• Cargo  
  • Abonnieren
  • Einzelheft bestellen (portofrei)
  • Back Issues
  • Verkaufsstellen
  • Jahresrating
  • Newsletter
  •   20. September 2014  

Neue Print-Ausgabe:
CARGO Film/Medien/Kultur 23
vom 18. September 2014

CARGO 23 Cover, CARGO 22 Cover,

Container

  • CARGO #23
    Aboprämie

    17. September 2014, Cargo

     

    * Im Gespräch: Albert Serra

    * Bahram Beizaie über die visuelle Kultur des Iran

    * Texte zu: Jean-Pierre & Luc Dardenne // Robert Warshow // Riccardo Freda // Locarno 2014 // Sascha Anderson // Ware & Wissen // Farbfotografien um 1914

     

    Aboprämie: Peter Liechti – Vaters Garten (DVD)


    Kommentar hinzufügen


  • TIFF 2014
    22 Filme beim Toronto International Film Festival

    14. September 2014, Bert Rebhandl in: Festivalreisen Toronto 2014

    PQ

    P'tit Quinquin von Bruno Dumont

    Das Prinzip Dorfidiot, verallgemeinert auf eine ganze Landschaft in Nordfrankreich, und auf vier Folgen einer Serie, die in Summe einen Film von 200 Minuten ergeben. In einem Bunker wird eine Kuh gefunden, in der Kuh eine Leiche, und in der Leiche der Teufel höchstpersönlich. So sieht das jedenfalls der zuständige Kommissar van der Weyden (ein Bewunderer von Rubens), der mit einer ständig ins Groteske entgleisenden Mimik den Geschehnissen hinterherfährt; sein Fahrer, ein "sans-dents" im öffentlichen Dienst, ist auch keine Leuchte. Dumont arbeitet sich an Sch'tis-Klischees und aktuellen Geschehnissen ab, sein privilegierter Zeuge ist ein Junge, mit dem ein normaler Whodunit nicht zu haben ist: eben der "kleine Quinquin".

    Mula sa kung ano ang noon (From What is Before) von Lav Diaz

    Die Evolution eines philippinischen Barrios in den Nihilismus der Diktatur unter Marcos. Lav Diaz deklariert den Film als "beruhend auf Erinnerungen", es handelt sich hier wohl um das Mindanao-Projekt, von dem er schon lange gesprochen hatte. Es beginnt mit einer Heilungszeremonie, und endet mit zwei Männern in einem Reisfeld. Zwei Hinterbliebene einer sozialen und spirituellen Ordnung, die von einer Händlerin zersetzt wird. Ein von der Brandung umtoster Felsen dient als Ankerpunkt in einer Welt, für die Lav Diaz seinen eigenen magischen Realismus entwickelt.

    Plemya (The Tribe) von Miroslav Slaboshpitsky

    Ein junger Mann kommt in ein Heim für taubstumme Menschen in der Ukraine und wird dort sofort in ein soziales System der Gewalt und der (sexuellen) Ausbeutung integriert, in dessen Zentrum zwei junge Frauen stehen, die nachts mit einem Kleintransporter zu LKW-Fahrern gebracht werden. Der ganze Film enthält keinen gesprochenen Dialog, alles, selbst die größte Wut, ist Gebärdensprache. So wird alles auf eine prekäre Weise zu einer Choreographie, was eine Weile außergewöhnlich spannend wirkt, doch in einer unfassbaren Abtreibungsszene kippt das Konzept, und ein unerträgliches Ende hätte ich dann schon lieber nicht mehr gesehen.

    Theeb von Naji Abu Nowar

    Das "eiserne Maultier" (die osmanische Entsprechung zum "Iron Horse") ist gerade erst frisch durch die Wüstengegend verlegt worden, in der diese Geschichte von einem Beduinenjungen spielt, der ein großes Abenteuer erlebt. Sein Bruder soll einen Engländer zur Bahn bringen, unterwegs wird die Gruppe überfallen. Theeb bleibt mit einem schwarz gekleideten, verwundeten Räuber zurück. Diesen ganz auf elementare Erfahrungen reduzierten Plot sehen wir eingebettet in beeindruckende Wüstenbilder (Kamera: Wolfgang Thaler!) in einem Musterbeispiel für neueren Globalarthouse.

    Leviathan von Andrej Zyagintsev

    Das rechtlose Russland in einer grimmigen Erzählung aus dem hohen Norden. Kolya, dessen Anwesen von einem lokalen Machthaber enteignet wird (die Verlesung des Urteils bei Gericht ist ein Höhepunkt des Films), ruft einen Freund aus Moskau zu Hilfe. Der Freund ist Jurist und behauptet, etwas "in der Hand" zu haben gegen den Allmächtigen. Zyagintsev erzählt realistisch, figurenpsychologisch, kolportagehaft, gelegentlich dient ihm das besondere Licht in der Region zur Überhöhung eines schicksalhaft wirkenden Geschehens: Der Leviathan ist hier selbst noch Behemoth, Wodka ist das Schmiermittel, das den Koloss am Wanken erhält.

