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Aktuelle Print-Ausgabe:
CARGO Film/Medien/Kultur 39
vom 21. September 2018

CARGO 39 Cover, CARGO 38 Cover,

Container vom 5. Juli 2009 von Bert Rebhandl

Gerhard Friedl

Der beste Film über die Deutschland AG stammt von einem Österreicher:

Hat Wolff von Amerongen Konkursdelikte begangen? von Gerhard Friedl aus dem Jahr 2004. Hier ist ein Blogeintrag dazu, und beim Wiener Innovativfilmvertrieb Sixpackfilm gibt es das offizielle Filmdatenblatt dazu. Gerhard Friedl, Jahrgang 1967, hat an der Münchner Filmhochschule bei Helmut Färber studiert.

Bei einer Begegnung vor wenigen Wochen sprach er von einem neuen Projekt, zu dem die Recherchen schon weit gediehen waren und das ihn in die Karibik hätte führen sollen. Wie wir heute erfahren haben, hat Gerhard Friedl sich das Leben genommen.


5 Kommentare. Kommentar hinzufügen

  • Volker Pantenburg, 05.07.2009 22:43

    Das ist furchtbar.

  • Christoph Hochhäusler, 06.07.2009 11:38

    Eine schreckliche Nachricht.

    Er war ein widersprüchlicher, hochgebildeter, genialisch begabter Kollege. Ich fühle mich seiner Arbeit sehr verbunden. KNITTELFELD - EINE STADT OHNE GESCHICHTE ist einer der besten Filme die ich kenne. Ein Essay über den Zusammenhang von Landschaft und Verbrechen, der es schafft, zugleich anschaulich und diskursiv zu sein. In München, wo wir eine Weile zusammen studiert haben, war der Film wie von einem anderen Stern, ein einschneidendes Erlebnis für mich.

    (Der halblange KNITTELFELD... ist zusammen mit HAT WOLFF VON AMERONGEN... in der „Der Standard”-DVD-Edition erschienen.)

    Vor ein paar Jahren haben wir eine Revolver-Veranstaltung mit ihm gemacht, „Positionen des Dokumentarischen”, aber er sah unsere „Umarmung” mit Skepsis, seine Auskunftsfreude jedenfalls hielt sich in Grenzen und einer Veröffentlichung hat er nicht zugestimmt.

    Seither habe ich ihn sporadisch getroffen, oft im Kino. Bei einem Revolver-Abend mit Syberberg war er Gast. Dass wir diesem „Faschisten” ein Forum boten, empörte ihn. Um seiner Erregung Herr zu werden, war er damals eine halbe Stunde durch den Regen geirrt, bevor er völlig durchnässt zurückkam, um Syberberg dann doch noch zu beschimpfen.

    Einmal, beim Erdbeerkuchenessen bei Valeska Grisebach, sprach er davon, einen Spielfilm machen zu wollen. Sein schauspielerisches Ideal: James Cagney, dessen Größe, Geschwindigkeit und Energie in denkbar großem Kontrast zu seiner eigenen Erscheinung standen.

    Ich hätte gerne neue Filme von ihm gesehen. Sehr traurig, dass es dazu nicht mehr kommen wird.

  • Antje Ehmann, 06.07.2009 21:07

    Das ist unendlich traurig. Friedl war so eigen, besonders & begabt. Mein Mitgefühl an alle, die ihn besser kannten.

  • Leopold Grün, 20.08.2009 10:00

    Ich las das gestern erst im Filmdienst. Kannte ihn nicht persönlich. Aber als ich vor ein paar Jahren seinen Wolff von Amerongen-Film beim Münchner Dokfilmfest sah, hat mich das regelrecht umgehauen. Ich war begeistert von so viel Geschick, die Dinge zu verweben, von so viel Sinnlichkeit, die dieser hoch politische Film ausstrahlte. Immer wollte ich mich mal damit beschäftigen, wer dieser Filmemacher ist und was er sonst noch gemacht hat. Es schockiert, so eine Nachricht, ohne das ich irgend etwas von ihm weiß.

  • Heiner Heinke, 06.10.2009 13:53

    Ein aussergewöhnlicher Mensch. Sein Tod schockiert und irritiert mich. Ich bin froh Gerhard ganz kurz persönlich kennengelernt zu haben. Eine Begegnung die anhält.

    Ich kenne keinen seiner Filme. Ein Zustand der nicht anhalten wird. Rest in peace Gerhard.