Container vom 4. April 2009 von
TV-Tipp: Michael Haneke: Die Rebellion
Auf 3 Sat heute um 20.15 ein recht unbekannter Fernsehfilm des heutigen Weltkino-Superstars Michael Haneke: Die Rebellion, nach einem recht unbekannten Roman von Joseph Roth. Auf der Website des Senders ist zu erfahren, dass Haneke damit den Fernsehfilmpreis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste gewann. Was es nicht alles gibt. Sachdienliche Hinweise von Kennern des Films sind willkommen.


2 Kommentare. Kommentar hinzufügen
katatonik, 04.04.2009 22:51
... durch diesen Eintrag auf den Film hingewiesen worden (auch ein netter Moment, wenn der Mitbewohner einen kurz vor Filmstart darauf aufmerksam macht und man so mitbekommt, dass wir heute beide schon hier auf Cargo waren), danke.
3Sat hat gleich danach mit dem dritten Teil von Axel Cortis Verfilmung von "Radetzkymarsch" fortgesetzt. Auch dort, wie in der "Rebellion", starker Einsatz von Romanzitaten, gelesen von Udo Samel.
Wie mein Mitbewohner richtig bemerkte, verführt ein Autor wie Roth Regisseure wahrscheinlich dazu, viel mit Zitaten zu arbeiten. Bei Haneke hat das nicht gestört, vielleicht gar im Gegenteil. Bei Corti schon, und das hat, denke ich, mit den Bildern zu tun - zu sehr Kammerstück. Haneke macht das Schwebende der Zeit und das Tragische der Figur viel, viel unheimlicher.
Unlängst Vojtěch Jasnýs Verfilmung von Thomas Bernhards "Der Kulterer" gesehen (1974), daran bei der "Rebellion" erinnert worden, möglicherweise unzufällig.
[Und, übrigens: die Cargo-Startseite skaliert vertikal in Firefox schlecht. Wir Kurzsichtigen finden das nicht so gut.]
nuts, 05.04.2009 12:47
Bin auch gesten zufällig durch Euren Eintrag auf den Film aufmerksam geworden. Hatte vorher noch nie von diesem Werk, das Haneke zwischen "Benny's Video" und "71 Fragmente..." realisiert hat, gehört. Danke für den Tipp!
Ich fand den Film sehr gut! Das Kafkaeske in der story hat mir sehr gut gefallen, auch die bressonsche Inszenierung, gerade in den Gefängnisszenen, fand ich klasse.
Das gute, zurückgenommene Schauspiel von Branko Samarovski als Andreas Pum und Hanekes Spiel mit Farben und Farbfiltern taten ihr Übriges.
Für alle Haneke-Fans (und sonstige aufgeschlossene Filmfreunde) nur zu empfehlen!