    Phoenix von Christian Petzold

    Nelly Lenz, eine Frau, die ohne Gesicht aus den Lagern zurückgekehrt ist, sucht im Oktober 1945 in Berlin nach ihrem Johnny, dem Mann, der sie bis 1944 geschützt und dann möglicherweise doch noch verraten hat. Mit dem neuen Gesicht, das ihr ein Chirurg verpasst, sieht Nelly sich selbst gerade so ähnlich, dass sie nicht als dieselbe erkannt werden kann, die sie ohnehin nicht mehr ist, nachdem sie ganz knapp dem Tod entgangen ist. Nur sie selbst glaubt noch die zu sein, die sie war (übrigens auch: "keine Jüdin"). Die Unfähigkeit, zu trauern, trifft in Phoenix auf die Unmöglichkeit, sich selbst als Opfer zu begreifen. Für mich der bisher beste Film von Christian Petzold (und Harun Farocki), leider auch der letzte in dieser Konstellation.

    Une nouvelle amie von Francois Ozon

    Eher leichtgewichtiger Versuch über bisher eher selten thematisierte Facetten homosexuellen Begehrens: Claire und Laura sind beste Freundinnen, für Claire, die den Film erzählt, ist Laura eindeutig sogar mehr. Doch beide heiraten Männer, dann stirbt Laura auch noch jung, und hinterlässt David samt kleiner Tochter. Der bei Audiard dezidiert virile Romain Duris überrascht hier zumindest ein paar Szenen lang in Frauenkleidern, dann dauert es aber noch sehr lange, bis (lose auf Grundlage eines Thrillers von Ruth Rendell) heraußen ist, wer hier mit wem in welcher Genderrolle am besten zusammenpasst.

    Obra von Gregorio Graziosi

    Visuell ist diese Geschichte eines brasilianischen Architekten, der in Sao Paolo eine Baustelle betreut, auf der ein vergessener Friedhof entdeckt wird, ziemlich beeindruckend. Doch bringt Graziosi die überdeutliche Zeichenhaftigkeit nicht so richtig ins Lot mit einer stark elliptischen Erzählung. Würde ich mir gern noch einmal ansehen.

    Letters to Max von Eric Baudelaire

    Großartiger Dokumentarfilm über ein Land, das es nur für Russland (und ein paar Vasallen) gibt: Abchasien, entstanden aus einem Separationskrieg mit Georgien. Eric Baudelaire wählt eine eigenwillige Dramaturgie, denn er schreibt dauernd Briefe an einen Freund, der zwischendurch sogar Außenminister von Abchasien ist, und der mit seiner starken Stimme bereitwillig Auskunft gibt. Die Bilder, die dazu zu sehen sind, hat Baudelaire, der als Absender der Briefe eigentlich für den Film in Frankreich ist, selber gedreht, bei Aufenthalten in den letzten Jahren. Das ist konzeptuell vielleicht um eine Ecke zu viel gedacht, ergibt in der Kombination großartiger (und großartig beiläufiger) Aufnahmen mit einer tollen Figur einen ganz besonderen Film, ein wenig aus dem Geiste Chris Markers.

    LM

    Hari ng Tondo (Where I am King) von Carlos Siguion-Reyna

    Ein Film, wie ich ihn wohl nur in Toronto zu sehen bekommen konnte, ein stärker trittsicheres Festival hätte diese hart an die Seifenoper grenzende Geschichte kaum gezeigt: Nachdem er für mehr oder weniger bankrott erklärt wird, entschließt sich ein Patriarch, alle Besitztümer abzustoßen bis auf ein Quartier in dem schon von Lino Brocka (Insiang, 1978) als zentralmythologisch charakterisierten Viertel Tondo. Dorthin geht er zurück, mit zwei Enkelkindern im Schlepptau. Zurück zu den Wurzeln einer vitalen Community, das wird hier mit vielerlei Gesang und Überschwang zelebriert.

    Ich seh, ich seh von Severin Fiala und Veronika Franz

    Die Pressevorführung war ganz schön voll, aus Venedig brachte dieser österreichische Schocker ein gerüttelt Maß an Anticipation mit, und das aus guten Gründen: Ich seh, ich seh (unwillkürlich ergänzen wir, die wir mit der deutschen Sprache groß geworden sind: was du nicht siehst, und schon sind wir beim sechsten und weiteren Sinnen) entfaltet zwischen einer durch einen Autounfall entstellten (anfangs also bandagierten) Mutter und ihren beiden Söhnen ein schlüssig verlaufendes, am Ende ziemlich schockierendes Machtspiel um die Frage: Wer ist hier nicht ganz bei sich? Ich mochte am meisten, wie genau Franz und Fiala mit den österreichischen Spezifika umgehen, und wie sehr sie einfache Gelegenheiten des Lebens auf dem Land zu großem Effekt nützen (was ein Mähdrescher so an bedrohlicher Stimmung machen kann). Ein paar Minuten mit Susanne Wuest im Wald zählen zu den für mich größten Momenten, an die ich mich im Kino überhaupt erinnern kann.

