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Aktuelle Print-Ausgabe:
CARGO Film/Medien/Kultur 41
vom 22. März 2019

CARGO 41 Cover, CARGO 40 Cover,

Container vom 21. Januar 2009 von Ekkehard Knörer

Jennifer Reeves Fuck Buttons

In der Presse-Vorabaufführung habe ich am Montag Jennifer Reeves'  Film When It Was Blue gesehen. Was nicht ganz stimmt, denn zu sehen gab es nur eine DigiBeta-Version des Films, den Reeves selbst während der Berlinale als 16mm-Doppelprojektion vorführen wird. (Bei einer weiteren Gelegenheit wird sie über ihren iPod als DJane zur Begleitung ihrer eigenen Bilder tätig sein.) Jennifer Reeves ist eine Schülerin von Stan Brakhage, die mit dem Zelluloidmaterial selbst arbeitet: es bemalt, es ätzt, es zerstört. In When it was blue werden eine Realfilmebene und eine "Gemälde"-Ebene immerzu über- und gegeneinandergeblendet. Zu sehen - und dann wieder nur zu ahnen oder nicht zu sehen - sind Aufnahmen aus der Natur, die Reeves selbst auf Reisen um den ganzen Globus aufgenommen hat.

Einen Eindruck davon kann ich nicht vermitteln. Das ist aber nicht schlimm, denn da kann ich einfach auf den Cargo-Autor Michael Sicinski verweisen. Er hat in CinemaScope einen ungeheuer kenntnisreichen Essay über Reeves und diesen Film geschrieben, aus dem ich kurz zitiere, den ich, da er online nachzulesen ist, ansonsten aber einfach verlinke.

Here’s one way to think about it: If you’ve ever been in an argument, and you realized that there were exactly two things that needed to be said at the same time, because those two things were mutually dependent, and that singly, each would give the disastrously wrong idea, then perhaps you can begin to grasp the specific anxiety that I perceive coursing through When It Was Blue. It is a dialectic that cannot resolve, that mere montage will not suffice to explicate. It is visceral, not rhetorical. And it needs multiple images hitting the screen, complicating one another at the same time, at all times. It is one singer singing with two mouths, live.

Was ich abgesehen davon tun kann, ist, hier das einzige Werk einzubinden, das von Jennifer Reeves online nachzusehen ist. Wobei dazugesagt werden muss, dass diese Filme  - sie arbeitet bis heute nach wie vor fast ausschließlich mit und auf 16mm - als Youtube-Geflimmer ganz sicher nicht zu der Wirkung gelangen, die sie im Kino, für das sie gedacht sind, haben. Hier dennoch The Girl's Nervy von 1996:

Am ganz anderen Ort bin ich gestern rein zufällig - nämlich durch diese Liste - auf nicht vollkommen anders geartete Filme gestoßen. Zwei Musikvideos nämlich zu Titeln der Band "Fuck Buttons", deren eine Hälfte Andrew Hung ist, von dem diese, allerdings, großer Unterschied: rein digital bearbeiteten Videos stammen. Das erste zu "Bright Tomorrow", das zweite zu "Colors Move":

 


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