Container vom 13. Juni 2009 von
Filmkritik, statistisch gesehen
Inside baseball.
Dies ist die Zusammenfassung der Kritiken, die Götz Spielmanns oscarnominierter Film Revanche in den USA erhalten hat. Aufgeschlüsselt nach Größe der Publikation, Niveau/soziologische Einordnung des Erscheiungsorts und Bewertung. Zusammenfassung heißt: Es gibt noch sehr viel mehr statistische Daten auf der relativ neuen Website Moviereviewintelligence, die in einem Artikel der New York Times vorgestellt wird.
Die Macher der Seite behandeln Filmkritik wie Baseball oder eine andere der Sportarten, denen man in den USA mit Statistik beizukommen versucht. In der Tat lässt sich alles in Zahlen ausdrücken. Selbstverständlich, wo der Film auf einer 100-Punkte-Skala liegt. (Revanche: 82,7.) Zum Beispiel, wie schnell die Kritiken um den/nach dem Start erscheinen. Wieviele Prozent der potenziellen Gesamtleserschaft sie erreichen. (Zur Kenntnis genommen werden Filmkritiken von insgesamt, sagt die Statistik, genau 71 480 980 US-BürgerInnen.) Festgestellt werden kann die Streubreite der Kritiken. Eingeschätzt werden kann, was die Kritiken, müsste man den Platz in der Zeitung als Werbung kaufen, wert sind. (Bei Revanche: 246 000 Dollar.)
Aber auch die KritikerInnen selbst werden erfasst. Man kann nachsehen, wie positiv oder negativ ihre Bewertungen im Durchschnitt ausfallen. (Wobei es natürlich sehr davon abhängt, welche Filme sie besprechen müssen; bzw. wie sehr sie es sich aussuchen können. Naturgemäß werden RedakteurInnen, die selbst bestimmen, worüber sie schreiben, insgesamt weiter oben liegen im Schnitt.) Man kann auch sehen, wie fleißig sie sind - auf die Stelle hinter dem Komma wird die Häufigkeit der Kritiken pro Woche erfasst.
Und hier noch die Grafik für den Pixar-Film Up, der unendlich viel mehr besprochen ist als Revanche - und auch besser, mit einer Wertung von 94,7 Prozent.




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