    Pasolini von Abel Ferrara

    Die letzten Tage von Pier Paolo Pasolini bilden für Abel Ferrara einen seltsamen Fiebertraum von einem nicht realisierten Film (auf Grundlage des posthum veröffentlichten Romans Petrolio), von dem hier ein paar denkbare Szenen zu exquisiter Musik heraufbeschworen werden. Dazu gibt Willem Dafoe ein paar Interviews, und am Ende zeigt sich, dass Pino Pelosi nicht der Mörder von Pasolini war. Die Gestalten, die in Ostia aus dem Dunkel auftauchen, wirken wie ein Zugeständnis an Verschwörungstheorien, mit denen Ferrara sich nicht befassen wollte, weil sie die Aura seiner Figur beeinträchtigt hätten. Unnötiger Film.

    Gyeongju von Lu Zhang

    Einer meiner Lieblingsfilme beim TIFF 2014, und beinahe hätte ich ihn gar nicht gesehen, erst im letzten Moment entschied ich mich gegen Chris Rock und für diese koreanischen Dreiändereck-Geschichte: Ein immer noch junger Mann, der als Professor für politische Wissenschaften in Beijing arbeitet, kehrt wegen eines Todesfalls nach Korea zurück und entschließt sich, ein Teehaus aufzusuchen, in dem er vor sieben Jahren ein "obszönes Wandbild" gesehen hatte, das ihm nicht aus dem Kopf geht. Korea ist hier ein seltsam stilles Land, Komik und tragisches Pathos der Geschichte liegen dicht beisammen, und alles wird von einer starken Erotik der einfachen Dinge geprägt.

    Songs from the North von Soon-Mi Yoo

    Ist Nord-Korea vielleicht das einsamste Land auf der Erde? Das fragt Soon-Mi Yoo einmal in diesem sehr guten Dokumentarfilm, und sie bekräftigt ihre eigene Antwort mit dem, was sie tut: Die Einsamkeit Nord-Koreas liegt darin, dass dessen Bevölkerung zu einer Staatsideologie verurteilt wird, die sich in Erzählungen und Liedern, in Massenchoreographien und einem Führerkult äußern, die alle außerhalb des Landes nicht anschlussfähig sind. Soon-Mi Yoo kombiniert bemerkenswerte Archivfunde mit eigenen Aufnahmen, die sie zum Teil auch dann drehte, wenn ihre Begleitpersonen eigentlich das Filmen verboten hatten. Ein Samisdat-Film, so, als hätte jemand früher einmal in der BRD einen Film gemacht, der die DDR von innen zu verstehen versucht hätte.

    Eden von Mia Hansen-Love

    Der einzige Film, für den ich mich anstellen musste, brachte eine Enttäuschung. Im Grunde ist diese sich über zwanzig erzählte Jahre erstreckende Geschichte eines DJs gerade einmal für einen dürftien Running Gag gut, in dem es um zwei Musiker namens Thomas und Guy-Man geht, die sich immer nur mit Vornamen auf die Gästeliste setzen lassen, und denen deswegen zweimal der Einlass verweigert wird. Sie sind natürlich Daft Punk, und das Duo Cheers dient Hansen-Love als fiktionales Pendant. Was sie genau erzählen wollte, bleibt unklar.

    Foreign Body von Krzsytof Zanussi

    Warum bin ich in diesem Film, in dem gar nichts stimmt, bis zum Ende sitzen geblieben? Es war wohl eine triviale Lust an Plot, die mich gerade noch so beschäftigte, wobei Zanussi bei seinem Versuch, das moderne Polen an den Idealen eines mystischen Katholizismus zu messen, wirklich aber auch gar nichts auslässt: eine mit der Gerte wedelnde Konzernführungskraft, die ihren den Rosenkranz bevorzugenden Mitarbeiter einer Intrige preisgibt, weil der von seiner ins Kloster gegangenen Angebeteten nicht lassen will! Status- und andere Symbole purzeln wild durcheinander in diesem völlig aus der Zeit gefallenen Spätling des alten europäischen Autorenkinos.

    This is Where I Leave You von Shawn Levy

    Amerikanisch-jüdisches "soul searching" anlässlich des Zusammenkommens einer Familie, die sieben Tage für den verstorbenen Vater Schiv'a sitzen soll. Jane Fonda präsidiert mit massiv aufgerüstetem Vorbau der ganzen Veranstaltung, die Gelegenheit zu allerlei Erinnerungs- und Versöhnungsarbeit gibt. Tina Fey ist als Integrationsfigur einer zentrifugalen Familie ziemlich fehlbesetzt.

