film auch für Bollywood-Verhältnisse lang. Er nutzt die Zeit immer auch fürs Luftholen, fürs Einatmen und fürs Ausatmen zwischen den Bildern, er lässt dem Betrachter Spiel und Zwischenraum. Für die Massenchoreografien haben sich der Regisseur und seine Choreografen den Draufblick der Kamera und manches mehr von Busby Berkeley abgeschaut. Auch dabei aber geht es nicht ums überwältigungsästhetische Spektakel. Lässig bleibt die Inszenierung bei aller Pracht. Die Wischblende fungiert als souveräne Geste: Das war es, anderswo geht es weiter. Der Film ist reich an Schönheiten, so reich, dass er sie gar nicht ausstellen muss. Er ist stattdessen generös, er beschenkt den Zuschauer immerzu: mit dem Gerechten, dem Schönen, dem Guten. Und weil er einen zu nichts nötigt, nimmt man ihm das alles auch ab.

Hier noch ein Auszug, zwar eine Picturization-Sequenz, aber nicht als Song and Dance, sondern als Herumstehen und Herumgehen und Berühren und Niedersinken mit Musik:

 


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