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Neue Print-Ausgabe:
CARGO Film/Medien/Kultur 40
vom 14. Dezember 2018

CARGO 40 Cover, CARGO 39 Cover,

Film
Container vom 13. Dezember 2008 von Ekkehard Knörer

Posthume Nation
Erwiderung auf eine Erwiderung von Anke Westphal.

"Nein, anders als es die ambitionierte Internetseite Cargo.de behauptet, war das Defa-Filmerbe kein Nationalheiligtum. Es konnte schon deshalb keines sein, weil es eine zugehörige Nation der deutschen Teilung wegen nicht gab." Schreibt Anke Westphal in der Berliner Zeitung, Bezug nehmend auf meinen kurzen, womöglich ein wenig süffisanten Kommentar zur supp specie aeternitatis reichlich unerheblichen Schlöndorff-Defa-Debatte.

Nun war das mit dem Nationalheiligtum schon irgendwie der Punkt: denn darum, dass das Kulturerbe der DDR sehr verspätet - posthum nämlich - behandelt wird, wie es andernorts Nationalheiligtümer werden, darum ging es in dieser Formulierung gerade. Muss nur einer aus dem Westen was dagegen sagen, und sei es noch so pauschal und unqualifiziert, schon schnellen die selbst ernannten VerteidigerInnen des Erbes, zu Unsachlichkeit allzeit beinah bereit, wie der Springteufel aus der alten Ossi-Wessi-Kiste. (Hier ist Anke Westphals ursprünglicher Kommentar.)

Die Häme, die so hämisch nun auch wieder nicht war, war jedenfalls meinerseits nicht gegen den DEFA-Film gerichtet, sondern gegen diese alten Reiz-Reaktions-Muster. Gegen die Erwartbarkeit einer Reaktion also, die eine Debatte nicht ermöglicht, sondern erstickt. Falls mein kurzer Kommentar als einer der "widerlichen" angesprochen sein sollte - wird dann ja leider doch nicht ganz klar -, kann ich nur sagen: Blödsinn. Gegen die DEFA-Filme steht da - mit Bedacht - kein Wort. (Dafür gegen Schlöndorff, von dem wir viel Hingesupptes serviert bekommen haben in den letzten Jahren; zum Beispiel seine unerträgliche Solidarnosc-Anwanzerei "Strajk".)

Sehr wohl denke ich nämlich, dass es interessant wäre, übers Anekdotische hinaus über Stärken und Schwächen der DEFA und also - ohne Zorn und Eifer - über ästhetische Errungenschaften und Grenzen des DEFA-Möglichen zu diskutieren. Auch übers Erbe der DEFA-Ästhetik an der HFF oder bei Andreas Dresen. Und über den in der BRD erfolgten Abbruch mancher zu DEFA-Zeiten so hoch interessant begonnenen Karrieren, wie etwa im Fall von Helke Misselwitz.

P.S.: Schade übrigens, dass Anke Westphal für ihre Erwiderung nicht die Kommentar-Funktion dieses Blogs genutzt hat. Dafür ist sie da und sie wäre der Ort, an dem man viel weniger umwegig miteinander ins Gespräch kommen könnte.

Noch ein P.S.: www.cargo-film.de


1 Kommentare. Kommentar hinzufügen

  • thomas.de, 13.12.2008 14:14

    schon ein posting auf hochhäusler.de wurde von westphal.de in zeitung.de nicht recht recht wiedergegeben. nun also auch eines auf cargo.de - steckt dahinter ambition.de? oder gerade mangel.de derselben? oder ist gerade die flüchtigkeit.de, mit der die URL.de gelesen und in den artikel.de geschrieben wurde, das bezeichnen.de? im zweifelsfall.de steht dann ja alles auf google.de.

    jedenfalls, man muss sich ja fast schon anstrengen, um aus dem kommentar zum kommentar vom volker.de häme über den defafilm - und nicht über den (ja nun wirklich fast grundsätzlich reflexhaften) umgang damit - hervorzulesen.

    [und, äh, mag gut sein, dass gewesene ddr-bürger aus anke westphals umfeld den defa-film nicht ganz grundsätzlich umarmen. wenn ich mir gewesene ddr-bürger aus meinem umfeld anschaue, herrscht diesbezüglich aber gerne mal nostalgie, gerne auch mit deutlichem identitäs-abhub. oder wenn ich mir die videotheken-kunden anschaue, die mit nachdruck defa-filme ins sortiment einfordern (auch die entlegensten, die es selbst auf vhs nie gab) (was, nur ums zu unterstreichen, nicht dass ich auch in zeitung.de lande, eine schande ist)]