    Im Labyrinth des Schweigens von Giulio Ricciarell

    Der Schattenfilm zu Phoenix, nicht nur, weil Fritz Bauer, dessen Gedächtnis Petzold seinen Film gewidmet hat, hier von Gert Voss für unsere Gegenwart dargestellt wird. Alexander Fehling spielt einen jungen Staatsanwalt in der jungen Bundesrepublik, der von einem Journalisten auf eine Spur gebracht wird, die in die Auschwitz-Prozesse der frühen 60er Jahre führt. Ein wichtiges und auch interessantes Kapitel Zeitgeschichte, das gutes Material für ein "period piece" ergibt, mit dem Ricciarelli aber in beinahe jeder erdenklichen Hinsicht zu sehr in die Vollen geht. "Ich bin seit 20 Jahren bereit", sagt Hermann Langbein am Ende, und ich dachte: Von ihm hätte dieser Film handeln sollen, und nicht von einem blonden Jüngling, der am Ende natürlich doch noch seine Modeschöpferin bekommt, mit der eine reingewaschene Bundesrepublik sich als Idealfamilie neu gründen kann.

    Red Rose von Sepideh Farsi

    Während der Demonstrationen im Iran im Jahr 2009 flüchtet sich eine junge Frau in die Wohnung eines graubärtigen Intellektuellen. Damit beginnt eine kurze, intensive Affäre (Der letzte Tango in Teheran?) vor dem Hintergrund der politischen Euphorie, die allmählich in Ohnmacht umschlägt. Das Kammerspiel, das durch Archivbilder und Twitter-Nachrichten akzentuiert wird, dient einer Reflexion auf Lebensalter und Veränderungsbereitschaft. Der Mann erweist sich als Protagonist eines früheren Versuchs, eine bessere Gesellschaft zu schaffen.

    Good Kill von Andrew Niccol

    Ethan Hawke spielt einen Piloten, der nicht mehr fliegen darf, sondern mit der Fernbedienung auf Terroristen in Waziristan oder im Jemen schießen muss: ein Drohnenkrieger, der an seiner Mission allmählich irre wird. Andrew Niccol kehrt mit seinem in Nevada gedrehten Film zur Ästhetik von Gattaca zurück: starke Farben, starke Stilisierungen, starke Kontraste, hier ergänzt durch Stimmen (die "Chair Force" handelt auf Anleitung der zugeschalteten CIA) und Screens. Am Ende wird alles erzählerisch arg eindimensional aufgelöst, davor ist das ein achtbarer Versuch, unabhängiges amerikanisches Kino zu einem brisanten Thema zu machen: Niccol war bei Good Kill selbst der Produzent.

    El elefante desaparecido (The Vanishing Elephant) von Javier Fuentes-León

    Ein metafiktionaler Thriller aus Peru, in dem ein erfolgreicher Autor von Kriminalromanen sich unvermutet auf der anderen Seite findet: es sieht alles danach aus, als wäre er derjenige, von dem erzählt wird, oder der zumindest auf die Spuren einer Erzählung gesetzt wird, deren Protagonist er selbst ist. In einer Strandszene in einer erhaben einsamen Gegend Perus taucht schließlich die Titelfigur auf, eine Felsformation, die als Elefant durchgehen kann, sofern man bereit ist, sich auf ein Kippbild einzulassen, von dem aus sich in diesem Film schließlich alles so und auch anders sehen lässt - sofern ich richtig, also ausreichend doppelt, gesehen habe.

    Délibáb (Mirage) von Szabolcs Hajdu

    Konnte ich in Toronto nicht sehen, weil mich der Regisseur aber seit Bibliothèque Pascal sehr interessiert, rief ich heute morgen den Vimeo-Link auf, den mir die Pressebetreuerin gegeben hatte. Isaach be Bankolé, Arthouse-Nomade vom Dienst, taucht hier in einer Puszta auf, die ein wenig nach Peckinpahs wildem Westen aussieht. Francois aus der Elfenbeinküste kommt mit einem Fußball in der Reisetasche an, wird dann aber von einer rumänischen Bande zu Fronarbeiten auf einem Hof gezwungen, der eigentlich einer jungen Frau mit einem verwachsenen Kind gehört. Hajdu mischt Anspielungen auf den Rassismus in Osteuropa mit Genre-Versatzstücken (allerdings hat sein Fremder ohne Namen einen Vornamen und sogar einen Pass) und Reminiszenzen an den Allegorismus Marke Jancsó. Ich werde darauf zurückkommen.


    Kommentar hinzufügen


  • Mühe der Ebenen
    Filmhinweis für Berlin: «Gamer» von Oleg Sentsov

    10. September 2014, Bert Rebhandl

    Was die Annexion der Krim durch Russland konkret bedeutet, wird an dem Fall von Oleg Sentsov deutlich: Ein Filmemacher, der den Maidan unterstützt hatte, und der im Mai dieses Jahres in Simferopol verhaftet wurde. Er wurde nach Moskau gebraucht, wo ihm ein Prozess gemacht werden soll – von einem Staat, dessen Bürger er nicht ist und nicht sein will. Es gibt inzwischen zahlreiche Solidaritätserklärungen und Bemühungen aller Ort, ihm zu helfen. Im Kino in der Brotfabrik wird am Donnerstag sein Film Gamer gezeigt. Er ist nun auch ein Dokument der Erinnerung an eine prekäre Normalität, bevor durch die Ereignisse des letzten Jahres die Geschichte der Vertreibungen und Okkupationen in Europa wieder von vorn begann.

