Container vom 2. Juni 2009 von
Oxhide II
Spuren.
Bisher hatte ich nirgends einen Bericht über Liu Jiayins in der Quinzaine gezeigte Fortsetzung ihres grandiosen Erstlings Oxhide (hier, weil der Film wieder und wieder gelobt werden muss, noch mal mein Berlinale-Text von 2005). Der Nachfolger heißt, wie bei Blockbustern dieser Art üblich, Oxhide II - und setzt tatsächlich die fiktionalisierte Autobiografie der Regisseurin und ihrer Eltern fort. Diesmal werden in neun Einstellungen und 132 Minuten Dumplings hergestellt. Jetzt habe ich doch zwei Reaktionen gefunden. Der Idiot Jay Weissberg macht bei Variety ganz kurzen Prozess:
Four years ago the arbiters of a certain breed of attenuated cinema crowned low-budget helmer Liu Jia Yin with near-genius status following her debut, "Oxhide." Encouraged by the accolades, she's made "Oxhide II" in exactly the same fixed-camera method, only now the originality is gone and the running time is even longer. Comprising just nine shots confined to one very tight room, the pic will find lone champions rhapsodizing over her studied engagement with space, but for most viewers this audience tester will merely spur heavy-duty ankling.
Sehr viel besser - und für mich auch überzeugender - Josef Lederle in seinem Filmdienst-Cannes-Tagebuch:
Man will es nicht glauben, aber wenn man die ersten zehn Minuten überwunden hat, entfaltet der Film Spannung und Komik... Das ist fast so spannend wie ein Krimi, auch weil sich Liu für die neun Einstellungen überraschende Perspektiven einfallen lässt. Sie gewährt einen authentischen Eindruck ins Leben ihrer Familie, die aus westlicher Perspektive am Hungertuch nagt, aber dennoch einen sehr vitalen und humorvollen Eindruck macht.
Und die allerbeste aller Nachrichten (wenngleich es nicht jeder so sieht):
Warning: Further installments have been promised. (Weissberg)



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