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CARGO Film/Medien/Kultur 13
vom 15. März 2012

CARGO 13 Cover, CARGO 12 Cover,

Container vom 28. August 2009 von Simon Rothöhler

Nochmal: Tarantino
A German Fantasy.

Vielleicht dann doch nochmal der Hinweis auf einen neueren Text, der eine nicht unplausible Kritik an Inglourious Basterds relativ weit zu Ende denkt: John Rosenthal: Inglourious Basterds: A German Fantasy, Not a 'Jewish' One. (via)


3 Kommentare. Kommentar hinzufügen

  • Jean-Luc, 29.08.2009 13:40

    Viel zuviel Wind um Tarantino (der ist für mich ein heißer Kandidat für die "academy of the overrated" aus "Manhattan"). Dagegen vermisse ich den wunderschönen Animationsfilm "Coraline" in der Cargo-Punkteliste. Der eine oder andere Kritiker wird ihn doch gesehen haben?

  • thomas, 29.08.2009 15:31

    weil der artikel die qualität der im film gesprochenen deutschen dialoge und zeilen gerade auch im vergleich zu den französischen unterstreicht und darüber mutmaßungen über die autorenschaft, bzw. die eigenleistungen der übersetzungen anstellt, der artikel es aber, soweit ich das überblicke, nicht konkret anspricht, darf man vielleicht ergänzen, dass im abspann unter "german dialogue translation" (vielleicht auch ohne "dialogue") tom tykwer einen credit hat.

  • thomas, 29.08.2009 15:44

    ansonsten hat der text zwar seine punkte, ich finde es aber ungeheuer salopp, dass er mal so mir nichts, dir nichts in den raum stellt "wehrmacht != nazis".

    schließlich ist vieles, was er da schreibt, nicht so sehr dem film negativ, sondern eher der leicht schludrigen rezeption des films anzulasten. I.B. ist eben, auch wenn tarantino - den ich in dieser hinsicht erneut für einen ziemlichen schlingel halte - den film genauso vermarktet, eben kein haudrauf- und dosenbierfilm, in dem man regressiven fantasien unbekümmert nachgehen könnte. ganz im gegenteil, nach meinem dafürhalten, bzw. eben: nicht einfach nur. dafür baut tarantino - und ich glaube: bewusst - viel zu viele widersprüche und doppelte böden ein. der text arbeitet einige davon sehr anschaulich heraus. und ist es nicht so, dass landa selbst vor allem kennzeichen trägt, die in antisemitischer ideologie als "jüdisch" deklariert werden: er ist schmierig, eitel und narzisstisch, er ist opportunistisch und unzuverlässig, ein verführerisch redender mensch (im gegensatz zum packenden, schaffenden deutschen kerl), vor allem auf seinen vorteil bedacht, einer, der sich in allen sprachen und über alle grenzen hinweg tarnen und noch bei äußerlich maximaler anpassung sich im kern nicht assimiliert, der im verborgenen seinen devianzen nachgeht (die szene mit diane krüger im büro!), schlussendlich eher ein intellektueller charmeur und doch grausam zur unmenschlichkeit. und aber eben doch: ein nazi.

    gerade diese vexierbilder und bei allen krassheiten eben doch vorhandenen ambivalenzen, die weit klüger sind als alles, was die nazi-schmonzetten von hier wie dort der letzten 20 jahre zu bieten hatten, zeichnen I.B. für mich vor allem aus.