    Sentsov erzählt in Gamer, der 2011 in der Ukraine ins Kino kam und international anscheinend nur von zwei Festivals in Mazedonien und Japan wahrgenommen wurde, von einem Jungen namens Alexej Kosov, genannt Koss. Er ist ein Ass bei dem Computerspiel Quake, ein Spiel, das auch bei Contests gespielt wird. Fünf bis sechs Stunden pro Tag wird trainiert, dazu gibt es Snickers, Cola und Bier. Wenn Alex spielt, sammeln sich Scharen von halbwüchsigen Kiebitzen hinter seinem Schirm, an den er die eigene Tastatur anschließt, die er von zu Hause von den Club mitbringt.

    GA

     

    Dass die Schule darunter leidet, ist klar, und seine Mutter macht sich auch Sorgen um ihn. Sie hat wohl schlechte Erfahrungen gemacht: „Dein Vater hat auch immer viel versprochen.“ (Ein Satz übrigens, dessen Implikation für das Geschlechterverhältnis in der Ukraine sich für das ganze Nationalkino verallgemeinern lässt.)

    Sentsov erzählt lose, die Jahreszeiten kommen und gehen, vieles bleibt Andeutung am Rande, zum Beispiel das schwere Auto, in das Katya steigt, eine Schulfreundin von Alex, die ihn offensichtlich mag – er aber bleibt hoffnungslos Nerd, sie trägt ihre Schönheit mit reicheren Männern zu Markte. Der ganze Mittelteil von Gamer ist semidokumentarisch auf eine unbekümmerte Weise, gefilmt auf großen Conventions zum Beispiel in Los Angeles, wo Alex antritt – am anderen Ende einer Reise, die auf einem ukrainischen Provinzflughafen so richtig postsowjetisch beginnt.

    Der Held bleibt bis zu einem gewissen Grad ein Rätsel. Was treibt ihn um? Wie versteht er sich selbst? Er macht jedes Mal eine Kerbe in seine Maus, wenn er etwas gewinnt, aber kann man ein Leben darauf aufbauen, dass einen Kids um ein Autogramm auf ihr Mousepad bitten?

    Der Abspann deutet an, dass Gamer aus einer lebendigen Community heraus entstanden ist, dass hier viele Jugendliche so ein bisschen sich selbst spielen, eine Generation ohne große Perspektive. Ciprian David, ein befreundeter Cinephiler, der selbst Gamer ist, war mit der Darstellung der Spiele im Film nicht so zufrieden. Ich musste an Truffauts Les 400 coups denken, wegen der Haarschnitte und vieler anderer Kleinigkeiten, die einen Moment in der Geschichte festhalten. An die Stelle des Kinos ist die Welt der Spiele getreten. Dort wird noch deutlicher, was der Entwicklungsroman schon immer wusste: Ebenen überspringen gilt nicht. Sentsov zeigt die Mühen der Ebenen, aber auch die Unbeschwertheit der Jugend, auf eine sehr schöne, fragile Weise.

    Das Kino in der Brotfabrik zeigt Gamer am 11. September um 19.00


    Kommentar hinzufügen


  • Heute Nachmittag oder nie
    Das Österreichische Filmmuseum zeigt Ludwig Wüst

    9. September 2014, Bert Rebhandl

    Eine Szene auf dem Land: Über einen Feldweg kommt eine Frau daher, sie geht zu einem Auto, in dem ein Mann die Nacht verbracht hat. Sie bringt Kaffee in der Thermoskanne. Ein Wiedersehen nach sehr langer Zeit, wie allmählich klar wird. Der Mann spricht den Dialekt der Gegend nicht oder nicht mehr, sie redet so, wie es wohl alle anderen Leute dort auch tun. Wir bekommen aber nur diese beiden zu sehen: Andrej und Hanni, die einmal in der Schule nebeneinander gegessen sind.

    Jetzt sind sie beide in ihren mittleren Jahren, seine Haare sind grau, aber er trägt sie strubbelig. Sie fahren zu dem Haus, das für Andrej den Anlass zu seiner Fahrt gab: Das Haus seines Vaters. Es ist leer. Niemand mehr da, nur noch alte Geschichte. Und ein Bild der Mutter. Im Haus ist es dunkel, man braucht eine Taschenlampe, man kann nie das Ganze sehen, sondern immer nur einen Lichtkegel auf etwas werfen. Und wenn man einmal das Ganze sehen kann, wenn die Jalousien hochgezogen sind, dann ist es ein langer, feiner Riss, dem die Kamera folgt.

