CARGO Container
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transmediale.10
Nikolaus Perneczky ist für CARGO auf der transmediale.10 unterwegs - seinen Bericht u.a. über Arbeiten von Giradet/Müller, Rania Stephan sowie Jürgen Reble und Thomas Köner finden Sie hier.
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Oh So Not Blue
Rarum.
Eine echte Rarität: James Camerons einziges Musikvideo, für die kurzlebige Band "Martini Ranch" (zu deren zwei Köpfen Bill Paxton gehörte). Aus dem Jahr 1988 ist es und Cameo-Auftritte gibt es darin unter anderem von Lance Henriksen und, jawoll, Kathryn Bigelow. Hier ist's (via):
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Early Dardennes
Neu in unserem Webmagazin: Ein Glossar zum Frühwerk der Dardennes - von Lukas Foerster und Nikolaus Perneczky.
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Fucking A
Greens Nonne bei den Auteurs.
Film-Hinweis. Bei den Auteurs gibt es jetzt Eugène Greens jüngsten Film The Portuguese Nun (in Locarno letztes Jahr uraufgeführt) zu sehen. Hier habe ich einmal etwas über einen früheren Film von Green geschrieben, der fast etwas wie einer meiner Lieblingsregisseure ist. Sein jüngster ist noch nicht auf DVD erschienen, ja, in Deutschland bislang meines Wissens noch nie und nirgends gelaufen. Selbstverständlich wird er hier auch nie ins Kino kommen. Also vermutlich eine deutsche Erstaufführung. Damit dürfen die Auteurs gerne das Beta aus ihrem Namen streichen. Für 5 Euro bin ich da aber sowas von dabei.
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Käfige & andere Vögel
Nischenexistenzen.
Mein Glaube daran, dass in Frankreich in Sachen Cinephilie alles besser ist, war spätestens, seit ich die Zahlen zu Jacques Rivettes 36 Vues kannte, etwas gebrochen. In der Januar-Ausgabe der Cahiers du Cinéma ist nun nachzulesen, dass Bruno Dumonts großartiger jüngster Film Hadewijch (und ich hätte nach Flandres auch nicht gedacht, dass ich das Adjektiv "großartig" noch einmal mit Dumont in Verbindung bringen würde) an den Kassen katastrophal gefloppt ist. Mit den 22500 Zuschauern, die er nach drei Wochen - und da war er fast schon wieder aus den Kinos - gefunden hat, bewegt er sich ... naja, eigentlich bewegt er sich da gar nicht mehr. Und das bei einem Film, der eigentlich das Zeug gehabt hätte, heftige Debatten um Glaube, Liebe und Fundamentalismus auszulösen.
Die Cahiers haben bei den Produzenten des Films nachgefragt, wie sie sich die Zuschauerkatastrophe erklären. Neben Infrastrukturgründen (Saalpolitik der Großkinos, die aber auch Kunstkino buchen) sieht Jean Bréhat nicht zuletzt den Niedergang eines cinephilen Bewusstseins als Ursache. Ich bin bei Kulturpessimismus dieser Art immer skeptisch, zitiere dennoch in Übersetzung einen Teil seiner Erklärung. Was mich daran eigentlich interessiert, sind die Zahlen, die ich plausibel finde. Hierzulande ist die Cinephilie nie ein richtiger Breitensport gewesen, insofern darf man da jeweils noch deutlich tiefer ansetzen.
(Und hierzulande darf Bernd Eichinger, Produzentenlegende mit Cinephilister-Herz und leider beschränktem Verstand, Christian Petzold und Christoph Hochhäusler vorwerfen, sie machten es sich in "Goldenen Feuilletonkäfigen" gemütlich. Was er sich wünscht, sind natürlich nur nützliche Idioten, die ihre Ästhetik entkernen und den Eichinger-Dreck durch ihr Können veredeln. Im aktuellen "Spiegel" kann man das, anlässlich einer von Lars-Olav Beier brav gelieferten Eichinger-Homestory zum Bushido-Film nachlesen. So, okay, Ende Wutanfall.)
