Container vom 27. November 2008 von
Around the World in 14 Films
Das Berliner Festival "Around the World in 14 Films" zeigt wichtige Filme aus jüngster Zeit, die es nicht zu regulären deutschen Kinostarts gebracht haben.
Mit viel Tamtam und namhaften Paten (von, immerhin, Valeska Grisebach bis Wim Wenders, Schirmherr: Frank-Walter Steinmeier) tut das Berliner Babylon-Kino Gutes und spricht auch darüber. In der nun schon zum dritten Mal stattfindenden Reihe "Around the World in 14 Films" führt das Festival der Stadt und dem Weltkreis vor Augen, wie wenig Wagemut deutsche Kino-Verleihe besitzen. Gezeigt werden nämlich vierzehn mehr oder minder grandiose Filme der jüngsten Zeit, die es nicht zu regulären Kinostarts in Deutschland gebracht haben. (Das Programmheft gibt es als pdf hier. Die Texte sind allerdings durchgehend furchtbar.)
Zu den mit Sicherheit sehenswerten Filmen gehören "Liverpool" von Lisandro Alonso ("Los Muertos" - in der taz von heute auch ein Interview mit Alonso), "Stellet Licht" von Carlos Reygadas, Corneliu Porumboius "12:08 East of Bucharest", Jia Zhang-kes "Useless" und Kobayashi Masahiros "Rebirth".
Weitere Tipps, aber auch Warnungen, nehmen wir in den Kommentaren gerne entgegen.



3 Kommentare. Kommentar hinzufügen
Lukas, 27.11.2008 17:22
Eine Warnung: Three Monkeys (Ceylan) war einer der drei, vier schwächsten Filme, die ich auf der Viennale gesehen habe.
Christoph, 30.11.2008 12:40
Habe gestern ALEXANDRA gesehen --- sehr zu empfehlen. Als Kommentar zum Tschetschenienkrieg hoch ambivalent und streckenweise fragwürdig in seinem schicksals-religiösen Eros des Leidens --- als „Kinokunstwerk” aber immer wieder überraschend und lebendig, trotz Sukorovs Monochromie-Tick und einem mitunter schwülstigen Score. Filmsprachlich traumwandelnd --- ein Interesse für Gesichter und Körper, wie es im europäischen Kino fast ausgestorben ist. Großartige Darsteller.
Christoph, 01.12.2008 20:41
Ceylans THREE MONKEYS war tatsächlich enttäuschend, mehr noch: abgeschmackt und kunstgewerblich, was ich in Anbetracht der anderen Filme Ceylans nicht für möglich gehalten hätte.