    WR

     

    Ludwigs Wüsts Film Das Haus meines Vaters macht durch seine Erzählung den Titel fraglich. Ist es wirklich das Haus von Andrejs Vater? Zweifellos, aber was genau das bedeutet, darum geht es im Film. Und das Subjektive, das der Titel andeutet, die erste Person Singular, balanciert Wüst durch die filmischen Mittel aus: eine Kamera, die gerade nicht die Perspektive von Andrej einnimmt, sondern die sich ihrerseits frei bewegt, oder lange verweilt, wenn Hanni einen Apfel schält.

    Eine Geschichte deutet sich an, die Geschichte zweier Leben, die Geschichte einer Migration, die Geschichte einer Zufallsmenge, die einmal eine Schulklasse war, oder ein Jahrgang, aus dem während der erzählten Zeit des Films jemand gestorben ist, wie einer Totenglocke zu entnehmen ist. Ein alter Schlager, der aus dem Telefon kommt, eröffnet weitere Kontexte von Exil und Heimatlosigkeit.

    Ludwig Wüst, ein Süddeutscher in Wien, macht Filme am Rande oder außerhalb der etablierten Produktionszusammenhänge. Das Haus meines Vaters ließe sich ohne Weiteres zu einer vollständigen Geschichte entfalten. Götz Spielmanns Oktober November ist eine solche Entfaltung, die zeigt, dass auch darin wieder das Eingekapselte, das aus dem Moment Erschließbare, das Entscheidende ist.

    Doch Wüst arbeitet reduzierter, er zeigt, dass mit einfachsten Mitteln schon eine Menge erzählbar wird, und dass in der Ökonomie von Dialogen auch die Wiederholungen („bist miad?“) eine wichtige Rolle spielen. Man könnte Wüst als einen Experimentalfilmer mit der Spielfilmform bezeichnen, und zwar in einem Sinn, der dieses Wort sehr konkret nimmt: Er stellt das Erzählen auf das Spiel, nicht auf das Spiel eines auktorial waltenden Regisseurs, sondern auf das Spiel von Leuten, die er mit Rollen betraut, und um die herum er den Apparat des Kinos so beweglich und konzentriert wie möglich hält.

    Das Österreichische Filmmuseum zeigt am Mittwoch, 10. September, um 21.00 Das Haus meines Vaters (2013), und tags darauf zur gleichen Zeit Abschied (2014).

    www.heimat-film.net


    1 Kommentar (ansehen). Kommentar hinzufügen


  • Klavierbegleitung
    «Phoenix» von Christian Petzold hat Weltpremiere in Toronto

    7. September 2014, Bert Rebhandl in: Deutsches Kino

    Christian Petzolds neuen Film Phoenix kann man gut als eineinhalbstündige Vorbereitung einer großen Wiedererkennungsszene mit Musik sehen. Ein deutscher Mann und eine jüdische Frau stehen einander in dieser Szene gegenüber, er am Klavier, sie allein mit ihrer Stimme und einem roten Kleid. Sie sind getrennt durch eine Schuld, die in Phoenix historisch auf ein knappes Jahr verdichtet wird: 1944 wird Nelly Lenz verhaftet, im Oktober 1945 ist sie schon wieder da. Dazwischen sind die Lager, die Befreiung, Entstellung und Wiederherstellung, nichts ist so wie vorher, alles ist so wie vorher.

    Bei der Weltpremiere von Phoenix in Toronto am Freitagabend haben viele Leute an dieser Stelle gelacht. Das ist einerseits nachvollziehbar, denn es wird ja jemand blamiert in diesem Moment, kompromittiert bis ins Mark. Andererseits zeugt dieses Lachen auch von einer kulturellen Unbefangenheit. Man kann Phoenix anscheinend ohne das Wissen um die deutsche Geschichtspolitik sehen, ohne die Anklageschrift, die sich hier in der Miene von Ronald Zehrfeld wiederspiegelt, eine Anklageschrift, die aus wenigen Ziffern besteht auf dem Unterarm von Nelly Lenz.

    Ich denke, man kann dieses Lachen als Indiz dafür nehmen, dass Phoenix auch auf der schwierigeren der beiden Ebenen des Films gelungen ist: auf der Ebene der Beziehung zwischen einer Frau und einem Mann, die beide mit Blindheit geschlagen sind. Es gibt eine Motivationslücke in Phoenix, die mich weiterhin beschäftigt. Sie betrifft das Verhalten dieses Jonny, der zum Johannes wird, und der offensichtlich so lange eine geliebte Frau beschützt hat, nur um sie schließlich doch noch preiszugegeben.

    Die konsequente Wahrheit von Phoenix ist, dass wir über diese Beziehung vor 1945 nichts wissen können, was nicht durch das Trauma von Nelly entstellt ist. Nichts, als den Wunsch, die Umstände wären so gewesen, dass man auch den Falschen hätte liebe können, ohne dadurch in Lebensgefahr zu kommen. „Ich bin keine Jüdin“, sagt Nelly an einer Stelle. Es ist der archimedische Punkt des Films, der sich mit ungeheurer Präzision durch Identifizierungen arbeitet, nur um sie zurückzuweisen und klarzumachen: Die Stunde null liegt immer vor uns.


