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  •   22. September 2017  





Neue Print-Ausgabe:
CARGO Film/Medien/Kultur 35
vom 22. September 2017

CARGO 35 Cover, CARGO 34 Cover,

Das Amerikanische der Prignitz - Christian Petzold im Gespräch

Der Berliner Regisseur Christian Petzold gehört zu den wenigen deutschen Filmemachern, die kontinuierlich arbeiten können und international wahrgenommen werden. "Jerichow", der am 8. Januar in die Kinos kommt, ist Petzolds neunter Spielfilm seit er 1995 mit "Pilotinnen" debütierte. Vergangenen Dezember trafen wir ihn zu einem Gespräch.


Christian Petzold über

Die DDR und das Amerikanische der Prignitz


Christian Petzold über: Migrationsenergie

Christian Petzold über

Migrationsenergie
Christian Petzold über: Figurenwissen und Schauspielarbeit

Christian Petzold über

Figurenwissen und Schauspielarbeit
Christian Petzold über: Funktionale Dramaturgien und Reduktionsarbeit

Christian Petzold über

Funktionale Dramaturgien und Reduktionsarbeit
Christian Petzold über: Fernsehen/Kino

Christian Petzold über

Fernsehen/Kino
Christian Petzold über: sein Schnitzler-Projekt am Deutschen Theater, Berlin

Christian Petzold über

sein Schnitzler-Projekt am Deutschen Theater, Berlin

"Drei Menschen treffen mit schicksalhafter Zufälligkeit aufeinander. Thomas (Benno Fürmann), jung, kräftig, wortkarg, ein ehemaliger Soldat, unehrenhaft aus der Armee entlassen; Ali (Hilmi Sözer), vom Leben schon ein wenig mitgenommen, aber immer noch leutselig, ein türkischer Unternehmer in Deutschland, der mit seinen Imbissbuden reich geworden ist; Laura (Nina Hoss), seine Frau, attraktiv, reserviert, wie jemand, die schon vieles hinter sich hat." (Pressetext).

Jerichow erzählt eine Dreiecksgeschichte, angelehnt an James M. Cains mehrfach verfilmten Kriminalroman "The Postman Always Rings Twice" (1934), der vor dem Hintergrund der Weltwirtschaftskrise spielt. Christian Petzold entnimmt daraus die Grundkonstellation - eine von Besitzverhältnissen determinierte Liebe - und implantiert sie in die ostdeutsche Gegenwart. Vielleicht weil die investierten diskursiven Schichtungen in Jerichow weniger durchscheinen als zuletzt in Yella (2007),  überzeugt der Film auch als Genrevariation. Ein aus Kinowissen gespeistes Formbewusstsein verbindet sich hier mit diskreten Angeboten an Zeitdiagnose und einer erhöhten Großzügigkeit gegenüber Vorgefundenem.

Im CARGO-Gespräch mit Christian Petzold geht es um Ostdeutschland und Migrationsenergie, Figurenwissen und funktionale Dramaturgien; warum die Altintop-Brüder das Ruhrgebiet angemessener repräsentieren als Charly Neumann; inwiefern das deutsche Fernsehen dem deutschen Bildungssystem ähnelt; warum Petzold gerade eine Schnitzler-Inszenierung für das Deutsche Theater vorbereitet und welche Dramatiker eigentlich nur "20 Uhr 15 des 19. Jahrhunderts" sind.

Wir trafen Christian Petzold vergangenen Dezember in seiner Kreuzberger Arbeitswohnung. Weil dort vor allem Leselampen Licht spenden und weil die Cargokamera nicht von Hans Fromm geführt wird, sind die Aufzeichnungen visuell etwas düster geraten, was wir spontan mit einem klassischen Indiefilmtrick kompensieren: In schwarz/weiß sieht jeder noch so fragwürdige Dreh sofort gewollt und bedeutungsvoll aus.

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