Ich glaube, es ist vor allem ein Problem des Publikums. Es gibt kaum mehr Zuschauer für einen Film wie Hadewijch. Die Zahl der Cinephilen ist von 500 000 in den Sechziger Jahren auf etwa 50 000 heute geschrumpft. Das scheint mir doch ein Problem der Bildung zu sein. In der Schule, um uns herum: Niemand kämpft mehr für die Intelligenz. Heute gibt es keine Kino-Klubs mehr, keine Kinosendungen mehr im Fernsehen und wenn Arte mal einen Cassavetes zeigt, dann auf Franösisch. Das ist das, was ich als Nivellierung nach unten begreife.
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HBO Gold Box
Gelegenheit.
Mal wieder ein kurzer Kauf-Tipp: Amazon.com veranstaltet derzeit jeweils einen Tag lang gültige Discount-Aktionen für HBO-Serien. Heute gibt es zum Beispiel die kompletten drei Staffeln von Deadwood für 60 Euro (Versand inklusive). Das ist ein sehr erfreuliches Preis-Leistungs-Verhältnis.
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Absolut Gondry
Colorama.
Während, wie berichtet, Spike Jonze jüngst einen von Absolut Vodka gesponserten Film gedreht hat, der, wie auch berichtet, in der Generation-Sektion der Berlinale zu sehen sein wird, sieht das jüngste Musikvideo von Michel Gondry aus wie ein Werbefilm für United Colors of Benetton. Ist es aber, so weit ich weiß, nicht. Sondern eben ein Musikvideo, für die Musikerin Mia Doi Todd (via):
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Perlen vor die Enten
Gefundene Bilder.
Ich habe bislang - na sowas - darauf hinzuweisen versäumt, dass seit kurzem Thomas Groh (Filmtagebuch, Filmkunst-Blog etc.) im Blog des Perlentaucher unter dem Titel "Found Footage" Kurzfilme und andere Fundstücke aus dem Weltweiten Netz präsentiert. Gerade aktuell eine Auswahl aus den Animationskurzfilmnominierungen für den Oscar. Klar, Oscars Schmoscars, auch nichts weiter dazu. Am interessantesten ist denn auch ein früher schon mal nominierter Film, den Thomas einbettet, das Steampunk-Werk The Mysterious Explorations of Jasper Morello:
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Knusperfrosch
Lachendes Auge, weinendes Auge.
Ich habe, rein zufällig fast, gestern Dominik Grafs Tatort-Klassiker Frau Bu lacht erstmals seit der Erstausstrahlung im Jahr 1995 wiedergesehen. Sehr gut erinnerte ich mich noch, dass der Film mir damals das Herz brach - wie wahnsinnig komisch er zugleich aber ist, hatte ich ganz vergessen. Dabei ist die Knusperfroschszene doch ein immerhin Youtube-würdiger Klassiker:
Als ich Frau Bu lacht wiedersah, brach er mir das Herz ein weiteres Mal. Ich habe mich aber auch totgelacht, erinnere nur vorsichtig an einen Herrn, der ein Kreuz trägt. (Oh, und die hinreißende Deja-Vu-Szene eher am Anfang. Ein Bravourstück, ansatzlos.) Unfassbar gut ist das Drehbuch von Günter Schütter, aber es braucht eben auch einen Dominik Graf, um diese abrupten Tonlagenwechsel und den tollkühnen Erklärverzicht und das Ineinander von Wahnsinn und Zärtlichkeit so millimetergenau auf den Punkt zu bringen.
Als "fast kinoreif" denunziert Jens Jessen, der Übliche, in der Zeit dieses Meisterwerk. Ich wüsste jetzt, ehrlich gesagt, keinen deutschen Kinofilm aus den Neunzigern, der Frau Bu, die da lachte und Cricket, der mit nacktem Arsch krachte, das Wasser zu reichen verstünde. Heute Abend, 21.45, wird der Film im BR ausgestrahlt.




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