    Kommentar hinzufügen


  • Transzendemenz
    «Sarah und Sarah» von Peter Kern im Rahmen des Tributes «Schauplatz Körper» im Arsenal

    14. August 2014, Bert Rebhandl

    „Ich bin nicht ich, ich tu nur so“, sagt Sarah Kulmbacher, eine Dame im vorgerücktem Alter, von der Peter Kern in seinem neuen Film Sarah und Sarah bis zu einem gewissen Grad offen lässt, ob sie nicht an einer Demenz aus freier Wahl leidet. Zwar klagt sie über die körperlichen Symptome (dass sie sich nachts anscheißt, ist ihr nicht recht), aber sie scheint die Freiheit der ungehörigen Rede zu genießen. „Adolf Hitler ist überall.“ Sarah Kulmbacher war früher einmal an Propagandafilmen für die Nazis beteiligt, nun ist sie betreuungsbedürftig, und das österreichische Fernsehen ist hinter ihr her.

    TF

     

    Ein eher gedankenlos geäußerter Reportersatz enthält doch eine große Wahrheit: Menschen ziehen sich auf das Wesentliche zurück. Das Wesentliche ist in diesem Fall der faltige Körper von Traute Furthner, die 1985 eine kleine Rolle in Valie Exports Die Praxis der Liebe hatte und 2007 in Peter Kerns Die toten Körper der Lebenden als „Altstar“ auftauchte. In Sarah und Sarah ist sie so etwas wie eine Lichtgestalt, die einer zweiten Sarah den Weg weist. Diese Sarah ist ein krebskranker Junge, der nur noch wenige Wochen zu leben hat, und der, nachdem die wackere, aber dem Flachmann ergebene Betreuerin Mizzi Brenner (Margarethe Tiesel, bekannt aus Paradies: Liebe von Ulrich Seidl) nicht mehr kann, mit Sarah Kulmbacher in deren Wohnung zurückbleibt. Eine Wohnung, aus der die alte Sarah demnächst delogiert werden soll.

    Abschied ist die Grundstimmung in Sarah und Sarah. Der Film sucht nach einem Weg ins Freie. Die Freiheit beginnt im im Böhmischen Prater mit Zuckerwatte und findet auf dem Mittelstreifen einer prominenten Wiener Ausfallsstraße eine passende Startbahn in die Filmtranszendenz. Peter Kern findet mit seinen unterfinanzierten Filmen auch eine Form von Freiheit. In Sarah und Sarah erzählt er von Krebs und Demenz, von einem unausgesprochenen Pakt der Leidenden gegen die „Exekutive“ (Beamte, Medien), und er tut dies in einer Form, die mehrfach die ideologisierte Todessehnsucht der Nazifilme in Trauerarbeit aufhebt: durch die schwebende Kamera von Peter Roehsler, durch die fast schon durchsichtig ephemeren Schwarzweißbilder.

    Dass dies alles bewusst geschieht, lässt Kern auch in den Credits erkennen: Er führt hier nicht Regie, er macht die Gesamtleitung, ein aus dem NS-Studiosystem (Spielleitung) eindeutig codierter Begriff, den Kern hier aber auf die Realitäten seines zutiefst persönlichen Filmemachens überträgt.

    Sarah und Sarah wird am Freitag, 15. 08., um 19.30 im Arsenal Berlin im Rahmen eines kleinen Tributes anlässlich des 65. Geburtstags von Peter Kern gezeigt: Schauplatz Körper, kuratiert von Toby Ashraf in Zusammenarbeit mit Filmgalerie 451. Peter Kern, Traute Furthner, Irm Hermann und Thomas Ballhausen werden als Gäste erwartet.


    Kommentar hinzufügen


  • Zusammenbrüche
    Thomas Heises «Imbiss Spezial» im Lichtblick Kino

    10. August 2014, Bert Rebhandl in: Dokumentarfilm Geschichte

    "Die Leute haben ja mit mir geredet und nicht mit der DDR": Thomas Heises kurzer Film Imbiss Spezial, eines der besten Dokumente zur Wende, in dem Weltgeschichte als Verlautbarung im Tellergeklirr fast untergeht, wird heute, 10. August 2014, um 20.00 im Lichtblick Kino gezeigt, in Anwesenheit des Regisseurs. Hier ein Text von Matthias Dell, und hier ein nicht hundertprozentig reibungsloses Interview dazu aus dem Kulturradio des RBB. "Wenn die Bundesrepublik zusammenbricht, dann kann ich wieder einmal nach Lichtenberg gehen."

    HI


    Kommentar hinzufügen


  • Harun Farocki
    1944 - 2014

    1. August 2014, Cargo



    Kommentar hinzufügen


  • Selbstausbeutung
    «Baby Face» (1933) von Alfred E. Green im Arsenal

    29. Juni 2014, Bert Rebhandl in: Hollywood

     

    Gleich der erste Satz, den Lily Powers (Barbara Stanwyck) in Alfred E. Greens Baby Face aus dem Jahr 1933 sagt, ist ein Schlüssel zum ganzen Film: "Hey, easy with the whip." Das gilt ihrem Vater, der in einer Spelunke irgendwo im Industriegürtel der USA die farbige Bedienstete Chico schikaniert. Ohne klaren Anlass, sieht man von denkbaren Kindheitserinnerung ab, auf die sonst keine weiteren Hinweise gegeben werden, kommt Lily hier die Peitsche in den Sinn. Dass es dazu ein geflügeltes Wort von Nietzsche gibt, wird nicht weiter verfolgt, obwohl der deutsche Philosoph (in englischer Übersetzung und in popularisierender Vereinfachung) das Programm vorgibt, das hier zuerst durchexerziert und dann einer Revision zugeführt wird.

    Lily Powers ist die Tochter eines Mannes, der eine illegale Kneipe für hart arbeitende und entsprechend kulturlose Männer betreibt. "They're pretty mangy", sagt sie, "ganz schön räudig." Die erste Handlung, die wir von ihr sehen, ist, dass sie die Blumen vor dem Fenster vom Fabrikstaub befreit. Lily muss sich irgendwie aus dieser Welt befreien, ein älterer Mann, ein Sonderling, weil er liest, zitiert für sie aus dem Will to Power: "Exploit yourself." Nütze die Macht, die du über Männer hast.

    Das klappt schon von dem ersten kritischen Moment an, in dem Lily und Chico einen Waggon nach New York mit einem fremden Mann teilen müssen, sehr gut. In der großen Stadt arbeitet und schläft sie sich dann die Etagen hoch, begleitet von einem Chor biederer Kolleginnen: "Baby Face is moving out of her class." Erzählt wird das in einer angemessen schematischen Weise, mit Szenen, die einander entsprechen, und dabei auch jener ursprünglichen, in der ihr Vater sie bedenkenlos einem Mann feilbietet, der eine schützende Hand über seinem Geschäft hat.

    Sorgfältig bereitet Green dabei (auf Grundlage einer Geschichte von Darryl F. Zanuck!) motivisch den entscheidenden Moment vor. Chico hat nämlich die ganze Zeit ein Lied auf den Lippen, eine klassische amerikanische Blues-Nummer: Saint Louis Woman (hier in einer Interpretation aus Boardwalk Empire). Dieser Blues verändert im Lauf von Baby Face allmählich seine Bedeutung, denn zuerst kann Lily ihn gleichsam zu einem Motiv für ihren Protest machen; sie muss die Klage darin erst entdecken.

    Sie muss dabei auch Nietzsche überwinden, von dem ihr Mentor aus der Provinz ihr später noch ein zweites Buch schickt (Thoughts out of Season). Dort findet sie einen weiteren falschen Imperativ: "Crush out all sentiments." Lange bleibt dabei in der Schwebe, ob das Kalkül als die alles bestimmende Haltung sich durchsetzt, ob wir hier also einfach die Konsequenzen einer Karrierelogik sehen, die eine Frau mit der ihr zu Gebote stehenden Macht ("You have power over men") durchzieht, um sich in Sicherheit (auch vor den Männern) zu bringen. Das Ende, das Baby Face findet, erscheint im Vergleich dazu konventioneller, aber auch weniger destruktiv.

    Denn Lily Powers müsste sonst erkennen, was Green in einer Montagesequenz anschaulich macht: dass ihr Leben zu einer "broken record" werden könnte, dass sich die Musik von der glänzenden Schallplatte, vor deren Hintergrund alle ihre Männer Revue passieren, irgendwann endlos wiederholen könnte. In diesem Moment setzt noch einmal Saint Louis Woman ein, und Nietzsches Peitsche ist vergessen.

    Baby Face läuft heute, 29. Juni 2014, im Rahmen der Retrospektive Let's Misbehave - Hollywood vor dem Hays Code 1930-1934 um 21.00 im Arsenal in Berlin. Um 19.30 läuft der nicht minder großartige Night Nurse (William Wellman, 1931)

    Siehe auch weitere Beiträge auf unserer Seite


    Kommentar hinzufügen


  • Pre-Code

    19. Juni 2014, Simon Rothöhler

    Ein kurzer Hinweis auf eine exzellente Retrospektive im Arsenal, die heute abend beginnt: Let's Misbehave. Hollywood vor dem Hays Code 1930-1934. 30 Filme, jeder einzelne absolut sehenswert. Zwei Lektüreempfehlungen: der Katalog zur Viennale Retrospektive 1996 Before the Code. Hollywood 1929-1934, der hier noch bestellbar ist, wenn ich Recht sehe. Und hier haben wir einige Filme, die in diesen Kontext gehören, unter dem Stichwort «Depressionsfilme» verhandelt.


    Kommentar hinzufügen